Dienstag, 6. April 2021

Rezept. Ofenkartoffeln mit Spinat-Gorgonzola.

Dies ist ein weiteres Rezept aus dem Kochbuch Simple, das Ende letzten Jahres bei mir eingezogen ist. Momentan gibt es wunderbaren frischen Blattspinat, der zusammen mit Gorgonzola und dem Inneren der Kartoffeln eine schmackhafte Füllung ergibt. Röstet man einige Walnusskerne und gibt sie obenauf, hat man ein vegetarisches Hauptgericht für zwei. Bei uns gab es einige Scheibchen Roastbeef dazu.
Zutaten:
2 große Kartoffeln (~700 g)
25 g Butter
3 El Sahne
60 g Gorgonzola
200 g Spinat (Original: Babyspinat)
Salz
schwarzer Pfeffer
Muskat (nicht im Original, würde ich beim nächsten Mal dazugeben)

Zubereitung:
  1. Backofen auf 220°C Umluft vorheizen.
  2. Die Kartoffeln mehrfach mit dem Messer einstechen. Auf ein Backblech mit Backpapier legen und ca. 1 Stunde im Ofen backen bis sie innen weich sind. 
  3. Aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen, längs halbieren (evtl. eine Zange zu Hilfe nehmen).
  4. Mit Hilfe eines scharfen Löffels das Innere der Kartoffeln in eine Schüssel geben, bei den Schalen ca. 1/2 cm Rand lassen. 
  5. 5 g Butter auf den Kartoffelschalen verteilen, kräftig mit Salz würzen, für 8 Minuten im Ofen überbacken, damit sie knusprig werden.
  6. Für den Spinat in einen Topf Wasser geben, salzen, zum Kochen bringen. Den Spinat hineingeben, 10 (Babyspinat) bis 30 Sekunden (Blattspinat) zusammenfallen lassen. In ein Sieb schütten, kaltes Wasser darübergeben. Abtropfen lassen und so viel Wasser wie möglich herausdrücken. Blattspinat grob durchhacken.
  7. Die Kartoffelmasse entweder mit einer Wiegepresse (wunderbares Küchengerät!) oder einer Gabel zerdrücken. Mit 20 g Butter, Gorgonzola, 1/2 Tl Salz, reichlich Pfeffer und Muskat mischen. Den ausgedrückten, grob gehackten Spinat untermischen. 
  8. Die Masse in die leeren Kartoffelschalen füllen, ca. 15 Minuten im Ofen backen, bis die Füllung oben knusprig und braun ist.
Guten Appetit!
Ofen-TV der gefüllten Kartoffeln:
Durch den Hinweis auf ein Kochbuch und auf die Bezugsquelle der Wiegepresse ist der Beitrag als #Werbung zu kennzeichnen. Ich hatte weder einen Auftrag dazu noch habe ich eine Vergütung o.ä. dafür bekommen, beide - Buch und Küchengerät - sind in meinen Augen super.

Sonntag, 4. April 2021

Die Krise. Sechs Monate.

 
Eine Grafik über sechs Monate, ein halbes Jahr, 182 Tage. Es begann im Oktober 2020 mit einem rasanten Anstieg der Infektionszahlen, und die Politik wartete erstmal ab. Dann kam ein leichter Rückgang, die geringen Einschränkungen wurden als Lockdown Light bezeichnet, die Zahlen gingen ein wenig zurück, um dann - wir hatten Advent, man wollte sich treffen, shoppen - wieder steil anzusteigen. Die etwas schärferen Maßnahmen ab Mitte Dezember hatten erstmal keine Wirkung, der Höhepunkt war genau an Weihnachten. Die Delle danach ist den Feiertagen geschuldet, weniger Arztbesuche, weniger Tests. Im Januar dann weiterer Rückgang, bis im Februar die ansteckendere britische Virusvariante die Oberhand bekam. Anfang März wurde trotzdem gelockert, und siehe da, es steigt wieder an, wir nennen es nun dritte Welle
Zeit für Öffnungen? Die Infektionszahlen sprechen für sich, siehe Grafik.

Mittwoch, 31. März 2021

Essen. Rückblick März.

