Montag, 31. Dezember 2007

Weltweihnachtszirkus


Eine Vorstellung des Weltweihnachtszirkus hat einen festen Platz in unserem Jahreskalender. Wie auch im vorletzten und letzten Jahr. Und es ist gar nicht so einfach wieder einen kleinen Bericht zu schreiben. Nicht, dass es nichts zu sehen gab, oder dass es fad war, mitnichten. Aber jedes Mal wieder neue Höchstleistungen beschreiben ... Alles live, ohne Double oder Replay. Das macht wohl auch die Faszination des Zirkus aus, alles live.

Zwei Nummern greife ich heraus, zuerst die Freiheitsdressur mit Steppenzebras, schwarzen und weißen Pferden von und mit Géraldine Knie, schwarz-weiß eben. Bei den Zebras sind zwei dabei, die nicht die besten Freunde sind, und so müssen sie immer wieder zur Ordnung gerufen werden, in die Reihe zurück, um mit der Nummer fortzufahren. Die Pferde blicken da fast überheblich und als Wissende von oben herab auf die Rabauken, und machen ihre Figuren wie verlangt.

Zum zweiten die Lasso-Nummer aus China. Akrobatik, meist am Boden, aber eben auch mal als Pyramide, wobei immer ein Lasso gedreht wurde. Immer. Mit Sprüngen hinein, hindurch, bei einer Serie von einhändigem Radschlagen, die andere Hand drehte das Lasso. Schwer und unglaublich gut gemacht.
Die vielen anderen Nummern waren alle auch sehr gut, aber ich will hier keinen Roman schreiben. Zum Schluss will ich auf einen Mann eingehen, der uns durch jedes Zirkusprogramm der letzten Jahre geführt hat, Peter Goesmann als Moderator oder Sprechstallmeister, wie die Zirkusleute sagen. Abgesehen davon, dass sein Deutsch hervorragend ist und die Sätze sitzen, nicht zuviel und nicht zu wenig gesagt wird, besonders bemerkenswert finde ich seine erstklassig sitzenden Fräcke. Er begann nur für die Begrüßung des Publikums und die Parade aller Artisten in einem purpurroten Frack mit schwarzem Kragen. Dann folgte ein auberginefarbener Frack mit einer Goldborte am Kragen, selbstverständlich mit farblich passender Hose und Weste. Der nächste Frack war nachtblau, fast schwarz, aber nur fast, übersät mit hell funkelnden Glitzersteinen. Und der finale Frack war einfach schwarz. Einen Anzug hat Peter Goesmann uns auch noch vorgeführt, mit einer gelben Weste. Den trug er bei der Nummer mit den Clowns "wir kochen Bonbons in einem Hut". Diese Nummer ist ein echter Klassiker.

Montag, 3. Dezember 2007

Weihnachtstourismus

Städtereisen sind "in". Auch in der Vorweihnachtszeit. An den Adventswochenenden drängen sich z.B. jede Menge Italiener in den Gassen der Innsbrucker Altstadt, um deutsche Vorweihnachtsatmosphäre zu schnuppern. Italienisch ist dort die am meisten gesprochene Sprache. Aber es gibt nicht nur Italiener. Immer noch sieht man regelmäßig Gruppen von Japanern und inzwischen auch Chinesen. Zwei davon sah ich beim Verzehr eines schmalzgebackenen, mit Sauerkraut gefüllten "Kiachl". Mutig und nachahmenswert, fand ich.
Zur Freude der Hoteliers kommen nicht nur Tagesgäste, nein, es wird übernachtet. Die Hotels sind überwiegend ausgebucht. Und das zu dieser trüben und wenig einladenden Jahreszeit. Essen und trinken muss man auch, und so machen nicht nur die Buden gute Geschäfte, sondern auch die Cafes und Weinstuben sind voll. Hier kann man per Webcam direkt schauen.

Sonntag, 25. November 2007

Cosi fan tutte

So machen's alle oder die Schule der Liebenden heißt die Mozartoper, deren 76. Vorstellung wir gesehen haben. Die Premiere dieser Inszenierung aus den ersten Jahren von Klaus Zehelein war bereits am 22. Dezember 1991. Schon die Umstände der 76. Vorstellung waren außergewöhnlich. Es begann damit, dass eine ganz in Schwarz gekleidete Dame mit Mikrofon die Bühne betrat, was nie Gutes verheißt. Abgesehen davon, dass die Sopranistin Michaela Schneider erkältet war, aber trotzdem gesungen hat, musste sie uns mitteilen, dass Karl-Friedrich Dürr die Rolle des Don Alfonso wegen ärztlichen Singverbots nicht singen durfte, jedoch auf der Bühne agieren werde. Von der Seite singen werde Tobias Schabel. Man durfte gespannt sein, wie das klappen würde. Gut, muss man im Nachhinein sagen. Herr Schabel trat mal von links, mal von rechts ans Pult und sang, wurde von Herrn Dürr ein Mal mit auf die Bühne genommen, als sie zu dritt im Innern eines an einer Seite offenen Kubus singen sollten. Es hätte wohl nicht gut geklungen, zwei Stimmen mit Widerhall der Wände und eine außerhalb. Sie haben es gemeinsam zu einem guten Ende geführt, und beide Sänger, der verhinderte und der Nothelfer, bekamen viel Beifall, den sie gemeinsam in Empfang nahmen.
Nun zur Oper selbst, eine Opera Buffa, nur wenig Handlung, ein Verwechslungsspiel zweier Liebespaare, bei dem die Männer die Treue ihrer Verlobten nach einer Wette auf die Probe stellen. Ende des 18. Jahrhunderts kein Aufreger, man denke nur an "Gefährliche Liebschaften", den Briefroman des ausgehenden 18. Jahrhunderts von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos. Das 19. Jahrhundert konnte mit diesem "unmoralischen" Sujet gar nichts anfangen, so dass die Oper kaum oder nur bis zur Unkenntlichkeit bearbeitet aufgeführt wurde. Die Besetzung ist klein, drei Frauen, drei Männer und ein kleiner Chor, die Stimmen zwei Soprane, ein Mezzosopran, ein Tenor, ein Bariton, ein Bass. Und viele schöne Melodien.

