Die kanarische Küche, vor allem hier auf dieser kleinen Insel, ist sehr reell, geübt, das Vorhandene zu verarbeiten, ohne Brimborium oder Schnickschnack. Die Herreños haben auch gelernt, dass die Fremden gerne Fisch essen, und so findet man fast überall ein Angebot an Fisch, sei er nun gefroren, oder tagesfrisch gefangen. Die Fische, die es hier gibt, haben ihre eigenen Namen, die den Spanischen nicht entsprechen, denn schon vor über 10 Jahren, als ich in der Spanischstunde nach Reisen auf die Kanaren berichten sollte, was wir gegessen hatten, entspann sich regelmäßig folgender Dialog:
"Viel Fisch." - "Welchen Fisch?" Und da ich diese Frage natürlich erwartet hatte, hatte ich mir die Namen aufgeschrieben, manchmal extra gefragt, wie der Fisch nun heißt. Die Enttäuschung war beiderseits groß, denn mein Lehrer, gebürtig aus Kastilien und dort und im Baskenland aufgewachsen, konnte mit den Namen, die ich den ganzen Urlaub über zusammengetragen hatte, partout nichts anfangen. Einige Jahre später und nach Einführung des Internets zeigten mir Freunde eine wunderschön gemachte private Seite, die man findet, so man in Google "Fische der Kanaren" als Suchbegriff eingibt. Nach jedem Urlaub in der ersten Spanischstunde kommt nun wieder die Frage: "Was habt ihr gegessen?" - "Viel Fisch." - "Welchen Fisch?" Und dann bin ich präpariert und kann dank der Internetseite nun kanarische, deutsche und spanische Namen hersagen.
Da wir bisher essensmäßig nicht so gut drauf waren, kann ich nicht so viel aufzählen, was wir diesmal schon gegessen haben, aber im immer noch sehr guten Fischlokal "El Refugio" im Süden werden die guten Sorten vom Kellner Manolo alle runtergerasselt: Gallo, Vieja, Pámpano, Peto, Sama, Cherne und Alfonsiño. Die Auswahl ist Tag für Tag verschieden. Die Fische werden meist "a la plancha", also gebraten zubereitet, die größeren und dafür geeigneten auch in der Mitte aufgeschnitten ("a la espada"). Als Würze ein wenig Zitronensaft und Mojo, die hausgemachte kanarische Sauce, die meist in 2 Varianten serviert wird: grün und mild, rot und ein wenig scharf. Kartoffeln nach Wahl, Salzkartoffeln, Pommes Frites oder mehr kanarisch Papas Arrugadas, "Runzelkartoffeln", in ziemlich salzigem Wasser gekochte Pellkartoffeln, deren Haut sich nach dem Abkühlen leicht kräuselt. Mit so einem Fisch ist man meist sehr gut bedient.
Zwei Vorspeisen muss ich unbedingt erwähnen, einmal Lapas, Napfmuscheln, die sehr sauberes Wasser brauchen und die wir von Teneriffa kennen, die es auf El Hierro aber in größerer Anzahl gibt. Sie werden eher gesammelt als gefangen, denn sie sitzen fest auf Felsen, von denen man sie mit dem Messer entfernen muss, entweder man kraxelt dazu bei Ebbe auf den Felsen herum, oder man muss dazu ins Wasser. Die Lapas werden in einer Grillpfanne mit einer Olivenöl-Kräutermischung heiss gemacht. Man isst (natürlich!) Weissbrot dazu und tunkt die Sauce. Die zweite köstliche Vorspeise, auf die wir uns ein ganzes Jahr gefreut haben, nennt sich Camarrones, das sind Scampi - Krabben. Die Größe variiert (inklusive Kopf) von 2cm bis 4cm. Man bekommt sie frisch abgekocht und pult selbst. So richtig köstlich schmecken sie aber nur im El Refugio, wie wir letzte Woche festgestellt haben, wo sie wohl wirklich fangfrisch verarbeitet werden und nicht erst tiefgefroren sind.
Freitag, 14. Oktober 2005
Donnerstag, 13. Oktober 2005
Badeplätze II
La Restinga heisst der Fischerhafen im Süden der Insel. Erst ab der 50-er Jahre des vorigen Jahrhunderts erbaut, zeichnet er sich vor allem durch seine abgrundtiefe Hässlichkeit aus. Um solche Häuser zu bauen, braucht man keine Architekten, einfach nur vier Wände, ein Fenster und einen Eingang. Auch hier ist der Hafen erst durch eine Mole mit einer überdimensionierten Betonmauer entstanden, es gibt keine natürliche Bucht für den Hafen. Bis heute kannten wir den Ort nur verschlafen, einige wenige Touristen, meist zum Tauchen da, einige Einheimische, einige Fischer, die meist im Lauf des Nachmittags mit ihren Booten einlaufen und den Fang des Tages ausladen.
