Montag, 3. Juli 2006

Kuriositäten

In Innsbruck gibt es einen Laden, in dem ganzjährig Dekorationen für Weihnachten und für Ostern verkauft werden. Und sonst nichts. Die Weihnachtskugeln und die Ostereier sehen jetzt im Juli schon etwas merkwürdig aus. Irgendwie verjährt. Ich sah jedoch zwei junge Frauen rauskommen, beladen mit Einkaufstüten dieses Ladens, es gibt also durchaus einen Markt für diese Artikel, auch ganz außerhalb der Saison.

Kurios

Samstag, 24. Juni 2006

Fußballweltmeisterschaft

Nun läuft sie schon zwei Wochen, die Hälfte der 32 Mannschaften, die angetreten waren, fährt schon wieder nach Hause. Aber vom Sportlichen will ich hier nicht reden. Sondern vom Umfeld, z.B. vom Wetter. Seit der Eröffnung haben wir schönstes Sommerwetter.
WM_SchlPlatz_Kroaten

Oder von unseren Gästen. Hier in Stuttgart haben wir wunderschöne friedliche Feste erleben dürfen, die Stadt voller begeisterter Fans aus Frankreich und der Schweiz, aus Holland, aus Spanien und Tunesien, aus Kroatien und sogar aus Australien. Alle Fans feierten friedlich miteinander und mit uns, den Einheimischen.
WM_Treppe

Nur die Kroaten waren schon vor dem Spiel recht agressiv und reizbar, und mussten nach dem Spiel, das ihr Ausscheiden besiegelte, durch ein großes Polizeiaufgebot, sozusagen mit sanfter Gewalt, befriedet werden. Nun sind die Engländer da, und wie man hört, hat es schon vergangene Nacht Probleme gegeben. Nicht wegen des Spiels, sondern wegen zu viel Alkohol. Bier, Bier, Bier gehört für die Jungs von der Insel eben immer noch zu einem schönen Auslandsaufenthalt. (Die Bilder, die hier eingestreut sind, stammen schon vom letzten Sonntag.)
WM_SpanFans

Da waren bereits Australier in der Stadt und zeigten ihre Fähigkeiten auf dem Didgeridoo.
WM_Didgeridoo
Weitere Bilder privater Fotografen findet man in einem Fotoblog der Stuttgarter Zeitung. Einfach mal reinschauen und genießen!

Sonntag, 11. Juni 2006

Exotischer Garten in Hohenheim

Bereits im Jahr 1776 wurde der Exotische Garten beim Schloss Hohenheim angelegt. Heute ist er ein Garten im englischen Stil mit schönem alten Baumbestand.

ExGarten_01

Die Stuttgarter Zeitung vom 9. Juni 2006 bringt in der Lokalbeilage "Blick vom Fernsehturm" einen Artikel über den Garten. Leider ist er in der Internetausgabe nicht vorhanden, und somit kann ich ihn nicht verlinken, und muss aus ihm zitieren.

Herzog Carl Eugen hatte den Garten für Franziska von Hohenheim anlegen lassen, damals standen in ihm fast 60 Gebäude. Der Garten war eine Art Disneyland des 18. Jahrhunderts, und Goethe schrieb über das Ensemble auf der Durchreise im Jahr 1797 "Die wenigsten dieser Gebäude sind auch nur für den kürzesten Aufenthalt angenehm oder brauchbar." Die Gebäude ließ man über die Jahrhunderte verfallen, die Bäume jedoch blieben und dienen auch heute noch wissenschaftlichen Zwecken der Universität Hohenheim.

Ich selbst habe den Garten entdeckt, als ich einen neuen Fotoapparat ausprobieren wollte und gehe seitdem gern dort spazieren. Besonderer Blickfang für mich ist ein moderner Monopteros, der im Erweiterungsteil des Gartens steht.

