Donnerstag, 2. April 2020

Die Krise. Der Frühling schleicht sich an.

Donnerstag, 2. April, Tag 18 im Katastrophenmodus.
  • Nachtfrost, Sonne, tagsüber wärmer, wir erwarten erst am Wochende 20 Grad zu überschreiten.
  • Der wöchentliche Einkauf im Supermarkt, er war gut besucht, die Regale voll bzw. an vielen Stellen wurde nachgefüllt. Ich habe nicht kontrolliert, ob Mehl oder Hefe zu bekommen waren. Die einzelnen Kassen sind durch eine Plastikplane abgetrennt, rote Bänder markieren 1,5 Meter Abstand, die eingehalten werden sollen, was geklappt hat. Mehr Leute mit Mundschutz als letzte Woche, das ist das Thema, das jetzt so langsam hoch kocht.
  • Auf dem Weg zum Supermarkt habe ich gesehen, dass die Spargelbuden aufgestellt und bereits geöffnet sind. Die Stände sind über das ganze Stadtgebiet verteilt, sie verkaufen Spargel und später auch Erdbeeren. 
  • Gegessen haben wir die zweite Portion der Conchiglioni, also große Muschelnudeln gefüllt mit Ricotta und Spinat. Sie sind in diesem Blog so oft abgebildet, dass ich mir das Foto schenke. Letzte Abbildung hier [klick].
  • Igor Levit spielte das abendliche Hauskonzert auf Einladung des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue, wir waren gespannt.Er spielte die Waldstein-Sonate von Ludwig van Beethoven (Klaviersonate Nr. 21 op. 53). Link zur Aufzeichnung (fraglich wie lange sie zur Verfügung steht, aber zumindest einige Tage, also schnell [klick]).
  • Bleibt nach Möglichkeit zu Hause und gesund!

#wirbleibenzuhause #stayhome 

Mittwoch, 1. April 2020

Die Krise. Neuer Monat, alles beim Alten.

Mittwoch 1. April, Tag 17 im Katastrophenmodus.
  • Nachtfrost, Sonne, der Wind ist weg, es wird langsam wärmer.
  • Wir haben einen Spaziergang durch den Park mit Einkauf am Markt und Apothekenbesuch verbunden. Immer wieder schön, unser Park, und nur wenig los, auch das ist schön in Zeiten des "social distancing".
Die Bänke im Hofgarten leer.
Sehr geschätzte Aussicht.
  • Je näher wir uns der Innenstadt näherten, desto undisziplinierter verhielten sich die Passanten, es wurde nicht mehr auf Abstand geachtet. An den Marktständen dann wieder Disziplin, Abstand mindestens zwei Meter, es wurde höflich gefragt "stehen Sie hier an?", um auch die richtige Schlange zu erwischen. 
  • An einer Haustür neben einem geschlossenen Fischladen gesehen: 


#wirbleibenzuhause #stayhome 

Dienstag, 31. März 2020

Die Krise. Sonne. Kalt. Nichts los.

Dienstag, 31. März, Tag 16 im Katastrophenmodus.
  • Kein Nachtfrost, trotzdem den ganzen Tag kalt und windig, obwohl meist die Sonne schien.
  • Zwei Mal kurz draußen gewesen, ein Mal, um mir beim Bäcker ein Brötchen zu kaufen, zum zweiten Mal, um einen Brief einzuwerfen. Mein einzelnes Brötchen wird dem Bäcker zwar nicht das wirtschaftliche Überleben sichern, aber wenn mehr Leute so handeln, sollte es klappen. Also: Leute unterstützt euren Einzelhandel vor Ort!
  • Zubereitet habe ich ein Omelett mit Champignons nach einer für mich neuen Methode. Das Omelett wird in dünnen Schichten bei milder Hitze gebraten, die zu einem Halbmond umgeklappt werden. Dann eine neue dünne Schicht in die Pfanne, den Halbmond mit den Spatel anheben, damit das Ei drunter laufen kann. Hat einigermaßen geklappt, sehr gut geschmeckt, mit ein bisschen Übung wird das Ergebnis ansehnlicher werden. 

