Sonntag, 17. Januar 2021

Die Krise. Holpriger Impfstart.

7-Tage-Inzidenz/100.000 Einwohner Stand 17.01.2021
  • Die Grafik oben wurde abgerufen von der Seite https://npgeo-corona-npgeo-de.hub.arcgis.com/ am 17.01.2021.
  • Die ersten Menschen wurden in Deutschland medienwirksam am 27. Dezember geimpft. Die großen Impfzentren sind seit 2. Januar einsatzbereit, doch es wird dort kaum geimpft, weil kein Impfstoff ankommt. 
  • Der zweite zugelassene Impfstoff (US-Firma Moderna) ist nun auch hier verfügbar, bestellt ist mehr als genug, aber offenbar kommen die vorher zugeteilten Mengen nicht zuverlässig an. 
  • Auch die Reservierung klappt nicht, die Telefonleitungen sind völlig überlastet, die Termine zur Reservierung per Internet sind nicht freigeschaltet, die Reservierungssoftware hat Macken.
  • Die beiden hiesigen Impfzentren (für Stadt und Landkreis) pausieren bis nächste Woche, bis hoffentlich wieder Impfstoff angekommen ist. 
  • Eine Beurteilung, der ich voll zustimme, habe ich in einem anderen Blog gelesen:

    "das ist sicherlich wie bei jedem Großprojekt: Anfangs holpert und stolpert es, es fehlt an Ressourcen und an Struktur, aber ab einem bestimmten Punkt steigt die Effizienz sehr rasch."

  • Neben der Diskussion über viel zu wenig Impfstoff bestellt, die ja seit Impfstart läuft, haben sich weitere Themen entwickelt, für die momentan der völlig falsche Zeitpunkt ist. Einmal geht es um Zwangsimpfungen, ob für alle oder für bestimmte Berufs- oder Altersgruppen, zum anderen um Privilegien für Geimpfte bzw. Nachteile für Nicht-Geimpfte. Beide Themen kann man m.E. frühestens aufgreifen, wenn genügend Impfstoff für alle verfügbar ist und auch genügend Personal, das impfen kann. Wir müssen auch noch mehr Erfahrungen mit den Impfstoffen sammeln, erkennen, wie lange sie wirksam sind, ob sie gegen mutierte Viren genauso wirken, welche Nebenwirkungen auftreten. Wir sind erst am Anfang eines noch langen Weges.
  • Wir leben ja im Bundesland Bayern, und Bayern wählt gerne eigene, andere Wege. So muss ab nächsten Montag im ÖPNV und im Einzelhandel eine FFP2-Maske getragen werden. Bereits EINE Stunde nach Ankündigung waren diese Masken in einer hiesigen Apotheke um einen Euro teurer. Für Bedürftige sollen 2,5 Millionen FFP2-Masken bereitgestellt werden, wann? Kostenfrei oder vergünstigt?
  • Die öffentlichen Diskussionen über einen richtigen Lockdown sind wieder aufgeflammt, die Vorschläge und Gegenvorschläge kommen aus allen Richtungen. Kakophonie allenthalben. Bisher sind jedoch keine inzidenzabhängigen Maßnahmen im Gespräch, wie ich sie für sinnvoll halte. 
  • Entgegen meinen Befürchtugen sind die Inzidenzzahlen in dieser Woche leicht zurückgegangen, ähnlich dem leichten Rückgang Ende November. Nun sollten wir alle daran arbeiten, dass der Rückgang sich beschleunigt. 

Es gilt weiterhin: zu Hause bleiben, gesund bleiben, wir schaffen das! 

Sonntag, 10. Januar 2021

Die Krise. Verschärfte Beschränkungen.