Mon_01

Durch die Erweiterung ist es der Universität möglich geworden, wieder mehr Pflanzen und Bäume zu zeigen. Die Erweiterung geht zur vielbefahrenen Mittleren Filderstraße hin, durch einen Erdwall hört man fast nichts von dieser Ausfallstraße in Richtung Autobahn und Flughafen.

Sonntag, 21. Mai 2006

Monet-Ausstellung

Seit gestern läuft die große Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg, "Felder im Frühling" mit Bildern von Claude Monet und einigen seiner Zeitgenossen, z.B. Camille Pissarro.

Das namensgebende Bild stammt aus dem Bestand der Staatsgalerie Stuttgart.

Erfahrungsgemäß werden erfolgreiche Ausstellungen gegen Ende immer voller. Daher war ich heute schon am zweiten Ausstellungstag dort. Es war ganz ordentlich voll, aber man konnte alle Bilder gut betrachten. Die Ausstellung geht bis zum 24. September, also noch mehr als vier volle Monate. Es gibt auch reichlich "Devotionalien" zu kaufen, Schirme, Tassen, Wein, Seife, Magnete und natürlich auch alle "üblichen" Beigaben, wie einen Katalog, Postkarten und Plakate.

Abbildungen der ausgestellten Bilder stehen nach Ende der Ausstellung nicht mehr online zur Verfügung.

Samstag, 20. Mai 2006

Die Obernautalsperre

Noch ein Wasserthema. Wir hatten Gelegenheit, die Obernautalsperre im Siegerland zu besichtigen. Das liegt im südlichen Nordrhein-Westfalen, der Ort heißt Netphen, Ortsteil Brauersdorf. Gebaut wurde die Talsperre ab 1967, in Betrieb genommen 1972. In der Talsperre wird das Wasser des Obernau- und des Nauholzbachs gestaut, außerdem fließt Wasser aus weiteren Bächen über einen Beileitungsstollen in die Talsperre.
Wir konnten den Entnahmeturm über einen Steg betreten, 44 Meter über viele Stockwerke absteigen, am Fuß des Entnahmeturms in einem Tunnel am Fuße des Sees und unter dem Staudamm hindurch zum sogenannten Schieberhaus gehen, in dem das Wasser aus dem See in die Rohwasserleitung kommt, die zur Trinkwasseraufbereitungsanlage führt. Es gibt schon Kribbeln im Bauch, wenn man in einem Turm auf den Grund steigt, der im Wasser steht, und man viele Tausend Liter Wasser über sich weiss.

Der Entnahmeturm in der Talsperre
Obernau_See

Die Treppe im Innern des Turms
Treppe

Das Tosbecken, in das Wasser aus dem See schießt
Tosbecken

Sonntag, 14. Mai 2006

Die Bodensee-Wasserversorgung

Wenn man schon am westlichen Bodensee, dem Überlinger See, Urlaub macht, ist es eine gute Gelegenheit, die Anlage der Bodensee-Wasserversorgung oberhalb von Sipplingen zu besichtigen. Telefonnummern bzw. Anmeldemöglichkeiten für eine Besichtigung sind hier zu finden. Die Daten und Fakten sind im obigen Internetauftritt genau beschrieben, so dass ich sie hier nicht wiederholen will. Nur so viel in aller Kürze: etwa 4 Millionen Menschen werden in Baden-Württemberg mit Wasser vom Bodensee versorgt. Bis zu 9.000 Liter Wasser werden pro Sekunde aus dem See in diesen Quelltopf auf der Höhe über Sipplingen gepumpt.