Montag, 30. März 2020

Die Krise. Kalter Montag.

Montag, 30. März, Tag 15 im Katastrophenmodus.
  • Nach Nachtfrost war es den ganzen Tag kalt und windig, obwohl die Sonne schien, wurde es nicht wärmer. Der Wettermensch am Morgen sagte, wir hätten jetzt die typische Winter-Wetterlage. Und es ist beinahe schon April.
  • Nicht rausgegangen.
  • Die Bäckerei Brandstetter, eine Institution in der Stadt, schließt vorübergehend. Das passt zu den eingeschränkten Öffnungszeiten anderer Bäckereien, die ich bereits am Samstag feststellen musste. Kaufen die Leute nicht mehr beim Bäcker?
    Fast jede(r), die/der (vielleicht auch nur in jungen Jahren) mal eine Nacht durchgemacht hat, hat ab 5 Uhr morgens bei Brandstetter gefrühstückt, das gab es bis zur aktuellen  Ausgangsbeschränkung. Und jetzt ist der Laden zu wegen Umsatzrückgang um 70%.
  • Gegen Mittag kam die (erwartete) Meldung der Bayerischen Staatsregierung, dass die Ausgangsbeschränkungen bis 19. April, also bis zum Ende der Osterferien, verlängert werden. Wir brauchen Geduld. Und weniger Fallzahlen.
  • Sehr oft an einen guten Freund gedacht, der vor genau einem Jahr viel zu früh verstorben ist. 
  • Schon seit einigen Tagen immer wieder überlegt, warum es sich nach einiger Zeit, wenn man wie ich z.B. das abendliche Hauskonzert von Igor Levit anschaut, nicht nur so anfühlt, als sei ich in SEINEM Wohnzimmer, sondern auch, als sei er in MEINEM Wohnzimmer. Durch die Wiederholung jeden Abend, und durch die Musik, die er in mein Wohnzimmer bringt. 
  • Gegessen haben wir den zweiten Teil vom Linseneintopf.

#wirbleibenzuhause #stayhome 

Sonntag, 29. März 2020

Die Krise. Sommerzeit.

Sonntag, 29. März, Tag 14 im Katastrophenmodus.
  • Gestern wunderschöner Frühlingstag, heute Kälteeinbruch, nur 6 Grad, trüb, später wird Regen bzw. Schnee erwartet.
  • Dann das Ereignis, über das ich mich jedes Jahr aufrege, der Beginn der Sommerzeit. Mir als "Eule" fällt die Umstellung jedes Jahr schwer, es dauert mehrere Tage bis sich mein persönlicher Rythmus an die für mich viel zu frühe Zeit angepasst hat. Dazu kommt mein Unverständnis, dass dieser Unsinn nicht schon längst wieder abgeschafft wurde, und noch erschwerend, dass viel zu viele sich dann die Sommerzeit als Normalzeit wünschen. HERR SCHMEISS HIRN RAA! hätten unsere Vorfahren gesagt, und es wäre wirklich nötig. Die Stunde, die man im Sommer bei Licht länger draußen sitzen kann sollte man abwägen gegen die Stunde, die es im Dezember-Januar später hell wird, nämlich erst um 10 Uhr! Bedenken sollte man auch, dass unsere Mitteleuropäische Zeit auf den 15. Längengrad ausgerichtet ist, und fast ganz Deutschland liegt westlich davon, das bedeutet, unsere Zeit ist sowieso früher als es dem Sonnenstand entspricht. 
  • Nicht draußen gewesen.
  • Gestern wurde hier gebacken (nicht von mir!), um alte Weizenkörner aufzubrachen: Schweizer Brot (nach Brotbackbuch Nr. 1 von Lutz Geissler), sehen eher aus wie Brötchen. Ich mag sie wie ein Baguette aufgeschnitten. Und: wir hatten noch Hefe, die aufgebraucht werden musste.
  • Gekocht habe ich Eier in Senfsauce, dazu den Rest Kartoffel-Pastinaken-Stampf, ein Gericht, das ich seit meiner Kindheit nicht mehr gegessen geschweige denn gemacht habe. Gelungen!
  •  Um 19 Uhr wieder Hauskonzert mit Igor Levit. Was er spielen wollte, verriet er erst live. Es waren alles Stücke aus dem 20. Jahrhundert, beginnend mit einer Transskription des Adagietto aus der 5. Sinfonie von Gustav Mahler, dann Billy Joel, dann A Mensch aus Dreams von Frederic Rzewski, und zum Schluss Danny Boy, ein irisches Lied (Der Link unter seinem Namen müsste zur Aufzeichnung führen).
  • Bleibt nach Möglichkeit zu Hause und gesund!

