Freitag, 6. Juli 2007

Die Weinstraße

Auf Empfehlung eines Freundes, der diese Gegend in Südtirol bevorzugt, machten wir einen Ausflug zur Weinstraße. Wir begannen im Süden, in Tramin. Ein netter Ort mit alten Häusern gruppiert sich um die Kirche, deren Glockenturm etwas abseits steht und der mit der Kirche durch einen Steg in schwindelerregender Höhe verbunden ist. Als nächstes erreicht man den Kalterer See, dessen Wasser von oben kräftig grün leuchtet.
Kalterer See

Wir passieren den Ort Kaltern und kommen zur Großgemeinde Eppan. St. Michael lassen wir hinter uns und fahren zum Schloss Korb.
Der Blick auf St. Michael von oben.
St. Michael - Eppan

In der Reihe dieser Hügel stehen noch weitere Burgen, z.B. Boymont.
Boymont

Auf der schattigen Terrasse von Schloss Korb lassen wir uns ein kleines Mittagessen munden. Grandios auch der Ausblick auf Bozen und die umgebenden Berge wie Ritten, Schlern und Rosengarten.
Bozen

Dienstag, 3. Juli 2007

Nordic Walking mit Heinz

Nur faulenzen will man im Urlaub ja auch nicht, auch wenn das Bemühen um die bewusste Faulheit ganz oben bei unseren Prioritäten steht. Hier im Tal hat man neben den Standardaktivitäten für den Winter, dem Skifahren, und dem Bergwandern für den Sommer schon früh zusätzliche Angebote ausgebaut. Langlaufen gehört dazu, mit dem Angebot des Pustertaler Skimarathons hat man auch die Ehrgeizigen angesprochen. Seit einigen Jahren sind Radwege ausgeschildert, für die Straße und für die echten Mountainbiker. Nun also auch Nordic Walking. Den Trend aus Deutschland hat man aufgegriffen und alle Orte hier in der Umgebung haben entsprechende Strecken markiert und ausgeschildert. So können sich alle zusammen mit dem Titel "größtes zusammenhängendes Wegenetz für Nordic Walking" schmücken. Da freuen sich doch die Marketingfachleute. Bei den Italienern ist Nordic Walking immer noch eine absolute Randsportart, aber sie kommen in die Kurse und probieren aus.
Der Kursleiter heisst Heinz, jeden Tag kann man mit ihm zwei Stunden lang unterwegs sein und die Technik lernen bzw. verbessern. Dabei geht Heinz mit seiner ganzen Südtiroler Offenheit auf die Leute zu, immer perfekt zweisprachig. Keiner hat je gehört, dass er einen Italiener auf Deutsch angespochen hätte, oder umgekehrt. Und er vermittelt nicht nur die Technik dieser Sportart, ihm bleibt während der zwei Stunden genug Zeit, um auf die Schönheiten seiner Heimat hinzuweisen. Wie die Gipfel heissen, die sich gerade so majestätisch erheben, welche schöne Tour man machen kann, so man mit dem Auto da hinauf fährt und dann dort hinüber läuft. Oder dorthin. Wann im Sommer die Gondeln fahren, die einen schnell und bequem auf den Berg bringen.
Schnell ist die Kurszeit vorüber, man hat Nordic Walking ausgeübt, die Technik verbessert, und etwas dazugelernt. Schön war der Kurs mit Heinz!

Montag, 2. Juli 2007

Lob der Faulheit

Lob der Faulheit ist der Leitartikel in FAS Beruf und Chance vom gestrigen Sonntag überschrieben. Wer sich Ruhe gönnt, arbeitet produktiver, wird behauptet. Die 10 besten Tricks werden gleich mitgeliefert.
- Langsam aufstehen (wunderschön!)
- Pausen machen (auf jeden Fall!)
- Das richtige Mittagessen (ok)
- Mittagsruhe (wichtig!)
- Nein sagen können (sollte selbstverständlich sein!)
- Privatleben schützen (klar doch!)
- Beschäftigt tun
- Krank ist krank (ja, aber gesund ist besser)
- Ziele überdenken
- Jobs für Faule (gibt es die?)
Hier scheinen mir doch zumindest zwei Punkte an den Haaren herbeigezogen, um die Zahl 10 zu erreichen, hätten es nicht acht richtig gute Punkte besser gemacht?
Von beschäftigt tun halte ich nun gar nichts, auch wenn das sicher jeder schon mal gemacht hat. Es sollte die Ausnahme bleiben, denn es wirkt peinlich, wenn es entdeckt wird.
Und Jobs für Faule ist eine Binsenweisheit. Jeder sollte das Bestreben haben, einen Job zu suchen und zu finden, der zu ihm passt. Hat man das nicht geschafft, sind alte und neue Krankheiten die Folge, ob man es nun burn out Syndrom nennt, oder Überarbeitung.
Wir sind gestern in einer unserer persönlichen Oasen gelandet, in einem schönen Südtiroler Tal. Wir arbeiten an der Faulheit, und müssen erst wieder üben bis es richtig klappt. Langsam aufstehen, Mittagsruhe, Ziele überdenken sind momentan ganz oben auf der Prioritätenliste. Wir sind dran, und hoffentlich erfolgreich.
Auch der Regen die ganze Nacht durch wirkt äußerst beruhigend, morgens war es schön und nun dämpft die nächste Regenfront zu große Unternehmungslust.
Ruhe ist angesagt, erst mal nur Ruhe.

