Dienstag, 25. Oktober 2005
Urlaubsende
Meine Hochachtung für alle, die bis hierher mitgelesen haben! Dies ist der letzte Eintrag aus diesem Urlaub, den nächsten werde ich wieder von zu Hause schreiben. Morgen ist Reisetag, wir werden schon kurz nach Sonnenaufgang am Flughafen auf die kleine Maschine aus Teneriffa warten, die uns dann von dieser Insel abholt. Danke euch allen, und ¡hasta luego!
Badeplätze V
Einer der beiden Badeplätze an der Nordküste ist Pozo de las Calcosas, über eine gut ausgebaute Straße gut zu erreichen. Das kleine Dorf hat mindestens 3 Bars, und etwas außerhalb sind eine Reihe von Ferienhäuschen entstanden. Hat man das Ende der Straße erreicht, steht man an der Steilküste und sieht folgendes:

Neben den betonierten Becken, mehr dem Hang zu, stehen strohgedeckte Hütten. Sie werden im Sommer am Wochenende genutzt. Nur ein Teil von ihnen ist einigermaßen erhalten, viele bröckeln vor sich hin, Müll und Schutt liegen herum. Noch schlimmer wird der Anblick durch ein großes Haus aus Beton, das man durch Malereien etwas zu kaschieren versucht hat, die Farbe, die Lavasteine darstellen sollte, blättert aber inzwischen heftig ab. Weitere Häuser in der ersten Reihe sind nur wenig besser. Man gelangt über einen steilen Weg die etwa 40 Höhenmeter hinab, er ist unangenehm zu gehen, da die Steine zum Teil sehr spitz und scharfkantig sind, und man sie nicht ausbetoniert hat. Der Gesamteindruck ist unwirklich, unwirtlich, schmutzig und verlassen. Vielleicht ist das anders, wenn im Sommer Betrieb ist, aber so ohne eine Menschenseele wirkte es einfach trostlos.
Neben den betonierten Becken, mehr dem Hang zu, stehen strohgedeckte Hütten. Sie werden im Sommer am Wochenende genutzt. Nur ein Teil von ihnen ist einigermaßen erhalten, viele bröckeln vor sich hin, Müll und Schutt liegen herum. Noch schlimmer wird der Anblick durch ein großes Haus aus Beton, das man durch Malereien etwas zu kaschieren versucht hat, die Farbe, die Lavasteine darstellen sollte, blättert aber inzwischen heftig ab. Weitere Häuser in der ersten Reihe sind nur wenig besser. Man gelangt über einen steilen Weg die etwa 40 Höhenmeter hinab, er ist unangenehm zu gehen, da die Steine zum Teil sehr spitz und scharfkantig sind, und man sie nicht ausbetoniert hat. Der Gesamteindruck ist unwirklich, unwirtlich, schmutzig und verlassen. Vielleicht ist das anders, wenn im Sommer Betrieb ist, aber so ohne eine Menschenseele wirkte es einfach trostlos.
Montag, 24. Oktober 2005
Der Wochenmarkt
Am Sonntag ist im Hauptort von El Golfo Wochenmarkt. In einer kleinen Straße unterhalb der Tankstelle sind einige wenige Stände aufgebaut, die größeren haben eine Plane als Sonnenschutz, die kleineren oft nur einen Sonnenschirm oder bestehen nur aus einem Tisch plus Stuhl. Hier verkaufen auch einige Privatleute, vom Obst aus Eigenanbau über selbstgemachten Wein (vino de pata, nur bedingt zu empfehlen), bis zur selbstgebackenen Quesadilla (kleiner Käsekuchen), einer Inselspezialität. Inzwischen sind auch einige Deutsche mit Kunsthandwerk und Schwarzbrot und ein Schweizer mit Marmelade und Mojosauce unter den Anbietern. Dieser Markt ist ein Ort der Kommunikation, man kennt sich, man trifft sich, man redet miteinander. Das ist mindestens genau so wichtig wie der Einkauf, den man dort tätigen kann.

Auch vor der Zeit des Tunnels sind wir immer sonntags auf diesen Markt gefahren, eine Stunde Anfahrt über die Berge, meist bei schlechtem Wetter. Nach dem Einkaufen noch ein kleines Sonnenbad an der Küste, das waren unsere Ausflüge einmal pro Woche nach El Golfo. Heutzutage ist man dank des Tunnels ohne Probleme in 10 Minuten da, und es ist gar keine Frage, da kann man sogar mehrfach täglich hinfahren.