Das Wasser wird anschließend gefiltert,

entkeimt, und nochmals gefiltert, bis es rein ist.
Es gibt zwei Hauptleitungen in Richtung mittlerer Neckarraum. Die erste, 1958 in Betrieb genommen, führt um die Schwäbische Alb herum, ihr höchster Punkt ist bei Tuttlingen, 60 Meter über dem Sipplinger Berg, ab da fließt das Wasser im natürlichen Gefälle, d.h. ohne weitere Pumpen, zu den Hochbehältern der Zielgebiete. Die zweite Hauptleitung, 1971 fertiggestellt, führt in einem Stollen unter der Schwäbischen Alb durch. Hier fließt das Wasser schon ab dem Sipplinger Berg im natürlichen Gefälle bis in den Raum Mosbach. Vom Sipplinger Berg bis in den äußersten Norden des Landes, z.B. nach Bad Mergentheim, ist das Wasser neun Tage unterwegs. Und das Beste dabei ist, dass die vielen Liter Wasser, die entnommen werden, im Bodensee überhaupt nicht zu merken sind. Jeden Tag verdunstet am See wesentlich mehr Wasser, als entnommen wird, der Wasserspiegel wird durch die Entnahme nicht merkbar gesenkt. Trotzdem macht einem ein Besuch der Aufbereitungsanlage am Sipplinger Berg klar, was für ein Luxus uns zur Verfügung steht. Jederzeit, Tag und Nacht, an 365 Tagen im Jahr, können wir den Wasserhahn aufdrehen, und es steht uns reines, frisches Wasser zur Verfügung.
Ganz in der Nähe des Sipplinger Bergs liegt der Haldenhof, mit Blick auf den Überlinger See, unten die Ortschaft ist Sipplingen.
Überlinger_See

Samstag, 13. Mai 2006

Höri und der Untersee

Radolfzell

Nach Radolfzell beginnt die Höri, eine Halbinsel im Untersee, in Richtung Stein am Rhein. Schöne Hügellandschaft, fruchtbarer Boden, Aussichten auf die Reichenau und das Schweizer Ufer. In Gaienhofen lebte von 1904 bis 1912 Hermann Hesse, Otto Dix und andere Maler zogen sich zu Nazizeiten in benachbarte Dörfer zurück und malten Landschaften in klassischem Stil.

Gaienhofen

Der Untersee verengt sich schließlich zum Fluss, Stein am Rhein ist die erste Stadt an seinen Ufern. Gut erhaltene Fachwerkhäuser, liebevoll renoviert, bemalte Häuser, und viel tradionelle Atmosphäre bestimmen das Stadtbild.

Stein_am_Rhein

Auf Schweizer Seite wieder fluss- bzw. Untersee-aufwärts liegt Schloss Arenenberg. Wunderschöner Blick auf die Insel Reichenau. Dort verbrachte Hortense Bonaparte, Tochter von Josephine Bonaparte und Gattin von Napoleons Bruder Louis, ihren Lebensabend.

Arenenberg

Ihr Sohn Louis Napoleon, als Kaiser Napoleon III, lebte dort in seinen Jugendjahren. Im Schlösschen ist eine Napoleon-Ausstellung untergebracht, die Bilder, Möbel, Zubehör und Fotos der Familie Napoleon zeigt. Das Schlösschen wirkt ziemlich vollgepfropft mit all den Erinnerungsstücken, mein Eindruck war, dass sie regelrecht zusammengetragen wurden. Auch fehlt mir die kritische Auseinandersetzung mit der Familie Napoleon, speziell mit Napoleon III, der einige Jahre an diesem Ort verbrachte, es herrscht vielmehr eine regelrechte Kaiserverehrung. Und das auf Boden der republikanischen Schweiz. Genau vor 100 Jahren, vermachte die Ex-Kaiserin Eugénie das Schlösschen dem Kanton Thurgau.

Konstanz

Konstanz ist wunderschön am Ende des Sees gelegen, hier beginnt der Rhein aus dem großen See in den Untersee abzufließen. Die direkte Nähe zur Schweiz hat der Stadt vermutlich im 2. Weltkrieg Angriffe der alliierten Bomberflotten erspart. Die Bausubstanz der Stadt ist alt und größtenteils gut erhalten.

Konstanz

Angenehm fällt auch auf, dass noch nicht ganz so viele Touristenscharen hier sind, man kann sich noch ganz gut bewegen und hört nicht nur fremde (deutsche) Zungen.

