Sonntag, 22. Januar 2006

TangoFive

Ein Kollegin, Mitglied im Zonta-Club Stuttgart, hat uns für diese Matinee geworben. Es war unsere erste Begegnung mit einem Zonta-Club, einer weltweiten Vereinigung berufstätiger Frauen, wohl ähnlich den bekannteren Rotary- oder Lions-Clubs. Es war schon die dritte Matinee, die der Zonta-Club Stuttgart zur Finanzierung von Projekten veranstaltet hat. Schon der Veranstaltungsort, der Weisse Saal im Neuen Schloss in Stuttgart ist sehenswert und einfach schön.Und der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Sehens- und vor allem hörenswert war auch die Gruppe "Tango Five".
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Besonders bestechend ist die Vielseitigkeit der Musiker. Jeder von ihnen beherrscht mindestens zwei Instrumente, und so wird munter getauscht und kombiniert.
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Zum ersten Mal habe ich "Kontrabass vierhändig" gesehen, also zwei Leute, die ein- und denselben Kontrabass spielen. Aber nicht so, dass einer greift, und der andere streicht, nein, hier griffen beide, und beide strichen auch mit dem Bogen.
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Auch ganz ohne Instrumente, a capella, sind sie fit. So zeigte die erste Programmhälfte vor allem diese Vielseitigkeit, kombiniert mit Witz und Situationskomik und schnellen Szenen- und Kostümwechseln.
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In der Pause gab es Sekt und Häppchen, selbst gemacht von den Damen des Zonta-Clubs Stuttgart.
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Im zweiten Programmteil ging es ein wenig ernster zu. Diese Musiker lassen sich auf keine Richtung festlegen, in keine Schublade packen. In der Matinee ließen sie uns Stücke in Richtung Jazz und auch Tango hören, ihrem Namen gemäß. Bei Tango Five darf man sich auf musikalische Überraschungen gefasst machen.
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Montag, 16. Januar 2006

Idomeneo

In dieser kalten Jahreszeit reisen wir nur selten, dafür gibt es mehr Veranstaltungen drinnen. Von einer sehr schönen Opernaufführung will ich heute berichten, wie die Überschrift schon zeigt, handelt es sich um Mozarts "Idomeneo". 2006 ist ja ein Mozartjahr, und die Staatsoper Stuttgart spielt fünf große Opern-Inszenierungen. Neben "Idomeneo" sind in Stuttgart "Don Giovanni", "Le Nozze di Figaro" und "Cosi fan tutte" zu sehen. Außerdem im Programm ist die "Zauberflöte", mit der die Staatsoper am 15., 17., 18. Februar auch in Tokio gastieren wird.

Idomeneo wurde im Januar 1781 in München uraufgeführt, Mozart war zwei Tage vor der Premiere 25 Jahre alt geworden. Die Geschichte, die dem Libretto zu Grunde liegt, basiert auf einer griechischen Sage nach der Zerstörung Troias. Sie wurde bereits 1712 vom Franzosen Antoine Danchet zu einem Libretto verarbeitet, das dann von André Campra vertont wurde. Eine weitere Bearbeitung machte dann Giambattista Varesco, Hofkaplan am Hof des Erzbischofs von Salzburg, bei dem Vater und Sohn Mozart zu dieser Zeit angestellt waren. Die Oper ist stilistisch zwischen der italienischen Opera Seria und der von Mozart mitbegründeten deutschen Oper angesiedelt. Musikalisch ist sie schon "ganz Mozart", und da Mozart über gute Sängerinnen und das damals beste Orchester der Welt (aus Mannheim) verfügen konnte, konnte er zeigen, was er konnte.

Auch das Bühnenbild in der Stuttgarter Aufführung ist ganz erträglich, gar nicht gegenständlich, es besteht aus mehreren blauen Wänden, die parallel und vertikal zum Bühnenrand beweglich sind, und so den Raum eng oder weit machen.

