Dienstag, 31. März 2020

Die Krise. Sonne. Kalt. Nichts los.

Dienstag, 31. März, Tag 16 im Katastrophenmodus.
  • Kein Nachtfrost, trotzdem den ganzen Tag kalt und windig, obwohl meist die Sonne schien.
  • Zwei Mal kurz draußen gewesen, ein Mal, um mir beim Bäcker ein Brötchen zu kaufen, zum zweiten Mal, um einen Brief einzuwerfen. Mein einzelnes Brötchen wird dem Bäcker zwar nicht das wirtschaftliche Überleben sichern, aber wenn mehr Leute so handeln, sollte es klappen. Also: Leute unterstützt euren Einzelhandel vor Ort!
  • Zubereitet habe ich ein Omelett mit Champignons nach einer für mich neuen Methode. Das Omelett wird in dünnen Schichten bei milder Hitze gebraten, die zu einem Halbmond umgeklappt werden. Dann eine neue dünne Schicht in die Pfanne, den Halbmond mit den Spatel anheben, damit das Ei drunter laufen kann. Hat einigermaßen geklappt, sehr gut geschmeckt, mit ein bisschen Übung wird das Ergebnis ansehnlicher werden. 

Montag, 30. März 2020

Die Krise. Kalter Montag.

Montag, 30. März, Tag 15 im Katastrophenmodus.
  • Nach Nachtfrost war es den ganzen Tag kalt und windig, obwohl die Sonne schien, wurde es nicht wärmer. Der Wettermensch am Morgen sagte, wir hätten jetzt die typische Winter-Wetterlage. Und es ist beinahe schon April.
  • Nicht rausgegangen.
  • Die Bäckerei Brandstetter, eine Institution in der Stadt, schließt vorübergehend. Das passt zu den eingeschränkten Öffnungszeiten anderer Bäckereien, die ich bereits am Samstag feststellen musste. Kaufen die Leute nicht mehr beim Bäcker?
    Fast jede(r), die/der (vielleicht auch nur in jungen Jahren) mal eine Nacht durchgemacht hat, hat ab 5 Uhr morgens bei Brandstetter gefrühstückt, das gab es bis zur aktuellen  Ausgangsbeschränkung. Und jetzt ist der Laden zu wegen Umsatzrückgang um 70%.
  • Gegen Mittag kam die (erwartete) Meldung der Bayerischen Staatsregierung, dass die Ausgangsbeschränkungen bis 19. April, also bis zum Ende der Osterferien, verlängert werden. Wir brauchen Geduld. Und weniger Fallzahlen.
  • Sehr oft an einen guten Freund gedacht, der vor genau einem Jahr viel zu früh verstorben ist. 
  • Schon seit einigen Tagen immer wieder überlegt, warum es sich nach einiger Zeit, wenn man wie ich z.B. das abendliche Hauskonzert von Igor Levit anschaut, nicht nur so anfühlt, als sei ich in SEINEM Wohnzimmer, sondern auch, als sei er in MEINEM Wohnzimmer. Durch die Wiederholung jeden Abend, und durch die Musik, die er in mein Wohnzimmer bringt. 
  • Gegessen haben wir den zweiten Teil vom Linseneintopf.

#wirbleibenzuhause #stayhome 

Sonntag, 29. März 2020

Die Krise. Sommerzeit.

