- Ziemlich genau zwei Wochen lang waren wir in der Warnstufe rot, bundesweit "führend", führend auch in der Anzahl der Tests. Inzwischen haben wir Warnstufe rot verlassen, die Inzidenz ist dann innerhalb weniger Tage stark gefallen, um zum Monatsende wieder auf einen Wert um 25 anzusteigen.
- Einige Einschränkungen wurden modifiziert, das Alkoholverbot auf der Alten Mainbrücke am Wochenende ab 16 Uhr wurde fallen gelassen, u.a. auch, weil ein kühles und regnerisches Wochenende erwartet wurde, so dass die Stadt nicht mit vielen trink- und feierwilligen rechnete.
- Insgesamt steigen die Infektionen ständig, das sieht man besonders gut an der Statistik über drei Monate (Juli, August, September). Die Flut steigt und steigt, ein Abnehmen und damit der Übergang zu einer Welle ist nicht Sicht.
- Die Ursache sind laut Robert-Koch-Institut überwiegend private Feiern in größerem Kreis, bei denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Ab jetzt sollen bundesweit die Teilnehmerzahlen für solche Feiern je nach lokalem Infektionsstand stark beschränkt werden.
- Den Gesundheitsämtern, die die Infektionsketten nachverfolgen müssen, ist aufgefallen, dass eine Vielzahl der Kontaktdaten in Restaurants usw. Fantasienamen bzw. falsche Telefonnummern enthält. Nun wird überlegt, wie das verbessert werden kann. Eine Ausweispflicht sehe ich kritisch.
Donnerstag, 1. Oktober 2020
Die Krise. Corona-Trend September. Von Warnstufe rot zu gelb.
Mittwoch, 30. September 2020
Essen. Rückblick September.
Bis auf die letzten Tage war der September ein richtiger schöner Sommermonat, nicht mehr so unangenehm heiß, und so gab es nochmals Sommerküche.
Neu ausprobiert und für sehr gut befunden waren die Auberginenwedges, mit Peperoncini im Ofen gegart. Das Rezept folgt noch.
Pfifferlinge in Sahnesauce zu Linguine.Seit Jahren im Repertoire, gefüllte Zucchini, die Fülle besteht aus Kalbshack, Salbei und dem Innern der Zucchini.
Den Rest des Monats waren wir viel auswärts essen, immer draußen und unter dem Motto "so lange es noch geht" (das draußen sitzen und dort essen).
Sonntag, 20. September 2020
Die Krise. Update September (2). Warnstufe rot.
- Solche Plakate wurden im Lauf der Woche in der gesamten Innenstadt aufgestellt.
- Nachdem die Stadt Würzburg die erste Woche mit stark steigenden Infektionszahlen verschlafen hat und nur ermahnt hat, wurden zum vergangenen Wochenende mit dem Alkoholverbot auf der Alten Mainbrücke erste Einschränkungen verhängt. Diese setzten sich Anfang der Woche fort, nun darf in der ganzen Innenstadt ab 22 Uhr kein Alkohol mehr verkauft oder in der Öffentlichkeit getrunken werden, alle Feiern / Zusammenkünfte sind im Freien untersagt, alle Personengrenzen für Treffen wurden halbiert, so dass sich auch in Restaurants nur bis zu 5 Personen an einem Tisch treffen dürfen.
- Die Infektionszahlen steigen und steigen, die Inzidenz (7-Tage Durchschnitt pro 100.000 Einwohner) liegt weit über 50 (= rot) bis zu über 70. Da die Infektionen hier über die ganze Stadt gestreut sind und nicht einem räumlichen Bereich zugeordnet werden können, werden m.E. die Infektionen noch zunehmen und der Rückgang - wenn überhaupt - nur sehr langsam erfolgen. Die Zwischenbilanz bis 20.09., die Zahlen stammen von RKI:
- In den meisten Bundesländern dürfen Würzburger nun nicht mehr in Hotels übernachten - Einreise aus Risikogebiet: verboten oder Quarantäne.
- München hat diese Woche auch den Wert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner überschritten, daher durfte das erste Heimspiel des FC Bayern auch nicht mit Zuschauern stattfinden. Die anderen Stadien dürfen bis zu 20% der Plätze besetzen, überall gilt Alkoholverbot in den Stadien, in Baden-Württemberg muss auch am Platz im Stadion die Maske getragen werden.