Samstag, 24. November 2007

Buch. Aus großer Zeit


Ein Nachtrag aus dem Urlaub. Wir haben "Aus großer Zeit" von Walter Kempowski gelesen, ein Teil seiner Familienchronik, vom Zeitablauf der erste Teil, in dem er die Jugend seines Vaters beschreibt, wie die großbürgerliche und gutsituierte Familie des Großvaters in Rostock lebte und wirkte. Kempowski hält viel Distanz zu seinen Figuren, seine Sprache ist nüchtern und sachlich. Doch der immer wieder durchschimmernde feine Humor macht seine Prosa sehr lesenswert. Abwechselnd, Kapitel für Kapitel, erzählt er als neutraler Berichterstatter von den Taten und Begebenheiten des jungen Karl Kempowski, von der Kinder- und Schulzeit, Erlebnissen mit Freunden, erster Liebe, bis zum Eintritt des Ersten Weltkriegs. In den anderen Kapiteln kommen andere Personen zu Wort, die aus dem Blickwinkel von etwa 60 Jahren später ihre Erinnerungen an die Familie Kempowski in Rostock schildern. Ein Hausmädchen, die Hauswirtschafterin, die Schneiderin, die Nachbarin und Tierarztwitwe, ein Schauspieler vom Stadttheater, ein Schulkamerad, und so weiter. Jeder aus einem anderen Blickwinkel, und immer wieder im Wechsel mit dem Erzähler. Das ist gut gemacht. Irgendwann wird dann auf die gleiche Art die Familie der Mutter aus Hamburg verewigt.
Auch die genau wie der Rest des Buches sehr nüchterne Schilderung der Schrecken des Krieges wird gerade durch die zurückhaltende Schilderung sehr eindrucksvoll. Der junge Karl Kempowski kommt unverwundet wieder zurück, wird nur 1918 leicht verletzt durch Gas, was sich in länger andauernden Hautreaktionen zeigt. Seine Mutter, die als meist sehr oberflächliche Person erscheint, hatte seine Anzüge nur wenige Wochen nach seiner Abreise an die Front weggegeben. "Der fällt ja doch", sagte sie im Buch.
Da fällt einem nichts mehr ein.

Dienstag, 6. November 2007

Kalter Kaffee

Es ist zwar erst morgen so weit, dass wir uns von der Insel verabschieden, aber morgen wird es wohl keinen Besuch im Internet-Cafe geben. Somit ist dies der letzte Beitrag direkt von der Insel, Weiteres folgt dann vermutlich ab Donnerstag oder auch erst am kommenden Wochenende. Wir hoffen nun, dass es diesmal ohne Störungen und Verzögerungen mit der Rückreise klappt. Wenn nicht, wird es sehr bald hier zu lesen sein.
Der gestrige Abend endete leider mit einer Enttäuschung. Die Wirtin des kleinen Hotels, Doña Noemi ist in Rente gegangen. Letzte Woche war sie noch da. Nach unserem gestrigen Besuch sehen wir den Erfolg des Hauses unter der neuen Leitung gefährdet. Leider läuft es nach dem üblichen Schema ab, die Portionen werden kleiner und die Preise höher. Und der Gipfel im negativen Sinne, genauer also, das tiefste Schlagloch der Enttäuschung, war der kalte Kaffee, der uns serviert wurde.

Montag, 5. November 2007

Was habt ihr gegessen?

