Montag, 5. Oktober 2015

Auswärts. Käseprobe im Piemont.

Unsere letzte Reise ging ja hoch in den Nordosten Europas, in's Baltikum. Da es uns aber meist mehr in den Süden zieht, war ein Besuch in Italien in diesem Jahr auch noch "dran". Wir hatten uns eine bisher nicht bekannte Gegend herausgesucht, das Piemont. Und weil dieser Blog zumindest in Teilen auch ein Foodblog ist, beginnen die Berichte mit einer Käseprobe. Auf dem Weg zum hochgelegenen Reifungsort der Käse kommt man an dieser Teufelsbrücke vorbei. Teufelsbrücke
In Valcasotto, in luftiger Höhe, reifen hier Käse der Firma Beppino Occelli. Die Höhenluft und das Mikroklima sollen besonders gut für die Bildung der "richtigen" Schimmelpilze sein.
Wir durften die Keller besichtigen, in denen der Käse reift, verkleidet mit einem Plastikmantel, einer Haube, und Überziehern für die Schuhe. Wir sahen zum Davonlaufen aus. Bis zu 25.000 Käse können hier reifen, sie benötigen dazu drei bis sechs Monate Zeit. Anschließend können sie noch weiter verfeinert werden, z.B. durch Einreiben mit Whisky oder Barolo.
Käselagerung Regale

Die Käse reifen auf Brettern spezieller Holzarten, die die Schimmelentwicklung fördern.
Käse Detail2

Käse Detail1

Die eckigen Laibe sind aus Rohmilch.
Rohmilchkäse

Der fertige Käse wird transportiert.
Käsetransport

Wir bekamen nach der Käse-Keller-Besichtigung eine Käseprobe serviert, zu essen von oben im Uhrzeigersinn, von mild zu kräftig. Lecker war's!
Käseprobe
Der Ort der Käseprobe ist auf der Karte mit dem grünen Marker gekennzeichnet:

Informationen vor Ort und durch Beppino Occelli

Freitag, 2. Oktober 2015

Essen. Ein Lob aufs Einmachen.

In den letzten Jahren bin ich immer mehr dazu übergegangen, Früchte und Gemüse nicht nur einzufrieren, sondern auch in Gläsern einzumachen. Da wird schon der Gefrierschrank nicht so voll bzw. hat Platz für andere Sachen.
Früher machte meine Mutter ein, mit Weckgläsern, Gummiringen und Klammern, und es gab einen speziellen Topf mit einem Thermometer, in dem die Gläser mit Inhalt sterilisiert wurden. Spannend oder auch frustrierend war es immer anschließend, wenn überprüft wurde, ob die Gläser dicht waren, oder ob die Deckel sich geöffnet hatten, was leider immer wieder vorkam. Dank des Internets und der vielen Foodblogger ist mir in den letzen Jahren klar geworden, dass es heute Alternativen dazu gibt. Zwar sehe ich noch mancherlei Bilder, in denen auch heutzutage Gummiringe und Klammern verwendet werden, aber davon nehme ich sicherheitshalber Abstand. Ich fülle mein Zeugs in Gläser mit Schraubverschluss, die ich vorher im Backofen bei 120 Grad sterilisiert habe. Das ist für mich ohne Stress, und es ist mir noch nie etwas schlecht oder schimmelig geworden.
Seit letztem Jahr koche ich auch Kompott ein, das ist im Winter im morgendlichen Müsli eine fruchtige Abwechslung mit Sauce, ich bin ganz begeistert davon. Momentan sind das Zwetschgen, die nach den Rezepten aus "Österreich Vegetarisch" Seite 152 zu Zwetschgenkompott bzw. Zwetschgenröster verarbeitet werden.

Jetzt habe ich zwei Sachen auf einmal gemacht, einmal Ratatouille im Glas und Tomatensugo. Die Anregung zu Ratatouille im Glas habe ich vom Kuriositätenladen, habe das Rezept aber etwas abgeändert, wie das so üblich ist. Auf dem Markt habe ich endlich nach mehrfachem Nachfragen zweieinhalb Kilo Suppentomaten bekommen, davon sollte ein Teil in das Ratatouille und der Rest ergab Sugo.
Für den Tomatensugo wurden die Tomaten je nach Größe halbiert oder geviertelt, einige Knoblauchzehen dazu, etwas Olivenöl darüber geträufelt und bei 120 Grad im Backofen gegart. Dampf ablassen durch kurzes Öffen der Türe zwischendurch schadet nicht. Die Tomaten durch die flotte Lotte drehen und mit Salz, Pfeffer und dem wunderbaren ungarischen scharfen Paprika würzen.

