Sonntag, 29. Juni 2008

Zeppelin-Museum


Das Zeppelin-Museum liegt in Friedrichshafen am Bodensee und ist im Gebäude des ehemaligen Hafenbahnhofs untergebracht. Diese Lage ist 1A, direkt an der Uferpromenade und am Hafen. Sollte man mit dem Schiff kommen wollen, z.B. mit dem Katamaran von Konstanz, so sind es nach dem Aussteigen nur wenige Schritte zum Museum.
Gezeigt werden die Entwicklung der Zeppeline von den Anfängen bis zur Gegenwart und Entwicklungen, Produkte und Tendenzen der Luftschiffbau Zeppelin GmbH und ihrer Tochter- und Schwestergesellschaften über die letzten hundert Jahre. So gibt es Alu-Teller und -Gefäße aus den Jahren 1945-1948 ebenso zu bestaunen wie Motoren und Getriebe aus unterschiedlichen Epochen.
Ein Schwerpunkt sind auch die Schautafeln an der Seite, die die technischen Probleme und Entwicklungen erläutern. Vor hundert Jahren war z.B. eine leichte, gleichzeitig feste und gasdichte Hülle eine Herausforderung. Kunststoffe kannte man ja noch nicht. Da läßt sich vieles entdecken und vielleicht auch auffrischen.


Kernstück ist jedoch ein 33 Meter langer Nachbau des Luftschiffs Hindenburg. Dieses größte Luftschiff aller Zeiten ging am 6. Mai 1937 bei der Landung in USA in Flammen auf. Der Nachbau füllte große Teile der ehemaligen Bahnhofshalle.

Man sieht einen Salon mit kleinen Tischen und Sesseln, mehrere Kabinen mit Stockbetten und einen Waschraum. Man kann sowohl die Außenhaut aus der Nähe ansehen als auch die Tragegerüste aus Aluminium und ihre Befestigungen.
Weitere Ausstellungsräume geben einen Einblick in die militärische und friedliche Nutzung von Zeppelinen in aller Welt und bis zur Gegenwart.
Besucher sollten sich allerdings nicht auf die im Reiseführer Baedecker angegebenen Öffnungszeiten verlassen, sondern am besten aktuell unter zeppelin-museum.de nachsehen. Aktuell ist von Mai bis Oktober Dienstag bis Sonntag von 9 bis 17 Uhr geöffnet, von November bis April von 10 bis 17 Uhr.

Sonntag, 25. Mai 2008

Und abends Gäste


Und abends Gäste, so heißt eine Komödie, die wir in der Komödie am Kurfürstendamm gesehen haben. Wir Zuschauer sehen nur die Küche, obwohl sich ein großer Teil der Handlung nicht dort abspielt, sondern er wird nur in der Küche berichtet und diskutiert.
Jacques und Martine haben Gäste eingeladen, einen berühmten TV-Moderator und dessen junge Ehefrau Charlotte, eine erfolgreiche Journalistin und Jugendfreundin von Martine. Und von Georges. Dieser wohnt seit mehreren Wochen bei Jacques und Martine, warum bleibt unklar. Er ist um einiges älter als Charlotte und es wird bald klar, dass die Trennung der beiden nicht von ihm ausging.
Die Gäste kommen erst mal eineinhalb Stunden zu spät, was Georges, den Hausfreund und nicht Jacques, den Hausherrn, völlig in Rage bringt. Noch später kommt Fred mit einer Freundin. "Sie ist eine Nutte" wird Fred im Lauf des Abends von seiner Freundin sagen. Den TV-Moderator und Freds Freundin bekommen wir Zuschauer nicht zu Gesicht, alle anderen tauchen in der Küche auf.
Der Abend zieht sich zuerst ziemlich zäh dahin, das Essen ist versalzen. Charlotte verabredet sich für später mit einem Liebhaber, was ihr Ex-Freund Georges mitbekommt. Fred braucht dringend Geld, da er am selben Abend noch eine große Summe zurückzahlen muss. Im Wohnzimmer beschließt man, nach dem Essen eine gepflegte Partie Poker zu spielen. Jacques schwant schon, dass das nicht gut gehen wird, und er sollte Recht behalten.
Charlotte kommt nicht weg zu ihrem Rendezvous, es ist kein Taxi zu bekommen, und ihr Liebhaber beendet daraufhin die Liaison. Am Telefon. Ihr Ehemann, der TV-Moderator, bändelt mit der Freundin von Fred an. Fred gewinnt 30.000 (Francs, Euro?) vom TV-Moderator, doch Jacques zwingt ihn, das Geld zurückzugeben. Fred macht das natürlich nur, weil er Geld von Jacques bekommt und der ihm außerdem seine Schulden erlässt.
Georges, der seit Wochen diese Wohnung nicht verlassen wollte, kann alles nicht mehr ertragen und zieht aus, erst Mal in ein Hotel. Der TV-Moderator und Freds Freundin sind gemeinsam weggefahren. Charlotte, die Ehefrau, ist noch da. Ehemann, Liebhaber und selbst der Ex-Freund Georges haben das Weite gesucht. Da sind auch noch Martine und Jacques, der doch immer für alle nur das Beste wollte. Alle außer den Skrupellosen (dazu zähle ich den TV-Moderator, Freds Freundin und Fred selbst) haben ihr Fett abbekommen an dem Abend, besonders jedoch die schöne, junge und erfolgreiche Charlotte.

