Samstag, 16. November 2013
Freitag, 15. November 2013
Donnerstag, 14. November 2013
Thales von Milet und die Sonnenfinsternis, und warum wir kritisch bleiben sollten.
Im Rahmen einer Ringvorlesung über Astronomie und Astrologie im Altertum hörten wir über das folgende Thema:
Zuerst einmal einige Daten: Thales von Milet lebte (Nach Wikipedia und Brockhaus (multimedial, 2001)) von etwa 624/625 v. Chr. bis etwa 547 v. Chr. Von ihm sind keine Schriften erhalten. Die früheste erhaltene Überlieferung stammt von Herodot (490/480 v. Chr. bis etwa 424 v. Chr.), also über hundert Jahre später. Herodot ist somit keineswegs ein Zeitzeuge. Und ihm wird zugeschrieben, dass er berichtet habe, Thales habe die Sonnenfinsternis am 28. Mai 585 v. Chr. vorhergesagt. Nun, nach der uns vorgelegten Übersetzung hat er dies keineswegs. Er spricht von einer Schlacht (ohne Datumsangabe), und er spricht von einer Finsternis, nicht von Sonnenfinsternis.
Da haben wir schon einen wesentlichen Fehler, den offensichtlich auch Wissenschaftler gern begehen. Wir lesen etwas und stricken uns daraus unsere eigene Interpretation, die wir dann weitergeben. Stille Post funktioniert genau so.
Wir durften dann noch einen interessanten Ausflug zu Datumsangaben im antiken Griechenland machen und erfuhren, dass (so ungefähr) jedes Dorf seinen eigenen Kalender hatte, und es etwa 120 Monatsnamen gab (für 12 Monate! wir machen uns das mal eben klar), von denen manche auch noch mehrfach, natürlich für unterschiedliche Monate gebraucht wurden. Pures Chaos, aus heutiger Sicht. Also merken wir uns: antike Datumsangaben sind sehr mit Vorsicht zu gebrauchen, wenn man denn wirklich ein Datum hat.
Es folgten dann Analysen weiterer antiker Schriftsteller mit Schriften oder Behauptungen über Thales und die (Sonnen-)Finsternis, die alle erst viele Jahrhunderte nach Thales lebten und somit auch nur auf Hörensagen bauen konnten.
Die Überprüfung einer "der seriösesten neuen Theorien auf ihre Wahrscheinlichkeit" war, wie nach der Überschrift und all den Vorreden schon zu erwarten war, ein Verriss dieser Theorie. Von vielen Seiten beleuchtet konnte jedoch nur festgestellt werden, dass die in dieser Theorie getroffenen Annahmen alle äußerst unwahrscheinlich sind, und eine Kombination mehrerer nicht gerade wahrscheinlicher Aussagen wird (durch Multiplikation der einzelnen Wahrscheinlichkeiten) immer unwahrscheinlicher. Das ist pure Mathematik und lässt sich nicht wegdiskutieren.
Zur Frage warum immer wieder solche Theorien aufgestellt werden, haute uns die Referentin das Wörtchen "bias" mehrfach um die Ohren, in so vielen Kombinationen, dass ich alle gar nicht mitschreiben konnte. Bias bedeutet im hier gebrauchten Sinn Tendenz oder Voreingenommenheit, und hier soll nur die deutsche Erklärung von "publication bias" aus Wikipedia zitiert werden:
"Eine hartnäckige Legende:
Die angebliche Voraussage der Sonnenfinsternis
vom 28. Mai 585 v. Chr. durch Thales von Milet"
gefolgt vom Themenaufriss:
"Antike Nachrichten über Sonnenfinsternisse sind auch für die moderne Astronomie interessant. Dabei werden die antiken Texte aber oft überinterpretiert bzw. nicht auf ihre Zuverlässigkeit überprüft.Damit ist schon fast alles gesagt, aber es war so amüsant gemacht und so gut vorgetragen, dass ich versuchen werde, ein wenig davon rüberzubringen.
Seltsamerweise trifft dies auch auf die antiken Berichte über Thales von Milet zu: obwohl alle, die sich mit der nötigen Sachkenntnis zu diesem Thema geäußert haben, klar sagen, dass zur Zeit des Thales die Voraussetzungen für eine Berechnung einer Sonnenfinsternis noch nicht gegeben waren, werden immer wieder Theorien aufgestellt, nach denen Thales eine Finsternis zwar nicht berechnet, aber dennoch vorhergesagt hat.
Es soll exemplarisch eine der seriösesten dieser neueren Theorien auf ihre Wahrscheinlichkeit geprüft werden; anschließend muss die Frage gestellt werden, warum solche Theorien immer noch und immer wieder entwickelt werden."