Sonntag, 29. März, Tag 14 im Katastrophenmodus.
  • Gestern wunderschöner Frühlingstag, heute Kälteeinbruch, nur 6 Grad, trüb, später wird Regen bzw. Schnee erwartet.
  • Dann das Ereignis, über das ich mich jedes Jahr aufrege, der Beginn der Sommerzeit. Mir als "Eule" fällt die Umstellung jedes Jahr schwer, es dauert mehrere Tage bis sich mein persönlicher Rythmus an die für mich viel zu frühe Zeit angepasst hat. Dazu kommt mein Unverständnis, dass dieser Unsinn nicht schon längst wieder abgeschafft wurde, und noch erschwerend, dass viel zu viele sich dann die Sommerzeit als Normalzeit wünschen. HERR SCHMEISS HIRN RAA! hätten unsere Vorfahren gesagt, und es wäre wirklich nötig. Die Stunde, die man im Sommer bei Licht länger draußen sitzen kann sollte man abwägen gegen die Stunde, die es im Dezember-Januar später hell wird, nämlich erst um 10 Uhr! Bedenken sollte man auch, dass unsere Mitteleuropäische Zeit auf den 15. Längengrad ausgerichtet ist, und fast ganz Deutschland liegt westlich davon, das bedeutet, unsere Zeit ist sowieso früher als es dem Sonnenstand entspricht. 
  • Nicht draußen gewesen.
  • Gestern wurde hier gebacken (nicht von mir!), um alte Weizenkörner aufzubrachen: Schweizer Brot (nach Brotbackbuch Nr. 1 von Lutz Geissler), sehen eher aus wie Brötchen. Ich mag sie wie ein Baguette aufgeschnitten. Und: wir hatten noch Hefe, die aufgebraucht werden musste.
  • Gekocht habe ich Eier in Senfsauce, dazu den Rest Kartoffel-Pastinaken-Stampf, ein Gericht, das ich seit meiner Kindheit nicht mehr gegessen geschweige denn gemacht habe. Gelungen!
  •  Um 19 Uhr wieder Hauskonzert mit Igor Levit. Was er spielen wollte, verriet er erst live. Es waren alles Stücke aus dem 20. Jahrhundert, beginnend mit einer Transskription des Adagietto aus der 5. Sinfonie von Gustav Mahler, dann Billy Joel, dann A Mensch aus Dreams von Frederic Rzewski, und zum Schluss Danny Boy, ein irisches Lied (Der Link unter seinem Namen müsste zur Aufzeichnung führen).
  • Bleibt nach Möglichkeit zu Hause und gesund!

#wirbleibenzuhause #stayhome

Samstag, 28. März 2020

Die Krise. Der Tag K13.

Samstag, 28. März, Tag 13 im Katastrophenmodus.
  • Sonnig und warm, ein schöner Frühlingstag.
  • Nicht draußen gewesen.
  • Die Ausnahmebeschränkungen in Bayern bieten Lebensmittelläden die Möglichkeit, länger zu öffnen. Per Aushang fiel mir gestern auf, dass das Gegenteil eintritt, der Bäcker schließt nun um 15 Uhr und bleibt Samstag zu, der Metzger hat nur bis 16 Uhr geöffnet, das sind Geschäfte in der Innenstadt, die für uns fußläufig erreichbar sind. Ich vermute, dass sie nachmittags kaum mehr Kunden haben, vermutlich kaufen momentan alle am Vormittag, was zu meinen Beobachtungen von Montag und Donnerstag passen würde.
  • Auch die örtliche Gastronomie hat ganz geschlossen, Take-Away-Angebote: Fehlanzeige. Selbst die Gaststätten, die sonst auch ein Angebot zum Abholen haben, also vorbereitet sind, Behältnisse und Gerätschaften im Einsatz haben. Wir hätten ja gerne mal was abgeholt, allein um ein wenig Umsatz zu erzeugen.
  • Gekocht und gegessen haben wir die immer wieder wunderbaren Conchiglioni mit Ricotta und Spinat. Das war sofort beschlossen, als der Gemüsehändler gestern wieder frischen Blattspinat im Angebot hatte. Nur hat der junge Mann, der mich bediente, weniger eingefüllt, als ich wollte, somit gab es auch weniger Muschelnudeln als sonst.
  • Dank Vorankündigung für das Hauskonzert mit Igor Levit am Abend konnte ich mich vorbereiten, er spielte Mozarts Klaviersonate Nr. 17 KV 570.
  • Bleibt nach Möglichkeit zu Hause und gesund!

#wirbleibenzuhause #stayhome

Freitag, 27. März 2020

Die Krise. Der Tag K12.

Freitag, 27. März, Tag 12 im Katastrophenmodus.
  • Wieder sonnig, aber über den Tag viel wärmer, frühlingshaft.
  • Der Marktbesuch am Nachmittag für Äpfel, Eier und Gemüse. An den Ständen klappt es mit dem Abstand halten, auf der Straße eher nicht, die meisten achten nicht auf Entgegenkommende oder gehen von hinten dicht an einem vorbei. 
  • Das schöne Wetter lädt natürlich auch dazu ein rauszugehen, gerade nach einer für die meisten vermutlich nicht so einfachen Woche im Home Office oder mit noch schwierigeren Problemen belastet. 
  • Die abendliche Hausmusik mit Igor Levit kam wieder als Livestream von heidelberger-fruehling.de  es war schwere und lange Kost, alle 24 Präludien und Fugen von Schostakowitsch, angekündigte Dauer zweieinhalb Stunden. Das war mir heute zu anstrengend, ich habe nur eine halbe Stunde zugehört.
  • Gekocht und gegessen haben wir Verheiratete Kartoffeln und ein Steak. Gut war's.
  • Bleibt nach Möglichkeit zu Hause und gesund!