Was habt ihr gegessen? So lautet meist die Frage, wenn man aus dem Urlaub nach Hause kommt. Und so kurz vor Urlaubsende kann man schon mal Bilanz ziehen, in Teilbereichen zumindest. Wir wohnen ja in einem gemieteten Ferienhaus, ein vierflammiger Gasherd steht uns zur Verfügung. Oft selbst gekocht haben wir nicht, mal Nudeln mit Tomatensauce, zweimal Tortilla (spanisches Omelett aus Eiern und Kartoffeln), und Nudelsalat. Außerdem haben wir weitere Salate zubereitet, meist aus Tomaten, Zwiebeln, Avocado, auch mal mit Thunfisch.
Eine Mahlzeit am Tag haben wir meist in einem Restaurant eingenommen. Da gab es häufig Fisch, mehrfach den roten Alfonsiño mit seinen Glubschaugen, ebenso Filete de Gallo (heißt zwar übersetzt Filet vom Hahn, ist aber trotzdem ein sehr leckerer Fisch), Vieja (Papageienfisch, typisch für El Hierro) und Mero (Zackenbarsch), auch Fischkroketten hausgemacht, die mit den Fischstäbchen, die wir als Tiefkühlware kennen, nichts, aber auch gar nichts zu tun haben.
Wer nachsehen will, wie die Fische aussehen, die ich hier aufgeführt habe, gibt entweder in Google "Fische der Kanaren" ein, oder sieht hier nach.
Von den Meeresfrüchten gab es Chocos (kleinere Tintenfischtuben, ich kenne kein passendes deutsches Wort) und die äußerst leckeren Camarones (größere Krabben).
Bei den Fleischgerichten hatten wir mal Reis mit Kaninchen, mehrfach leckeres in der Tonform geschmortes Fleisch mit allem drin und dran, samt den Kartoffeln, und unvergleichlich gute Filetsteaks mit einer Fleischqualität, die es bei uns einfach nicht mehr gibt.
Und so nebenbei wurden wir verwöhnt mit Knoblauchsuppe, Mojo de queso (Käsecreme), Magdalenas (Rührkuchen in Förmchen gebacken, die wie aus dem Sandkasten aussehen), Palmeras (wir sagen Schweinsöhrchen) und Cabello de Ángel (eine Blätterteigtasche mit süsser Kürbisfüllung). Und als herbstliches Dessert Süßkartoffeln mit Kastanien aus dem Ofen. Wem das alles spanisch vorkommt, dem empfehle ich eine Reise nach Spanien.

Samstag, 3. November 2007

Herreños

Herreños - Menschen von El Hierro. Die Alten prägen das Straßenbild in den Dörfern der Insel. In kleinen Gruppen, meist zu dritt oder zu viert, stehen oder sitzen sie und reden. Oder sie beobachten.
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Nicht nur in den Bars, das dürfte auf die Dauer für die meisten zu teuer sein, nein draußen auf der Straße. Es gibt reichlich Bänke, wo sie sich setzen können, oder sogar sonnengeschützte Ecken.
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Frauen sind nur selten dabei.
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Freitag, 2. November 2007

So viele Leute!

Jedes Jahr am 31. Oktober veranstaltet die Genossenschaft (der Bauern und Weingärtner) in El Golfo ein Fest, Tafeña genannt. Am 1. November ist in Spanien Feiertag (Todos los Santos gleich Allerheiligen), wie im katholischen Deutschland auch, man kann also am nächsten Morgen ausschlafen.
Jeder kann kommen und mitmachen, es kostet nichts. Auch wenn man eine Jacke anziehen muss, so ein Fest kann hier auf der Insel ohne weiteres im Freien stattfinden, kein Problem. Der Hof der Genossenschaft ist geöffnet, es sind lange Tische mit Stühlen aufgestellt, da sitzen überwiegend die Alten. Weinflaschen, Inhalt rot oder weiss, ohne Etikett, stehen auf den Tischen, dazu Teller mit getrockneten Feigen (higos pasados) und Käse. So viele Leute! Und es werden immer mehr. Die Jüngeren kommen später, es sind alle Altersklassen gleichmäßig vertreten, auch Kinder, die im Hof rumtollen. Wir haben geschätzt, dass es mindestens tausend Leute waren. Tausend!
Für die Getränkeversorgung der vielen Stehenden werden auf der Ladefläche eines LKW Kartons mit Wein zum Zapfen aufgestellt, zwanzig Liter Inhalt. Es gibt schon den neuen Jahrgang 2007 zu kosten. Der Rote kommt noch ein wenig "kantig", nicht rund, daher, einige Wochen mehr werden ihm guttun. Der Weisse schmeckt schon prima.
Noch einige Zeit später werden große Töpfe angeschleppt, Inhalt je etwa zweihundert Liter, daneben stellt man einen Sack mit Plastikschalen und einen Karton mit Plastikgabeln. Und dann wird ausgeteilt, aus dem Topf auf dem Boden. Der Eintopf mit Kichererbsen (garbanzos) findet reißenden Absatz.
Etwas abseits brennt ein Höllenfeuer. Die Feuerstelle auf dem Boden wird mit Hohlblocksteinen abgegrenzt, darauf ein Grillrost, alles etwa zwei auf ein Meter. Auf dem Rost, in der Höllenglut, werden Kastanien gegrillt, zwei Männer drehen und wenden sie ständig mit einem Stock, an dessen Ende ein Lappen gebunden ist. Der Lappen sengt im Lauf des Abends weg, so heiß ist es. Dazwischen schütten sie etwas Sand, den sie nachher wieder aussieben. Die Kastanien sind äußerst lecker, man bekommt zwar schwarze Hände, aber was soll's, kann man später waschen.
Es spielt keine Kapelle, es wird nicht getanzt, es wird nichts vorgetragen oder aufgeführt, dieses Fest dient der Kommunikation der Leute, die von der ganzen Insel kommen, nicht nur aus El Golfo. "Wenn ich einen treffen will, den ich schon lange nicht gesehen habe, dann gehe ich da hin", sagte uns Antonio, der uns auch den Tipp gegeben und empfohlen hatte, die Tafeña zu besuchen.
Bei solchem Brauch mit Kastanien und jungem Wein kommt einem doch Südtirol in den Sinn, wo mit dem Törggelen dasselbe praktiziert wird, nur schon seit Jahren touristisch vermarktet. Das hat El Hierro noch vor sich.