Heute jedoch konnte man schon nicht bis ans Wasser fahren, an der Mole war ein großes Zelt aufgebaut, davor jede Menge Leute, und jede Menge Schlauchboote für Taucher im Wasser. Nun, es lief ein Wettbewerb für Unterwasserfotos, 9. Foto Open-Sub. (Bilder voriger Wettbewerbe und Informationen über den aktuellen kann man im Internet sehen.) Die Teilnehmerfotos entstehen erst im Lauf der Wettbewerbstage, bei diversen Tauchgängen, zu denen die Leute eingeteilt werden. Im großen Zelt war eine Ausstellung über Flora und Fauna des Meeres, über die Schäden, die wir ihnen zufügen, mit lebenden Beispielen in verschiedenen Aquarien. Im Zelt war es unerträglich laut, da vermutlich alle Schulklassen, die es auf der Insel gibt, an diesem Vormittag durch diese Ausstellung geschleust wurden. Vielleicht haben sie auch noch Schulklassen importiert, der Lärm und die Unruhe, die sie verbreitet haben, war auf jeden Fall enorm.
Wir aßen hervorragenden Fisch und schnorchelten bzw. badeten. Bis dahin waren auch alle Tauchgänge beendet, und wir sahen, wozu die großen wassergefüllten Eimer (wie eine kleine Mülltonne, ca. 60 Liter) gut waren, die uns schon am Vormittag aufgefallen waren: zum Ausspülen der Sachen. Alle Masken, Westen, Tauchanzüge mit allem drum und dran wurden durch dieses Wasser gezogen und dann an einer Ecke neben dem Zelt auf vorbereitete Kleiderständer aufgehängt. Am Samstagabend finden die Siegerehrung und anschließend ein großes Fest statt. Ob und wo die Fotos zu sehen sind, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Sicherlich im Internet, aber sonstwo???
Wir verließen La Restinga bei 26°C und fuhren 35 km und ca. 1650 Höhenmeter bis zu unserem Haus. Dazwischen hatten wir dichte Wolken und Nebel, und die Temperatur sank auf 16°C. Bei uns am Haus hatte es angenehme 22°C und Sonne. Das ist typisch für diese Insel.
Heute jedoch konnte man schon nicht bis ans Wasser fahren, an der Mole war ein großes Zelt aufgebaut, davor jede Menge Leute, und jede Menge Schlauchboote für Taucher im Wasser. Nun, es lief ein Wettbewerb für Unterwasserfotos, 9. Foto Open-Sub. (Bilder voriger Wettbewerbe und Informationen über den aktuellen kann man im Internet sehen.) Die Teilnehmerfotos entstehen erst im Lauf der Wettbewerbstage, bei diversen Tauchgängen, zu denen die Leute eingeteilt werden. Im großen Zelt war eine Ausstellung über Flora und Fauna des Meeres, über die Schäden, die wir ihnen zufügen, mit lebenden Beispielen in verschiedenen Aquarien. Im Zelt war es unerträglich laut, da vermutlich alle Schulklassen, die es auf der Insel gibt, an diesem Vormittag durch diese Ausstellung geschleust wurden. Vielleicht haben sie auch noch Schulklassen importiert, der Lärm und die Unruhe, die sie verbreitet haben, war auf jeden Fall enorm.
Wir aßen hervorragenden Fisch und schnorchelten bzw. badeten. Bis dahin waren auch alle Tauchgänge beendet, und wir sahen, wozu die großen wassergefüllten Eimer (wie eine kleine Mülltonne, ca. 60 Liter) gut waren, die uns schon am Vormittag aufgefallen waren: zum Ausspülen der Sachen. Alle Masken, Westen, Tauchanzüge mit allem drum und dran wurden durch dieses Wasser gezogen und dann an einer Ecke neben dem Zelt auf vorbereitete Kleiderständer aufgehängt. Am Samstagabend finden die Siegerehrung und anschließend ein großes Fest statt. Ob und wo die Fotos zu sehen sind, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Sicherlich im Internet, aber sonstwo???