#wirbleibenzuhause #stayhome

Donnerstag, 26. März 2020

Die Krise. Der Tag K11.

Donnerstag, 26. März, Tag 11 im Katastrophenmodus.
  • Bis in den Nachmittag hinein wieder strahlender Sonnenschein, nicht mehr ganz so kalt.
  • Es stand der wöchentliche Einkauf im Supermarkt an, ich war sehr erstaunt, dass er wieder sehr voll war, viele alte und ganz alte Leute, die doch eigentlich zu Hause bleiben sollten. Zudem war es ja Montag schon so voll gewesen, kaufen die Leute jetzt täglich? Ich verstehe es nicht.
  • Es gab Mehl, beim "normalen" Weizenmehl 405 und 550 war das Regal leerer als bei Dinkelmehl bzw. Weizen- und Roggenkörner. Aber es gab Mehl. Überall im Markt wurde fleißig eingeräumt.
  • Vor den Kassen Markierungen mit Klebeband "Bitte 1.50 m Abstand halten", die KassiererInnen durch Plexiglas vorne und hinten abgeschirmt. Ich habe wieder kontaktlos mit Karte bezahlt.
  • In Deutschland steigen die gemeldeten Fallzahlen noch steil an, wir haben noch nicht einmal eine Woche mit Ausgangsbeschränkungen hinter uns gebracht, und es ist schon viel Ungeduld bis hin zur Panik zu spüren. Es wird leider dauern, bis wir "gute Zahlen" lesen und hören werden, also Geduld!
  • Gegessen haben wir den Rest vom Pfannkuchengratin mit einem Chicoree-Salat.
  • Igor Levit spielte am Abend zusammen mit der Cellistin Julia Hagen Brahms Sonate Nr. 1 e-Moll op. 38 für Violoncello und Klavier und Beethoven Sonate Nr. 3 A-Dur op. 69 für Violoncello und Klavier. Die Aufzeichnung unter heidelberger-fruehling.de ist nur 24 Stunden abrufbar, schade. Dann hättet ihr auch sehen können, wie professionell die beiden reagiert haben, als am Cello eine Saite riss: er erzählte einen Witz, sie holte, montierte und stimmte die neue Saite, und beide wiederholten den Satz.
  • Bleibt nach Möglichkeit zu Hause und gesund!

#wirbleibenzuhause #stayhome

Mittwoch, 25. März 2020

Die Krise. Der Tag K10.

Mittwoch, 25. März, Tag 10 im Katastrophemodus.
  • Wieder strahlender Sonnenschein mit kaltem Ostwind. Morgen soll es endlich wärmer werden.
  • Ich bin alleine nur ganz kurz beim Bäcker gewesen, um ein Brötchen zu kaufen, sonst waren wir zu Hause.
  • Gekocht und gegessen haben wir Linsensuppe mit Saitenwürstle, oder wie es hier heißt: Wienerle.
  • Igor Levit hat für heute Abend für sein Hauskonzert Beethoven angekündigt, sofern es eine Sonate sein sollte, bin ich präpariert:

#wirbleibenzuhause #stayhome 

Die Krise. Der Tag K9.

Dienstag, 24. März, Tag 9 im Katastrophenmodus.
  • Wieder strahlender Sonnenschein mit kaltem Ostwind.
  • Den ganzen Tag nicht draußen gewesen, auch nicht zu einem (erlaubten) Spaziergang allein oder zu zweit, daher kann ich auch von draußen nichts berichten.
  • Hier drin geht es gut, wir vertragen uns, für uns ist die Situation "zusammen leben" nicht neu. 
  • Gegessen haben wir Risotto mit gebratenen Champignons und einem Chicoree-Salat.
  • Um 19 Uhr wieder Igor Levit mit seinem Hauskonzert gehört, Klaviermusik von Busoni nach Choralvorspielen von Bach, die Berceuse und Große Fantasische Fantasie. Ich stelle hier mal den Link zum heutigen Hauskonzert ein, ich weiß allerdings nicht, wie lange die Aufzeichnung abrufbar sein wird. Wenn der Link ins Leere führt, sorry!
  • Bleibt nach Möglichkeit zu Hause und gesund!

#wirbleibenzuhause #stayhome 

Dienstag, 24. März 2020

Die Krise. Der Tag K8.