Für das Ratatouille habe ich Augerginen, Zucchini, Zwiebeln rot und weiß relativ fein gewürfelt, dazu 5 Knoblauchzehen geschält, ganz. Alles auf ein Backblech mit Backpapier gegeben, gesalzen, mit Olivenöl beträufelt. Einige Thymianzweige darüber und bei 180 Grad in den Backofen für 35 bis 40 Minuten. Nach etwa 20 Minuten Gemüse mit zwei Löffeln wenden.
Die Thymianzweige entfernen und die Knoblauchzehen mit einem Löffel zerdrücken. Das Gemüse mit Tomatensugo mischen, bei mir eher weniger, weil das Gemüse vorherrschen soll. Mit Salz, Pfeffer und ungarischem scharfen Paprika abschmecken. In sterilisierte Gläser füllen und mit Deckeln verschließen. Einige Wochen durchziehen lassen.
Ich hatte viel mehr Tomatensugo als ich brauchte, auch dies wurde in Gläser abgefüllt und ist bereit für weitere Verwendung im Winter.
Ich hab mal eben im Abstellraum nachgeschaut, in diesem Jahr wurden auch Rhabarberchutney und Tomatenketchup eingemacht, und Erdbeeren, Aprikosen und Sauerkirschen zu Marmelade verarbeitet. (Ja, ich weiß, dass es laut EU Konfiture heißt.)

Dienstag, 29. September 2015

Rezept. Ratatouille mit Nudeln.


Zu dieser Jahreszeit schmeckt es am besten, Ratatouille aus Zucchini, Aubergine, Tomate, Zwiebel,
und Knoblauch darf natürlich nicht fehlen. Etwas Parmesan, Petersilie und Basilikum drüber, Nudeln dazu, fertig. Lecker.

Freitag, 25. September 2015

Rezept. Roastbeef mit Mais.


Zur Zeit teste ich verschiedene Metzger, nachdem mein bisheriger Hauptlieferant Ende Juli aufgehört hat, ich berichtete vom Abschiedsessen. Klar, dass nun auch wieder Roastbeef getestet wird, das ich nach bewährter Methode mit Rosmarin, Pfeffer und scharfem ungarischen Paprika eingerieben habe. Diesmal durfte es über 24 Stunden im Kühlschrank durchziehen. Es gart im Ofen bei 90 Grad, bis eine Kerntemperatur von 55 Grad erreicht ist. Anschließend brate ich es in der Pfanne in Butterschmalz von allen Seiten an und lasse es 5 Minuten in Alufolie gepackt ruhen.
Wir hatten Mais dazu, in Wasser mit Salz, Zucker und einem Stückchen Butter ca. 25 Minuten gekocht, und Kräuterbutter, selbst gemacht aus Butter, Petersilie, Basilikum, Estragon, wenig Minze, was halt so auf dem Balkon wächst, mit Salz und einem Spritzer Fischsoße abgeschmeckt.
Dann habe ich erstmal das Foto vergessen, so dass hier nur noch halb bis ganz aufgegessenes gezeigt wird.
Wir waren mit dem Test ganz zufrieden.

Mittwoch, 23. September 2015

Rezept. Linseneintopf.