Wir haben viele altbewährte Rezepte gekocht, doch zwei Neuentdeckungen waren auch dabei.
Geschmorter Chicorée mit Burrata war eine der Neuentdeckungen in diesem Winter, wir haben das mehrfach zubereitet. Das Rezept steht hier [klick!].
Gibts jedes Jahr im Winter mindestens ein Mal, das Kartoffelgulasch nach Österreich Vegetarisch. Das Rezept [klick!]. In diesem Jahr mit Wienerle, also nicht vegetarisch, sondern wienerisch.

Auch Quiche Lorraine macht sich im Winter gut. Das Rezept [klick!]
Der erste Spinat kommt immer zusammen mit Ricotta in Conchiglioni. Das Rezept [klick!]. Sooo gut!
Winterlicher Salat, eine Vielfalt der Aromen. Das Rezept [klick!].
Roastbeef mit geschmorten Zwiebeln und Kartoffelpüree. Diesmal direkt nach dem Originalrezept [klick!], nicht nach der Variation von mir [klick!].

In diesem Beitrag verlinke ich auf einen anderen Blog und nenne ein Kochbuch, daher #Werbung 
#öveg

Sonntag, 28. März 2021

Die Krise. Politiker im Chaos.

  • Die Woche startete chaotisch. Am Montag tagten die Ministerpräsident:innen mit der Kanzlerin, und es hatte sich vorher schon abgezeichnet, dass es Streit geben würde. Die Infektionszahlen sind schlecht, die dritte Welle hat deutlich Fahrt aufgenommen, aber die Politiker:innen denken lieber über Lockerungen nach. Sie tagten bis weit in die Nacht, und in der Nacht einigte man sich auf den Vorschlag der Kanzlerin, über Ostern für fünf Tage Ruhe einkehren zu lassen. Dazu schufen sie den Begriff des Ruhetags für Gründonnerstag und Karsamstag, gedacht war an eine Art Feiertag - arbeitsfreier Tag mit geschlossenen Läden.
    Dienstag früh verkündet (die Pressekonferenz war nachts um halb drei), Mittwoch wieder zurück genommen, weil rechtlich nicht zu realisieren. Außerdem hatte die Industrie heftig protestiert, weil das für sie so kurzfristig nicht umsetzbar sei. Auch stellte sich die Frage, wer "arbeitsfrei" bezahlt.
    Die Kanzlerin nahm die alleinige Schuld auf sich, was ihr zumindest Respekt einbrachte.
  • Einmal mehr wurde deutlich, dass die meisten Politiker:innen nicht an sachgerechten Maßnahmen interessiert sind, auch können sie offensichtlich weder Voraussetzungen noch Auswirkungen ihrer Vorschläge absehen. Es ist erschreckend. 
  • Die Kirchen wurden GEBETEN, die Gottesdienste über Ostern virtuell anzubieten. Die Reaktion ist auch erschreckend: auf keinen Fall, kommt nicht in Frage, es ist ja schließlich Ostern! Nach über einem Jahr Pandemie glauben sie immer noch, man könne mit dem Virus verhandeln.
  • Über den Modellversuch in Tübingen mit Geschäftsöffnungen bei gleichzeitigen kostenlosen Schnelltests hatte ich bereits berichtet [klick!]. Nun wollen viele Modellstadt werden, auch in Bayern. Allerdings hat Bayern da wohl was missverstanden. Im Gespräch sind nur Städte, die eine Inzidenz von über 100 haben, Tübingen hat seit Wochen stabil UNTER 35. Es ist ein Versuch, das Leben in einer Stadt wieder zu normalisieren, ohne dass die Inzidenz wieder steigt. Es ist nicht dazu gedacht, die Inzidenzen zu senken, dazu muss man Kontakte so weit es irgend möglich ist beschränken. 
  • Tübingen wird förmlich überrannt, aus ganz Süddeutschland kommen Besucher. Die Stadt forderte Auswärtige auf, zu Hause zu bleiben und NICHT nach Tübingen zu kommen. Die Zahl der kostenlosen Schnelltests zum Erhalt eines Tagestickets wird für Auswärtige am Wochenende auf 3.000 beschränkt. 
  • Der Modellversuch soll bis 18. April weiter laufen, die Inzidenz ist jetzt, etwa 10 Tage nach Beginn, weiter unter 35.
  • Zum Abschluss noch die Inzidenzgrafik, sie zeigt rot, roter, ... Die Grafik wurde abgerufen von der Seite https://npgeo-corona-npgeo-de.hub.arcgis.com/ am 28.03.2021.
7-Tage-Inzidenz/100.000 Einwohner Stand 28.03.2021

 

Samstag, 27. März 2021

Rezept. Winterlicher Salat.