Montag, 23. März, Tag 8 im Katastrophenmodus.
  • Die erste Woche im K-Modus ist um und Woche zwei beginnt.
  • Es stand der wöchentliche Einkauf beim Metzger an, und leider waren die Umstände "draußen" lange nicht so entspannt wie noch am Samstag.
  • Im Supermarkt wollte ich "schnell" den beim letzten Einkauf vergessenen Quark mitnehmen. Ich bin rückwärts wieder raus, innen alles voll, lange Schlangen mit vollen Einkaufswagen an den Kassen. Ich weiß nicht, was die Leute nun auf einmal so verunsichert, dass sie Lebensmittel horten.
  • Im Drogeriemarkt konnte ich eine Packung Papiertaschentücher erstehen, allerdings nicht die von mir bevorzugte Marke. Das Regal daneben für Toilettenpapier war leer, obwohl nur noch eine Packung pro Kunde abgegeben wird. 
  • Draußen fiel mir eine lange Schlange von mindestens 20 Personen (mit einigem Abstand) auf, und ich brauchte einige Sekunden um zu begreifen, dass sie vor einem Supermarkt anstanden. 
  • Aus 1 KG Rindfleisch, Zwiebeln, Wein und Gewürzen haben wir für unsere eigene Vorratshaltung Gulasch gekocht und eine Portion mit Kartoffel-Pastinaken-Stampf und einem Salat gegessen.
  • Um 19 Uhr wieder Igor Levit mit seinem Hauskonzert gehört, Beethoven Klaviersonate Nr. 31. Jedesmal wunderschön und sehr anrührend.
  • Bleibt nach Möglichkeit zu Hause und gesund!

#wirbleibenzuhause #stayhome 

Montag, 23. März 2020

Rezept. Quinoa-Brokkoli-Möhren-Salat.

Das Rezept stammt aus dem Foodblog Schöner Tag noch, wir haben das Gericht etwas abgewandelt, der Vorratslage (Mandeln statt gesalzene Pistazien) und unseren Vorlieben (Gemüse lieber gegart als roh) angepasst. Das Foto war auch schon im aktuellen täglichen Krisen-Blogpost zu sehen.

Zutaten: (für 2 Portionen)
  • 100 g Quinoa
  • Salz, Pfeffer
  • 300 g Brokkoli
  • 300 g Möhren
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 50 g geröstete und gesalzene Pistazien mit Schale (bei uns Mandeln, ohne Salz)
  • 1 Bio-Zitrone
  • 50 g getrocknete Datteln
  • 2 EL Apfelessig
  • 1 TL flüssiger Honig (bei uns Agavendicksaft)
  • 2 EL Olivenöl
  • 2-3 Stängel glatte Petersilie
Zubereitung:
  1. Mandeln in einer beschichteten Pfanne ohne Fett rösten, beiseite stellen.
  2. Quinoa in ein Sieb geben, unter fließendem Wasser waschen. In 300 ml Salzwasser 15 Minuten garen, abgießen (falls noch Wasser im Topf ist), abtropfen lassen und 10 Minuten abkühlen lassen.
  3. Inzwischen Brokkoli putzen, waschen und in kleine Röschen schneiden.
  4. Möhren schälen und der Länge nach in dünne Streifen (Julienne) schneiden. 
  5. Brokkoli und Möhren in wenig Olivenöl in einer Pfanne anbraten. Leicht salzen. Je nachdem wie bissfest das Gemüse gewünscht wird, ganz wenig Wasser angiessen, kurz einen Deckel auflegen. Wasser dann wieder verdampfen lassen. Das Gemüse etwas abkühlen lassen.
  6. Frühlingszwiebeln putzen, waschen, das dunkle Grün entfernen und die restliche Frühlingszwiebel in dünne Ringe schneiden.
  7. Zitrone heiß waschen, abtrocknen und von der Hälfte der Zitrone die Schale fein abreiben. Zitrone halbieren und eine Hälfte auspressen, restliche Zitrone anderweitig verwenden. 
  8. Datteln in grobe Stücke schneiden, mit Olivenöl, Zitronensaft, Agavendicksaft und Apfelessig in einen hohen Rührbecher geben und mit dem Stabmixer fein pürieren. Dattel-Apfel-Dressing mit Salz und Pfeffer würzen.
  9. Petersilie waschen, trocken schütteln und die Blätter abzupfen. Petersilienblätter fein hacken.
  10. Quinoa mit dem angebratenen Gemüse, Frühlingszwiebeln und Apfel-Dattel-Dressing in einer Schüssel mischen. Portionsweise auf Teller verteilen, mit Zitronenschale, Pistazien und gehackter Petersilie bestreuen und servieren. 
#Werbung ohne Vergütung oder Auftrag, weil anderes Blog genannt.