Auch vor der Zeit des Tunnels sind wir immer sonntags auf diesen Markt gefahren, eine Stunde Anfahrt über die Berge, meist bei schlechtem Wetter. Nach dem Einkaufen noch ein kleines Sonnenbad an der Küste, das waren unsere Ausflüge einmal pro Woche nach El Golfo. Heutzutage ist man dank des Tunnels ohne Probleme in 10 Minuten da, und es ist gar keine Frage, da kann man sogar mehrfach täglich hinfahren.
Samstag, 22. Oktober 2005
Badeplätze IV
Es passte ganz gut, dass heute früh viele Wolken im Norden und Osten der Insel waren, denn wir wollten sowieso in den Süden. Nach dem obligatorischen Milchkaffee in El Pinar fuhren wir eine andere Badestelle an, Tacorón. Die Straße hinunter ist zum Glück asphaltiert, die letzten 150 Höhenmeter hinunter ist es eng und steil. Dahinter erhebt sich eine Bergnase mit rotem Lavagestein.

In die ins Meer ausgeflossene Lava hat man Wege und flache Stellen betoniert, an verschiedenen Stellen gibt es Leitern ins Wasser, rechts und links von einer schönen Bucht. Muss wunderbar zum Schnorcheln sein, aber leider, leider... schwamm dreckiger Schaum auf dem Wasser, auch etwas weiter draußen im Meer. Wir fragten uns, wo das Zeug herkommt, da es an der ganzen Südwestseite keine menschliche Siedlung gibt.
In der Lavalandschaft gibt es auch einige strohgedeckte Hütten mit Tischen und Bänken, wo man Schutz vor der sengenden Sonne suchen und picknicken kann.
Zum Baden und Essen fuhren wir weiter nach La Restinga, und beides war wieder ganz prima.
In die ins Meer ausgeflossene Lava hat man Wege und flache Stellen betoniert, an verschiedenen Stellen gibt es Leitern ins Wasser, rechts und links von einer schönen Bucht. Muss wunderbar zum Schnorcheln sein, aber leider, leider... schwamm dreckiger Schaum auf dem Wasser, auch etwas weiter draußen im Meer. Wir fragten uns, wo das Zeug herkommt, da es an der ganzen Südwestseite keine menschliche Siedlung gibt.
In der Lavalandschaft gibt es auch einige strohgedeckte Hütten mit Tischen und Bänken, wo man Schutz vor der sengenden Sonne suchen und picknicken kann.
Zum Baden und Essen fuhren wir weiter nach La Restinga, und beides war wieder ganz prima.
Im kleinsten Hotel der Welt
Am Freitagabend entschlossen wir uns kurzfristig, im kleinsten Hotel der Welt (4 Zimmer), in Punta Grande, zu Abend zu essen. Der Speisesaal hat immerhin 11 Tische und mit unserem waren 8 belegt. Will man Fisch essen, wird einem die frische Ware auf einem Tablett vorgezeigt und man kann auswählen. Der Raum ist sehr stilvoll mit Seefahrtutensilien dekoriert und hat viel Atmosphäre. Und das ständige Rauschen des Meeres, das rechts und links von der Landzunge, auf dem das Hotel steht, in die Buchten donnert ...
Freitag, 21. Oktober 2005
Die Hauptstadt
Valverde ist die einzige Inselhauptstadt der Kanaren, die nicht am Meer liegt, sondern auf etwa 600 m Höhe auf der Ostseite der Insel. Leider ist sie etwas spröde und hüllt sich gern in Passatwolken, bis zum berüchtigten kalten Nebel, der dort oft durch die Strassen wabert.
Heute früh war wieder keine Wolke am Himmel, und so machten wir den Versuch, Valverde zu besuchen und einige Fotos zu machen. Bis wir dort waren, waren die Wolken dort schon wieder aufgezogen, und Valverde präsentierte sich so wie fast immer: wolkenverhüllt. So haben wir es dann auch abgelichtet. Nur ein kurzes Stück weiter, noch auf der Nordseite, schien ganz fein die Sonne. Na ja, Valverde hat es wohl nicht anders gewollt.
Heute früh war wieder keine Wolke am Himmel, und so machten wir den Versuch, Valverde zu besuchen und einige Fotos zu machen. Bis wir dort waren, waren die Wolken dort schon wieder aufgezogen, und Valverde präsentierte sich so wie fast immer: wolkenverhüllt. So haben wir es dann auch abgelichtet. Nur ein kurzes Stück weiter, noch auf der Nordseite, schien ganz fein die Sonne. Na ja, Valverde hat es wohl nicht anders gewollt.