Wir verließen La Restinga bei 26°C und fuhren 35 km und ca. 1650 Höhenmeter bis zu unserem Haus. Dazwischen hatten wir dichte Wolken und Nebel, und die Temperatur sank auf 16°C. Bei uns am Haus hatte es angenehme 22°C und Sonne. Das ist typisch für diese Insel.
Katzen II
Drei der hier zumeist bedauernswerten Geschöpfe haben wir vor 2 Tagen innerhalb kurzer Zeit getroffen, alle drei bekamen ein wenig zu fressen. Die erste, kleinste und bedauernswerteste der drei lag neben dem Sonnenuntergangsplatz, einen Meter nach dem Geländer, und schlief. Ich holte vom Vorrat aus dem Auto, N warf ihr Stückchen davon zu, sie nahm sie, aber relativ uninteressiert. Wir vermuten, sie war krank, wahrscheinlich auch dehydriert, und eine Wasserschüssel hatten wir nicht dabei. Schließlich hat sie doch alles gefressen.
Auf dem Weg zum Restaurant, nur wenige Meter weiter, sahen wir eine größere weiße Katze, nur Haut und Knochen. Sie bekam das zweite Futter, das wir dabei hatten, nachdem wir aus dem Restaurant wieder herauskamen.
Die dritte und schönste, mit durchaus glänzendem, schwarzen Fell, war die Restaurantkatze. Sie maunzte jeden Tisch an, der etwas zu essen darauf hatte, und wurde bei uns natürlich fündig. Wir gaben ihr Fisch und ein wenig Fleisch von Vitello Tonnato (ohne Tonnato), die ganze Zeit maunzte sie weiter. Taktisch unklug. Danach jedoch war sie ruhig, da offensichtlich gesättigt.
Einen Tag später haben wir die Kleine, getigerte wieder am selben Platz getroffen. Sie kam fast angerannt, als ob sie uns wiedererkannt hätte. Sie hat wieder etwas gefressen, und N hat ihr Wasser hingestellt. Dem Ingenieur ist bekanntlich nichts zu schwör, den Boden einer Plastikwasserflasche kann man wenige Zentimeter hoch abschneiden, dann hat man ein Trinkgefäß. Eine Plastikwasserflasche behält man übrig für den Wassertransport. Jetzt müssen wir nur noch genügend Wasser trinken, damit wir genügend leere Flaschen haben. Das sind Aufgaben!
Noch einen Tag später kann ich der kleinen Graugetigerten schon zusagen, dass wir leckeren Fisch für sie dabeihaben, so sie sich nur zeigt. (2 Stunden später ...) Inzwischen hat sie ihn gemampft, und das Wasserschälchen ist auch wieder aufgefüllt.
Auf dem Weg zum Restaurant, nur wenige Meter weiter, sahen wir eine größere weiße Katze, nur Haut und Knochen. Sie bekam das zweite Futter, das wir dabei hatten, nachdem wir aus dem Restaurant wieder herauskamen.
Die dritte und schönste, mit durchaus glänzendem, schwarzen Fell, war die Restaurantkatze. Sie maunzte jeden Tisch an, der etwas zu essen darauf hatte, und wurde bei uns natürlich fündig. Wir gaben ihr Fisch und ein wenig Fleisch von Vitello Tonnato (ohne Tonnato), die ganze Zeit maunzte sie weiter. Taktisch unklug. Danach jedoch war sie ruhig, da offensichtlich gesättigt.
Einen Tag später haben wir die Kleine, getigerte wieder am selben Platz getroffen. Sie kam fast angerannt, als ob sie uns wiedererkannt hätte. Sie hat wieder etwas gefressen, und N hat ihr Wasser hingestellt. Dem Ingenieur ist bekanntlich nichts zu schwör, den Boden einer Plastikwasserflasche kann man wenige Zentimeter hoch abschneiden, dann hat man ein Trinkgefäß. Eine Plastikwasserflasche behält man übrig für den Wassertransport. Jetzt müssen wir nur noch genügend Wasser trinken, damit wir genügend leere Flaschen haben. Das sind Aufgaben!
Noch einen Tag später kann ich der kleinen Graugetigerten schon zusagen, dass wir leckeren Fisch für sie dabeihaben, so sie sich nur zeigt. (2 Stunden später ...) Inzwischen hat sie ihn gemampft, und das Wasserschälchen ist auch wieder aufgefüllt.