Zuerst einmal einige Daten: Thales von Milet lebte (Nach Wikipedia und Brockhaus (multimedial, 2001)) von etwa 624/625 v. Chr. bis etwa 547 v. Chr. Von ihm sind keine Schriften erhalten. Die früheste erhaltene Überlieferung stammt von Herodot (490/480 v. Chr. bis etwa 424 v. Chr.), also über hundert Jahre später. Herodot ist somit keineswegs ein Zeitzeuge. Und ihm wird zugeschrieben, dass er berichtet habe, Thales habe die Sonnenfinsternis am 28. Mai 585 v. Chr. vorhergesagt. Nun, nach der uns vorgelegten Übersetzung hat er dies keineswegs. Er spricht von einer Schlacht (ohne Datumsangabe), und er spricht von einer Finsternis, nicht von Sonnenfinsternis.
Da haben wir schon einen wesentlichen Fehler, den offensichtlich auch Wissenschaftler gern begehen. Wir lesen etwas und stricken uns daraus unsere eigene Interpretation, die wir dann weitergeben. Stille Post funktioniert genau so.
Wir durften dann noch einen interessanten Ausflug zu Datumsangaben im antiken Griechenland machen und erfuhren, dass (so ungefähr) jedes Dorf seinen eigenen Kalender hatte, und es etwa 120 Monatsnamen gab (für 12 Monate! wir machen uns das mal eben klar), von denen manche auch noch mehrfach, natürlich für unterschiedliche Monate gebraucht wurden. Pures Chaos, aus heutiger Sicht. Also merken wir uns: antike Datumsangaben sind sehr mit Vorsicht zu gebrauchen, wenn man denn wirklich ein Datum hat.
Es folgten dann Analysen weiterer antiker Schriftsteller mit Schriften oder Behauptungen über Thales und die (Sonnen-)Finsternis, die alle erst viele Jahrhunderte nach Thales lebten und somit auch nur auf Hörensagen bauen konnten.
Die Überprüfung einer "der seriösesten neuen Theorien auf ihre Wahrscheinlichkeit" war, wie nach der Überschrift und all den Vorreden schon zu erwarten war, ein Verriss dieser Theorie. Von vielen Seiten beleuchtet konnte jedoch nur festgestellt werden, dass die in dieser Theorie getroffenen Annahmen alle äußerst unwahrscheinlich sind, und eine Kombination mehrerer nicht gerade wahrscheinlicher Aussagen wird (durch Multiplikation der einzelnen Wahrscheinlichkeiten) immer unwahrscheinlicher. Das ist pure Mathematik und lässt sich nicht wegdiskutieren.
Zur Frage warum immer wieder solche Theorien aufgestellt werden, haute uns die Referentin das Wörtchen "bias" mehrfach um die Ohren, in so vielen Kombinationen, dass ich alle gar nicht mitschreiben konnte. Bias bedeutet im hier gebrauchten Sinn Tendenz oder Voreingenommenheit, und hier soll nur die deutsche Erklärung von "publication bias" aus Wikipedia zitiert werden:
"Der Publikationsbias ist die statistisch verzerrte (engl. bias [ˈbaɪəs]) Darstellung der Datenlage in wissenschaftlichen Zeitschriften infolge einer bevorzugten Veröffentlichung von Studien mit „positiven“ bzw. signifikanten Ergebnissen. Positive Befunde sind leichter zu publizieren als solche mit „negativen“, also nicht-signifikanten Ergebnissen und sind zudem häufiger in Fachzeitschriften mit hohem Impact Factor veröffentlicht."Auch wenn die Aussage "wir wissen es nicht" als Ergebnis langer Forschungen nicht sehr befriedigend ist, sollten wir doch kritisch und bei den Tatsachen bleiben.
Mittwoch, 13. November 2013
Der Schoppenfetzer.
Schon die erste Wiederholung ist ein Rückgriff auf die Tradition. Wir durften bereits letztes Jahr an dieser Traditionsveranstaltung teilnehmen, und haben dies in diesem Jahr gerne wiederholt. Es geht um eine Lesung, die jedes Jahr im Herbst im Maulaffenbäck stattfindet, zum Glück an mehreren Terminen. Es ist Kult. Die Leute kommen zum Teil von weit her, und sie kommen jedes Jahr. Sie kommen, um einige Seiten des neuesten Würzburg-Krimis von Günter Huth (persönlich) vorgelesen zu bekommen. Zum Kult trägt bei, dass die Lesungen am Sonntag stattfinden, und am Sonntag hat das Maulaffenbäck zu. Immer. Nur nicht, wenn Günter Huth liest. Dann öffnet das gastliche Lokal kurz vor sechs (abends), lässt aber sicherheitshalber die Rolläden unten. Damit's nicht jeder Passant merkt, dass offen ist. Man muss schon lange vorher die Karten reservieren, denn es ist voll. Und es gibt Leberkäs. Im Eintrittspreis inbegriffen.