Jetzt ist es an manchen Tagen abends schon recht kühl, so dass man auch einen Eintopf vertragen kann. Wir verwenden natürlich Alblinsen (Alb-Leisa), eine kleine, nussig schmeckende, usprünglich aus Frankreich stammende Sorte, die seit einigen Jahren auf der Schwäbischen Alb angebaut wird. Die bis Mitte der 1950-er Jahre auf der Schwäbischen Alb angebauten Sorten galten als ausgestorben, sie wurden erst 2006 in einer russischen Saatgutbank wieder entdeckt und mussten erst über mehrere Jahre vermehrt werden, bis so viel Linsen vorhanden waren, dass man sie auch verkaufen konnte. Das ist eine spannende Geschichte. Wer keine Alblinsen bekommen kann, Le-Puy-, Beluga- oder Berglinsen sind ähnlich in Konsistenz und Geschmack. Dazu Möhren, Staudensellerie, Kartoffeln, Zwiebeln und eine rote Pepperoni der eigenen Ernte.
Die Zwiebeln und das Suppengemüse werden in etwas Oliven- oder Rapsöl angedünstet, die Kartoffeln und Linsen zugegeben, noch ein wenig mitdünsten, dann mit Gemüsebrühe auffüllen und etwa 25 bis 30 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis die Linsen weich sind. Dann in Scheiben geschnittene Würstchen (hier: Wienerle und Debreciner) zugeben und einige Minuten mit erhitzen. Mit Salz, Pfeffer und evtl. Paprika (oder Chili, oder Piment d'Espelette) abschmecken.
Ohne die Würstchen ist das Gericht sogar vegan.

Quelle: Lauteracher Alb-Feld-Früchte

Montag, 21. September 2015

Ganz nah. Schloss und Park Weikersheim.

Der Wetterbericht versprach einen schönen Nachmittag, und so machten wir uns auf nach Weikersheim, um die Stadt und vor allem das Schloss anzuschauen. Beides liegt nahe beieinander, und (nebenbei) fast vor unserer Haustür.
Der Teil des Schlosses, der zum Park zeigt, wurde um 1600 erbaut, für die Würzburger ist vielleicht interessant, dass Wolf Behringer der ausführende Baumeister war, der auch für Julius Echter in Würzburg u.a. am Bau der Alten Universität und an manch anderen Bauten maßgeblich beteiligt war.
Schloss

Der Schlossgarten wurde ab 1709 angelegt und wurde nach 1990 wieder in der barocken Form instandgesetzt. Im Hintergrund sieht man die Orangerie, die den Park auch optisch abschließt.
Schlosspark
Spätsommerliche Blumenpracht.
Blumen
Im Park zahlreiche Statuen.
Blaue Kappe

Auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes die Stadtkirche St. Georg, innen evangelisch-schlicht.
Stadtkirche St. Georg

Tauberländer Dorfmuseum

Quellen: Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg, 1964, Deutscher Kunstverlag
wikipedia
würzburg-wiki

Samstag, 19. September 2015

Essen. Foodbloggertreffen, September.

Diesmal kam nur eine Dreier-Mädelsrunde zusammen, und wir wollten mal etwas Neues ausprobieren und hatten uns auf ein marokkanisches Restaurant geeinigt.
Wir begannen mit einem gemischten Vorspeisenteller auf dem verschiedene Gemüsesalate, Dips und Hummus um einen Salat mit Pinienkernen gruppiert waren.

Das war schon mal sehr lecker. Und dann folgte bei mir ein Couscous mit Lamm. Unten in der Schüssel waren Couscous und Lamm, oben drauf dann verschiedene Gemüse und Kichererbsen, so dass man sich erst mal nach unten durcharbeiten musste.

Nun ist die Schüssel nicht mehr ganz so voll, so dass man den Inhalt besser überblicken kann.

Es gibt sonst keine Selfies in diesem Blog, hier die Ausnahme im verspiegelten Lokal.
Es war ein sehr netter Abend in kleiner Runde mit schönen Gesprächen.
Wer das selbst ausprobieren möchte, das Restaurant ist auch im Internet zu finden.

Donnerstag, 17. September 2015

Essen. Ofengemüse, herzhaft gewürzt.