Dienstag, 11. Oktober 2005
Die Aubergine in Don Quijote
Wer kennt das nicht? Man liest etwas, und dann springt einen ein Wort fast an, das man in einem ganz anderen Zusammenhang kennt oder erst vor kurzem gelesen hat. So ging es mir mit dem Wort Aubergine bzw. berenjena, wie es auf Spanisch heißt. Es machte auf einmal "pling", wie wenn zwei Stoffe eine neue Verbindung eingehen. Es geht um folgende beiden Bücher: 1. Miguel de Cervantes Saavedra "Don Quixote", insel taschenbuch 109; 2. G. Aparicio "Spanisch für Besseresser Band I", Schmetterling Verlag.
Zur Situation: wir machen Urlaub, und als ernsthafte Lektüre muss dieses Mal der Don Quixote "dran glauben", mehr zur Unterhaltung und auch, weil man daraus manche Anregung für die Ferienküche in Spanien ziehen kann, ist auch der Besseresser im Gepäck. Einen ersten Zusammenhang kann man gleich und einfach herstellen, beide Autoren sind gebürtige Spanier, und G. Aparicio kennt den Don Quixote sehr gut.
Hier soll es aber um eine ganz anderen Zufall gehen, und der liegt in der zeitlichen Abfolge meiner Lektüre dieser beiden Bücher, die vordergründig nichts miteinander zu tun haben. Um mit dem später entstandenen Buch zu beginnen: G. Aparicio beschreibt im Kapitel VIII La berenjena, un amor tardío, dass er von einer türkischen Freundin die Grundzubereitung der Aubergine, denn nichts anderes heißt "berenjena", gelernt hat. Diese Grundzubereitung ist Voraussetzung für eine Reihe von Rezepten, die hier aber nichts zur Sache tun. Er erwähnt noch, dass diese Freundin ihn und seine Frau mit regelrechten Banketten beschenkt, bei denen niemals Gerichte mit Auberginen fehlen.
Der Don Quixote, dessen erster Band vor genau 400 Jahren erschienen ist, verweist in Kapitel 9 darauf, dass die ganze Geschichte von Don Quixote nicht etwa von Cervantes erfunden ist, nein, Cervantes behauptet, sie stamme von einem arabischen Geschichtschreiber namens Sidi Hamet-Benengeli, und er, Cervantes, habe nur die Übersetzung beauftragt. In der deutschen Ausgabe des insel taschenbuchs 109 steht dazu nun die Fußnote auf Seite 125: "Cervantes folgte dem Geschmack jener Zeit, indem er seinen Don Quixote von einem Mohren verfaßt sein läßt. Das arab. Bedengeli = span. >berengena<(Aubergine), der >Eierapfel<; nicht, wie oft erklärt wird, Hirschsohn (Cervantes). Im 2. Teil 2. Kapitel nennt Sancho den Araber Sidi Hamet-Berengena." So weit die Fußnote in Teil 1, Kapitel 9, abgesehen von der Ungenauigkeit von "Benengeli" im Text zu "Bedengeli" in der Fußnote. Diese hatte ich schon lange vergessen, als ich nun genau im bereits erwähnten Teil 2, Kapitel 2 folgendes las. Sancho Pansa berichtet seinem Herrn Don Quixote, was "hier im Ort ... beim Volk, bei Junkern und Rittern" über ihn gesprochen wird. ">>... er sagte mir gleich, ... die Geschichte Eurer Gnaden sei bereits in ein Buch gebracht mit dem Titel: Der sinnreiche Junker Don Quixote de la Mancha. Auch sagte er ferner, daß meiner in dieser Geschichte Erwähnung geschehn sei unter meinem eignen Namen Sancho Pansa, sowie des Fräuleins Dulcinea del Toboso und andrer Dinge, die sich mit uns unter vier Augen zugetragen haben; und alles so genau, daß ich mich vor Entsetzen bekreuzen mußte, da es mir unbegreiflich ist, wie der Geschichtschreiber darum wissen konnte. ... mein Gewährsmann - nennt den Verfasser unsrer Geschichte Sidi Hamet-Berengena.<< >>Das ist ein Mohrenname<<>>Ohne Zweifel,<<>>denn ich habe sagen hören, daß die meisten Mohren Eieräpfel sehr lieben.<<" Hier steht nun wieder eine Fußnote> "Berengena = Eierapfel(>Aubergine<)." Allerdings zeigen die folgenden Kapitel, dass Sancho gerne Wörter verwechselt, und so ändert sich auch wieder berengena in benengeli.
Genug der Zitate. Ist es nicht merkwürdig, dass die Türken heutzutage Liebhaber der Aubergine sind und dass bereits im weltberühmten Roman von 1605 (bzw. 1615 als Erscheinungsjahr für Teil 2) der Araber (=Mohr) als Freund der Aubergine bezeichnet wird? Und das entdecke ich ganz zufällig im Urlaub!