#wirbleibenzuhause #stayhome

Samstag, 28. März 2020

Die Krise. Der Tag K13.

Samstag, 28. März, Tag 13 im Katastrophenmodus.
  • Sonnig und warm, ein schöner Frühlingstag.
  • Nicht draußen gewesen.
  • Die Ausnahmebeschränkungen in Bayern bieten Lebensmittelläden die Möglichkeit, länger zu öffnen. Per Aushang fiel mir gestern auf, dass das Gegenteil eintritt, der Bäcker schließt nun um 15 Uhr und bleibt Samstag zu, der Metzger hat nur bis 16 Uhr geöffnet, das sind Geschäfte in der Innenstadt, die für uns fußläufig erreichbar sind. Ich vermute, dass sie nachmittags kaum mehr Kunden haben, vermutlich kaufen momentan alle am Vormittag, was zu meinen Beobachtungen von Montag und Donnerstag passen würde.
  • Auch die örtliche Gastronomie hat ganz geschlossen, Take-Away-Angebote: Fehlanzeige. Selbst die Gaststätten, die sonst auch ein Angebot zum Abholen haben, also vorbereitet sind, Behältnisse und Gerätschaften im Einsatz haben. Wir hätten ja gerne mal was abgeholt, allein um ein wenig Umsatz zu erzeugen.
  • Gekocht und gegessen haben wir die immer wieder wunderbaren Conchiglioni mit Ricotta und Spinat. Das war sofort beschlossen, als der Gemüsehändler gestern wieder frischen Blattspinat im Angebot hatte. Nur hat der junge Mann, der mich bediente, weniger eingefüllt, als ich wollte, somit gab es auch weniger Muschelnudeln als sonst.
  • Dank Vorankündigung für das Hauskonzert mit Igor Levit am Abend konnte ich mich vorbereiten, er spielte Mozarts Klaviersonate Nr. 17 KV 570.
  • Bleibt nach Möglichkeit zu Hause und gesund!

#wirbleibenzuhause #stayhome

Freitag, 27. März 2020

Die Krise. Der Tag K12.

Freitag, 27. März, Tag 12 im Katastrophenmodus.
  • Wieder sonnig, aber über den Tag viel wärmer, frühlingshaft.
  • Der Marktbesuch am Nachmittag für Äpfel, Eier und Gemüse. An den Ständen klappt es mit dem Abstand halten, auf der Straße eher nicht, die meisten achten nicht auf Entgegenkommende oder gehen von hinten dicht an einem vorbei. 
  • Das schöne Wetter lädt natürlich auch dazu ein rauszugehen, gerade nach einer für die meisten vermutlich nicht so einfachen Woche im Home Office oder mit noch schwierigeren Problemen belastet. 
  • Die abendliche Hausmusik mit Igor Levit kam wieder als Livestream von heidelberger-fruehling.de  es war schwere und lange Kost, alle 24 Präludien und Fugen von Schostakowitsch, angekündigte Dauer zweieinhalb Stunden. Das war mir heute zu anstrengend, ich habe nur eine halbe Stunde zugehört.
  • Gekocht und gegessen haben wir Verheiratete Kartoffeln und ein Steak. Gut war's.
  • Bleibt nach Möglichkeit zu Hause und gesund!

#wirbleibenzuhause #stayhome

Donnerstag, 26. März 2020

Die Krise. Der Tag K11.