Das Münster ist oftmals umgebaut worden, nach meinem Geschmack zu oft, und die barocken Änderungen sind ihm nicht bekommen. Die Säulen sind noch romanisch, die Kreuzrippengewölbe gotisch, die gotische Decke wurde barockisiert. Viele Altäre sind barock. In der Krypta hängen vier vergoldete runde Metallscheiben mit Durchmessern von etwa 45 bis 80 cm. Lt. Reiseführer sind sie aus dem 11.-13. Jahrhundert.

Metallscheibe

Die Darstellung der Figuren auf den Scheiben wirkt erstaunlich modern. Zum Münsterplatz öffnen sich zwei Flügel des Kreuzgangs, der Rest existiert nicht mehr.

Münster_Konstanz

In den Stadtgassen überwiegen die Fußgängerzonen, es gibt nette Läden und viele Cafes. Nur keine mit Internetanschluss.

Am Eingang zum Hafen steht die Imperia, eine Figur des Bildhauers Peter Lenk. Seine Plastiken begegnen dem Besucher rund um den Bodensee.

Imperia

Freitag, 12. Mai 2006

Der Bodensee

Zu dieser schönen Jahreszeit und bei so wunderschönem Wetter kann sich der Bodensee jederzeit unter den schönsten Flecken dieser Erde in vorderster Front mit einreihen. Wald und Wiesen haben noch das erste frische Grün, das Steinobst steht in voller Blüte, die Apfelbäume fangen gerade an zu blühen. Es gibt den ersten Rhabarber und den ersten Spargel, auch die ersten Erdbeeren aus örtlicher Zucht lassen nur noch wenige Tage auf sich warten.

Morgens dampft der See, das Wasser ist glatt wie ein Spiegel. Kein Seglerwetter.

Nach einem Schnupperurlaub haben wir uns entschlossen, für 10 Tage unsere Zelte hier aufzuschlagen. Wir haben Bodman am westlichen Ende des Überlinger Sees gewählt. Am Abend waren wir auf der gegenüberliegenden Höhe über Sipplingen, am Haldenhof. Von dort übersieht man den ganzen Überlinger See, bis über die Mainau hinaus. In der Ferne noch Schneeberge.
Mainau

Es ist still hier, der See wie ein Spiegel. Gelegentlich hört man die Bahn, die auf der anderen Seite zwischen Ludwigshafen und Sipplingen fährt, meist nur mit zwei Wagen. Der Zeppelin NT kommt bei seinen Rundflügen nicht ganz bis hierher, er dreht zwischen Birnau und Mainau bei. Schiffe verkehren noch eingeschränkt, viele nur am Wochenende, die Saison beginnt erst Ende Mai, an Himmelfahrt.

Samstag, 15. April 2006

Bärlauchpesto

Wir hatten bisher kaum warme Tage, aber Bärlauch wächst im Frühjahr auch bei kaltem Wetter. Die Blätter sind jetzt ganz zart und noch jung, also ideal zum Verarbeiten. Zum Bärlauchpesto braucht man Parmesankäse, Pinienkerne, Olivenöl, etwas Salz und Pfeffer und natürlich Bärlauch. Zu den Mengen: Bärlauch und Käse etwa 1:1, Bärlauch und Pinienkerne 1:2-3, jeweils gewichtsmäßig, Öl nach Gutdünken, dass die Masse geschmeidig wird.

Bärlauch

Die Pinienkerne werden in einer Pfanne ohne Fett und bei kleiner Hitze angeröstet und gerieben. Der Parmesan wird ebenfalls gerieben. Man zerkleinert den Bärlauch im Mixer mit etwas Olivenöl, mischt Parmesan und Pinienkerne darunter, würzt mit Salz und Pfeffer und füllt die Masse in saubere, verschließbare Gläser. So hält sich das Pesto an einem kühlen Ort mehrere Monate. Es schmeckt köstlich!