Pressestimmen zur Stuttgarter Aufführung

Samstag, 7. Januar 2006

Weltweihnachtscircus

Seit vielen Jahren findet in Stuttgart von Mitte Dezember bis zum Wochenende des 6. Januar Circus statt. Es gastiert kein festes Ensemble, sondern das Programm wird in jedem Jahr nur für diese Veranstaltung zusammengestellt. Sehr viele Artisten reisen anschließend zum Circusfestival von Monte-Carlo, und viele haben dort für ihr schon in Stuttgart gezeigtes Programm einen Preis gewonnen. Auch in diesem Jahr war das gezeigte Programm äußerst sehenswert.

Meine Favoriten waren
die Akrobatik am Seidenband

drei südamerikanische Jungs auf den Hochseil (ohne Bild)

die chinesischen Radkünstlerinnen

und als absoluter Liebling die Pferdenummer

bei der als Höhepunkt 24 Pferde verschiedener Rassen in 3 Kreisen gegenläufig durch die Manege galoppieren, nur leichter Galopp, versteht sich.

Mal wieder im Programm war auch der Clown Fumagalli
und "Bienchen, Bienchen" durfte dann auch nicht fehlen.

Freitag, 6. Januar 2006

Imperium Romanum

Gleich im neuen Jahr, an den ersten ruhigen Tagen, schaute ich mir kurz vor Toresschluss die Ausstellung "Imperium Romanum" im Stuttgarter Kunstgebäude an.

Besonders faszinierend finde ich immer wieder, sich ins Gedächtnis zurückzurufen, auf welch hohem technischen und organisatorischen Niveau die Römer bereits vor etwa 2000 Jahren waren. Hier im Grenzgebiet war der Unterschied besonders krass sichtbar, mit den Römern kamen die Straßen, die Steinhäuser, die Bäder, und die Waren aus dem gesamten Reich wie z.B. Wein und Öl aus Andalusien. Als die Römer wieder vertrieben wurden, verschwand dieses alles nach und nach, die Häuser wurden noch bewohnt, bis sie einfielen, zur Instandhaltung waren die nachrückenden germanischen Stämme, in Baden-Württemberg speziell die Alamannen, nicht fähig.

Die Ausstellung mischt Fundstücke, Erläuterungen und Modelle recht geschickt, wie das heutzutage in professionell gemachten Ausstellungen so üblich ist. Mindestens so viel Information bietet ein Besuch in der Villa Rustica in Hechingen-Stein, wo ein Nachbau eines Hauses und die freigelegten Ruinen einen sehr beeindruckenden Eindruck über das Leben der Römer in Süddeutschland liefern. Diese Ausgrabung scheint beim Landesmuseum nicht beliebt zu sein, da sie privat und gegen den Willen der Behörden erfolgte, sie wird in den Erläuterungstafeln von "Imperium Romanum" nicht erwähnt. Lediglich zwei Mühlsteine aus Hechingen-Stein finden sich unter den Ausstellungsstücken.

Eine zweite Ausstellung mit demselben Titel über die Spätantike am Oberrhein im 3. und 4. Jahrhundert läuft schon in Karlsruhe und geht noch bis Ende Februar 2006.

Dienstag, 6. Dezember 2005

Die Türme vom Nullmeridian

Am Wochenende war ich mal wieder im schönen Innsbruck. Es war trüb, regnerisch und ein wenig zu warm für den Weihnachtsmarkt. Dennoch war es wie immer Anfang Dezember, die Stadt war voller Italiener.
Wie ich bereits im Juli beschrieben hatte, befindet sich am Südturm des Doms eine Hinweistafel zur Tiroler Landesvermessung. Die dort angegebenen Koordinaten verweisen auf diesen Turm, den Leuchtturm am damaligen Nullmeridian.

Med cero

Mit dem folgenden Bild ist die Verbindung zwischen den Türmen hergestellt: Innsbruck - El Hierro

Ibk Türme

Sonntag, 27. November 2005

Stuttgart von oben

Durch Zufall habe ich vor einigen Tagen herausgefunden, dass es hervorragende Luftaufnahmen von Stuttgart auf den offiziellen Stadtplanseiten gibt. Stadtplan auswählen, die Bildschirmauflösung einstellen, Start drücken, die gewünschte Adresse suchen (oder auch nicht) und dann klicken
  • Karten
  • Luftbild Übersicht ODER
  • Luftbild
Luftbild Übersicht hat einen etwas größeren Maßstab als Luftbild.