Samstag, 24. Mai 2008

Emil Nolde - Südseereise


Emil Nolde und seine Frau Ada waren 1913 Teilnehmer einer "Medizinisch-demographischen Deutsch-Neuguinea-Expedition". Sie starteten in Berlin am 3. Oktober 1913 über Russland, Korea, Japan, China, Hongkong und erreichten schließlich über die Philippinen ihr Ziel Deutsch-Neuguinea. Auf der Reise entstanden 19 Ölgemälde, fast 400 farbige Zeichnungen und viele Aquarelle. Die nun in der Berliner Dependance der Nolde-Stiftung Seebüll ausgestellten Bilder beeindrucken durch die Farbigkeit. Einmal, bei den Landschaftsbildern, helle, intensive Farben und Kontraste, bei den Bildern der Ureinwohner bleiben Farben und Kontraste sehr gedämpft, und hinterlassen dennoch einen starken Eindruck. Die Ölbilder werden von den Zeichnungen, Aquarellen und Skizzen thematisch begleitet.
Die Rückreise erfolgte per Schiff über Java, Singapur, Birma, Ceylon und Ägypten. Dort wurden sie vom Ausbruch des 1. Weltkriegs überrascht. Ein Teil des Gepäcks einschließlich zahlreicher Werke der Reise wurde beschlagnahmt. Nolde entdeckte sein Gepäck einschließlich der Bilder 1921 in London bei einem Trödler wieder.

Donnerstag, 22. Mai 2008

Museum Berggrün

Im Jahr 1996 eröffnete Heinz Berggrün in einem der beiden Zwillingsbauten für das Garde du Corps (Stülerbau) direkt gegenüber von Schloss Charlottenburg ein Museum mit Bildern und einigen Skulpturen der klassischen Moderne. Den größten zahlenmäßigen Anteil (>100) haben Bilder von Picasso, gefolgt von Bildern von Paul Klee und Henri Matisse.
Heinz Berggrün wuchs in Berlin auf, emigrierte 1936 in die USA. Er arbeitete u.a. als Kurator im San Francisco Museum of Modern Art, und bei dieser Arbeit lernte er 1940 die mexikanische Malerin Frida Kahlo kennen, mit der er eine heftige Affaire hatte. Eher zufällig wurde Heinz Berggrün 1947 Kunsthändler in Paris, daneben baute er seine eigene Sammlung auf. Die zuerst leihweise ausgestellten Bilder und Skulpturen wurden inzwischen an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz weit unter Wert verkauft und das Museum Berggrün ist heute ein Haus der staatlichen Museen in Berlin.