- Aber es sind immer noch viele Touristen in der Stadt unterwegs, so zumindest mein Eindruck. Das Wetter ist spätsommerlich, einfach schön. Und der Hofgarten noch gar nicht herbstlich, wie wir beim Sonntagsspaziergang feststellten.
Sonntag, 13. September 2020
Die Krise. Update September (1).
- Der Aufwärtstrend der Infektionen mit dem Covid-19-Virus setzte sich fort, stabilisierte sich dann aber auf hohem Niveau. Ab dem 4. September schnellten in Würzburg die Zahlen in die Höhe in einer Art und Weise, die wir noch nicht gesehen hatten, denn seit Anfang der Pandemie im März wurden sie so noch nicht berichtet. Nach drei Tagen lag die Inzidenz über 50 Infizierte pro einhunderttausend Einwohner, und eigentlich hätten spätestens dann Gegenmaßnahmen eingeleitet werden müssen. Es dauerte dann aber nochmal drei Tage, bis (zumindest) ein Alkoholverbot für die Alte Mainbrücke am Wochenende (Freitag ab 16 Uhr) ausgesprochen wurde.
- Die Infizierten sind zu 15-30% Reiserückkehrer aus dem Ausland, der Rest ist Partyvolk. Es wird gefeiert bis zum Umfallen, sei es auf der Alten Mainbrücke, auf den Mainwiesen in der Sanderau, oder auch in Shisha-Bars oder Clubs, in denen angeblich eine geschlossene Gesellschaft feiert, die aber in Wirklichkeit für jede(n) offen sind. Die größte Altersgruppe der Infizierten sind die 18-45-Jährigen.
- Sehr erschreckt hat mich auch, dass mir die Corona-Warn-App eine Risikobegegnung gemeldet hat, allerdings mit niedrigem Risiko, weil zu kurz oder nicht nah genug. Aber trotzdem, ich war in der Nähe eines Infizierten. Jetzt warte ich darauf, wann die Meldung verschwindet, nach 14 Tagen, wenn auch eine Quarantänezeit vorbei wäre?
Sie verschwand nach 6 Tagen, und ich habe mir ausgerechnet, dass die "Begegnung" dann 14 Tage vorher war und deshalb der Schlüssel gelöscht wurde. Anhand meines Kalenders konnte ich dann auch mögliche Begegnungen festhalten, aber nichts Konkretes feststellen, es konnte "auf dem Weg zu ..." gewesen sein. - Nun am Ende der Woche mit explodierenden Infektionszahlen liegt die Inzidenz für Würzburg bei 61, das Wochenende war heiß und sonnig, ich bin sicher, dass nachts draußen gefeiert wurde was das Zeug hielt. Damit ist mit einem schnellen Rückgang der Infektionszahlen hier nicht zu rechnen. Dabei wäre es so einfach: Wenn wir uns alle für einige Zeit vernünftig und zurückhaltend verhalten, verschwindet das Virus, und wir können uns ohne schlimme Folgen wieder viel mehr erlauben.
- Ein weiterer Hotspot für Corona-Infektionen liegt in Garmisch. Eine 26-jährige ist mehrere Abende lang durch die Clubs und Bars gezogen, obwohl sie Symptome hatte und unter Quarantäne stand, weil ihr Testergebnis noch ausstand. Sie war offensichtlich eine Superspreaderin und hat unzählige Leute angesteckt. Ohne Worte.
Mittwoch, 2. September 2020
Die Krise. Corona-Update August (2). Die Flut.
So war er,der August, gekennzeichnet von einem stetigen Anstieg der Neuinfektionen mit dem Covid-19 Virus. Momentan sieht es so aus, als ob es sich auf hohem Niveau stabilisiert. Auch an meinem Wohnort sind die Neuinfektionen (rote Linie) gestiegen, zum Glück nicht in besorgniserregende Bereiche.
In allen Nachbarländern sind die Infektionszahlen ebenfalls gestiegen, Teile von Frankreich und Spanien wurden wieder zu Risikogebieten erklärt, Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich momentan testen lassen, das wird wohl wieder geändert zu einer Zwangsquarantäne, die durch einen negativen Test nach 5 Tagen verkürzt werden kann. Wie die Einhaltung der Quarantänepflicht kontrolliert werden kann, ist mir nicht klar, und auf die Vernunft und Einsicht der Leute ist wenig Verlass.