7-Tage-Inzidenz/100.000 Einwohner Stand 10.01.2021
  • Die Grafik oben wurde abgerufen von der Seite https://npgeo-corona-npgeo-de.hub.arcgis.com/ am 10.01.2021.
  • Am 5. Januar tagten die Ministerpräsident:innen und die Kanzlerin und beschlossen, was einige von ihnen schon in den Tagen davor in den Medien hatten durchklingen lassen: die Beschränkungen werden bis Ende Januar verlängert und teilweise verschärft, so darf sich ein Haushalt nur noch mit einer weiteren Person treffen.
  • In Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 200 wird die private Bewegungsfreiheit eingeschränkt auf einen Radius von 15 Kilometer um die eigene Wohnung. Das kommt in Baden-Württemberg gleich nicht zur Anwendung, obwohl es (Stand 6.1.) nur zwei Landkreise betroffen hätte. Ende der Woche lagen alle Landkreise in Baden-Württemberg unter der Marke von 200.
  • Im Vorfeld diskutiert wurde auch über Konzepte für Schulen abhängig von den 7-Tage-Inzidenzen, z.B. bis 50 Präsenzunterricht, ab 50 Wechselunterricht / Teilung der Klassen, ab 100 Fernunterricht. Es kommt bisher nicht zur Anwendung. 
  • Ich halte weitere Lockerungen bzw. Einschränkungen in Abhängigkeit der 7-Tage-Inzidenz für gut, hier könnte ich mir vorstellen, dass bei Werten unter 100 z.B. die Friseure und Blumenläden wieder öffnen könnten, bei Werten unter 50 z.B. die Außengastronomie, die Schwimmbäder, die Sportplätze für Sportarten mit Abstand, usw. Vielleicht würde das einzelne etwas mehr ermuntern, sich an die Beschränkungen zu halten, weil ja damit etwas später Lockerungen erlaubt würden.
  • Die Infektionszahlen gingen Anfang der Woche noch weiter zurück, aber das lag wohl immer noch am Test- und Meldeverzug durch die vielen Feiertage. Ende der Woche stiegen sie wieder an, jetzt können wir die Auswirkungen der Weihnachtsfeiertage in den Statistiken sehen.
  • Unerträglich hoch finde ich die Zahl der Toten durch Corona, momentan JEDEN TAG ÜBER TAUSEND. Über 1000! Und niemand scheint sich darüber aufzuregen. Ich hätte erwartet, dass viel früher ein Aufschrei durch die Bevölkerung gehen würde, vielleicht bei 50 Todesfällen täglich. Der Mehrheit unserer Gesellschaft scheint dies völlig egal zu sein. Wenn man die öffentliche Aufmerksamkeit bei einem Flugzeugabsturz mit z.B. 200 Toten in Betracht zieht, warum geschieht nichts ähnliches bei über tausend Corona-Toten TÄGLICH?
  • Bereits letzte Woche hatte die Corona-Warn-App ein Update erhalten, nun kann man auch ein Kontakttagebuch führen. Die Umsetzung kommt mir allerdings so vor, als hätte jemand, der gerade einen Anfänger-Programmierkurs besucht hat, die Tagebuchfunktion programmiert. Man kann zwar Personen eintragen, die man getroffen hat, und Orte, an denen man war, aber nicht gemeinsam Person X an Ort Y. Und schon gar nicht, wann oder wie lange. Außerdem werden die Einträge alphabetisch sortiert angezeigt, so dass man keine Reihenfolge herstellen kann. 
  • Mitte der Woche wurde ein weiterer Impfstoff (Moderna) für die EU zugelassen, erste Lieferungen werden kommenden Dienstag in Deutschland erwartet.
  • Der Impfstoff ist noch Mangelware, es ist inzwischen klar, dass mehr als genug bestellt wurde, er ist nur momentan noch nicht in der gewünschten Menge lieferbar. Ende der Woche sind über 500.000 Menschen in Deutschland geimpft, meldet das Robert-Koch-Institut.

Es gilt weiterhin: zu Hause bleiben, gesund bleiben, wir schaffen das, auch wenn es lange dauert!

Montag, 4. Januar 2021

Fotos. Rückblick auf 2020 in Bildern.

In einem mir bisher nicht bekannten Blog wird zu einem Fotorückblick des Jahres aufgerufen ([klick] zur Anzeige der Spielregel). Ich habe ein wenig in meinen Bildern des Jahres geblättert und habe nun Lust mitzumachen. 

Januar

Wir waren im Januar zu einem Kurzbesuch in meiner alten Heimat Stuttgart, hier der Schlossgarten mit der Oper und der Schillerplatz.Großes Haus
Schillerplatz

Februar 

Ende des Monats machten wir die letzte Kurzreise des Jahres, die Faschingsauszeit verbrachten wir im Schwarzwald. Wir lasen von schlimmen Zuständen in Wuhan (China), von ersten vereinzelten Infektionen mit dem neuen Corona-Virus in Bayern, dann fing das Virus an sich in Italien unkontrolliert auszubreiten. Und unsere Mitbürger aus Süddeutschland tummelten sich in den Faschingsferien auf den Pisten und brachten das Virus mit. 
Wir genossen schon Sonne und Frühlingsblümchen.