Über einige Blog-Umwege (Empfehlung gelesen, Ursprungsblog genannt, dort gesucht und gefunden) bin ich auf das Rezept für diesen Salat [klick!] gestoßen, das Rezept wurde bereits 2009 veröffentlicht, und bevor die Saison dafür ganz beendet ist, möchte ich es in meiner leicht abgewandelten Version noch veröffentlichen.
Es ist ein fruchtig-leichter Salat mit leicht bitteren Komponenten, und die Vielfalt der Zutaten ist Programm. Dazu eine Sauce aus körnigem Senf, Condimiento Bianco und Olivenöl mit Süße aus kleingehackten Datteln, wunderbar frisch und geschmackvoll zugleich. Im Originalrezept wird noch Honig und mehr Orangensaft verwendet, ich fand die Mischung hier süß genug.
Die genannten Mengen reichen für zwei als Vorspeise oder für Wenigesser auch als Hauptgang.
Zutaten:
1 Handvoll Feldsalat
1/2 - 1/3 Fenchelknolle mit Grün
1 kleine Chicorée
3 Datteln
1/2 rosa Grapefruit
1 Orange (Bio!)
1/2 Zitrone (auch Bio)
1 kleine Hass-Avocado
2 El Schnittlauch
2 El Mandelstifte (ich hatte ganze geröstete Mandeln, habe sie ganz gelassen, war gut)

1 El Condimiento Bianco ("weißer Balsamico")
1 El grober Senf aus ganzen Körnern
Salz, schwarzer Pfeffer
3 El Olivenöl

Zubereitung:
  1. Feldsalat waschen, putzen, trocknen lassen oder schleudern.
  2. Vom Fenchel den Strunk herausschneiden, in sehr dünne Scheiben schneiden, Fenchelgrün fein hacken.
  3. Chicorée waschen, die Blätter einzeln abbrechen.
  4. Datteln längs halbieren, Kern entfernen, klein schneiden.
  5. Von der Orange und Zitrone die Schale abreiben.
  6. Grapefruit und Orange schälen, das Weiße entfernen, in Stücke teilen, den Saft auffangen.
  7. Mandeln in einer Pfanne ohne Fett leicht anrösten.
  8. Avocado halbieren, den Kern entfernen, in Spalten schneiden.
  9. Schnittlauch in Röllchen schneiden.
  10. Den Salat auf Tellern anrichten, unten die Chicoréeblätter, dann Fenchelscheiben, Orangen- und Grapefruitstücke, Avocadospalten. Schnittlauchröllchen und Fenchelgrün drüberstreuen, zum Schluß oben mit dem Feldsalat abschließen.
  11. Für das Dressing 1/2 Zitrone auspressen, mit Orangen- und Grapefruitsaft und -abrieb mischen, Datteln, Senf, Essig, Salz, Pfeffer zugeben und mit dem Olivenöl zu einer Vinaigrette aufschlagen. Das Dressing über den Salat träufeln, und die Mandeln drüberstreuen.
Hat man sich durch den Feldsalat gegessen, sieht man die anderen Komponenten besser. Guten Appetit!

Freitag, 26. März 2021

Ganz nah. Erwischt.

Unser täglicher Besucher. Niedlich, putzig, fix. Hat sich in der Anlage eingerichtet, macht aber auch ganz schön viel Dreck, weil er alle Blumentöpfe durchwühlt und die Erde nach außen schaufelt.

Dienstag, 23. März 2021

Wie ich zum bloggen kam.