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Fischer und Fischerboote

Im Süden der Insel, in La Restinga, ist der Fischerhafen. Gefischt wird mit kleinen Booten und manchmal kann man als Zuschauer den Erfolg der Fischer miterleben. Mit so einer Nussschale fährt der aufs Meer hinaus, auch wenn er vermutlich die Küste nicht sehr weit verlässt. Aber schaukeln tut es doch. Und die ganze Arbeit muss alleine erledigt werden.
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Da tut eine Kiste schöner Fische richtig gut.
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Dieses Bild wird man so nicht mehr sehen. Es sind Hilfsboote, in die nur eine Person passt, und die benutzt wurden, um vom Fischerboot im Hafen an Land zu kommen.
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Nun gibt es im Hafen einen Ponton-Steg, und jedes Boot kann dort anlegen. An Bojen, so wie früher, muss nicht mehr festgemacht werden.
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Und so gehen die Fischer vom Ponton-Steg über die Brücke auf die Kaimauer. Ganz einfach.
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Dienstag, 30. Oktober 2007

Faule Tage

Für uns gehört das zum Urlaub, einfach faulenzen und nichts tun. Nichts tun bedeutet nicht unbedingt, gar nichts machen, mehr nach Lust und Laune, was einem so in den Sinn kommt uns Spass macht. Lesen gehört dazu, auch ein wenig schreiben, die Fotos ansehen, vielleicht auch bearbeiten. Und eine Siesta jeden Nachmittag. Fixpunkt des frühen Abends ist der Sonnenuntergang.
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La Maceta heisst der Platz an der Steilküste, und dort treffen wir auf Kater Bobby, der schon hungrig auf seine Mahlzeit wartet.
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Die Sonne geht schon seit über einer Woche nicht mehr im Meer unter, sondern hinter diesem Berg. Aber manchmal schafft sie es noch, Wolken und Meer in ein ungewöhnliches Licht zu tauchen.
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Montag, 29. Oktober 2007

Buch. Big Bang.


Big Bang heisst ein Buch von Simon Singh, dem englischen Wissenschaftsautor, der mit "Fermats letzter Satz", einem Buch über ein mathematisches Problem der Zahlentheorie, mehrere Wochen die Bestsellerlisten anführte. Big Bang behandelt die Theorien über das Universum von den Griechen des Altertums, die als erste über die religiösen Mythen mit Logik hinausdachten und damit die Naturwissenschaften begründeten, bis in die Gegenwart. Er gibt damit einerseits eine für Laien sehr gut verständliche Übersicht über die verschiedenen Theorien, mit denen Menschen im Lauf der Zeit sich den Himmel und den Lauf der Sterne erklärten, bringt damit aber auch aufschlussreiche Einblicke in die Vorgehensweisen der Physiker im Lauf der Jahrhunderte. Nur zur Erläuterung: die Astronomen können nichts anfassen, zerkleinern oder mit chemischen Lösungen behandeln, um dem Inhalt auf die Spur zu kommen. Sie können nur die Gesetze der Physik anwenden und das von den Himmelskörpern ausgesandte Licht analysieren.Eine Theorie nach den bekannten Gesetzen der Physik ist das eine, die Übereinstimmung mit Messungen ist das andere Standbein. Eines ist wertlos ohne das andere. Und besonders schlüssig wird eine Theorie, wenn sie in der Lage ist Vorhersagen zu treffen, die bis dahin niemand messen konnte oder wollte, und die dann bei genauem Hinsehen wirklich zutreffen. Es macht richtig Spaß, geführt von Simon Singh die vielen logischen Schritte nachzuvollziehen, die von Kosmologen im Laufe der Jahrhunderte getan wurden, um auf den heutigen Wissensstand zu kommen. Die Kunst von Simon Singh besteht darin, dies für Laien so begreifbar zu machen, dass man es versteht. Es scheint ganz einfach, mit Gleichungen oder ähnlichem muss sich kein Leser quälen. Das ist eine ganz große Kunst, und so macht man Lust auf Naturwissenschaft. Simon Singh, Big Bang, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co KG, München, ISBN 978-3-423-34413-5

Samstag, 27. Oktober 2007

Waldbrände

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In diesem Jahr waren unsere deutschen Zeitungen voll davon, als in den Urlaubsparadiesen Gran Canaria und Teneriffa die Wälder brannten. In Gran Canaria war es Brandstiftung, in Teneriffa weiss man es nicht so genau. Meistens ist es Brandstiftung, leider.
Auf El Hierro brannte es im letzten Jahr. Bei unserer ersten Fahrt über die Insel konnten wir erleichtert feststellen, dass die Bäume sich etwas erholt haben, ja, dass viele wieder ausgetrieben haben. Hier ein Vergleich mit Aufnahmen desselben Hügels 2006 und jetzt.
Letztes Jahr, vier Wochen nach dem Brand
Waldbrand 2006
Ein Jahr später, Oktober 2007
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Die Bäume haben wieder ausgetrieben, in wenigen Jahren wird man nichts mehr sehen, sofern es nicht wieder brennt.