Donnerstag, 26. März, Tag 11 im Katastrophenmodus.
  • Bis in den Nachmittag hinein wieder strahlender Sonnenschein, nicht mehr ganz so kalt.
  • Es stand der wöchentliche Einkauf im Supermarkt an, ich war sehr erstaunt, dass er wieder sehr voll war, viele alte und ganz alte Leute, die doch eigentlich zu Hause bleiben sollten. Zudem war es ja Montag schon so voll gewesen, kaufen die Leute jetzt täglich? Ich verstehe es nicht.
  • Es gab Mehl, beim "normalen" Weizenmehl 405 und 550 war das Regal leerer als bei Dinkelmehl bzw. Weizen- und Roggenkörner. Aber es gab Mehl. Überall im Markt wurde fleißig eingeräumt.
  • Vor den Kassen Markierungen mit Klebeband "Bitte 1.50 m Abstand halten", die KassiererInnen durch Plexiglas vorne und hinten abgeschirmt. Ich habe wieder kontaktlos mit Karte bezahlt.
  • In Deutschland steigen die gemeldeten Fallzahlen noch steil an, wir haben noch nicht einmal eine Woche mit Ausgangsbeschränkungen hinter uns gebracht, und es ist schon viel Ungeduld bis hin zur Panik zu spüren. Es wird leider dauern, bis wir "gute Zahlen" lesen und hören werden, also Geduld!
  • Gegessen haben wir den Rest vom Pfannkuchengratin mit einem Chicoree-Salat.
  • Igor Levit spielte am Abend zusammen mit der Cellistin Julia Hagen Brahms Sonate Nr. 1 e-Moll op. 38 für Violoncello und Klavier und Beethoven Sonate Nr. 3 A-Dur op. 69 für Violoncello und Klavier. Die Aufzeichnung unter heidelberger-fruehling.de ist nur 24 Stunden abrufbar, schade. Dann hättet ihr auch sehen können, wie professionell die beiden reagiert haben, als am Cello eine Saite riss: er erzählte einen Witz, sie holte, montierte und stimmte die neue Saite, und beide wiederholten den Satz.
  • Bleibt nach Möglichkeit zu Hause und gesund!

#wirbleibenzuhause #stayhome

Mittwoch, 25. März 2020

Die Krise. Der Tag K10.

Mittwoch, 25. März, Tag 10 im Katastrophemodus.
  • Wieder strahlender Sonnenschein mit kaltem Ostwind. Morgen soll es endlich wärmer werden.
  • Ich bin alleine nur ganz kurz beim Bäcker gewesen, um ein Brötchen zu kaufen, sonst waren wir zu Hause.
  • Gekocht und gegessen haben wir Linsensuppe mit Saitenwürstle, oder wie es hier heißt: Wienerle.
  • Igor Levit hat für heute Abend für sein Hauskonzert Beethoven angekündigt, sofern es eine Sonate sein sollte, bin ich präpariert:

#wirbleibenzuhause #stayhome 

Die Krise. Der Tag K9.

Dienstag, 24. März, Tag 9 im Katastrophenmodus.
  • Wieder strahlender Sonnenschein mit kaltem Ostwind.
  • Den ganzen Tag nicht draußen gewesen, auch nicht zu einem (erlaubten) Spaziergang allein oder zu zweit, daher kann ich auch von draußen nichts berichten.
  • Hier drin geht es gut, wir vertragen uns, für uns ist die Situation "zusammen leben" nicht neu. 
  • Gegessen haben wir Risotto mit gebratenen Champignons und einem Chicoree-Salat.
  • Um 19 Uhr wieder Igor Levit mit seinem Hauskonzert gehört, Klaviermusik von Busoni nach Choralvorspielen von Bach, die Berceuse und Große Fantasische Fantasie. Ich stelle hier mal den Link zum heutigen Hauskonzert ein, ich weiß allerdings nicht, wie lange die Aufzeichnung abrufbar sein wird. Wenn der Link ins Leere führt, sorry!
  • Bleibt nach Möglichkeit zu Hause und gesund!

#wirbleibenzuhause #stayhome