Sonntag, 18. Mai 2008

Faust (die Oper)

Im Landestheater in Coburg spielen sie zur Zeit die Oper Faust von Charles Gounod. Wie meist sind meine Eindrücke von Musik und Inszenierung durchaus unterschiedlich. Die Oper erzählt die Gretchen-Geschichte aus Faust I, also Kennenlernen und Verführung von Marguerite durch Faust, der sich an den Teufel verkauft hat. Marguerite wird von Faust verlassen, bekommt ein Kind, das sie umbringt. Sie wird verurteilt und bei Goethe hingerichtet, bei Gounod wegen Ihres Glaubens gerettet.
Das Umfeld dieser Tragödie wird durch den Chor symbolisiert. Eine strenge Gesellschaft, alle Frauen gekleidet mit hochgeschlossenen weißen Spitzenblusen, alle Männer mit dunkler Hose, weißem Hemd und dunkler Krawatte. Diese sehr geschlossene Gesellschaft trifft zusammen in der Kirche, feiert auch mal zusammen, aber sie schottet sich ab gegenüber Außenseitern. Die Außenseiter erleiden ihre Geschichte, Faust, Marguerite, auch ihr Bruder Valentin und ihr Verehrer Siebel. Sie alle gehören nicht zu dieser Gesellschaft. Von Gounod wurde diese Oper sehr viel christlicher angelegt als Goethe das in seinem Stück gemacht hat. Gerade die Errettung Marguerites am Ende folgt diesem Ansatz. In der Inszenierung ziehen große Kreuze aus vielen kleinen Birnchen die Blicke auf sich und überstrahlen die Szene. Besonders befremdlich fand ich den Auftritt des gekreuzigten Jesus in den letzten Minuten, bleich, mit Wundmalen und Dornenkrone, der persönlich Marguerite dem Teufel entreißt. Gut getroffen und gespielt ist Mephistopheles. Kein finsterer Teufel, sondern ein charmant auftretender junger Mann. Der Teufel kann eben hinter jeder Maske stehen, auch wenn sie noch so harmlos aussieht. Alban Lenzen singt diese Partie hervorragend, ebenso wie Jennifer Bird als Marguerite. Diese beiden sind mir musikalisch besonders positiv aufgefallen. Es mag auch daran liegen, dass zwei Sänger als indisponiert angekündigt wurden. Aber der Besucher, der ein Stück nur ein Mal sieht und hört, hat ja keinerlei Vergleichsmöglichkeit.

Donnerstag, 1. Mai 2008

Checkpoint Charlie

Checkpoint_C
Er war ein Symbol des Kalten Krieges und ist heute kaum noch sichtbar. Der ehemalige Grenzübergang der Alliierten von West- nach Ostberlin liegt heute als Insel mitten im Verkehrsstrom der Friedrichstraße ganz in der Nähe der U-Bahnhaltestelle Kochstraße. Beinahe haben wir schon vergessen, welch unvorstellbar schreckliche Dinge hier Menschen im Namen von Ideologien anderen Menschen angetan haben. Wir sollten solche Symbole bewahren und uns daran erinnern. Sie sollten uns als Beispiel dienen, um nie wieder solche Grausamkeiten zuzulassen.

Sonntag, 27. April 2008

Jüdisches Museum

Das Jüdische Museum in Berlin besteht aus einem Altbau, dem ehemaligen Kammergericht, und einem spektakulären Neubau des Architekten Daniel Libeskind mit silberglänzender Fassade. Der Bau ist unregelmäßig in der Form, enthält viele Leerräume (englisch voids) und schräge Gänge, so dass häufig zackige Formen entstehen. Im Neubau die Dauerausstellung Zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte, im Altbau die Sonderausstellungen. Wir sahen Typisch! Klischees von Juden und anderen. Die Ausstellungsmacher haben offenbar ein Faible für Barbie-Puppen, denn sie werden mehrfach herangezogen, um Klischees verschiedener Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts darzustellen. Manchmal doch sehr bemüht, das alles.
Jued_Museum