Diesmal fragt Joël vom Blog joel.lu "Warum bloggst du und wie hat das damals bei dir alles angefangen?". Die Frage habe ich bereits 2019 [klick] beantwortet. Viel geändert hat sich seitdem nicht. 
Es begann 2005, völlig ungeplant. Wir waren in Urlaub und Freunde zu Hause warteten auf Berichte über unseren Aufenthalt im schönen Südtirol, die ich mehr oder weniger regelmäßig per E-Mail vom Gästecomputer im Untergeschoss des Hotels schickte. Das wäre überhaupt mal einen Beitrag wert, von welchen Geräten und unter welchen Umständen der Blog im Lauf der Jahre gefüttert wurde, da hätte ich einiges zu erzählen. Also der Anfang war an einem PC mit sehr mäßiger Internetverbindung, und jede Minute kostete Geld. Ich arbeitete damals für eine große IT-Firma und hatte Blogs flüchtig kennen gelernt. Einige unserer Chefs bloggten, es sollte aussehen wie privat, aber es war natürlich beruflich.
Meine Idee war nun, die Urlaubserlebnisse in einen Blog zu schreiben und unseren Freunden die Blog-Adresse per E-Mail mitzuteilen, dann könnten sie ja selbst lesen. Ich suchte kurz nach einer Möglichkeit zu bloggen (jede Minute kostete!) und fand Blogger. Und da bin ich heute noch, weil ich nicht so richtig weiß, wie ich den Blog nach Wordpress migrieren kann, so dass hinterher alle Links wie vorher funktionieren. Aber ich schweife ab.
Mein Blog war also zuerst ein Urlaubsblog, ein Gelegenheits-Tagebuchblog, denn meine Ansicht zu dem, was ich von meinem Leben öffentlich machen möchte, ist relativ eng, und das hat sich mit den Jahren auch kaum verändert. Neben den Reisen gab es Berichte von Konzerten und sonstigen Erlebnissen und irgendwann 2009 glaube ich, fing ich an, Rezepte zu notieren. Aus dieser wilden Mischung entstand irgendwann einmal der Blogtitel "Kraut und Rüben".
Mein Blog ist in erster Linie meine private Angelegenheit, ich will nichts verkaufen, ich mache keine Werbung, auch nicht für mein Blog, ich werde in meinem Leben keine Influencerin mehr. Wofür?
Meine Freunde können meinen Blog gerne lesen und an meinen Erlebnissen teilnehmen, und ich freue mich sehr, dass inzwischen auch eine zwar kleine, aber für mich schon stattliche Zahl an Leser:innen das liest, was ich so schreibe. 
Seit einem Jahr spielt leider die Corona-Pandemie die Hauptrolle in meinem Blog. Zuerst dachte ich ja, dass der ganze Spuk nach zwei Wochen vorbei sein würde, aber da hatte ich mich gründlich getäuscht. Zuerst bloggte ich täglich, dann wöchentlich, und einerseits möchte ich gerne damit aufhören, aber mein persönliches Archiv, dieser Blog nämlich, sollte aufnehmen, was alles so geschieht, beschlossen und nicht eingehalten wird.
Noch macht mir bloggen Spaß, und am meisten schätze ich den Blog als mein persönliches Archiv.


Sonntag, 21. März 2021

Die Krise. Impfchaos und Einjähriges.