Donnerstag, 20. Oktober 2005
Am Ende der alten Welt
Heute früh war der Himmel wolkenlos, dies nutzten wir aus für einen Ausflug zum Leuchtturm im Südwesten der Insel, dem Ort des Nullmeridians von der Antike bis 1884. Die Fahrt begann recht gemütlich, allerdings musste man nach der Playa Verodal an der Westküste weit hinaufsteigen, um die Südseite zu erreichen. Bestimmt 500 Höhenmeter mussten auf einer engen Straße überwunden werden, wir erreichten schon das Weidegebiet (La Dehesa), bis die Straße dann wieder abwärts führte, die letzten Kilometer war die Straße nicht asphaltiert. Abgesehen davon, dass es fürchterlich staubte, alle diese Pisten haben waschbrettartige Querrillen, die das Auto so durchrüttelten, dass 20 km/h schon als abenteuerliche Geschwindigkeit erschien.

Der Leuchtturm steht in einer ganz ursprünglichen, wilden Lavalandschaft, keine menschliche Behausung in Sicht. Richtung Westen nur noch wenige hundert Meter, dann kommt bis Amerika kein Land mehr.

Heutzutage ist der Leuchtturmbetrieb automatisiert, früher jedoch hatte ein Leuchtturmwächter 4 Monate Dienst am Stück, ohne Verbindung zur Außenwelt. Auch heute noch ist dieser Leuchtturm des erste Zeichen von Europa für Schiffe aus Mittel- und Südamerika.
Der Leuchtturm steht in einer ganz ursprünglichen, wilden Lavalandschaft, keine menschliche Behausung in Sicht. Richtung Westen nur noch wenige hundert Meter, dann kommt bis Amerika kein Land mehr.
Heutzutage ist der Leuchtturmbetrieb automatisiert, früher jedoch hatte ein Leuchtturmwächter 4 Monate Dienst am Stück, ohne Verbindung zur Außenwelt. Auch heute noch ist dieser Leuchtturm des erste Zeichen von Europa für Schiffe aus Mittel- und Südamerika.
Mittwoch, 19. Oktober 2005
Der Süden
Heute waren wir mal ein wenig aktiver. Auf dem Weg nach La Restinga, in den Süden, machten wir einen Abstecher nach Isora, wo der herreñische Käse hergestellt wird. Der Mirador (Aussichtspunkt) de Isora bietet einen fantastischen Blick auf die Ostküste, vom Tunnelausgang bis zum Parador und weiter bis zur Südspitze der Insel.

Unserem Ritual entsprechend tranken wir in El Pinar Café con Leche (Milchkaffee), wie immer in derselben Bar, einer von denen, die sich ständig füllen und wieder leeren, wo dauernd Betrieb ist.
In La Restinga herrschte wieder Normalbetrieb, nur das Zelt der Foto-Sub war immer noch nicht abgebaut. Die Flut war günstig, relativ nahe am Höchststand, man konnte wunderbar baden und schnorcheln. Spaß macht es auch, die einlaufenden Fischerboote abzupassen und den Fang anzusehen.

Anschließend sahen wir uns die Früchte des Meeres auf dem Teller an. Ich werde nicht im Einzelnen beschreiben, was wir alles gutes gegessen haben, nur so viel: wir kennen keine andere Wirtschaft, an dem die Camarrones (s. früheren Beitrag) so gut schmecken wie dort. Einfach ein Genuß, und exzellent ohne jede weitere Zutat!
Auch in La Restinga wurde seit unserem letzten Hierro-Aufenthalt vor zwei Jahren viel gebaut. Bereits fertig ist eine neue Strandpromenade mit Zugang zum Wasser, im Bau sind weitere Strandbefestigungen im Hafenbereich und eine zweite Mole von der anderen Seite, um die Hafenbucht noch mehr gegen das Meer zu schließen. Auch die Anzahl der Boote für Taucher hat sich vervielfacht, Tauchkurse und -ausflüge scheinen gut zu laufen. Man sieht ja schon beim Schnorcheln, dass der Fischreichtum enorm groß ist.
Unserem Ritual entsprechend tranken wir in El Pinar Café con Leche (Milchkaffee), wie immer in derselben Bar, einer von denen, die sich ständig füllen und wieder leeren, wo dauernd Betrieb ist.
In La Restinga herrschte wieder Normalbetrieb, nur das Zelt der Foto-Sub war immer noch nicht abgebaut. Die Flut war günstig, relativ nahe am Höchststand, man konnte wunderbar baden und schnorcheln. Spaß macht es auch, die einlaufenden Fischerboote abzupassen und den Fang anzusehen.
