Montag, 22. Januar 2007

Arbeit auf Stelzen

Mit den Touristen versuchen viele Geld zu verdienen. Das geht weit über Hotels, Restaurants, Taxis, und Andenkenläden hinaus. Diese junge englische Familie geht auf Stelzen durch die Fußgängerzone, hält an den Außentischen der Lokale an und spielt zwei Lieder. Nichts besonderes, und nicht besonders gut.

Stelzen_1

Der Junge, schätzungsweise 8-10 Jahre alt, kassiert. Das klappt gut. Es ist schwer, einem netten kleinen lockenköpfigen Jungen, der wie Charlie Chaplin kostümiert ist und schon so gut balancieren kann, etwas abzuschlagen.

Stelzen_2

Ich will nicht über Kinderarbeit und Schulpflicht reden, aber das Problem existiert nicht nur in unterentwickelten Ländern. Wir haben die drei abends nach der Arbeit und ohne Stelzen gesehen, und gerade der Junge war ganz schön fertig.

Samstag, 20. Januar 2007

Zwischenmahlzeit

Die Arbeitstage beginnen wir mit einem guten und reichhaltigen Frühstück im Hotel. Nach zwei bis drei Stunden ist Zeit für eine kleine Erfrischung. Der Orangensaft wird nur bei Erkältung bestellt, Standard ist Kaffee.

Mittagessen

Nach der Arbeit, etwa um 16:30 Uhr, gibt es ein Häppchen, so genannte Tapas. Bei den Tellern im Bild handelt es sich um Untertassen, sie sehen im Bild viel größer aus als sie in Wirklichkeit sind.

Zwischenmahlzeit

Auch andere genießen dann den Feierabend, haben direkt am Strand einen Tisch aufgebaut und spielen Karten. Platz für die Spieler und für Kiebitze, einschließlich Hund.

Spieler

Freitag, 19. Januar 2007

Musik, Musik, Musik

Casa Golosina
Wir sind durch Zufall dort gelandet, weil wir in der Nähe wohnen und spät am Abend noch ein Bier trinken wollten. Gleich fiel uns auf, dass wir in dieser Bar altersmäßig ganz oben waren. Nur junge Leute drin. Überraschend viele, obwohl von weisser Hautfarbe, mit Rastazöpfen. Wir bekamen unser Bier, preislich ganz in Ordnung, und wir konnten beobachten, wie die Anwesenden untereinander und mit der Wirtin die Probleme von Gott und der Welt diskutierten. Ein junger Mann konnte sich gar nicht aus der Diskussion lösen, obwohl seine Freundin mehrfach nach ihm rief, er musste sich weiter dem drängenden philosophischen Problem widmen.
Beim nächsten Mal gerieten wir in die wöchentliche Jam Session, die von Francesco (Violine) und Charly (Gitarre) angeführt wurde, und in einer unglaublichen Stimmung kulminierte. Musik und Rythmus hatten Publikum und Musiker förmlich mitgerissen.
Zwei Tage später, ich hatte nicht schon wieder mit Livemusik gerechnet, spielte Liliana Ponce, eine argentinische Liedermacherin. Ihre Texte waren auch für uns gut verständlich, passten wunderbar zur Musik, noch ein ganz schönes und beeindruckendes Erlebnis.
Nun konnte es ja nicht immer so weitergehen. Eparquio, den Liedermacher, der Mittwoch auftrat, konnten wir nicht gut verstehen, auch fehlte ihm ein wenig Musikalität. Und die Jam Session am gestrigen Abend war, sofern nicht Francesco und Charly alleine spielten, einfach nur laut. Ist mal ganz lustig, nur hatten wir durch die Vorgabe der Woche zuvor, einfach mehr erwartet.
So man ein wenig Spanisch versteht, kann man das Programm hier nachlesen unter Casa Golosina.