Die Krise. Der Tag K7.

Sonntag, 22. März, Tag 7 im Katastrophenmodus.
  • Den ganzen Tag zu Hause geblieben, obwohl wunderschöner Sonnenschein war, jedoch wehte ein kalter Wind. Wir erleben jetzt die kältesten Nächte dieses Winters, obwohl der Frühling doch schon vor zwei Tagen begonnen hat.
  • Beim gelegentlichen Blick in meinen Terminkalender (Google Calendar) kontrolliere ich unbewusst, ob wirklich die aktuellen Wochen zu sehen sind, denn es sieht so aus, als ob man viele Monate voraus wäre, weil nur noch die Geburtstage und Sonnenauf- und -untergänge zu sehen sind, alle anderen Termine sind nach und nach verschwunden.
  • Gekocht hat heute mein Küchenchef, und zwar einen Quinoa-Brokkoli-Möhren-Salat aus dem Foodblog SchönerTagNoch. Lecker war's, und ich plane, das für uns etwas an die Vorratslage und unsere Vorlieben angepasste Rezept bald hier zu veröffentlichen.
  • Abends war wieder Hauskonzert mit Igor Levit angekündigt, aber ich konnte mich nicht aufschalten. Mal sehen, ob es morgen eine Aufzeichnung zu sehen gibt.
  • Bleibt nach Möglichkeit zu Hause und gesund!

#wirbleibenzuhause #stayhome 

Sonntag, 22. März 2020

Die Krise. Der Tag K6.

Samstag, 21. März, Tag 6 im Katastrophenmodus.
  • Die Ausgangsbeschränkungen scheinen zu wirken, der Markt ist ungewohnt leer für einen Samstag Morgen kurz vor 12 Uhr, dabei hat vielleicht auch das Wetter mitgewirkt, denn in der Nacht hatte es geregnet und es war unangenehm kalt geworden. 
  • Die Straßenbahnen (heißen hier Straba) waren kaum besetzt, 1-5 Leute in einer Bahn, weiter Abstand zwischen ihnen.
  • Wir machten die Einkaufsrunde zum Markt: Obst, Gemüse, Käse. Der Laden für Eier macht ab sofort nur Dienstag bis Freitag auf, auch kein Problem.
  • Auf dem Rückweg kamen wir bei Aldi vorbei, vor der Tür stand einer mit einer gelben Weste und ließ die Leute einzeln ein, wenn jemand anderes raus kam. Ich konnte es nicht genauer beobachten, denn dann war kein Andrang mehr. 
  • KEINE Leute mit Klopapierrollen unter dem Arm gesehen.
  • Ich habe mich bei den jungen Leuten gemeldet, die die WhatsApp-Gruppe für unser Haus vorgeschlagen und die Idee begrüßt. Der Andrang ist überschaubar, mit mir sind wir vier, momentan.
  • Den Rest des Tages blieben wir zu Hause, versorgt sind wir für mehrere Tage.
  • Abends wieder ein Hauskonzert mit Igor Levit, das hat sich binnen weniger Tage zu einem Fixpunkt des Tages entwickelt. Heute hörten wir die Fantasie C-Dur von Robert Schumann.
  • Selbst gekochtes haben wir auch wieder verzehrt, den zweiten Teil des Gratin de Crêpes, zu sehen hier oder hier. Auf dem Foto der begleitende Salat aus Feldsalat, Lauchzwiebeln, Granatapfelkernen und Walnüssen, kurz bevor die Salatsauce drüber kam.
#wirbleibenzuhause #stayhome

Samstag, 21. März 2020

Die Krise. Der Tag K5.