Zur Situation: wir machen Urlaub, und als ernsthafte Lektüre muss dieses Mal der Don Quixote "dran glauben", mehr zur Unterhaltung und auch, weil man daraus manche Anregung für die Ferienküche in Spanien ziehen kann, ist auch der Besseresser im Gepäck. Einen ersten Zusammenhang kann man gleich und einfach herstellen, beide Autoren sind gebürtige Spanier, und G. Aparicio kennt den Don Quixote sehr gut.
Hier soll es aber um eine ganz anderen Zufall gehen, und der liegt in der zeitlichen Abfolge meiner Lektüre dieser beiden Bücher, die vordergründig nichts miteinander zu tun haben. Um mit dem später entstandenen Buch zu beginnen: G. Aparicio beschreibt im Kapitel VIII La berenjena, un amor tardío, dass er von einer türkischen Freundin die Grundzubereitung der Aubergine, denn nichts anderes heißt "berenjena", gelernt hat. Diese Grundzubereitung ist Voraussetzung für eine Reihe von Rezepten, die hier aber nichts zur Sache tun. Er erwähnt noch, dass diese Freundin ihn und seine Frau mit regelrechten Banketten beschenkt, bei denen niemals Gerichte mit Auberginen fehlen.
Der Don Quixote, dessen erster Band vor genau 400 Jahren erschienen ist, verweist in Kapitel 9 darauf, dass die ganze Geschichte von Don Quixote nicht etwa von Cervantes erfunden ist, nein, Cervantes behauptet, sie stamme von einem arabischen Geschichtschreiber namens Sidi Hamet-Benengeli, und er, Cervantes, habe nur die Übersetzung beauftragt. In der deutschen Ausgabe des insel taschenbuchs 109 steht dazu nun die Fußnote auf Seite 125: "Cervantes folgte dem Geschmack jener Zeit, indem er seinen Don Quixote von einem Mohren verfaßt sein läßt. Das arab. Bedengeli = span. >berengena<(Aubergine), der >Eierapfel<; nicht, wie oft erklärt wird, Hirschsohn (Cervantes). Im 2. Teil 2. Kapitel nennt Sancho den Araber Sidi Hamet-Berengena." So weit die Fußnote in Teil 1, Kapitel 9, abgesehen von der Ungenauigkeit von "Benengeli" im Text zu "Bedengeli" in der Fußnote. Diese hatte ich schon lange vergessen, als ich nun genau im bereits erwähnten Teil 2, Kapitel 2 folgendes las. Sancho Pansa berichtet seinem Herrn Don Quixote, was "hier im Ort ... beim Volk, bei Junkern und Rittern" über ihn gesprochen wird. ">>... er sagte mir gleich, ... die Geschichte Eurer Gnaden sei bereits in ein Buch gebracht mit dem Titel: Der sinnreiche Junker Don Quixote de la Mancha. Auch sagte er ferner, daß meiner in dieser Geschichte Erwähnung geschehn sei unter meinem eignen Namen Sancho Pansa, sowie des Fräuleins Dulcinea del Toboso und andrer Dinge, die sich mit uns unter vier Augen zugetragen haben; und alles so genau, daß ich mich vor Entsetzen bekreuzen mußte, da es mir unbegreiflich ist, wie der Geschichtschreiber darum wissen konnte. ... mein Gewährsmann - nennt den Verfasser unsrer Geschichte Sidi Hamet-Berengena.<< >>Das ist ein Mohrenname<<>>Ohne Zweifel,<<>>denn ich habe sagen hören, daß die meisten Mohren Eieräpfel sehr lieben.<<" Hier steht nun wieder eine Fußnote> "Berengena = Eierapfel(>Aubergine<)." Allerdings zeigen die folgenden Kapitel, dass Sancho gerne Wörter verwechselt, und so ändert sich auch wieder berengena in benengeli.
Genug der Zitate. Ist es nicht merkwürdig, dass die Türken heutzutage Liebhaber der Aubergine sind und dass bereits im weltberühmten Roman von 1605 (bzw. 1615 als Erscheinungsjahr für Teil 2) der Araber (=Mohr) als Freund der Aubergine bezeichnet wird? Und das entdecke ich ganz zufällig im Urlaub!