  • Am Montag, 15. März, gab die Bundesregierung am Nachmittag bekannt, dass die Impfungen mit AstraZeneca vorerst ausgesetzt werden, es müssen erst weitere Untersuchungen abgewartet werden. Grund sind zunehmende Berichte über Thrombosen bzw. Embolien nach Imfungen mit AstraZeneca. 
  • Viele Tausend Impftermine der nächsten Tage wurden daraufhin abgesagt. Die von allen lautstark vorgetragenen Meinungen gehen weit auseinander, die einen wollen, dass angesichts der dritten Welle weitergeimpft wird, weil das Thromboserisiko nur gering sei, die anderen mahnen zur Vorsicht.
  • Am Donnerstag kam dann die Entwarnung von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA). Zwar kann es zu Thrombosen kommen, die Wahrscheinlichkeit ist aber viel geringer als eine Corona-Infektion und daraus resultierende Thrombosen. Außerdem betrifft die spezielle Thrombosenart bevorzugt jüngere Frauen. So hat sich das AstraZeneca-Präparat vom Impfstoff nur für unter 65-Jährige zum Impfstoff bevorzugt für Ältere entwickelt.
  • Am Freitag dann der "Impfgipfel" der Kanzlerin mit den Ministerpräsident:innen. Heraus kam ein Mäuschen. Im April werden 15 Millionen Impfdosen erwartet, die meisten kommen in die Impfzentren. Die Hausärzte können ab 6. April auch impfen, sie erhalten 20 Impfdosen pro Woche. So viel immerhin.
  • Die Stadt Tübingen am Neckar ist seit Dienstag Modellstadt für Corona-Lockerungen. Tübingen hat bereits seit Oktober 2020, als sich Schnelltests als zusätzliche Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie abzeichneten, sehr aktiv den Einsatz dieser Tests voran getrieben. So konnten sich vor und über die Weihnachtsfeiertage Besucher der Alten- und Pflegeheime VORHER kostenfrei auf dem Tübinger Marktplatz testen lassen. Bis letzte Woche gab es drei Teststellen in der Tübinger Innenstadt, seit Dienstag sind es sechs. Alle Besucher der Tübinger Innenstadt, ob von auswärts oder ob Tübinger Bürger, sollen sich dort testen lassen (wieder kostenfrei) und können mit (negativem) Schnelltest dann Läden, Theater, Kinos, Bibliotheken und Museen besuchen. Außerdem ist die Außengastronomie geöffnet. Es handelt sich um ein wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt, das mindestens drei Wochen dauern wird.
    Leider stieg auch in Tübingen in dieser Woche die Inzidenz von unter 40 auf über 60.
  • Am 16. März 1945 wurde Würzburg durch einen Bombenangriff innerhalb von 20 Minuten zu 90% zerstört. Als Gedenken an diese Katastrophe läuten jedes Jahr ALLE Kirchenglocken zur Zeit des Angriffs (21:20 bis 21:40). Es war nun schon das zweite Mal, dass wir nicht beim Dom standen, sondern pandemie-bedingt nur auf dem Balkon zuhörten.
  • Nun haben wir ein Jahr Pandemie, am 16. März vor einem Jahr schrieb ich den ersten Blogbeitrag dazu. Damals dachte ich, dass der ganze Spuk in wenigen Wochen vorbei sein würde. So irrt man sich. Auch gefällt mir nicht, dass in diesem Blog fast nur noch über Corona und Inzidenzen zu lesen ist. Aber, einerseits erlebt man als eher vorsichtiger Mensch seit Monaten fast nichts, andererseits will ich diese Zeit dokumentieren, denn wenige Monate nach Ende der Pandemie (irgendwann wird das tatsächlich eintreten, davon bin ich überzeugt) werden wir uns an nichts mehr erinnern. Und dann möchte ich nachlesen können.
  • Die Karte mit den Inzidenzen ist wieder ordentlich rot geworden, sogar lila ist wieder dabei (lila = Inzidenz >500). Die Grafik wurde abgerufen von der Seite https://npgeo-corona-npgeo-de.hub.arcgis.com/ am 21.03.2021.
  • 7-Tage-Inzidenz/100.000 Einwohner Stand 21.03.2021

Sonntag, 14. März 2021

Die Krise. Wir sind zu langsam.