Teich
Frühblüher

März

Corona war mitten unter uns. Die Läden mussten schließen, offen bleiben durften nur die mit Lebensmitteln, Drogerien, Apotheken. Die Stadt war leer. Ich begann täglich über die Krise zu bloggen.
Gekocht wurde jetzt täglich, die Restaurants hatten geschlossen.

April 

Die ersten Masken hielten bei uns Einzug, genäht von einer lieben Freundin, zu kaufen gab es keine.
Der Main, ein Stück flussaufwärts.

Mai 

Alte Mainbrücke Es begann ein Sommer mit Treffen draußen, und wir alle waren sooo froh, einander wieder persönlich sehen zu können. Wir hatten ein Stück normales Leben zurück. Wir blieben jedoch zu Hause, gingen viel spazieren und machten kleine Ausflüge in die Umgebung.

Juni

Höhepunkt war ein Konzert im Hof unserer Wohnanlage, fast alle Balkone waren mit Zuhörer:innen besetzt, wir hatten Freunde eingeladen.

Juli

Karlstadt, etwa 30 Kilometer mainabwärts gelegen.

Marktplatz Marktplatz

August

Es war zu heiß für Ausflüge. Sommerküche.

September

Immer noch Sommer.

Oktober

Im Park sind wieder Bäume wegen der großen Trockenheit abgestorben und mussten gefällt werden.
Es wurde Herbst.

November

Bei Sonne hatten wir einen neuen Ort für Spaziergänge für uns entdeckt, hoch über Würzburg.

Dezember

Der tägliche Blick auf die Infektionszahlen und die Sorge, weil sie einfach nicht runtergehen, bestimmte mehr und mehr die Tage.
Und kochen jeden Tag.

Sonntag, 3. Januar 2021

Die Krise. Erste Impfungen.

7-Tage-Inzidenz/100.000 Einwohner Stand 3.01.2021
  • Die Grafik oben wurde abgerufen von der Seite https://npgeo-corona-npgeo-de.hub.arcgis.com/ am 3.01.2021.
  • Seit 27. Dezember 2020 wird geimpft, hauptsächlich durch mobile Impfteams, die zu den Pflegeheimen fahren und Bewohner und Pflegekräfte impfen. Die Impfung ist freiwillig.
  • Doch der Impfstoff ist noch knapp, und schon beginnt die Kakophonie. Die einen behaupten, dass viel zu wenig bestellt wurde, die anderen fordern, dass der deutsche Impfstoff vorrangig in Deutschland ausgeliefert werden soll, wieder andere verlangen, dass der Impfstoff auch in Lizenz (notfalls per Anordnung) produziert werden soll, ohne geprüft zu haben, ob das überhaupt möglich ist, ob genügend Rohmaterial verfügbar ist, usw.
  • Die erste Forderung nach einer vorrangigen Impfung von Politikern ist auch schon da, während z.B. die Kanzlerin und der baden-württembergische Ministerpräsident unabhängig voneinander gesagt haben, dass sie sich impfen lassen, wenn sie per Altersgruppe dran sind.
  • Die Infektionszahlen sind etwas zurückgegangen, aber das liegt wohl an den vielen Feiertagen, an denen weniger getestet und noch weniger gemeldet wird. 
  • Die Intensivstationen sind voll, und das Personal in den Kliniken arbeitet seit Wochen über dem Limit. 
  • Ich rechne nächste und übernächste Woche mit einem starken Anstieg der Infektionszahlen, dann kommen nach und nach die Meldungen rein, und wir werden zu spüren bekommen, wie viele sich über Weihnachten bei den Besuchen angesteckt haben.

Bleibt zu Hause, bleibt gesund, haltet durch! 

Mittwoch, 30. Dezember 2020

Essen. Rückblick Dezember.