In Bayern und Baden-Württemberg sind noch Schulferien, wie die Rückkehr in die Schulen in Bezug auf die Infektionen verlaufen wird, bleibt spannend. Zumindest testweise wird es auch im Unterricht eine Maskenpflicht geben.
Parties und (Familien-)feiern sind inzwischen die Orte und Ereignisse, an denen sich die meisten anstecken.
Zum Abschluss die Grafik der Neuinfektionen (7-Tage-Mittel) von Juli und August, an der man gut erkennen kann, wie die Flut ansteigt. Welle kann man noch nicht sagen, wir wissen nicht, ob sie wieder fällt.
Sonntag, 30. August 2020
Essen. Rückblick August.
Begonnen haben wir unseren kulinarischen August mit einer sizilianischen Caponata, mit Tomaten, Auberginen, Paprika, Staudensellerie und Oliven.
Mittwoch, 19. August 2020
Rezept. Zucchiniröllchen.
Die Zucchiniröllchen sind eigentlich Teil der Antipasti, also Vorspeise, sie sind so lecker, dass wir sie als Sologericht genossen haben. Gefüllt sind sie mit einer Mischung aus angedünsteten Zucchini, Zwiebel, Thymian, Semmelbrösel und ein Ei zum Binden.
Zutaten:
- 2 Zucchini (4-5 cm Durchmesser)
- 30 g Parmesan
- 1 Zwiebel
- 30 g Pinienkerne
- Olivenöl
- Salz, Pfeffer
- frischer Thymian
- 1 Ei
- Semmelbrösel
Zubereitung:
- Zucchini waschen, trockentupfen, der Länge nach in dünne Streifen schneiden, so dass die Streifen sich rollen lassen. Ich habe dazu die Brotmaschine benutzt.
- Seitliche Abschnitte und zu schmale Streifen für die Füllung kleinschneiden.
- Zwiebel schälen, fein würfeln und zusammen mit den kleingeschnittenen Zucchini in Olivenöl bei milder Hitze 5 Minuten weichschmoren.
- Pinienkerne grob hacken, für 2 Minuten mit in die Pfanne geben.
- Salzen und pfeffern, in der Pfanne auskühlen lassen.
- Parmesan reiben.
- Die Füllung in der ausgekühlten Pfanne zubereiten: Zucchini-Pinienkern-Mischung mit Parmesan, Thymianblättchen, Ei und so viel Semmelbrösel vermengen, dass eine homogene Masse entsteht.
- Backofen auf 200°C Umluft vorheizen.
- Zucchinistreifen locker mit der Füllung belegen und aufrollen, in Semmelbrösel wenden und mit einem Zahnstocher fixieren. In eine mit Backpapier ausgelegte Auflaufform stellen.
- Sind alle Röllchen in der Form alle mit etwas Olivenöl beträufeln.
- 20 Minuten im Ofen goldbraun backen.
Ich hatte 4 Scheiben Zucchini übrig, die habe ich mit ein wenig Kräutersalz bestreut, gerollt und mitgebacken.
Das Rezept stammt aus dem Buch Italien Vegetarisch. #iveg #Werbung
Sonntag, 16. August 2020
Die Krise. Corona-Update August (1).
Vom heutigen Sonntagsspaziergang, ganz ohne Bezug zu Corona.
- Die Zahlen der Corona-Infektionen steigen und steigen.
- Es ist natürlich möglich, dass durch den erheblich ausgeweiteten Umfang der Tests (siehe auch weiter unten) auch mehr positiv Getestete gemeldet werden. Aber das müsste sich irgendwann auf einen Niveau x stabilisieren, und genau das geschieht momentan nicht.
- Die Infektionen werden großenteils importiert, und es sind auch Wohlstandsimporte. In den Urlaubsgebieten steigen jeden Abend wilde Parties, gerade auch in Risikogebieten, zu denen auch Kroatien gehört. Die (meist jungen) Leute kommen heim, feiern zu Hause noch mal und haben ruck-zuck weitere 24 Personen angesteckt (Beispiel aus Stuttgart).
- Inzwischen sollen / müssen sich Rückkehrer aus Risikogebieten innerhalb von 3 Tagen testen lassen oder 14 Tage in häusliche Quarantäne. Damit das einfacher wird, hat man an den Flughäfen Teststationen eingerichtet, nach und nach auch an Autobahnen (z.b. A3 bei Passau, A5 bei Neuenburg).