Mittwoch, 23. Mai 2007

Romeo und Julia zum zweiten

Nach der wunderbaren Aufführung des John-Cranko-Balletts Romeo und Julia letzten Juli war zehn Monate später an einem kleinen Theater Gelegenheit, eine moderne Inszenierung anzusehen. Als der Vorhang aufging, dachte ich bei mir, oh je. Das Bühnenbild leer wie in der Stuttgarter Oper üblich, die Darsteller in Jeans oder Schlabberhosen, T-Shirts. Aber getanzt wurde erstklassig. Eine Gastinzsenierung der Innsbrucker Choreographin Eva-Maria Lerchenberg-Thöny. Auf die Massenszenen auf dem Markt mit Gauklern und allerlei Volk wurde verzichtet. Die Coburger Ballettmannschaft ist nicht so groß, um dies darstellen zu können. Besonders gefallen haben Krisztina Pasztory als Julia, Ferdinand Holeva als Romeo und Damien Liger als Tybalt. Wirklich sehenswert.

Donnerstag, 17. Mai 2007

Anziehungspunkt Stuttgart

Bei schönem Wetter konnte ich am vergangenen Wochenende einige der Schönheiten von Stuttgart zeigen.

Das Neue Schloss begrenzt Stuttgarts gute Stube, den Schlossplatz.
Neues Schloss

Vom Bahnhofsturm hat man einen schönen Blick aufs Zentrum, hier die Königstraße. Im Vordergrund sieht man den Sand-"Strand" auf dem Dach eines Kaufhauses.
Königstraße

In einem Park, nicht weit vom Schlossplatz liegt das Opernhaus. Es wurde in den letzten 15 Jahren bereits 5 Mal zur Oper des Jahres gewählt.
Oper

Schon über 50 Jahre alt ist der erste Fernsehturm der Welt, eingeweiht 1956.
Fernsehturm

Vom Württemberg, auf dem die Burg der Württembergischen Grafen lag, sieht man von Osten her Richtung Zentrum. Im Vordergrund die Daimler-Zentrale, rechts das Stadion.
vom Württemberg

Anziehungspunkt Ulm

Noch eine ehemalige freie Reichsstadt, und was für eine! Bei Ulm kam zur Lage an alten Handelsstraßen auch noch der große Fluss dazu, von dem aus man direkt ins Machtzentrum der Donaumonarchie fahren konnte.
Rund um das Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt wurde viel zerstört im 2. Weltkrieg, so dass sich heute Althergebrachtes mit neuer Architektur mischt. Wir konnten eine hervorragende Stadtführung mitmachen, die so lebendig war, dass die Zeit wie im Flug verging.
Ulm_2

Das Schiefe Haus
Ulm_1

Stadtbibliothek
Ulm_3

Dienstag, 1. Mai 2007

Jazzfrühschoppen

Am 1. Mai gehen wir traditionell zum Jazzfrühschoppen. Meist macht das Wetter mit, heute war es traumhaft. Man sitzt in einem schönen Garten mit Bäumen, die in diesem Jahr schon fast ganz belaubt sind, bekommt zu essen und zu trinken, und hört der Musik zu. In diesem Jahr spielten Fritz Dautel (Saxofon), Karl Farrent (Trompete), Uli Gutscher (Posaune), Tilman Jäger (Klavier), Andreas Scheer (Bass), Andy Witte (Schlagzeug).
Jazz_1.Mai

Sonntag, 22. April 2007

Zarzuela, eine spanische Operette


Nur wenige Tage nach Otello galt es einen weiteren musikalischen Termin wahrzunehmen. Im Kammertheater der Staatstheater gab es an vier Tagen eine mit Zarzuela betitelte Mischung aus bekannten Liedern dieser Gattung, die oft als spanische Operette bezeichnet wird. Man musste sich also beeilen, um eine der Vorstellungen sehen zu können. Der Regisseur Calixto Bieito setzte den Schwerpunkt mehr beim Klamauk, eine richtige Handlung war nicht zu erkennen, doch gesungen wurde schön. Einige Mitglieder des Staatsorchesters, zwei Violinen, eine Viola, ein Cello, ein Kontrabass, dazu Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Schlagzeug, saßen brav zwei und zwei aufgereiht am Rande der Bühne, vor den Musikern stand noch ein Flügel, den der Dirigent spielte, sofern er nicht dirigierte. Gesungen haben Leandra Overmann, die als Putzfrau erst mal die Bühne sauber machte, bevor das Stück begann, Matias Tosi als Barbarillo, und fein herausgeputzt Anna Escala und Raoul Hernández. Ein musikalischer Spaß von einer knappen Stunde Dauer, ein wenig sehr auf der Folkloreseite angesiedelt, auch durch die etwas bemühte Einbeziehung der Zuschauer.