Freitag, 26. Oktober 2007

Verkehrsanbindung

Vor vier Jahren noch, 2003, brauchte man mit der Fähre von Teneriffa nach El Hierro volle vier Stunden. Der Dampfer fuhr mit 30 km/h, startete um 9 Uhr in Los Cristianos, war um 13 Uhr in El Hierro, um nach einer Stunde für Ent- und Beladen wieder zurückzufahren, wo er pünktlich um 18 Uhr anlegte. Wenig später ersetzte die Reederei Fred Olsen (typisch kanarischer Name!) den uralten Dampfer durch einen nicht ganz so alten Katamaran, der die Strecke in zweieinviertel Stunden zurücklegt. Und dies wie vorher auch einmal täglich, sechsmal die Woche, Samstags nie.
Im letzten Jahr wurde plötzlich der Fahrplan geändert, von 12:30 Abfahrt in Teneriffa auf 10:30, ohne jedoch früher zurückzufahren, die Fähre liegt nun nach dem Entladen von etwa 13 Uhr still bis dann gegen 15:30 wieder beladen wird, um um 16 Uhr zu starten. Die Bevölkerung und die kanarische Regierung protestierten bei der Reederei, vergeblich. Es gab Diskussionen, wie man die Reederei verpflichten könne, ein Minimalangebot anzubieten, bei dessen Ausgestaltung die kanarische Regierung mitreden könnte. Nach meinen Informationen hat es nicht gefruchtet.
In Vorbereitung unserer Reise hierher musste ich im September mit Schrecken feststellen, dass die Fähre nur noch dreimal die Woche fuhr. Das hat auch die einheimische Bevölkerung sehr getroffen, die Proteste flammten wieder auf. Momentan ist alles wie früher, sechsmal die Woche, jedoch wurde von den Herreños eine Kundgebung organisiert, die am 22. Oktober hier im Hafen stattfand. Wie die Zeitungen berichteten, waren 2.000 Leute anwesend, das sind mehr als 20% der Bevölkerung! Ob es eine positive Auswirkung hat, ist zu bezweifeln, allerdings muss sich eine Provinzregierung auch überlegen, inwieweit man jedes Mitspracherecht aus den Händen gibt, wenn die Verkehrsanbindung an kommerzielle Unternehmen abgegeben wird.
Die Reederei Fred Olsen hat auf den kanarischen Inseln eine starke Position. Vor über fünfzehn (!) Jahren wurde mit EU-Geldern auf der Nachbarinsel Gomera ein Jet-tauglicher Flughafen gebaut. Es ist also möglich, mit einen Airbus oder einer Boeing 737 dort zu landen, es wurde nur nie eine Genehmigung für die Fluggesellschaften erteilt. Die Folge davon ist, dass die Touristen nach wie vor in Teneriffa landen, zum Hafen gefahren werden und mit einer Fähre der Reederei Fred Olsen nach Gomera übersetzen. Honi soit que mal y pense.
Mitglieder der kanarischen Regierung haben davon gesprochen und die hiesigen Zeitungen haben es mehrfach wiederholt, dass eine ordentliche Verkehrsanbindungn zu den Grundrechten des modernen Menschen gehöre. Wenn dies so ist, sollen sie bitte aktiv für die Grundrechte eintreten.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Unwetterschäden

Ende Januar war über die westlichen kanarischen Inseln ein heftiges Unwetter mit Starkregen hinweggegangen, wir erlebten es in Teneriffa und hatten berichtet. Besonders stark hatte es El Hierro getroffen. Vom Ethnomuseum mit der angeschlossenen Aufzuchtstation für Echsen wurden schlimme Schäden berichtet, so wurde ein Gebäude, in dem die Echsen zwischen ein und vier Jahren untergebracht waren, vom Schlamm überflutet, und alle 178 Echsen sind wohl umgekommen. Heute sieht man das Geröllfeld, das mitten durch die Häuser geht.
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Manchen Hütten reicht das Geröll bis ans Dach.
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Manche wurden auch durch Steinschlag beschädigt und sind heute durch Plastikplanen geschützt (auf den Fotos nicht sichtbar).
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Dienstag, 23. Oktober 2007

Eidechsen

Heute war der erste Morgen, an dem es sonnig war. Es dauerte nicht lange, bis die Eidechsen durch die Sonne aktiv wurden. Schon vor vielen Jahren, auf La Palma, erzählte uns die damalige Vermieterin, dass Eidechsen gerne Bananen fressen und man sie damit anlocken kann. Das hatten wir dann auch erfolgreich ausprobiert.
Feigen mögen sie auch. Heute legten wir mehrere Stückchen auf der Mauer aus, eine niedrige Trockenmauer aus Lavasteinen, und warteten. Nicht viel später schauten überall kleine Köpfchen über die Mauer und beobachteten uns und die Umgebung der Nahrung. Bei den Eidechsen müssen immer erst die kleinen ran, und wenn das gefahrlos geklappt hat, dann kommen die großen und verleiben sich den Rest ein. Will so eine kleine Eidechse nicht freiwillig weichen, schlägt die große mit dem Schwanz auf den Boden, spätestens dann verschwindet die kleine sofort. Auch scheinen sie ein Kommunikationssystem zu haben, denn nach wenigen Minuten kamen immer mehr Eidechsen von weiter her zur Mauer, krabbelten außen hoch oder schlüpften unten in ein Loch, vermutlich um im Innern hochzuklettern. Wenn sie satt sind, schlecken sie noch mehrfach nach, fast wie Katzen.