Montag, 15. Januar 2007

Calima

Calima heißt die Wetterlage, die dem deutschen Föhn entspricht. Auf den Kanaren kommt der warme Wind aus Afrika. Er bringt meist Sand mit, der Himmel wird unwirklich gelblich, es ist sehr warm und trocken. Wie beim Föhn auch hat man das Gefühl, nicht ganz wirklich auf der Erde zu sein, der Kopf schwebt so leicht, man fühlt sich nicht besonders. Freitag hatten wir Calima, dazu kam ein Sturm. Sand und Staub wirbelten über das Ufer, die Tauben flogen in Schwärmen und völlig aufgeregt umher. Dann pausierte der Wind wieder für einige Stunden, um später die ganze Nacht zu heulen. Als wir am Morgen aufstanden, hatte sich der Anblick des Teide gründlich geändert, der Gipfel war nun schneebedeckt, wie es im Winter üblich ist.

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Hier unten hatte es geregnet, und es blieb den ganzen Samstag bedeckt und nieselte von Zeit zu Zeit. Ich fand das gemein, so schlechtes Wetter an unserem freien Tag.

Donnerstag, 11. Januar 2007

Blonde Engländerinnen

Wir gehen gerne in diese Bar. Man wird gut bedient, die Preise sind reell, ab 10 Uhr morgens ist was los. Über die Rundumversorgung des Menschen in spanischen Bars habe ich mich bereits ausgelassen, ich werde mich jetzt nicht wiederholen. Gestern Abend saßen wir in dieser Bar. Neben uns ein Tisch mit blonden, Englisch sprechenden Damen. Altersmäßig sehr gemischt. Alle blond, alle rauchten (bis auf die älteste). Wir überlegten uns, warum sich diese Runde wohl zusammengefunden hatte. Eine Art Kegelausflug? Dagegen sprach, dass Zettel mit Adressen ausgetauscht wurden. Sie machten Konversation, sehr gut schienen sie sich nicht zu kennen, die Jüngste erzählte einen Witz über Deutsche, dessen Pointe der Gleichklang oder die gleiche, nicht korrekte (deutsche) Aussprache zwischen „sinking“ und „thinking“ war. Welcher Zufall hatte diese Gruppe zusammengeführt? Sie wirkten nicht wie eine Frauengruppe, die sich aus Überzeugung oder Notwendigkeit traf, sie wirkten wie „temporär ohne Männer“, im Wartestatus, dass dieser Zustand beendet wurde. Mir fielen dazu gleich mehrere Anlässe ein, da ich darin geübt bin, aber die passten nicht zu den Ladies, nicht zu diesem Abend. Sie bestellten und tranken einige Drinks. Der Tisch war gut mit Flaschen und Gläsern gefüllt.
Flaschen
Um 21:50 Uhr lüftete sich das Geheimnis. Die Herren liefen ein, sie waren bis dahin Fußball kucken. Sie strömten in die bereits gut gefüllte Bar, so dass diese überfüllt war, und ab diesem Moment unglaublicher Lärm aufbrandete, der nicht mehr abflaute. Auch die Ladies liefen zu bis dahin ungeahnter Form auf, quietschten und kreischten, dass es eine Pracht war, und wie es nur englischsprachige Leute tun können.

Mittwoch, 10. Januar 2007

Arbeitsumgebung

Für die nächsten Wochen arbeiten wir außerhalb unserer gewohnten Arbeitsumgebung. Leider hat das Hotel noch keinen Internetanschluss für die Gäste, so sind wir für Online-Verbindungen auf ein Internet-Cafe angewiesen. Die Technik dort ist sehr gut, wir sitzen an einem Tisch vor den Telefonkabinen, so richtig gemütlich ist es nicht.

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Je nachdem wieviel Betrieb an den Telefonkabinen ist, ist es manchmal schon sehr laut. Man sitzt mitten im Trubel und bekommt alle Arten von Gesprächen mit, in vielen Sprachen.