Sonntag, 15. April 2007

Otello (eine Oper von Verdi)

Es gibt kaum etwas Schöneres, als an einem lauen Sommerabend eine Opernvorstellung in Stuttgart zu besuchen. Man schlendert durch den Oberen Schlossgarten, in Richtung Opernhaus wird die Kleidung der Passanten etwas festlicher als üblich, zu Füßen der Schillerstatue bietet ein Stand im Freien kühle Getränke. Auch einen Stock höher, auf einer Terrasse, stehen Besucher in der lauen Abendluft. Eine Steigerung dieses Wohlgefühls empfindet man nun, im April, weil man mit so einem schönen, lauen Abend gar nicht rechnen konnte.
Gegeben wurde Otello von Verdi. Wie einem Aufsatz im Programmheft von Klaus Zehelein, dem ehemaligen Intendanten, und Oliver Müller zu entnehmen ist, haben Guiseppe Verdi und sein Librettist Arrigo Boito zwar den Stoff und die Personen aus dem Drama Shakespeares übernommen, das Drama jedoch völlig neu bearbeitet und ganz andere Schwerpunkte gesetzt.
Die Oper beginnt ohne Ouvertüre mit einem Sturm, dessen Verlauf uns vom Chor geschildert wird, und dessen Heftigkeit durch die Musik imposant unterstrichen wird. Die Bühne ist, wie so oft bei Stuttgarter Inszenierungen, ein leerer Raum, begrenzt von einem mit halbdurchsichtiger Plastikfolie bespannten Lattengerüst, jedes Element etwa so groß wie eine Tür, und manches Element wird auch als solche genutzt. Die Kostüme Alltagskleidung, meist Jeans und T-Shirts. Für mich erzeugt diese Art der Inszenierung Sterilität, hebt das Stück heraus aus seinem historischen Kontext (16. Jahrhundert, Renaissance, Venedig als christliche Macht im östlichen Mittelmeer, Kampf gegen die Türken), aber auch aus dem seiner Entstehung (Ende 19. Jahrhundert). Übrig bleiben Musik mit Text, die nun heute ihren Platz finden sollen bzw. müssen. Ob das die Intention dieser Inszenierung ist?
Gut gefallen hat mir im 2. Akt das Spiel mit der Spiegelwand, das den Auftritt Jagos mit seinem satanischen Credo szenisch umrahmt. Der Bühnenraum wird durch eine Wand in der Tiefe halbiert. Diese Wand sieht zuerst aus wie die anderen, Elemente aus Holzlatten, mit halbdurchsichtiger Plastikfolie bespannt. Je nach Beleuchtung ist diese Wand jedoch aus Glas und durchsichtig oder sie wirkt als Spiegel. So sieht man einerseits Aktion im Hintergrund, in deren Rahmen Jago handelt und intrigiert, oder das Publikum sieht sich selbst und wird damit Teil der Szene. Ob es will oder nicht. Gut gefallen haben mir auch die Sänger, die Musik gesamt.
Nach Ende der Aufführung verlässt man das Opernhaus, draußen ist es mild, man kann ohne Jacke gehen. Ein wunderschöner lauer Sommerabend im April.

Sonntag, 8. April 2007

Anziehungspunkt Dinkelsbühl

Noch eine ehemalige freie Reichsstadt mit bestens erhaltener historischer Altstadt, und heute noch vollständig von der Stadtmauer umgeben.

Dinkelsbühl_4

Dinkelsbühl lag an der Kreuzung zweier wichtiger mittelalterlicher Handelsstraßen und an der Furt über den Fluss Wörnitz. Diese Lage sicherte Zölle und ermöglichte eigenen Handel.

Karl_V

Die mittelalterliche Stellung der Stadt wird dadurch unterstrichen, dass Kaiser Karl V., in dessen Reich die Sonne nicht unterging, hier nächtigte, auch war die Stadt während des 30-jährigen Krieges sehr umkämpft, ab 1632 war sie schwedisch und so vor weiteren Plünderungen geschützt. Die beiden großen Kriege des 20. Jahrhunderts ließen Dinkelsbühl unbeschädigt, so dass wir heute noch die schönen Ansichten genießen können.

Dinkelsbühl_2

Dinkelsbühl_3

Beherrschendes Gebäude im Stadtinnern ist das Münster St. Georg.

Dinkelsbühl_1

Die spätgotische Hallenkirche wurde 1448 bis 1499 erbaut.

St.Georg