Anschließend sahen wir uns die Früchte des Meeres auf dem Teller an. Ich werde nicht im Einzelnen beschreiben, was wir alles gutes gegessen haben, nur so viel: wir kennen keine andere Wirtschaft, an dem die Camarrones (s. früheren Beitrag) so gut schmecken wie dort. Einfach ein Genuß, und exzellent ohne jede weitere Zutat!
Auch in La Restinga wurde seit unserem letzten Hierro-Aufenthalt vor zwei Jahren viel gebaut. Bereits fertig ist eine neue Strandpromenade mit Zugang zum Wasser, im Bau sind weitere Strandbefestigungen im Hafenbereich und eine zweite Mole von der anderen Seite, um die Hafenbucht noch mehr gegen das Meer zu schließen. Auch die Anzahl der Boote für Taucher hat sich vervielfacht, Tauchkurse und -ausflüge scheinen gut zu laufen. Man sieht ja schon beim Schnorcheln, dass der Fischreichtum enorm groß ist.
Dienstag, 18. Oktober 2005
Regenmacher II
Diesmal hat der Wettergott wirklich übertrieben. Nach der Prozession am Sonntag fing es an zu regnen, feiner Landregen, der schön langsam in den Boden einsickert. Und es hörte nimmer auf. Es regnete, mal mehr, mal weniger stark, den ganzen Sonntag, die ganze Nacht zum Montag und am Montag Vormittag regnete es immer noch. Dazu hingen die Wolken ganz tief herunter, so dass man sich wie im November in Deutschland vorkommen musste, allerdings bei +20°C.
Unsere Vermieterin sagte uns, dass sie seit vielen Jahren keinen solchen Regen auf der Insel erlebt hat, er sei völlig ungewöhnlich für die Gegend.
Wir fuhren die ganze Insel ab, bis in den Süden und zweimal nach El Golfo, um einen Ort ohne Regen zu finden, aber es war überall nass. Am Montag Mittag, so gegen 13:30 Ortszeit hörte es hier am Haus auf zu regnen, nach mehr als 25 Stunden. Und seither gibt es wieder das ganz typische Hierro-Wetter mit Sonne, Wolken, Wind, und das alles im Wechsel. Wir freuen uns schon, dass sich die Insel in den nächsten Tagen überall in frischem Grün zeigen wird, das nach Regen ganz schnell sprießt.
Unsere Vermieterin sagte uns, dass sie seit vielen Jahren keinen solchen Regen auf der Insel erlebt hat, er sei völlig ungewöhnlich für die Gegend.
Wir fuhren die ganze Insel ab, bis in den Süden und zweimal nach El Golfo, um einen Ort ohne Regen zu finden, aber es war überall nass. Am Montag Mittag, so gegen 13:30 Ortszeit hörte es hier am Haus auf zu regnen, nach mehr als 25 Stunden. Und seither gibt es wieder das ganz typische Hierro-Wetter mit Sonne, Wolken, Wind, und das alles im Wechsel. Wir freuen uns schon, dass sich die Insel in den nächsten Tagen überall in frischem Grün zeigen wird, das nach Regen ganz schnell sprießt.
Montag, 17. Oktober 2005
Bars
Laut Statistik ist nirgendwo in Europa die Dichte an Bars so groß wie in Spanien, und auf El Hierro ist bei weitem höher als der spanische Durchschnitt. Bar hat in Spanien eine andere Bedeutung als in Deutschland, es entspricht am ehesten einer Kneipe plus Kaffeehaus. In einer spanischen Bar kann man alles bekommen, vom kargen Frühstück am Morgen bestehend aus einem (Milch-)Kaffee mit süßem Teilchen, über das zweite Frühstück mit einem gut belegten Brötchen, das auch noch kurz überbacken wird, zum Mittagessen mit Tapas, kleinen Gerichten, kalt oder warm. Abends gibt es oft in einem zusätzlichen Raum mit dem Charme einer Wartehalle einige Tische, an denen Abendessen serviert wird.
Auf dieser Insel kann man hinkommen wo man will, wenn man in eine Bar hineinschaut, sind auch Leute drin, zwei oder drei mindestens. Man trifft sich, schwatzt ein wenig, diskutiert die wichtigen Dinge des Lebens, sei es Sport oder Lokalpolitik, trinkt ein Glasl oder einen Kaffee, legt ein paar Münzen auf den Tresen und geht wieder. Man hat seine Spezln gesehn und gesprochen. Es gibt keine Notwendigkeit von Handy oder E-Mail, die Kommunikation erfolgt direkt.