Montag, 10. Oktober 2005
Badeplätze I
Lange, feine Sandstrände sind auf den westlichen kanarischen Inseln kaum zu finden. Auf El Hierro sind die Badestrände besonders selten, selbst wenn man schwarzen Sand als "normal" akzeptiert. Baden kann man aber dennoch, und zwar in Buchten bzw. in Becken. Fall 1 sind natürliche Buchten, die z.B durch Felsen vor Brandung und Strömung geschützt sind, bei Fall 2 wurden Wände betoniert, so dass eine Art Schwimmbecken im Meer und mit Meerwasser entstanden ist. Fall Nr. 3 tritt ein, wenn an der felsigen, steinigen, doch relativ geraden Küste Ein- und Ausstiege ins Meer durch Treppen und Leitern geschaffen wurden.Unser erstes Bad im Meer beim diesjährigen Aufenthalt war heute in La Caleta. Das liegt an der Ostküste zwischen Flughafen und Hafen. Fall Nr. 3 trifft hier zu, die Küste ist ziemlich gerade, keine Bucht, es gibt einige Einstiege ins Meer, aber auch 3 Schwimmbecken und (mindestens) eine Dusche. N badete im Meer, und hatte auch gleich die Taucherbrille mit Schnorchel dabei. Er war total begeistert. Bereits auf der Leiter konnte er die ersten Schwärme von kleinen Fischen ausmachen, in unvorstellbarer Anzahl. Die Fische waren wohl 3-5 cm lang, und besonders faszinierend erschien der Lichtwechsel, wenn der ganze Schwarm auf einmal die Richtung ändert. Formationstanz nennen das die Menschen. In einem Umkreis von wenigen Metern wurde der ganze Fischreichtum sichtbar. Es gab mittelgroße Fische in Gruppen von 30-40, die friedlich und unbekümmert an den Felsen asten, dann sah man größere Fische nur vereinzelt und in größerer Tiefe (2-3m). Eine ganz große Vielfalt an unterschiedlichen farbigen Arten, wie im Aquarium, auch in entsprechender Größe, konnte man ebenfalls in Küstennähe bewundern. Es gab so viel auf so kleiner Fläche unter Wasser zu bewundern, dass N kaum Strecke im Wasser zurücklegte, alles Sehenswerte war bis in 2 Meter Wassertiefe zur Stelle.
Der Katzenvater
Als wir dieses kleine, nette Haus beim letzten Mal bewohnten, lebten im Garten zwei Katzen. Sie hatten einen Unterschlupf und es war genug Trockenfutter verfügbar. Wir haben nicht damit gerechnet, sie oder andere Katzen wieder vorzufinden und so ist es auch: dieses Mal keine Katzen. Unser Katzenvater war und ist natürlich schon ein wenig traurig, so gar keine Viecher zur Betreuung zu haben.
Gestern Abend waren wir essen, und weil Sonntag war, und weil es am Sonntag in Spanien meist gebratenes Huhn gibt, haben wir uns eine Hühnerbraterei ausgesucht. Das Brathähnchen war, kurz gesagt, nichts, die Haut verbrannt, das Fleisch trocken, vermutlich vom Mittag übriggeblieben. Aber viel wichtiger: plötzlich sah ich hinter einem Blumentopf eine kleine Katze, vielleicht 4 Monate alt. Sie ging dem Bedienungspersonal sehr betont aus dem Weg. N kundschaftete das Terrain aus und fand, dass sie auf dem Nachbargrundstück gute Rückzugsmöglichkeiten hatten. Die oder der Kleine war auch nicht allein, es gab noch eine(n) dieser Größe und eine größere Katze, vermutlich die Mama. Da war es für unseren Katzenvater ein Leichtes, einen Großteil der trockenen Hühnerbrust auszulösen, die gewürzte Haut zu entfernen, und den Katzen diese Köstlichkeit aufs Nachbargrundstück zu bringen. Mit ein wenig Nachhilfe fanden sie das Fleisch, und es war für sie überaus köstlich.
So gelingt es selbst ganz nebenbei und unerwartet, der Rolle des hilfreichen Katzenvaters gerecht zu werden.