Neu zubereitet im Dezember habe ich nur ein Rezept, den Mangoldkuchen aus meinem derzeitigen Lieblingskochbuch*. Inzwischen bin ich vor allem mit den Gemüserezepten so ziemlich durch und sehr beeindruckt wie gut Gemüse doch schmecken kann. Diesmal war es ein Mangoldkuchen.
Immer wieder mit Erinnerungen an die Kindheit verbunden ist ein Gericht aus dieser Zeit, Nudelauflauf mit Schinken, dazu Tomatensauce.
Bei Durchsicht der im Blog aufgeschriebenen Rezepte fiel mir auf, dass in diesem Jahr Mangold die Entdeckung für uns war. Wir hatten im Sommer Mangold mit Büffelmozzarella
und eine Pastasauce aus Mangold mit Ricotta,
nun im Herbst den leckeren Mangoldkuchen, siehe Foto ganz oben. Ich hatte zwar bereits früher Mangold verwendet, aber er schmeckte immer ein wenig fad, nun erst habe ich die richtigen Zutaten (Knoblauch, ein wenig Tomatensugo) verwendet, außerdem braucht er ein wenig Zeit zum Garen.

Ein weiteres neues Rezept hat mich in diesem Jahr sehr beeindruckt, der winterlichen Salat aus Rothkohl, roter Bete, Möhre und Granatapfelkernen.

Ich wünsche allen Leser:innen dieses Blog einen ruhigen und friedlichen Jahreswechsel, ein weniger herausfordendes Jahr 2021, beste Gesundheit, und immer ein glückliches Händchen beim Kochen!

Dieser Beitrag enthält #Werbung (ohne Auftrag, ohne Vergütung), da ein Buch genannt wurde.

*Claudio Del Principe. al forno. AT Verlag Aarau und München. 2018.

Sonntag, 27. Dezember 2020

Die Krise. Erster Impfstoff zugelassen.

7-Tage-Inzidenz/100.000 Einwohner Stand 27.12.2020
  • Die Grafik oben wurde abgerufen von der Seite https://npgeo-corona-npgeo-de.hub.arcgis.com/ am 27.12.2020.
  • Weiter neue Höchststände bei Infizierten und Todesfällen. Inzwischen stecken sich in Deutschland jeden Tag über 25.000 Personen neu mit Covid-19 an. 
  • Am Montag wurde der erste Impfstoff von der europäischen Arzneimittelbehörde freigegeben und noch am gleichen Tag von der EU-Kommission für die EU-Staaten zugelassen. Nun wird er in die Impfzentren transportiert, am Sonntag den 27. Dezember sollen die ersten Leute geimpft werden.
  • Am vergangenen Wochenende wurde bekannt, dass in Großbritannien eine Mutation des Virus grassiert, die bei weitem ansteckender ist als die bisherigen. Daraufhin wurden die Grenzen nach Großbritannien geschlossen, auch für den Warenverkehr. Das Chaos auf der Insel ist unbeschreiblich, tausende von Lastwagen sitzen fest. Dienstag Abend hat man sich geeinigt, dass Fahrer mit negativem Test aufs Festland übersetzen können, aber es dauerte Tage bis der Stau sich aufgelöst hatte, die Fahrer saßen die ganzen Weihnachtstage fest. 
  • In unserer Wohnanlage konnte ich beobachten, dass genau so viele Leute über die Weihnachtstage verreist sind wie in anderen Jahren auch. Die genehmigten Ausnahmen werden offenbar voll ausgeschöpft bzw. sogar übertreten. Ähnliches haben wir am Telefon von der erweiterten Verwandschaft vernommen, Motto: das merkt doch keiner.
  • Noch einmal zu den Infektionszahlen: über Weihnachten sind sie zurückgegangen, weil viele Gesundheitsämter keine Meldungen an das Robert-Koch-Institut durchgeben. Nächste Woche werden die Zahlen dann nachgereicht, ich erwarte neue Höchststände.

Bleibt zu Hause und bleibt gesund! 

Freitag, 25. Dezember 2020

Frohe Weihnachten!


 Frohe Weihnachten euch allen - und bleibt zu Hause und gesund!

Sonntag, 20. Dezember 2020

Die Krise. Wir machen dicht.