Montag, 22. Oktober 2007

Jedes Jahr Prozession

Alle Jahre wieder findet die Prozession durch die nördlichen Dörfer der Insel am dritten Sonntag im Oktober statt. Angeführt durch die Bailarines, weißgekleidete Männer und (wenige) Frauen, die hüpfend und tanzend vorangehen.
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Dann die Flötenspieler, die den Blechflöten ziemlich schrille Töne entlocken.
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Und direkt danach die Trommler, die dem ganzen den Rhythmus geben. Und das alles Kilometer um Kilometer. Das ist anstrengend und macht Durst.
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Samstag, 20. Oktober 2007

Urlaubsvergnügen

Nach einem ersten Tag ohne notierenswerte Aktivitäten haben wir heute einen der Vorteile dieser kleinen Insel ausgenutzt, das unterschiedliche Wetter. Bei uns war es windig und nur wenig über 20°C, so dass wir gegen elf Uhr Richtung Süden, zur Südspitze der Insel aufbrachen. Dort ist es meist sonnig, auch wenn der Rest der Insel unter Wolken ist. Und so war es auch, schon ab Inselmitte war es sonnig, die Wolken hingen an der Nordseite. La Restinga bereitet sich auf die elfte OpenFotoSub vor, einen Wettbewerb der Unterwasserfotografie, der nächste Woche dort ausgetragen wird. Dann ist dieser sonst so verschlafene Ort voller Taucher und Zuschauer, Presseleute und Betreuer.
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Heute schon landete der Hubschrauber unter großen Getöse am Ende der Kaimauer neben dem großen Zelt, das auch extra für diese Veranstaltung aufgebaut wird. Wir konnten im angenehm temperierten Wasser schwimmen und schnorcheln, zum Glück diesmal unfallfrei, und die bunten Fische beobachten.
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Danach, und das ist wie ein Ritual, gehen wir im "Refugio" essen, einem Lokal, das hervorragenden Fisch zubereitet und serviert. Aber etwas ganz Besonderes sind immer die "Camarones", Scampi oder Krabben, wie immer wir sie sonst nennen wollen, die jeden Tag frisch serviert werden, oder eben nicht, das haben wir leider auch schon mehrfach erlebt. Heute jedoch waren sie verfügbar, und wir haben sie genossen. Umso mehr, weil wir fast zwölf (!) Monate darauf verzichtet haben. Warum wir keine Scampis in Deutschland essen? Weil sie geschmacklich so hinter den hier servierten zurückfallen, dass es sich nicht lohnt. Die hier servierten haben einen sensationell guten Eigengeschmack, der bei den bei uns verkauften nicht annähernd vorhanden ist. So sieht eine Vorspeise für zwei aus:
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Freitag, 19. Oktober 2007

Altbekanntes und Neues

Diesmal haben sie uns mit 16.500 km ein relativ neues Auto gegeben, einen C3. Wir nahmen "unser Haus" wieder in Besitz, was natürlich nicht unser Haus ist, sondern das wir gemietet haben und in dem wir wohnen, wenn wir auf der Insel sind. Wir räumten unsere Sachen ein, räumten auch ein wenig um, speziell den großen Tisch wollen wir an einem anderen Platz haben. Unsere Vermieterin hat das Haus mit weiteren Accessoires mit Kuhmotiven ausgeschmückt, und draußen auf der Terrasse fanden wir vier Sessel und einen Tisch vor, so dass wir jetzt ganz gemütlich draußen sitzen können. Auch ein kleiner Sonnenschirm wartet auf Gebrauch. Dafür hat das Geschirr weiter abgenommen. Nur eine Glasschüssel ist ziemlich wenig, auch Gläser könnten ein paar mehr da sein. Wenn es nicht so mühsam wäre, sie per Flugzeug - Fähre zu transportieren, hätte ich gern vom großen Vorrat von zu Hause beigesteuert.

Die nächste freudige Überraschung erwartete uns am Nachmittag. Wir standen an der Bucht mit dem Schwimmbecken in El Golfo, am Sonnenuntergangsplatz, einige Stunden zu früh, lauschten der Brandung. Und wer tauchte laut miauend vor uns auf? Der Kater, den wir vor zwei Jahren Bobby getauft hatten, und der es nun schon zwei lange Jahre geschafft hat, dort zu überleben. Später haben wir ihm Futter gebracht und werden ihn verwöhnen so lange wir in der Nähe sind. Er hat große Angst vor dem Hund, der auch an diesem Platz überlebt, zum Glück konnte ich den Hund in Schach halten, bis der kleine Kater seine Mahlzeit hinuntergeschlungen hatte. Da dies nicht nach Katzenart ist, kann ich mir das Ausmaß seines Hungers vorstellen.