Auch in den Restaurants erfolgt die innerbetriebliche Kommunikation oft noch ganz direkt, wenn auch mit speziellen Signalen. Am Samstagabend konnten wir beobachten, dass die Küchentür im Restaurant einen Spalt geöffnet wurde und sich dann mit einem Quietschen wieder schloss. Dies war das Signal für die junge Frau hinter dem Tresen, dass die Küche etwas fertig hatte, was aufzutragen war. Sie hatte die volle Bar plus das Restaurant zu versorgen und alle Hände voll zu tun. Bei dem Lärm war sowieso erstaunlich, dass sie das Quietschen überhaupt gehört hat. Wenn sie nicht gleich kam, wurde die Küchentür nochmals geöffnet und geschlossen, allerdings etwas heftiger, sodass es zweimal quietschte.
Im Fischrestaurant in La Restinga im Süden ist Manolo der Chef im Ring. Sein "Leitstand" ist ein Stück Theke, darauf liegt eine Pinntafel aus Kork. Pro Tisch hat er einen Zettel, der auf der Korktafel befestigt wird, auf dem die Bestellungen vermerkt sind. Die Durchschläge gehen rechts an die Bar bzw. links in die Küche. Mit beiden Seiten spricht er zusätzlich laut und ohne Pause, gibt Anweisung, welche Getränke zuerst wohin gebracht werden sollen. Die Küche erfährt, bei welcher Bestellung der Fisch besonders groß sein soll, oder dass um eine kleinere Portion gebeten wurde. Gleichzeitig redet er mit den Gästen und kommentiert dann befriedigt mit einem "perfecto".
Erwähnt werden muss auch die Freiluftvariante der Bar, die es hier gibt, z.B. bestehend aus einem Wagen, der vermutlich nie mehr fahren wird, oder aus einer Bretterbude in Strandnähe, deren Vordachkonstruktion weitaus solider erscheint, als die Bude selbst. Auch diese Bars haben ihre Stamm- und Laufkundschaft, um deren Anzahl und Frequenz sie manche Kneipe in Deutschland beneiden würde.
Auf dieser Insel kann man hinkommen wo man will, wenn man in eine Bar hineinschaut, sind auch Leute drin, zwei oder drei mindestens. Man trifft sich, schwatzt ein wenig, diskutiert die wichtigen Dinge des Lebens, sei es Sport oder Lokalpolitik, trinkt ein Glasl oder einen Kaffee, legt ein paar Münzen auf den Tresen und geht wieder. Man hat seine Spezln gesehn und gesprochen. Es gibt keine Notwendigkeit von Handy oder E-Mail, die Kommunikation erfolgt direkt.
Auch in den Restaurants erfolgt die innerbetriebliche Kommunikation oft noch ganz direkt, wenn auch mit speziellen Signalen. Am Samstagabend konnten wir beobachten, dass die Küchentür im Restaurant einen Spalt geöffnet wurde und sich dann mit einem Quietschen wieder schloss. Dies war das Signal für die junge Frau hinter dem Tresen, dass die Küche etwas fertig hatte, was aufzutragen war. Sie hatte die volle Bar plus das Restaurant zu versorgen und alle Hände voll zu tun. Bei dem Lärm war sowieso erstaunlich, dass sie das Quietschen überhaupt gehört hat. Wenn sie nicht gleich kam, wurde die Küchentür nochmals geöffnet und geschlossen, allerdings etwas heftiger, sodass es zweimal quietschte.
Im Fischrestaurant in La Restinga im Süden ist Manolo der Chef im Ring. Sein "Leitstand" ist ein Stück Theke, darauf liegt eine Pinntafel aus Kork. Pro Tisch hat er einen Zettel, der auf der Korktafel befestigt wird, auf dem die Bestellungen vermerkt sind. Die Durchschläge gehen rechts an die Bar bzw. links in die Küche. Mit beiden Seiten spricht er zusätzlich laut und ohne Pause, gibt Anweisung, welche Getränke zuerst wohin gebracht werden sollen. Die Küche erfährt, bei welcher Bestellung der Fisch besonders groß sein soll, oder dass um eine kleinere Portion gebeten wurde. Gleichzeitig redet er mit den Gästen und kommentiert dann befriedigt mit einem "perfecto".
Erwähnt werden muss auch die Freiluftvariante der Bar, die es hier gibt, z.B. bestehend aus einem Wagen, der vermutlich nie mehr fahren wird, oder aus einer Bretterbude in Strandnähe, deren Vordachkonstruktion weitaus solider erscheint, als die Bude selbst. Auch diese Bars haben ihre Stamm- und Laufkundschaft, um deren Anzahl und Frequenz sie manche Kneipe in Deutschland beneiden würde.
Abonnieren
Posts (Atom)