Samstag, 26. April 2008

Anziehungspunkt Schloss Charlottenburg


Das Schloss Charlottenburg befindet sich im gleichnamigen Stadtteil von Berlin. Erbaut wurde es von 1695 bis 1699 als Sommerresidenz im Auftrag von Sophie Charlotte, zu der Zeit Gattin des preußischen Kurfürsten Friedrich III. Nach der Krönung des Kurfürsten zum König in Preußen im Jahr 1701 wurde das Schloss schnell als zu klein gehalten und erstmals erweitert. Die nächste Erweiterung erfolgte unter Friedrich dem Großen, er bewohnte das Schloss auch bis 1747, da war dann Sanssouci fertiggestellt.
Charlottenburg_1

Das Schloss wurde im zweiten Weltkrieg stark beschädigt, im Zuge des Rundgangs sieht man immer wieder Bilder, wie der Zustand einelner Räume 1945 war. Heute kehrt man beim Rundgang im Erdgeschoss in die Zeit Friedrichs III./I. zur Bauzeit zurück und sieht im Obergeschoss dann die Wohnung von Friedrich Wilhelm IV. und seiner Gemahlin aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In einem Raum am Ende des Rundgangs kann man Porzellan- und Silbergedecke verschiedener Zeiten bewundern, auch einen vollständig gedeckten Tisch mit Silberwaren zur Hochzeit des letzten preußischen Kronprinzen im Jahr 1913.
Charlottenburg_2

In nördlicher Richtung schließt sich an das Schloss ein französischer Garten an, gefolgt von einem englischen Park. Die Spree begrenzt das Gelände nach Osten.

Freitag, 25. April 2008

Lunchkonzert

Dienstags kann man bei den Berliner Philharmonikern ein Lunchkonzert hören. Es findet im Foyer statt, man steht oder sucht sich einen Platz auf einer der Treppen. Es kostet nichts, aber die Musik ist trotzdem erste Klasse. Wir hörten Daniela Hlinková (Klavier) und Knut Weber (Violoncello) mit Variationen über ein Thema aus der Zauberflöte von Beethoven und eine Sonate von Chopin. Das machte richtig Spaß. Vorher und hinterher gibt's dann auch noch was zu essen, zu ganz fairen Preisen.

Sonntag, 13. April 2008

Bilder von Rose Alber


Im Galerieverein Leonberg läuft zur Zeit die Ausstellung Stadtbilder mit Werken von Rose Alber und Henry Mentzel. Zur Eröffnung konnte ich nicht gehen, und heute war ich am frühen Nachmittag die einzige Besucherin im Galerieverein. Gestern Nacht war in Leonberg lange Museumsnacht, und die beiden netten Damen hatten eben erst gelüftet und das Licht eingeschaltet.
Besonders die Bilder von Rose Alber leben von der Geometrie von Häusern, Brücken, Bahnhöfen, auch von Bäumen. Auch in ihren Landschaften von Italien spielen Häuser die Hauptrolle. Ganz besonders beeindruckt hat sie die Brooklyn-Brücke in New York. Es gibt Bilder davon aus den Fünzigerjahren und aus den Neunzigern des letzten Jahrhunderts zu sehen, aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Eines der Bilder, die mir am besten gefallen, zeigt die Brooklyn-Brücke mit den geraden geometrischen Linien und vorne in der Mitte runde Linien, die die Auffahrten darstellen. Klasse!
Zu meinen Lieblingen gehört auch ein Bild des Lehrter Bahnhofs (heute Hauptbahnhof) in Berlin, in der Umbauphase, als das Glasgewölbe noch nicht vollständig war und das Bild Brücke zum Kraftwerk. Ich glaube zu wissen, wo Kraftwerk und Brücke sich befinden. Auch das nachfolgende Bild zeigt eine Ansicht von Berlin, meine Lieblingsbilder sind leider nicht abgebildet.