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Kreuzfahrer auf El Hierro

Nach den Problemen im letzten Jahr bei Hin- und Rückreise nach und von El Hierro gingen wir diesmal auf Nummer sicher und planten gleich eine Übernachtung auf Teneriffa mit ein. Alles klappte prima, am nächsten Morgen bestiegen wir die Fähre und fuhren gut zwei Stunden westwärts. Erst relativ kurz vor der Ankunft konnte man die Insel überhaupt im Dunst erkennen, vorher war sie nur kenntlich, weil sich darüber mehr Wolken gebildet hatten als in der Umgebung. Wir erkannten sie sozusagen am Wolkenberg.

Die eigentliche Überraschung zeigte sich noch später. Hinter der neuen Kaimauer schien ein Schiff zu liegen, an der Stelle, die für Kreuzfahrer vorgesehen ist.
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Äußerst unwahrscheinlich, wann kommt schon mal ein Kreuzfahrtschiff nach El Hierro?
Bei unserem letzten Aufenthalt, einige Monate nach der offiziellen Einweihung der neuen Hafenanlagen, hatten wir nachgefragt, wie viele Schiffe inzwischen da waren, und bekamen zur Antwort, eines. Und für dieses eine Schiff (wohl die Deutschland) hatte man den Hafen umgebaut und die Kaimauer auf das dreifache erweitert, natürlich mit erheblicher finanzieller Unterstützung der EU (27 Millionen Euro, wenn man dem Schild am Hafen glauben darf).
Als die Fähre rückwärts einparkte konnten wir Schiff und Namen erkennen, es war tatsächlich ein Kreuzfahrtschiff, auch noch ein deutsches, und zwar die Bremen.

Sie waren auf der Route von Lissabon nach Teneriffa und legten für 10 Stunden an.
Nach Übernahme des Mietwagens hielten wir noch mal an, um den Hafen mit Fähre und Bremen von oben zu sehen. Ein seltenes Bild.

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Kein Kuss für Oma

SenTheater2007
Einmal im Jahr produziert das Seniorentheater "5te Jahreszeit" ein neues Stück, jedes Mal eine Eigenentwicklung, die über das Jahr aus Improvisationen entsteht. Diesmal heißt das Stück "Kein Kuss für Oma" und handelt von den allbekannten Problemen des Altwerdens. Das Besondere in diesem Jahr ist die Mitwirkung von sechs Jungen und Mädchen, die unter demselben Dach ihre Theatergruppe haben. Jung und alt haben sich diesmal mit Erfolg zusammengetan.
Es ist ein ganz respektables Stück geworden, das in 70 Minuten gespielt wird. Auf einem Markt- oder Spielplatz treffen sich eher zufällig die Bewohner eines nahen Altenheims und der umliegenden Wohnungen, darunter die Kinder. In schnell wechselnden Szenen werden verschiedene Menschentypen und ihre Probleme dargestellt, und kaum ein Klischee wird ausgelassen. Zum Glück bleibt der Humor nicht auf der Strecke, und bald schon wird nach jeder Szene applaudiert.
Da gibt es die strenge Altenpflegerin Gisela, die niemals Zeit hat, das immer noch verliebte Paar Lisl und Gustl, an denen wir beobachten, wie er sie manipuliert. Sie weiss und merkt es, und lässt es doch geschehen. Dann die ehemalige Lehrerin Marie (auf dem A betont: Mári) mit ihrem eingebildeten Hund Fifi. In dem Altenheim darf man keine Tiere halten, klar. Dann Frau Schulz, die sich unendlich allein fühlt und es auch ist, obwohl sie fünf Kinder hat. Aber sie kann ihre Tochter Elise auch ordentlich triezen mit der Tatsache, dass diese wie ihre Geschwister kinderlos ist. Das tut Elise richtig weh, und sie hat kein Mittel dagegen. Sehr eindrucksvoll die vier Damen einer WG (Wohngemeinschaft), davon drei so richtige Beißzangen (das schwäbische Lexikon sagt dafür "böse Frau" als hochdeutschen Ausdruck), die bevorzugt die arme Vierte als ihr Opfer sehen, an dem sie ihre Bosheiten auslassen. Die Berlinerin Frau Breuer, die sich für einen Heimplatz bewirbt und Carlos Gómez, der Kreuzworträtselfan spanischer Herkunft runden die Charaktere der Erwachsenen ab.
Auch bei den Kindern sieht man Bekanntes. Zwei die immer zusammen rumhängen, ein Mädchen, das nicht mitspielen darf, der Junge, der sich alle Sonderwünsche von den Großeltern finanzieren lässt. Und dann Nevin, der keine Großeltern hat und sich eine Oma sucht.
Es ist unterhaltsam gemacht, trotz der ernsten Themen, mit grotesken Übertreibungen. Ohne die wäre das Stück auf Grund der Problemthemen viel zu traurig. Denn leider sind die vielen Klischees, die bemüht werden, viel zu oft Wirklichkeit.