Freitag 20. März, Tag 5 im Katastrophenmodus.
  • Nochmals schönes Frühlingswetter. Es werden weiterhin steil ansteigende Zahlen zu Covid-19-Infektionen und Todesfällen gemeldet. Und Coronaparties.
  • Der bayerische Ministerpräsident verkündet am Mittag in einer Pressekonferenz weitere Einschränkungen, die Menschenansammlungen verhindern und soziale Kontakte weiter einschränken sollen. So gibt es bei Restaurants nur noch ToGo- oder DriveIn-Abholungen, Außengastronomie wird verboten, weitere Geschäfte wie Friseure, Physiotherapie und ähnliche Angebote müssen schließen. Ausdrücklich erlaubt bleiben Spazierengehen und Sport draußen, aber allein.
  • Ich bin mal gespannt, was am Wochenende noch über Coronaparties berichtet werden wird, oder ob wir sie wieder im Haus nebenan erleben müssen.
  • Am Nachmittag nahm ich den vor vier Wochen ausgemachten Friseurtermin wahr, Glück gehabt, ab morgen müssen sie schließen für mindestens zwei Wochen. Dort den nächsten Termin für in vier Wochen ausgemacht. Gegenseitige Verabschiedung "bis in vier Wochen - hoffentlich, und bleiben Sie gesund"
  • Die Parksituation auf dem Weg von und zum Friseur war entspannt, ich war wie immer zu Fuß unterwegs. 
  • Folgender Zettel hängt an unserer Haustüre, die angegebenen Telefonnummern habe ich aus Gründen unkenntlich gemacht:
  • Die momentane Erkenntnis dabei: wir haben tatsächlich Nachbarn, und einige denken nicht nur an sich. 
  • Gegessen wurden heute Zoodles in Tomatensauce (nudeldünne Zucchinistreifen) mit fränkischer Bratwurst. Einmal Bratwurst pro Woche ist ein Muss. Sieht - wie vieles hier - nicht besonders gut aus, aber es schmeckt!
  • Fester Bestandteil des Tages ist momentan das Hauskonzert mit Igor Levit um 19 Uhr, heute mit Schuberts Sonate A-Dur D 959
  • Bleibt gesund und daheim!

#wirbleibenzuhause #stayhome

Freitag, 20. März 2020

Die Krise. Der Tag K4.

Donnerstag, 19. März, Tag 4 im Katastrophenmodus.
  • Morgens recht früh den wöchentlich anstehenden Einkauf im Supermarkt erledigt. Die Regale waren meist gut gefüllt, an vielen Stellen wurde aktuell nachgelegt. Toilettenpapier war wenig da, ich habe EIN Paket mitgenommen. Es ist so verrückt, durch die Hamsterer wird man indirekt auch gezwungen, früher bzw. mehr von etwas zu kaufen, das man erst nächste oder übernächste Woche braucht.
  • Auf dem Kassenband sah ich nur ganz normale Einkäufe, auch mengenmäßig.
  • Ich habe ausnahmsweise mit Karte bezahlt, sonst vermeide ich das bei täglichen Ausgaben, weil ich nicht möchte, dass nachverfolgt werden kann, wofür ich mein Geld ausgebe. Technisch habe ich nichts gegen Karten, vor allem das kontaktlose Bezahlen finde ich richtig gut.
  • Nun sind wir gerüstet, den Rest des Tages und morgen ganz zu Hause zu bleiben.
  • Der bayerische Ministerpräsident hat offen mit Ausgangssperre gedroht, wenn die Leute sich nicht an die vorgeschlagenen Maßnahmen halten. 
  • Wir haben aktuell erlebt, dass die jungen Leute im Haus vorne letzte Nacht eine Riesenparty gefeiert haben. Mehr als 20 Leute in der Küche im dritten Stock, uns gegenüber, Fenster auf, man muss ja rauchen können, laute Musik, um 4 Uhr morgens immer noch Party. Ich bin mir momentan unsicher, wie ich damit umgehen soll.
  • Nun noch was Schönes, gerade klingelte es an der Wohnungstür, es war der Nachbar von nebenan, mit dem wir kaum Kontakt haben, man kennt sich und grüßt sich. Er arbeitet momentan im Home Office und fragte, ob wir uns noch selbst versorgen bzw. einkaufen können, er ist gerne bereit, uns etwas mitzubringen. Wir können. Ich bin ganz gerührt. 
Zu essen gab es heute Huhn (TK-Vorrat) mit Champignons und Curry-Sahnesoße, dazu Reis. Das essen wir vor allem im Winterhalbjahr öfter mal. Dazu Chicoreesalat mit Orange.

#WirBleibenZuHause #StayAtHome

Donnerstag, 19. März 2020

Die Krise. Der Tag K3.