7-Tage-Inzidenz/100.000 Einwohner Stand 20.12.2020
  • Die Grafik oben wurde abgerufen von der Seite https://npgeo-corona-npgeo-de.hub.arcgis.com/ am 20.12.2020. 
  • Die Coronainzidenzen haben sich weiter verschlechtert. Seit letzter Woche haben die Kreise mit den Farben rot (>50), dunkelrot (>100), ganz dunkelrot (>250) und magenta (>500) vermehrt, vor allem magenta. Bundesweit liegt die Inzidenz heute am vierten Advent bei 192,2, für Bayern bei 217,8, für Baden-Württemberg bei 204,1 und für Würzburg (Stadt) bei 121,2. 
  • Doch nun zu den Ereignissen der vergangenen Woche:
  • Am dritten Advent beschlossen die Ministerpräsident:innen und die Kanzlerin, dass nur noch die lebensnotwendigen Läden ab Mittwoch öffnen dürfen. Die Menschen sollen nur noch für nicht aufschiebbare Besorgungen und Arztbesuche ihre Wohnung verlassen. Ab 21 Uhr ist in ganz Deutschland Ausgangsbeschränkung. 
  • Montag und Dienstag war die Stadt voll, ähnlich wie sonst an Samstagen. Die Leute wollten die Einkäufe noch erledigen, die sie nicht online machen wollen oder können. Abholungen sind ab Mittwoch ebenfalls untersagt, weil die Leute sonst wieder in die Städte strömen würden. Die Läden dürfen aber zustellen, hier z.B. durch den neuen Fahrradkurierdienst WueLivery. Damit können Einkäufe in bestimmten Läden (Stand 17.12. waren es 59) im Stadtgebiet umweltfreundlich per Fahrradkurier zugestellt werden.
  • Das Impfzentrum auf der Talavera ist innerhalb von acht Tagen fertig geworden, es hat die Kapazität von 1.000 Impfungen pro Tag. 
  • Der Gesundheitsminister hat am Freitag bekanntgegeben, welche Reihefolge er für die einzelnen Personengruppen vorgesehen hat, begonnen wird mit den über 80-jährigen und dem Pflegepersonal in Alten- und Pflegeheimen. Das wird (nach seiner Aussage) ein bis zwei Monate in Anspruch nehmen. Realistisch dürften zwei oder mehr sein. 
  • Leider ist kurzfristig nicht mit einer Besserung der Lage zu rechnen. Ich werde weiter berichten.
Bleibt zu Hause, bleibt gesund! Einen schönen vierten Advent!

Sonntag, 13. Dezember 2020

Die Krise. Anstieg nach dem 1. Advent.

7-Tage-Inzidenz/100.000 Einwohner Stand 13.12.2020
  • Die Grafik oben wurde abgerufen von der Seite https://npgeo-corona-npgeo-de.hub.arcgis.com/ am 13.12.2020.
  • Ich hatte ja schon im letzten Post vermutet, dass das mit dem Verbot von Glühwein in Würzburg nicht klappen würde. Und zack, am 3.12. stand in der örtlichen Zeitung, dass ein fester Marktstand Glühwein to go verkauft. Das ist anscheinend rechtens, weil die festen Buden, die immer da stehen, als Gaststätte gelten, und die dürfen to go verkaufen. Ein Stückchen weiter darf der Glühwein dann genossen werden. Die mobilen Weihnachtsmarktbuden dürfen das nicht.
  • Einen Tag später wurde der Verkauf oder die Abgabe alkoholhaltiger Heißgetränke, die zur Mitnahme angeboten werden für den zentralen Bereich der Innenstadt verboten.
  • In Kreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 200 pro 100.000 Einwohner wurden örtlich nächtliche Ausgangsbeschränkungen verfügt, auch Friseure mussten schließen. 
  • Zweiter Advent, und bämmm! Die Infektionszahlen steigen wieder kräftig. Und was haben wir vor einer Woche gemacht? Advent gefeiert, vielleicht gar mit Glühwein am Markt (s.o.)? Wir riskieren gerade, in die dritte Welle zu rutschen, oder Welle 2b, nachdem Welle 2a leicht abgeflacht ist.
  • Überall werden Impfzentren aufgebaut bzw. eingerichtet, oft in Messehallen, hier in Würzburg wird auf der Talavera gebaut. Noch ist kein Impfstoff bei uns zugelassen, Großbritannien hat eine Einzelzulassung für den Impfstoff der deutschen Firma Biontech erteilt. Allerdings musste die Firma jetzt zugeben, dass sie in diesem Jahr nur die Hälfte der Dosen produzieren kann, die sie produzieren wollte. Ursache: die Rohstoffe sind knapp, da die anderen Impfstoffhersteller auch bereits produzieren. 
  • Das bayerische Corona-Kabinett hat ab 9. Dezember wieder den Notstand ausgerufen. Das bedeutet Ausgangsbeschränkungen und in Orten mit einer Inzidenz über 200 eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr.
  • Nach 17 Tagen ohne zeigte die Corona-App nun wieder 1 Risikobegegnung mit niedrigem Risiko. Sie erinnert mich daran, dass das Virus mitten unter uns ist und wir trotz sehr reduzierter Fremdkontakte doch damit in Berührung kommen.
  • In den Medien wird fast nur noch über Corona berichtet bzw. spekuliert. Man sollte sofort alles dicht machen, meinen die einen, die anderen wollen dies erst nach Weihnachten tun. Bis dahin sind aber noch 14 Tage, in denen die Fallzahlen vermutlich heftig steigen werden. Da nicht sofort geschlossen werden kann, würde es bei einer Schließung vor Weihnachten einen Ansturm auf die Geschäfte geben, der infektionssteigernd wirken würde, was auch niemand will. 
  • Baden-Württemberg hat ab Samstag, 12. Dezember Ausgangsbeschränkungen unabhängig von der lokalen Inzidenz in Kraft gesetzt, man darf auch tagsüber nur für konkrete Einkäufe raus, Treffen mit Rumstehen sind verboten. 
  • Heute am 13. Dezember werden die Ministerpräsident:innen wieder mit der Kanzlerin über weitere Maßnahmen beraten. Da einige im Vorfeld schon einen harten Lockdown gefordert hatten, ist damit zu rechnen, dass noch vor Weihnachten Geschäftsschließungen und Ausgangsbeschränkungen in Kraft treten werden. 
  • Den ganzen Jammer der aktuellen Situation kann man auf der Karte oben sehen, vier Kreise sind inzwischen magentafarben, was eine Inzidenz größer 500 bedeutet. Die Werte gehen steil nach oben, diese Woche ist die durchschnittliche Fallzahl pro Woche auf über 21.000 gestiegen, im November waren die höchsten Werte im Bereich von 18.000.
  • Einen schönen dritten Advent trotzdem, und immer dran denken: zu Hause bleiben und niemand persönlich treffen!

