Montag, 3. März 2014

Kolonialisierung in der Frühen Neuzeit #3.

Anmerkung: Diesen Beitrag habe ich bereits gestern Abend veröffentlicht. In Kleinschrift, ein Versuch der letzten Wochen. Kleinschrift hatte mir bisher gut gefallen. Ich fand jedoch den Beitrag (viel mehr Text) heute völlig unleserlich und habe den Text nun in normale Groß- und Kleinschreibung abgeändert, der Inhalt ist der Gleiche. 

Bereits mit zwei Artikeln hatte ich über den beginn der Kolonialisierung erzählt, im ersten Teil über die Portugiesen mit ihren Stützpunkten in Afrika und Asien, und Spanier mit Landbesitznahme in mittel- und Südamerika. Im zweiten Teil kam dann die Herrschaft in Asien durch die ostindischen Kompanien hinzu, das waren Handelsgesellschaften, am bedeutendsten die der Briten und Niederländer. Sie unterhielten Stützpunkte mit Häfen, von denen aus sie den Handel Europa - Asien abwickelten. In den Stützpunkten übten sie staatliche Funktionen wie z.b. die Gerichtsbarkeit aus, das gehörte zu ihren Privilegien.
Im dritten Teil nun geht es um den Übergang zur nächsten Stufe der Kolonialisierung, die wieder vor allem von den Briten, aber auch von Franzosen und Niederländern bestimmt wurde. Gehen wir nochmal zurück. In Asien (und Afrika) gab es keine Herrschaft der Kolonisten in der Fläche, dort wurde mit den bestehenden Reichen und Herrschern zusammen gearbeitet. In Amerika war es anders. Die Spanier lebten mit den Einheimischen zusammen und unterdrückten sie. Die Franzosen teilten den Lebensraum mit den Einheimischen, so lange die Gebiete dünn besiedelt waren. Die Franzosen waren in Nordamerika nur bis 1763, siehe weiter unten. Niederländer und Briten unterdrückten und verdrängten die einheimische Bevölkerung ab Ende des 18. Jahrhunderts. Das Land wurde europäisiert und damit radikal verändert. Pflanzen und Tiere wurden eingeführt, Städte gegründet und ausgebaut. Kultur, Literatur, Kleidung, Sitten und Gebräuche waren europäisch, die Kolonien waren ein erweiterter Markt für das Mutterland. Von den Kolonien bezog man Rohstoffe, in die Kolonien lieferte man alles, was die ausgewanderte Bevölkerung benötigte. Diese wuchs zudem stark an. Hungersnöte und Überbevölkerung führten zur Massenauswanderung, aber auch so mancher Glücksritter suchte neue Chancen in Amerika, ebenso wie so mancher, der sich besser vor dem Zugriff seines Landesherrn nach Übersee in Sicherheit brachte.
Mit dem Ende des Siebenjährigen Krieges 1763 verloren die Franzosen die Kolonien in Nordamerika, Menorca, Senegal, Sambia und alle französischen Niederlassungen in Indien wurden britisch. Sie behielten in Amerika nur einige Karibikinseln.
Die Briten verloren zwar 1776 einen Großteil ihrer Kolonien in Nordamerika durch die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten (USA), die beiden Länder blieben einander jedoch verbunden. Die Briten sicherten sich die Kontrolle über das Kap der Guten Hoffnung, Ceylon, Seychellen, Mauritius usw. zur Sicherung des Seewegs nach Indien. In Indien zerfiel das herrschende Mogulreich im 18. Jahrhundert, die East India Company (EIC) drang zunehmend in die Fläche, indem sie das entstandene Machtvakuum nutzte bzw. ihr wohlgesonnene Konkurrenten unterstützte und im eigenen Sinne zu steuern versuchte. Damit war die EIC jedoch auf Dauer überfordert und rief den Staat zu Hilfe. Großbritannien übernahm die Hilfe für die EIC und reduzierte gleichzeitig deren Privilegien. Damit beherrschte der britische Staat die Kolonien und dehnte sie im 19. Jahrhundert immer weiter aus.

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