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Herbstlicher Exotischer Garten

Über diesen Garten im englischen Stil hatte ich bereits berichtet. Heute waren wir wieder mal dort. Und jetzt im Herbst sind die Eindrücke ein wenig anders. Die Blätter sind schon leicht verfärbt, aber noch überwiegend auf den Bäumen.
Herbst

Durch die Bäume kann man Schloss Hohenheim erahnen. Dort ist die gleichnamige Universität untergebracht.
Hohenheim

Auf dem nächsten Hügel thront der moderne Monopteros, Aussichtspunkt und Rastplatz in einem.
Monopteros

Dienstag, 25. September 2007

€uroflott

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€uroflott heißt das neue Programm von Tango Five, das momentan im Theaterhaus läuft. Eine witzige, schwungvolle Show, bei der das breite musikalische Können und Repertoire der Gruppe voll zum Tragen kommt.
Diesmal sind sie wirklich zu fünft. Kenner wissen, Tango Five, das sind seit mehr als 20 Jahren nur vier Leute. Von denen fehlt einer, so dass nur drei von der Stammtruppe mit machen, Gregor Hübner, Veit Hübner und Bobbi Fischer. Als Gäste machen Fee Hübner, die Schwester der beiden anderen Hübners, und Patrick Manzecchi das Quintett komplett.
Die Show hangelt sich an der Story entlang, nach der fünf Musiker aus der russischen Fantasierepublik "Molvanien" den Weg in den goldenen Westen und zum Geld suchen. Dass das nicht glatt geht, ist anzunehmen und wird uns mit jeder Menge Musik vorgeführt. Dafür ist das Ende um so besser, Grammy-Verleihung.
Das Programm ist nicht nur musikalisch anspruchsvoll, die Musiker versuchen sich in den unterschiedlichsten Rollen, durchaus schweisstreibend, einschließlich Männerballett, was ja an sich schon die Lachmuskeln strapaziert. Dieser tänzerische Kampf "dies ist meine Ballettstange" war große Klasse. Auch dass man Cello sechshändig spielen kann, wobei das Instrument gleichzeitig auch noch als Trommel dient, ist sehenswert.
Am besten gefällt mir an jeder Tango Five Vorstellung, dass diese hervorragenden Musiker selbst so großen Spaß am Musizieren haben. Diese Freude ist regelrecht ansteckend und auch für uns Zuhörer sehr motivierend. Bravo, Tango Five, wieder mal gut gemacht!

Sonntag, 23. September 2007

Berlin, die alte Mitte

Geht man einmal die Straße Unter den Linden weiter nach Osten, und hat man die Schlossbrücke passiert, ist man in der alten Mitte von Berlin.

Als erstes linker Hand das Alte Museum am Lustgarten, erbaut von Schinkel und auf einer aktuellen 55-Cent-Briefmarke zu sehen.

Als nächstes der Berliner Dom.


Noch ein wenig weiter ein Platz mit dem Neptunbrunnen.


An der anderen Seite des Platzes die älteste Kirche in Berlin, St. Marien.


Schlussendlich gegenüber das Rote Rathaus.

Anziehungspunkt Schloss Sanssouci


Es ist ein kleines Schloss, das Schloss Sanssouci, von und für Friedrich den Großen von 1745-1747 erbaut. Es hat nicht mal einen Keller, sollte nur für das Leben des Königs "halten". Zum Glück war es doch ein wenig haltbarer. Es liegt auf einem Weinberg, mitten in der Natur.

Dort wollte der König auch begraben werden, sein Nachfolger führte jedoch seinen Wunsch nicht aus. Erst 1991, an seinem 205. Todestag, wurden die sterblichen Überreste Friedrichs des Großen in der schon zu seinen Lebzeiten eingerichteten Gruft, auf Höhe der Terrasse, neben seinem Schloss und neben seinen Hunden, beigesetzt.

Neben Blumen liegen auf seinem Grab fast immer rohe Kartoffeln, zum Dank dafür, dass Friedrich den Kartoffelanbau in Preußen gefördert hat.

Samstag, 22. September 2007

Anziehungspunkt Schloss Cecilienhof

Das Schloss liegt in einem Park, dem Neuen Garten, und nahe am Jungfernsee. Es wurde von 1913 bis 1917 für den damaligen Kronprinzen Wilhelm und seine Frau Cecilie im englischen Landhausstil des 16. Jahrhunderts erbaut.

Das Kronprinzenpaar wohnte dort ab 1917 und nach der Abdankung des Kronprinzen bis 1945. Vom 17. Juli bis 2. August 1945 fand im unzerstörten Schloss die Potsdamer Konferenz statt, in der Truman (USA), Stalin (UdSSR) und Churchill (England) festlegten, wie es mit dem besiegten Deutschland weitergehen sollte. Durch die Lage von Cecilienhof in der russischen Zone war Stalin sozusagen Hausherr, und er war von allen Konferenzteilnehmern auch am besten vorbereitet.

Der rote Stern erinnert jeden Sommer wieder an die Konferenz.

Hinter diesen Fenstern wurde getagt.