Gestern Abend waren wir essen, und weil Sonntag war, und weil es am Sonntag in Spanien meist gebratenes Huhn gibt, haben wir uns eine Hühnerbraterei ausgesucht. Das Brathähnchen war, kurz gesagt, nichts, die Haut verbrannt, das Fleisch trocken, vermutlich vom Mittag übriggeblieben. Aber viel wichtiger: plötzlich sah ich hinter einem Blumentopf eine kleine Katze, vielleicht 4 Monate alt. Sie ging dem Bedienungspersonal sehr betont aus dem Weg. N kundschaftete das Terrain aus und fand, dass sie auf dem Nachbargrundstück gute Rückzugsmöglichkeiten hatten. Die oder der Kleine war auch nicht allein, es gab noch eine(n) dieser Größe und eine größere Katze, vermutlich die Mama. Da war es für unseren Katzenvater ein Leichtes, einen Großteil der trockenen Hühnerbrust auszulösen, die gewürzte Haut zu entfernen, und den Katzen diese Köstlichkeit aufs Nachbargrundstück zu bringen. Mit ein wenig Nachhilfe fanden sie das Fleisch, und es war für sie überaus köstlich.
So gelingt es selbst ganz nebenbei und unerwartet, der Rolle des hilfreichen Katzenvaters gerecht zu werden.
Samstag, 8. Oktober 2005
Die Obstkarte
Welch wunderbares Frühstück wir geniessen können, und alles frisch aus dem Garten: reife Mangos von einem Geschmack, den ich bei einer in Mitteleuropa gekauften Mango noch nie so gut getroffen habe, süsse Weintrauben, Aprikosen, Feigen, und als Krönung eine halbe Maracuja. Das ist für mich die beste Frucht überhaupt, es gibt sie dieses Jahr leider nur wenig. Sie sieht aus wie eine runde Zitrone, hat eine ziemlich dicke Schale, und wenn man sie halbiert, steigt der köstlichste Duft auf, den man sich denken kann. Eine Mischung aus Saft und Kernen steckt im Innern der Frucht, die man einfach auslöffelt. Geschmack und Geruch sind unglaublich intensiv, ein wenig süss, ein wenig angenehm säuerlich, einfach köstlich.
Eben haben wir noch Ananas und Bananen gekauft, diese beiden Sorten werden hier verstärkt angebaut, wobei die Ananas die Banane nach und nach verdrängt. Ananas braucht weniger Wasser als Banane, ist nicht so windempfindlich, und erziehlt höhere Preise. Die hiesige Ananas ist sehr aromatisch, das Fruchtfleisch ist eher weiss als gelb, ganz köstlich.
Genug Kulinarisches für heute. Hier ein Foto, einige Tage später entstanden:
Eben haben wir noch Ananas und Bananen gekauft, diese beiden Sorten werden hier verstärkt angebaut, wobei die Ananas die Banane nach und nach verdrängt. Ananas braucht weniger Wasser als Banane, ist nicht so windempfindlich, und erziehlt höhere Preise. Die hiesige Ananas ist sehr aromatisch, das Fruchtfleisch ist eher weiss als gelb, ganz köstlich.
Genug Kulinarisches für heute. Hier ein Foto, einige Tage später entstanden:
Wir Regenmacher
Heute früh, gleich nach dem Aufstehen, fing es ein wenig an zu nieseln, und dann sah man einen grossen, sehr breiten Regenbogen mit äusserst intensiven Farben. Er umspannte einen vollständigen Halbkreis, und an beiden Enden war er sogar doppelt. Etwas später kam ein richtiger Regenschauer, und ganz im Gegensatz zu sonst freuten wir uns, dass es regnete. Unsere Vermieterin, Doña Mari, freut sich immer überaus, wenn wir ihr berichten können, dass es geregnet hat, und so freuen wir uns auch. Es regnet ja nie lange hier, und die Erde ist immer so trocken, dass jeder Tropfen willkommen ist. Bei jedem unserer Aufenthalte hier hat es mehrfach geregnet, so dass wir uns mit gutem Recht als Regenmacher bezeichnen können. Schon am zweiten Tag hat es wieder geklappt.
Freitag, 7. Oktober 2005
Anreise, und was nervt
Am Donnerstag sind wir per Flug von Insel zu Insel von Teneriffa nach El Hierro weitergereist. Man fliegt mit einer Maschine mit Propellerantrieb und 66 Plätzen. Beim Einchecken konnten wir zum wiederholten Mal beobachten, mit welchem Eifer die Canarios die Bildung von Schlangen fördern, wie sie immer wieder schwätzen und telefonieren, so lange, bis aus einem einfachen Einchecken am Schalter ein langwieriger Vorgang geworden ist, der viel Zeit und Nerven benötigt. Wir wissen nicht, ob es einfach an einer anderen Art der Kommunikation miteinander liegt, so dass man nicht einfach und effektiv einen Vorgang abarbeiten kann, sondern darüber sowohl mit dem Kunden, der Kollegin am Nachbarschalter und anderen Kollegen am Telefon reden muss. Vermutlich klingt es jetzt sehr überheblich, aber vor allem das Herumtelefonieren wirkt auf mich einfach nur inkompetent. Nun ja, es ist einfach so, und wenn man sich in diesem Landstrich aufhalten will, muss man es wohl oder übel akzeptieren.