Mittwoch 18. März, Tag 3 im Katastrophenmodus.
Wunderschönes Frühlingswetter, warm. Wir machten einen Spaziergang durch den Park, ohne Sozialkontakte. Wir gingen NICHT zum Bäcker zum Brötchen holen. Es waren außer uns einige Leute unterwegs, keine Gruppe, maximal zwei gingen zusammen. Jogger (junge Leute), Eltern mit kleinen Kindern, die wohl mal raus sollten.
Noch einmal über die Zahlen von deutschen Urlaubern gestaunt, die momentan im Ausland festsitzen, wir hörten sie gestern Abend in der ARD, allein in Marrokko etwa achttausend, in Ägypten etwa zehntausend. Da müssen die Airlines aber einige Male fliegen, bis sie die alle zurück geholt haben. Und das sind ja nur zwei Länder, und nicht die von Deutschen am meisten besuchten.
Im Park wurde auch gearbeitet, Blümchen gepflanzt, Sicherheitsabstand eingehalten.
Gegessen wurde auch, leckeres Gratin de Crêpes, diesmal gefüllt mit Schinken, Käse und Duxelles, was sich als super Idee erwiesen hat. Dazu ein Salat. Gerne wieder.
Als fester und sehr geschätzter Programmpunkt hat sich bei uns das abendliche "Hauskonzert" des Pianisten Igor Levit etabliert, er spielt um 19 Uhr aus seinem Wohnzimmer, und der kann's. Die Übertragung erfolgt über Twitter und die Seite https://t.co/iRjhLW85VN bzw. ihr findet ihn auf Twitter unter @igorpianist . Ich kann mich nur ganz herzlich bei Igor Levit für diese wunderbare Idee und ihre tägliche Ausführung bedanken!

Mittwoch, 18. März 2020

Die Krise. Der Tag K2.

Dienstag, 17. März.Tag 2 im Katastrophenmodus.
Der bayerische Ministerpräsident bleibt in Aktion. Um 8 Uhr morgens war er schon beim Rundfunk (BR) im Studio, um live Fragen der Bürger zu beantworten, mittags sah ich zufällig, dass seine Pressekonferenz zusammen mit dem Bundesgesundheitsminister und dem Koalitionspartner in Bayern von den Freien Wählern im TV-Sender n-tv übertragen wurde. Ich habe nicht zugehört, hatte aber den Eindruck, er war die alles bestimmende Hauptperson und die beiden anderen sahen sehr nach Staffage aus. Na ja, über Politiker soll hier nicht viel zu lesen sein.
Ich selbst war auch noch mal raus, weil ab morgen alle Läden außer ... (eine nicht vollständige Aufzählung in Tag K1) zu sind, und ich hatte eine lange Liste angesammelt für Schreibwaren, die ich hier in der Innenstadt nicht mehr bekomme, weil der Laden sich auf nur noch eine Filiale am Stadtrand verkleinert hat. Es war leer dort, ich habe alles bekommen, was auf meinem Zettel stand.
Nachmittags dann Einkauf von Gemüse beim Marktstand des Vertrauens. Es war Betrieb, aber nicht übermäßig viel. Ausverkauft (für heute) waren Zwiebeln, alle Sorten. Die Frühlingszwiebeln, die ich wollte, bekam ich dann am Nachbarstand. Im Drogeriemarkt wird immer noch gehamstert, kein Toilettenpapier in den Regalen.
Gegessen haben wir natürlich auch, gekochtes Kassler mit asiatisch gewürztem Sauerkraut und Kartoffelplätzchen.

Dienstag, 17. März 2020

Die Krise. Der Tag K1.

Montag, 16. März. 
Seit gut einer Woche haben wir in Deutschland eine stark steigende Zahl von Infizierten mit dem Coronavirus, etwas genauer Covid-19 oder Coronavirus SARS-CoV-2. Nachdem dieser Blog für mich zu einem Archiv geworden ist, schreibe ich in den nächsten Tagen hier auf, was sich in meiner Umgebung in diesem Zusammenhang ereignet.
Gestern (16. März) erklärte der bayerische Ministerpräsident für Bayern den Katastrophenfall, daher nenne ich den Tag K1. Er hatte das Wochenende noch abgewartet, am Sonntag waren Kommunalwahlen, die unbedingt stattfinden sollten. In der Folge werden alle Geschäfte außer die zur Grundversorgung (Lebensmittel, Apotheken, Tankstellen, Optiker, Friseure, Wochenmärkte, usw.) ab Mittwoch geschlossen.
Ich war dann zu meinem wöchentlichen Einkauf beim Metzger, und da war schon gehamstert worden. Keine frischen Bratwürste mehr, und das in Franken, Katastrophe! Ich habe mich dann angeschlossen und ein Kilo Hackfleisch mitgenommen, weil wir keine Fleischküchle/Frikadellen/Buletten (you name it) mehr im TK-Vorrat hatten. Jetzt sind sie wieder da.
Das war dann unser Abendessen:
Auf den Straßen war normaler Betrieb, auch viele alte Leute waren unterwegs. Und viele Polizisten in Dreiergruppen zu Fuß, zu welchem Zweck erschloss sich mir nicht. Sonst war alles ziemlich normal, es wird wohl erst nach und nach realisiert, was alles nicht stattfinden wird.
Zu Hause konnte ich dann dem Eichhörnchen zusehen, wie es seine Wintervorräte aufsuchte und verspeiste, das Foto war schon gestern im Blog
Am 16. März 1945 wurde Würzburg innerhalb von 20 Minuten durch einen Bombenangriff völlig zerstört. Das war das Ergebnis:
(Das Bild stammt aus Wikipedia und ist lt. Angabe dort gemeinfrei.)
Es hat Tradition, sich am Abend des 16. März vor dem Dom zu versammeln, dann läuten 20 Minuten lang zu der Zeit, an der 1945 der Angriff stattgefunden hat, alle Glocken der Stadt. In diesem Jahr sind wir nicht hingegangen, das war so gewünscht, die Glocken läuteten trotzdem.