Dienstag, 1. Dezember 2020

Die Krise. November ohne Rückgang.

  • Nach vier Wochen Lockdown Light (ich kann das Wort nicht leiden, aus vielerlei Gründen) ist der Anstieg der Infektionen mit Covid-19 zwar abgebremst, er stagniert mittlerweile auf hohem Niveau. 19 Tage im November lag der 7-Tage-Durchschnitt der Infektionen in Deutschland über 18.000, täglich. Bei den Todesfällen waren es nun mehrere Tage hintereinander über 400, täglich.
  • Die Maßnahmen werden nun den ganzen Dezember fortgesetzt, über Weihnachten sind leichte Lockerungen geplant. 
  • An vielen Orten sind die Weihnachtsmärkte abgesagt, hier in Würzburg findet er statt, die Buden sind weiter auseinander, und es soll keine Glühweinbuden geben. Aber Essen schon und natürlich Süßes. Ich bin ja skeptisch, ob das im Sinne des Infektionsschutzes gut funktioniert.
  • Die Weihnachtsferien in den Schulen werden um einige Tage vorgezogen, vielen Eltern kommt das gar nicht entgegen, da sie keinen Urlaub mehr haben und nicht wissen, wie sie ihre Kinder betreuen sollen. Gedacht sind die zusätzlichen Tage für eine Art Vor-Quarantäne zu Hause, bevor man über Weihnachten die Verwandschaft besucht. Auch hier habe ich große Zweifel, ob die Tage wirklich so genutzt werden oder eher doch für Besuche bei Freunden. 
  • Die Statistiker des RKI (Robert Koch Institut), die uns mit den aktuellen Zahlen versorgen, haben zusätzliche Farben eingeführt, es gibt jetzt ein weiteres noch dunkleres Rot für eine Inzidenz zwischen 250 und 500 (letzte 7 Tage, pro 100.000 Einwohner), und Magenta zeigt eine Inzidenz von über 500 an.
  • Die Corona-Warn-App zeigte mir 13 Tage in Folge ein bis drei Risikobegegnungen an, mit niedrigem Risiko. Dadurch wurde mir noch mehr bewusst, dass das Virus mitten unter uns ist, und ich gehe wirklich nur sehr selten unter Menschen.
  • Der Pianist Igor Levit hat im November die Hauskonzerte wieder aufgenommen, es gab drei, in unregelmäßigem Abstand:
 
7-Tage-Inzidenz/100.000 Einwohner Stand 1.12.2020

Abgerufen von der Seite https://npgeo-corona-npgeo-de.hub.arcgis.com/ am 1.12.2020.