Ofengemüse ist bei uns ein Klassiker geworden, das gibt es in immer wieder unterschiedlicher Zusammensetzung fast das ganze Jahr über. Genommen wird, was Saison, Markt und Kühlschrank hergeben, und man kann das im Ofen ca. 40 Minuten gegarte Gemüse mit etwas Essig abschmecken, oder mit sehr gutem Balsamico beträufeln, oder etwas Sauerrahm als Dip dazugeben, oder mit Käse überbacken, oder, oder, oder. Es gibt sehr viele schmackhafte Varianten, die immer wieder anders, aber auch immer wieder gut schmecken.
Hier ist die Gemüsezusammensetzung eher sommerlich, und weil ich von den Gewürzen aus diesem Rezept von Sammelhamster angefixt war, aber keine Kichererbsen verwenden wollte, habe ich die von ihr aufgezählten Gewürze (wenige Ausnahmen) aus der Mühle auf die Gemüsemischung gegeben und mit dem Gemüse zusammen im Ofen gegart, da muss nichts mehr angeröstet werden.
Ich habe also eine Spitzpaprika, zwei Möhren, eine Stange Staudensellerie, einen Kohlrabi und eine halbe große, bereits gekochte Kartoffel in mundgerechte Stücke geschnitten.  Als Gewürze kamen Salz und Zucker dazu, und jeweils frisch gemahlen (oder gemörsert) Kreuzkümmelsamen, Koriandersamen, Kümmel, Pfefferkörner und (nicht gemahlen) Schwarzkümmel und scharfes ungarisches Paprikapulver. Etwa zwei Esslöffel Olivenöl darüber träufeln und mit zwei Löffeln gut durchmischen. Im Ofen bei 180 bis 200 Grad für etwa 40 Minuten garen, nach 20 Minuten erneut alles gut durchmischen.
Bis die Gemüse fertig sind, einen Dip aus drei Esslöffel Sauerrahm, einem Teelöffel Sesampaste (Tahini), wenig Salz, mit Petersilie und Minze (vom Balkongarten) verrühren.
Schmeckt genial.

Dienstag, 15. September 2015

Essen. Gemüsekuchen.

Nach der ausführlichen Serie über unsere Reise durch die baltischen Staaten kommt nun hier mal wieder was zu essen, und zwar ein ziemlich genialer Gemüsekuchen, den wir nun schon mehrfach zubereitet haben. 

Erst als Test, dann für eine Party, dann mit anderem Boden als Resteverwertung.
Das Rezept haben wir aus einer Zeitschrift rausgerissen, es stammt von Johann Lafer. Auf einen Boden aus Hefeteig wird eine Creme aus Frischkäse und Kräutern gestrichen. Der Belag besteht aus dünnen Scheiben (2mm) von Zucchini, Aubergine und Flaschentomaten. Salz, Pfeffer, Oregano, mit Olivenöl beträufeln und backen.
Etwas mehr im Detail, für ein großes Blech: mein Hefeteig (Pizzateig) wird aus 500g Mehl Type 550 mit wenig Hefe zubereitet und geht über Nacht im Kühlschrank. Die Käsecreme besteht bei mir aus ca. 120g Ziegenfrischkäse gemischt mit ca. 120g Schmand, dazu ca. 60g Parmesan frisch gerieben und Basilikum und Oregano gehackt. Die Mischung von Ziegenkäse, Schmand und Parmesan schmeckt genial, und sie ist auch das Geheimnis dieses Kuchens.
Die Gemüsescheiben müssen nicht vorher gesalzen werden, allerdings dampft der Ofen ziemlich, und ich habe mehrfach die Tür geöffnet, um den Dampf abzulassen. Gebacken wird bei 200 Grad, die Dauer ist stark abhängig von der Größe des Blechs, bei 26 cm rund waren es bei mir 25 Minuten, beim großen Blech 40.
Weil wir noch Gemüse und Käsecreme übrig hatten, haben wir den Kuchen mit Blätterteig (gekauft, *schäm*, eine Platte für jeden, etwas ausgewellt) nochmals gebacken, das war auch sehr lecker.

Freitag, 11. September 2015

Auswärts. Nochmal Tallinn.

Bevor wir Tallinn per Fähre nach Helsinki verließen, machten wir noch einen Abstecher in den Stadtteil Kadriorg. Dort ließ Zar Peter der Große nach 1718 ein Sommerschloss errichten, das nach seiner Frau Katharina Katharinental genannt wurde.
Schloss Katharinental

Rund um das Schloss wurde ein schöner Park angelegt.
Park Kadriorg

Holzhaus im russischen Stil.
Holzhaus

Alle fünf Jahre findet in Tallinn das estnische Sängerfest statt, viele Tausende nehmen teil. Diese Bühne fasst 15.000 SängerInnen, mich hat aber viel mehr der Blick auf die drei Kreuzfahrtschiffe im Hafen fasziniert, darunter war die Aida.
Bühne für Sängerfest

Der Blick zurück auf Tallinn. Bye bye, baltische Länder.
Hafen
Karte: der blaue Marker oben zeigt die Position von Tallinn.