Die neue Verabschiedungsformel lautet ja wohl: Bleibt gesund!

Montag, 16. März 2020

Ganz nah. Schmeckt's?

Wir wohnen im vierten Stock. Trotzdem bekommen wir auf dem Balkon regelmäßig Besuch von Eichhörnchen, die entweder direkt die Außenwand auf ziemlich rauhem Putz hochlaufen oder sich an den Fallrohren der Regenrinnen hochziehen. Im Herbst bringen sie Nüsse mit, die verbuddeln sie in Blumentöpfen. So haben wir inzwischen zwei große Blumenkübel mit Haselnusssträuchern, die auf dem Balkon hinterlassen wurden und dann dort gewachsen sind. In diesem Jahr fanden wir einige angekeimte Walnüsse, sie wurden auf Töpfe verteilt. Doch dann kam heute der "Kontrolleur", buddelte in den Töpfen, machte (natürlich) Sauerei, wurde fündig und mampfte. Es wird also wohl nichts mit dem Walnussbaum auf dem Balkon.
(Ich musste leider durch die geschlossene Balkontür fotografieren, aber wenn ich sie aufgemacht hätte, wäre das Eichhörnchen weg gewesen.)

Donnerstag, 5. März 2020

Rezept. Roter Wintersalat.

Das Foto hatte ich auch schon im monatlichen Essensrückblick, das Rezept stammt von Chili und Ciabata, dort wird der Salat "Middle Eastern Slaw" genannt. Es ist ein Rohkostsalat aus fein geschnittenem Rotkohl, geraspelter Roter Bete, geraspelten Möhren, Zwiebel, Granatapfelkernen in einer Vinaigrette, abgeschmeckt mit Petersilie und Koriander. Alle Zutaten sind im Herbst und Winter gut zu besorgen, daher schnell noch zubereiten, bevor es keine Granatäpfel mehr gibt.

Zutaten (2 Personen):
200 g Rotkohl in sehr feinen Streifen
Salz
75 g Rote Bete, gerieben auf der Rohkostreibe
75 g Möhre, gerieben wie Rote Bete
1 kleine rote Zwiebel in feinen Streifen
1/2 Bio-Zitrone, Schale gerieben und Saft
2 El gehackte Petersilie (glatt)
2 El gehackter Koriander (wer ihn nicht mag, nimmt mehr Petersilie)
4 El Granatapfelkerne

1/2 El Agavendicksaft oder Ahornsirup
1 El Granatapfelbalsam (oder ein milder, fruchtiger Essig)
3 El Olivenöl
Chili gemahlen

Zubereitung:
  1. Rotkohlstreifen kräftig einsalzen, mit den Händen kneten bis er weich wird, 30-60 Minuten ziehen lassen. Ich lasse ihn meist länger ziehen ohne zuvor zu kneten und rühre dafür häufig um. Der Kohl muss Flüssigkeit ziehen. Die Flüssigkeit abgiessen und den Rotkohl kräftig ausdrücken.
  2. Den Rotkohl mit Roter Bete, Möhre, Zwiebel und Zitronenschale in eine Schüssel geben.
  3. Agavendicksaft, Zitronensaft, Essig, Öl, Chili mischen und über das Gemüse geben, unterrühren und etwas ziehen lassen. 
  4. Abschmecken. Granatapfelkerne und die Hälfte der Kräuter untermischen, Salat mit den restlichen Kräutern bestreuen.
Schmeckt super, durch die Zitronen und den Granatapfel sehr frisch. Lohnt sich auszuprobieren.