  • Wir sind zu langsam, das Virus hat uns zuerst eingeholt und jetzt überholt, es nimmt wieder richtig Fahrt auf. 
  • Wir sind zu langsam beim Testen, wir haben noch kein Konzept entwickelt, wie wir mit den Möglichkeiten, die Schnelltests bieten, die Infektionszahlen drücken und gleichzeitig vorsichtig öffnen können. 
  • Wir sind zu langsam beim Impfen. Nachdem wir in den vergangenen Wochen immer auf das zweite Quartal vertröstet wurden, da würde ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen, kommen nun schon die ersten Korrekturen der Lieferzusagen. AstraZeneca ist dabei, und auch der erst in dieser Woche zugelassene Impfstoff von Johnson&Johnson. 
  • Wir sind auch zu langsam, weil wir die Prozesse rund um Tests und Impfen nicht in den Griff bekommen. Baden-Württemberg hat auf eine telefonische Anmeldung gesetzt, aber man kommt nicht durch. Bayern hat auf eine Internet-Registrierung gesetzt, aber auch hier Überlastung und schlecht designte Programmierung. So hat es Wochen gedauert, bis man Personen ohne Internetzugang und E-Mail-Adresse über die eigene E-Mail mit anmelden konnte (das sind meist Ältere, Eltern, Großeltern, oder Nachbarn). Auch habe ich schon gehört, dass man sich wieder neu bei der Impfzentrum-Software registrieren muss, wenn ein bereits vergebener Impftermin abgesagt wurde, weil der für die Woche zugesagte Impfstoff nicht im Impfzentrum eingetroffen ist.
  • Die Haus- und Betriebsärzte sind bereit zu impfen, zuerst hieß es Anfang April, dann Mitte April, nun wird schon von Mai gesprochen. Wir sind zu langsam.
  • Momentan scheint sehr viel an zu geringer Impfstoff-Produktion zu liegen.
  • Aber unsere Bürokratie sieht bereits Schwierigkeiten, Impfstoff zu den Hausärzten zu bringen, wenn es denn genügend geben sollte. WIE BITTE? Ein Teil unserer Industrie produziert seit Jahrzehnten just in time und da sieht man Verteilprobleme????? Bürokraten, die ihr (zumindest seit langem) endlich mal was Richtiges auf die Reihe kriegen sollt, lasst da lieber Fachleute ran. Wir haben solche in Deutschland, und davon reichlich. Die Bürokratie kann das nicht, also fangt schon mal mit dem Organisieren an, und nicht erst, wenn es wieder zu spät ist. Wir sind zu langsam, und es ist zum Heulen.
  • Wir in Würzburg sind jetzt nach über einem Monat mit Inzidenzen unter 50 in dieser Woche seit Mittwoch dauerhaft über 50 und die neu gewonnenen Freiheiten müssen schon wieder zurück genommen werden. Was gilt, ist in der Tabelle ganz oben dargestellt, die bayerische Umsetzung der Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz, vor einer Woche hier gezeigt. 
  • Es ist momentan sehr schwierig, gelassen zu bleiben.

Freitag, 12. März 2021

#12von12. März 2021.

Lange war ich bei den #12von12 nicht mehr dabei, und Schuld war nicht nur die ziemliche Ereignislosigkeit durch die Pandemie. Ich war ziemlich frustriert, dass ich meinen Blog nicht mehr bei Draußen nur Kännchen eintragen konnte, die jeden Monat die Beiträge von #12von12 in einer Link-Liste sammelt. So kann man andere Blogs finden, die bei #12von12 mitmachen und Neues entdecken. Nun habe ich einen Tipp bekommen, woran das liegen könnte, und das will ich heute ausprobieren.
[Edit: es hat geklappt, damit ganz herzlichen Dank an Joël vom Blog JOEL.LU, der den entscheidenden Tipp gab, dass bei "Mister Linky" keine Sonderzeichen eingegeben werden dürfen, auch nicht beim Namen, sonst erscheint eine Leerzeile]
Schön war auch, dass ich genau heute am zwölften einen Termin im benachbarten Städtchen hatte, und so stammen meine zwölf Bilder in diesem Monat von diesem Besuch.
Beeindruckend lange Schlange vor einer Metzgerei.
Fingerhutsammlung (oben) und historische Nähmaschinen (unten) bei einer Schneiderei.
Immer wieder bin ich von den Hochwassermarkierungen an alten Stadttoren oder wie hier an Resten der alten Stadtmauer beeindruckt. Die beiden obersten sind von 1784 und 1845, beide über drei Meter hoch.
Im Städtchen hält man jedoch nichts von einer autofreien Innenstadt. Die Zufahrt ist nicht einfach zu finden, aber die Einheimischen kennen sich natürlich aus. Dauernd kommen Autos durch die Gassen gefahren.
 
 
Weitere #12von12 vom März findet ihr bei Draußen nur Kännchen. Wie #12von12 funktioniert, lest ihr hier.