- Gerade die Station bei Passau musste nach Anweisung von "ganz oben" innerhalb eines Tages eingerichtet werden. Das Bayerische Rote Kreuz hat dort am vergangenen Wochenende mit vielen Freiwilligen bei brütender Hitze Dienst gemacht und ca. 44 Tausend Tests genommen. Davon waren etwas mehr als 900 positiv. Und jetzt kommt's: "Ganz oben" hat zwar den Aufbau der Station innerhalb eines Tages "befohlen", aber keine Software für die Erfassung der Daten der Gestesteten zur Verfügung gestellt bzw. dafür gesorgt. Also haben die RK-Leute Zettel ausfüllen lassen. Diese mussten dann erst mühsam in eine Excel-Tabelle eingegeben werden. Folge: die 900 positiv Gestesteten wurden nicht benachrichtigt und bewegten sich munter unter uns allen. Als das bekannt wurde gab es erst mal ein heftiges Beben innerhalb der bayerischen Ministerriege, und viel Häme aus den anderen Bundesländern, weil der bayerische Ministerpräsident immer so demonstativ betont, wie viel besser und weiter man in Bayern doch sei.
- Seit 2 Tagen ist nun ganz Spanien bis auf die Kanaren Corona-Risikogebiet. Die Leute dort, die nichts falsch gemacht haben, tun mir echt leid, jetzt bleiben die Touristen wieder weg. Man darf natürlich dorthin reisen, muss aber bei Rückkehr in Quarantäne bis zu einem negativen Testergebnis. Außerdem könnte es mit der Rückreise schwierig werden, denn die Pauschalreisen werden nun storniert, und damit auch die Flüge.
- Die Quote der Infizierten bei Reiserückkehrern, die die Tests machen lassen, liegt bei etwa 2,5%, das bedeutet aber auch, dass in einem Flugzeug mit 190 Passagieren (ohne Besatzung) statistisch 4 bis 5 Infizierte sind.
Montag, 10. August 2020
Rezept. Auberginen-Tomaten-Salat.
Das Rezept habe ich bereits vor zwei Jahren bei Chili und Ciabatta gefunden, wir haben es damals begeistert nachgekocht, nur in den Blog hat es das Rezept bisher nicht geschafft. Nun ist wieder Hochsommer und damit Saison für Tomaten und Auberginen, und diesmal wird das Rezept [klick] hier festgehalten. Es stammt aus Marokko, heißt dort Zaalouk, und wird einheitlich als Salat bezeichnet, wir würden wohl eher Auberginen in Tomatensauce sagen. Gegessen werden kann es warm, lauwarm oder kalt.
Zutaten für 2 Personen:
- 1-2 Auberginen, je nach Größe, ca. 500 g
- 2 Knoblauchzehen, gehackt
- Olivenöl
- ca. 400 g Tomate mit wenig Wassergehalt, ohne Haut, grob gehackt, wir hatten eine große Ochsenherztomate
- 1 Tl Paprikapulver (wir: scharf)
- 3/4 Tl Kreuzkümmel (gemahlen)
- Salz
- Pfeffer
- 3-4 El Wasser
- 1 Lorbeerblatt
- 1 Tl Zitronensaft
- 1 Handvoll Koriander, gehackt
Zubereitung:
- Backofen auf 230°C vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen.
- Die Auberginen (z.B. mit der Brotschneidemaschine) in 1 cm dicke Scheiben schneiden, auf dem Backblech verteilen, sie dürfen nicht überlappen. Für 35 Minuten in den Backofen schieben, nach 20 Minuten ein Mal wenden. Aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen.
- 1 El Olivenöl erhitzen, den Knoblauch kurz darin anschwitzen, Paprika und Kreuzkümmel zugeben, kurz umrühren, die Tomaten und etwas Wasser zugeben. Salz, Pfeffer, Lorbeerblatt zufügen, 10 bus 15 Minuten schmoren lassen. Die Tomaten sollten weich sein und nicht zu flüssig.
- Die Auberginenscheiben in grobe Stücke schneiden und zu den Tomaten geben, weitere 5 Minuten schmoren lassen.
- Zitronensaft und Koriander einrühren, abschmecken.
- Guten Appetit!