Ganz angenehm ist es, wenn man offline arbeiten kann, z.B. ein Dokument prüfen, erstellen oder ändern. Dann ist der Arbeitsplatz auf dem Hotelzimmer eine richtige Wohltat. Ruhig, luftig, ungestört.

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Montag, 8. Januar 2007

Weihnachtsbeleuchtung

Das spanische Weihnachten endet mit Dreikönig, "Reyes" in Kurzform, oder Los Reyes Magos. An diesem Tag bekommen die spanischen Kinder Geschenke, und die bringen diese "Reyes", nicht der Weihnachtsmann, oder gar das Christkind. Über die ganze Weihnachtszeit sind Straßen und Gebäude festlich beleuchtet. Einige Beispiele aus Puerto de la Cruz auf Teneriffa im Folgenden.
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Fröhlich leuchtende Bilder, und ganz ohne Sehnen und Hoffen auf Schnee!

Sonntag, 7. Januar 2007

Der Kellner

Er steht draußen, vor dem Lokal, und schaut die Straße auf und ab. Mal auf, mal ab. Kommen Passanten vorbei, drückt er manchen einen Zettel in die Hand, meist den Männern. Seine Gesten wirken jedoch nicht wirklich einladend. Die Körperhaltung drückt Überheblichkeit aus, die ölig glänzenden Haare Eitelkeit. Er soll die Leute dazu bewegen, in das Lokal zu kommen. Hat man dieses getan, wird man schrittweise abgefertigt, mechanisch. Keinerlei Aufmerksamkeit für den Gast zwischendrin, man muss rufen oder gestikulieren, so man noch etwas braucht, was er nicht vorgesehen hat. Er muss ja auch wieder auf seinen wichtigen Posten an der Straße. Manchmal stellt er sich auf die andere Seite, gegenüber, als wolle er die Leute hineintreiben. Einem Paar, das sich die Speisekarte in der Vitrine ansah, drängte er, von hinten sie fast überfallend, seinen Zettel auf. Worauf sie verschreckt das Weite suchten.

Freitag, 5. Januar 2007

Ankunft in Teneriffa

In diesem Jahr möchten wir dem Winter zumindest teilweise entkommen, und einen Monat auf dieser schönen Insel haben wir nun organisiert. Vier Wochen arbeiten, mit den Tools und Möglichkeiten, die das Internet und die Konnektivität inzwischen bieten, davon zwei Reisetage. Angereist sind wir gestern, hatten einen ganz ruhigen und pünktlichen Flug, im Gegensatz zum letzten Mal. Heute früh konnten wir schon einen Spaziergang am Strand machen. Vom Balkon haben wir den folgenden Ausblick:
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Den Strand sieht man in der Bildmitte, der schwarze Streifen in der Mitte.

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Man sieht hier, dass der Teide bisher am Gipfel keinen Schnee hat, offensichtlich war es hier auch zu warm.

Montag, 1. Januar 2007

Zirkus zum Jahresabschluss

Den Jahresausklang haben wir in diesem Jahr mit einer Vorstellung des Weltweihnachtszirkus gekrönt. Es war natürlich ausverkauft, aber das ist jede Vorstellung. Ab morgen bis zum Schluss am 7. Januar müssen die Artisten sogar Sonderschichten einlegen, es gibt drei Vorstellungen pro Tag anstatt zwei. Im Folgenden einige Eindrücke im Bild:
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Erste Pferdenummer aus Ungarn

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Zweite Pferdenummer aus Ungarn

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Robin Valencia beim Einstieg in die Kanone
Kurz danach wird sie als lebende Kanonenkugel 25 Meter durch die Luft geschleudert.

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"Perche", die Gruppe Khailafov

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Akrobatik am Trapez, das Duo Mak

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Akrobatik in der Luft
Diese letzte Nummer aus dem Chinesischen Staatszirkus halte ich allerdings für fragwürdig, da die kleinen Leute, die durch die Luft wirbeln, Kinder sind.
Aber alles in allem, es war wieder mal super.