Samstag, 2. Juli 2022

Die Krise. Covid und App Verwirrung.

  • Unser Testzentrum, 2 Container mit einer "Laufstrecke" im Freien. Alles in der prallen Sonne.
  • Schon lange gabs hier keine Informationen über die Covid-Pandemie in Deutschland und speziell bei uns. Wir sind jetzt in der sechsten Welle, die dritte mit der Omikron-Mutante des Virus, mit den Sub-Typen BA1, BA2 und BA5. Jede Variante ansteckender als die vorigen, und jede Welle höher als die davor. 
  • Würde man über wirklich realistische Zahlen verfügen, wären die Inzidenzen und die Anzahl der Infizierten um ein mehrfaches höher.
  • Leider hat es auch uns erwischt, zuerst meine bessere Hälfte, dann mit dreitägiger Verzögerung auch mich. Wir haben uns isoliert, und es geht uns nicht schlecht. 
  • Dadurch sind wir aber auch mit den lokalen Testzentren in Berührung  gekommen und mit ihren EDV-Systemen. Inzwischen wundere ich mich nicht mehr über mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Informationstechnik in Deutschland. Und es sind nicht nur die viel belächelten und viel aufgeführten Faxgeräte in den Gesundheitsämtern. 
  • Die Infektion meiner besseren Hälfte zeigte sich durch einen Selbsttest, den er morgens gemacht hat, weil er sich abends mit anderen treffen wollte. Mit einem positiven Selbsttest hat man das Recht auf einen PCR-Test, der Klarheit schafft, aber auch Voraussetzung ist, ein positives Ergebnis der Corona-Warn-App mitzuteilen. Also ab zum Testzentrum, PCR-Test machen (er), der Schnelltest, den ich machen ließ, weil ich schon mal da war,  war negativ.
  • Auf dem Blatt, das man im Testzentrum ausgehändigt bekommt, um das PCR-Testergebnis abrufen zu können, wird auf die App "Mein Laborergebnis" verwiesen (+ QR-Code), darunter noch ein QR-Code mit der Test-Id. Kein Hinweis auf eine Möglichkeit, die Corona-Warn-App verwenden zu können. Grummelnd installierte ich die App auf seinem Handy, ärgerte mich über eine meiner Ansicht nach benutzerunfreundliche Bedienung, scannte schließlich die Test-Id, und das Warten ging los. 
  • Ein Tag später war das positive Ergebnis da. Um Details einsehen zu können, wird man auf eine Webseite des Labors geleitet. Dort wurde wieder keine Möglichkeit angeboten, das Ergebnis der Corona-Warn-App mitzuteilen, aber der Luca-App. Wer macht denn bitte momentan noch Luca??? Mein Selbsttest an diesem Tag war wieder negativ, doch so langsam spürte ich leichte Symptome.
  • Noch ein Tag später war mein Selbsttest dann auch positiv. Also habe ich brav einen Termin für den PCR-Test vereinbart, bin hingefahren und sah eine Menschenmenge vor dem Testzentrum. 

  • Das sind nur die letzten 15-20 der Warteschlange

  • Es war Sonntag, am Freitag waren wir sofort drangekommen. Es gab keinen separaten Eingang für Leute mit Termin, ich hätte warten müssen wie alle anderen. Dazu war es brüllend heiß, deshalb drängelten sich die Leute alle im wenigen verfügbaren Schatten. Ich fuhr wieder nach Hause. 
  • Wir haben dann versucht, über eine 0800-Nummer des Robert-Koch-Instituts (RKI) eine TAN zu bekommen, um die Corona-Warn-App über das positive Testergebnis zu informieren. Zuerst minutenlange Anweisungen und Hinweise, dann Warteschlange. Nach über 15 Minuten Wartezeit haben wir aufgelegt, wir versuchen schließlich, der Öffentlichkeit einen Gefallen zu tun und sind auf diesen Dienst nicht angewiesen.
  • An den beiden Tagen davor hatte ich auf den Seiten des Labors rumgeklickt und irgendwo gesehen, dass es anscheinend doch möglich ist, sich das Testergebnis über die Corona-Warn-App mitteilen zu lassen. Es wird jedoch ausdrücklich gewarnt, die Test-Id bei beiden Apps einzugeben. Vermutlich kann es dann Schwierigkeiten bei der Übermittlung des Ergebnisses kommen, weil das System durcheinander kommt. Nachdem beim Test meiner besseren Hälfte das Ergebnis mit Anlagen ja bereits im Haus war, wagte ich, die Test-Id auch mit der Corona-Warn-App zu scannen. Und oh Wunder, es ging, das positive Ergebnis wurde sofort angezeigt und mit seiner Zustimmung auch verwendet, um andere zu warnen.
  • Am Montag machte ich einen weiteren Versuch, einen PCR-Test zu bekommen, diesmal kam ich wie Freitag zuvor sofort dran. Nach einem Tag Wartezeit war das positive Ergebnis dann da.
  • Vom örtlichen Gesundheitsamt bekam ich eine E-Mail mit folgender Aufforderung: Zur besseren Beurteilung des Infektionsgeschehens bitten wir um weitere Angaben in folgendem Webformular: 
  • Also wieder alle persönlichen Angaben (Name, Geburtsdatum, Adresse, ...) wiederholen - ich weiß nicht wie oft ich das in den vergangenen Tagen schon machen musste. Ganz wichtig waren dem Formular die Impftermine (alle!) und der verwendete Impfstoff. Bei der Frage nach einer Kontaktperson begann das Formular zu "spinnen", die Festnetz-Telefonnummer (Pflichtfeld!) war plötzlich als ungültig bezeichet, auch als ich den Bindestrich zwischen Vorwahl und örtlicher Nummer entfernt hatte. Die Eingabe einer Kontaktperson war nicht möglich, ok, nicht schlimm, es kam ja nur meine bessere Hälfte in Frage, bei der ich mich angesteckt hatte, und die bekanntermaßen bereits vor mir positiv gewesen war. Absenden konnte ich das Formular trotzdem, der Eingang wurde sogar bestätigt.
  • Inzwischen konnten wir beide die fünftägige Isolation beenden, weil wir bereits zwei Tage vor Ende keine Symptome mehr hatten.
  • Wir sind sehr dankbar, dass wir beide die Corona-Infektion so gut überstanden haben, es war zwar nicht unbedingt angenehm, aber erträglich. Wir schreiben das den Impfungen zu und sind sehr froh und dankbar, dass es sie gibt und dass wir sie bekommen haben.

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