Unser Freund Guillermo Aparicio hat bekanntlich ein Buch "Der Schlangenkunde" geschrieben, in dem er über Erlebnisse beim Schlangestehen geschrieben und über seine nachfolgenden Gedanken berichtet hat. Beim Schlangestehen vor dem Flug nach El Hierro fiel mir nun ein, dass diese Art der Betrachtung vielleicht dadurch entstanden ist, dass man nicht nur auf den Kanaren, sondern auch in Spanien viel mehr Schlange stehen muss, als bei uns. Wem von uns wäre schon dieses Thema eingefallen? (Übrigens, das Buch ist in deutscher Sprache geschrieben, erschienen im Schmetterling-Verlag Stuttgart.)
Unser Freund Guillermo Aparicio hat bekanntlich ein Buch "Der Schlangenkunde" geschrieben, in dem er über Erlebnisse beim Schlangestehen geschrieben und über seine nachfolgenden Gedanken berichtet hat. Beim Schlangestehen vor dem Flug nach El Hierro fiel mir nun ein, dass diese Art der Betrachtung vielleicht dadurch entstanden ist, dass man nicht nur auf den Kanaren, sondern auch in Spanien viel mehr Schlange stehen muss, als bei uns. Wem von uns wäre schon dieses Thema eingefallen? (Übrigens, das Buch ist in deutscher Sprache geschrieben, erschienen im Schmetterling-Verlag Stuttgart.)
Donnerstag, 6. Oktober 2005
Anreise nach El Hierro Teil 1
Das Resumee am Anfang: alles hat wunderbar geklappt, der Flug war pünktlich und sehr angenehm. Vier Stunden und 10 Minuten bis Teneriffa. Über Spanien liessen die Wolken nach, so dass man das Land sehen konnte. Und man sah die Folgen des trockenen Sommers. Nicht nur, dass die Felder braun waren, das ist um diese Jahreszeit meist so, am meisten sah man es an den vielen Stauseen, die man überfliegt. Meterhoch ragten die Staumauern aus dem Wasser, an einem See war es extrem, ich schätze, dass nur noch 10% Wasser drin waren. Bei anderen sah man an den Uferzonen, um wieviele Meter der Wasserspiegel normalerweise höher ist. Dies hochgerechnet auf die Fläche würde ergeben, dass viele tausend Liter Wasser nötig sind, bis wieder einigermassen normale Verhältnisse wiederhergestellt sind.
Wir überflogen Spanien auf der Linie Pamplona - Salamanca. Die portugiesische Küste erreichten wir südlich von Lissabon mit bester Sicht auf den Tejo, die Vasco-da-Gama-Brücke, die Flussmündung, und im Hintergrund auch die Stadt Lissabon. Madeira konnten wir wegen zu vieler Wolken nicht sehen. Der Anflug auf Teneriffa erfolgte auf der für uns ganz ungewöhnlichen Ostseite, von Nord nach Süd. Der nördliche Teil mit Santa Cruz war wolkenverhangen, aber von der Ostseite sah man z. B. den Windmühlenpark. Schade nur, dass mein Kabinenfenster leicht beschlagen war.
Nun sind wir also in Teneriffa, geniessen das schöne Sommerwetter, und heute Nachmittag folgt Teil 2 der Reise, über die ihr vermutlich bald hier lesen könnt.
Wir überflogen Spanien auf der Linie Pamplona - Salamanca. Die portugiesische Küste erreichten wir südlich von Lissabon mit bester Sicht auf den Tejo, die Vasco-da-Gama-Brücke, die Flussmündung, und im Hintergrund auch die Stadt Lissabon. Madeira konnten wir wegen zu vieler Wolken nicht sehen. Der Anflug auf Teneriffa erfolgte auf der für uns ganz ungewöhnlichen Ostseite, von Nord nach Süd. Der nördliche Teil mit Santa Cruz war wolkenverhangen, aber von der Ostseite sah man z. B. den Windmühlenpark. Schade nur, dass mein Kabinenfenster leicht beschlagen war.
Nun sind wir also in Teneriffa, geniessen das schöne Sommerwetter, und heute Nachmittag folgt Teil 2 der Reise, über die ihr vermutlich bald hier lesen könnt.
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