Viel Spaß beim Flug über Stuttgart!

Beispiel Neues Schloss

Urlaubserinnerung

Nun bin ich schon einen ganzen Monat wieder zu Hause. Den Faden für's Blog habe ich völlig verloren, aber ich fange mit einigen Urlaubserinnerungen an, ihn wiederaufzunehmen. Der Maracujastrauch an der Terrasse blühte, jeden Tag mit einer neuen Blüte, die am nächsten Tag auch schon verblüht war.

Maracujabluete

Dienstag, 25. Oktober 2005

Urlaubsende

Meine Hochachtung für alle, die bis hierher mitgelesen haben! Dies ist der letzte Eintrag aus diesem Urlaub, den nächsten werde ich wieder von zu Hause schreiben. Morgen ist Reisetag, wir werden schon kurz nach Sonnenaufgang am Flughafen auf die kleine Maschine aus Teneriffa warten, die uns dann von dieser Insel abholt. Danke euch allen, und ¡hasta luego!

Badeplätze V

Einer der beiden Badeplätze an der Nordküste ist Pozo de las Calcosas, über eine gut ausgebaute Straße gut zu erreichen. Das kleine Dorf hat mindestens 3 Bars, und etwas außerhalb sind eine Reihe von Ferienhäuschen entstanden. Hat man das Ende der Straße erreicht, steht man an der Steilküste und sieht folgendes:
Pozo Las Calcosas

Neben den betonierten Becken, mehr dem Hang zu, stehen strohgedeckte Hütten. Sie werden im Sommer am Wochenende genutzt. Nur ein Teil von ihnen ist einigermaßen erhalten, viele bröckeln vor sich hin, Müll und Schutt liegen herum. Noch schlimmer wird der Anblick durch ein großes Haus aus Beton, das man durch Malereien etwas zu kaschieren versucht hat, die Farbe, die Lavasteine darstellen sollte, blättert aber inzwischen heftig ab. Weitere Häuser in der ersten Reihe sind nur wenig besser. Man gelangt über einen steilen Weg die etwa 40 Höhenmeter hinab, er ist unangenehm zu gehen, da die Steine zum Teil sehr spitz und scharfkantig sind, und man sie nicht ausbetoniert hat. Der Gesamteindruck ist unwirklich, unwirtlich, schmutzig und verlassen. Vielleicht ist das anders, wenn im Sommer Betrieb ist, aber so ohne eine Menschenseele wirkte es einfach trostlos.

Montag, 24. Oktober 2005

Der Wochenmarkt

Am Sonntag ist im Hauptort von El Golfo Wochenmarkt. In einer kleinen Straße unterhalb der Tankstelle sind einige wenige Stände aufgebaut, die größeren haben eine Plane als Sonnenschutz, die kleineren oft nur einen Sonnenschirm oder bestehen nur aus einem Tisch plus Stuhl. Hier verkaufen auch einige Privatleute, vom Obst aus Eigenanbau über selbstgemachten Wein (vino de pata, nur bedingt zu empfehlen), bis zur selbstgebackenen Quesadilla (kleiner Käsekuchen), einer Inselspezialität. Inzwischen sind auch einige Deutsche mit Kunsthandwerk und Schwarzbrot und ein Schweizer mit Marmelade und Mojosauce unter den Anbietern. Dieser Markt ist ein Ort der Kommunikation, man kennt sich, man trifft sich, man redet miteinander. Das ist mindestens genau so wichtig wie der Einkauf, den man dort tätigen kann.
Wochenmarkt-2

Auch vor der Zeit des Tunnels sind wir immer sonntags auf diesen Markt gefahren, eine Stunde Anfahrt über die Berge, meist bei schlechtem Wetter. Nach dem Einkaufen noch ein kleines Sonnenbad an der Küste, das waren unsere Ausflüge einmal pro Woche nach El Golfo. Heutzutage ist man dank des Tunnels ohne Probleme in 10 Minuten da, und es ist gar keine Frage, da kann man sogar mehrfach täglich hinfahren.