Dann liest Günter Huth, in drei Abschnitten. Die Pausen geben Gelegenheit, den Getränkenachschub zu organisieren, und Gebrauchtes wegzubringen. Auch der Vorleser braucht mal eine kurze Pause. Hier sitzt er, wenn er vorliest.
Es geht, wie schon gesagt, um einen Lokalkrimi, eine Gattung, die es seit rund zehn Jahren gibt, und die davon lebt, dass das Publikum die Straßen und Plätze der Handlung kennt, und sich mit dem Lokalkolorit identifizieren kann. In unserem Fall geht es um Ex-Kommissar Erich Rottmann und seinen vierbeinigen Begleiter Öchsle (!). Erich Rottmann ist Gründungsmitglied des Stammtischs "Die Schoppenfetzer", der zweimal täglich (!) im Maulaffenbäck tagt, und obwohl Rottmann schon längst pensioniert ist, wird er immer wieder in Kriminalfälle hineingezogen, ohne sein Zutun, selbstverständlich. Um die Gefühlskomponente nicht zu vernachlässigen, gibt es auch noch Elvira Stark, von Beruf Raumpflegerin, seit vielen Jahren angestellt im Würzburger Rathaus. Sie hat ein Auge auf Rottmann geworfen, und er muss es erdulden. Jeder Krimi der Reihe beginnt mit einem Rückgriff in die Würzburger Historie, und bei dem diesmal vorgestellten Roman geht dieser in die 1630-er Jahre, als es viele Hexenverbrennungen gab, und kurz bevor die Schweden Würzburg und die Festung Marienberg besetzten.
Natürlich verrät der Autor nicht allzuviel von der Auflösung seiner Kriminalgeschichte, der geneigte Hörer (und Leser) sollte ja das Buch auch noch erwerben. Aber der Abend ist immer äußerst unterhaltsam.
Dann liest Günter Huth, in drei Abschnitten. Die Pausen geben Gelegenheit, den Getränkenachschub zu organisieren, und Gebrauchtes wegzubringen. Auch der Vorleser braucht mal eine kurze Pause. Hier sitzt er, wenn er vorliest.
Es geht, wie schon gesagt, um einen Lokalkrimi, eine Gattung, die es seit rund zehn Jahren gibt, und die davon lebt, dass das Publikum die Straßen und Plätze der Handlung kennt, und sich mit dem Lokalkolorit identifizieren kann. In unserem Fall geht es um Ex-Kommissar Erich Rottmann und seinen vierbeinigen Begleiter Öchsle (!). Erich Rottmann ist Gründungsmitglied des Stammtischs "Die Schoppenfetzer", der zweimal täglich (!) im Maulaffenbäck tagt, und obwohl Rottmann schon längst pensioniert ist, wird er immer wieder in Kriminalfälle hineingezogen, ohne sein Zutun, selbstverständlich. Um die Gefühlskomponente nicht zu vernachlässigen, gibt es auch noch Elvira Stark, von Beruf Raumpflegerin, seit vielen Jahren angestellt im Würzburger Rathaus. Sie hat ein Auge auf Rottmann geworfen, und er muss es erdulden. Jeder Krimi der Reihe beginnt mit einem Rückgriff in die Würzburger Historie, und bei dem diesmal vorgestellten Roman geht dieser in die 1630-er Jahre, als es viele Hexenverbrennungen gab, und kurz bevor die Schweden Würzburg und die Festung Marienberg besetzten.
Natürlich verrät der Autor nicht allzuviel von der Auflösung seiner Kriminalgeschichte, der geneigte Hörer (und Leser) sollte ja das Buch auch noch erwerben. Aber der Abend ist immer äußerst unterhaltsam.
Sonntag, 10. November 2013
Genussbloggertreffen.
Hier bei uns in Würzburg, vor der Haustür sozusagen, haben sich so um die 30 Genussmenschen getroffen, und manche hatten auch den Anhang im Schlepptau. Bereits vor zwei Jahren gab es so ein Treffen, und ich konnte damals nicht dabei sein, obwohl ich an dem Tag auch in Würzburg war. Umso mehr habe ich mich über das diesjährige Treffen gefreut.
Es war alles super vorbereitet, ganz lieb, es gab dieses wunderschöne Geschenk, und wie man sieht, auch Namensschilder:
Und dann lecker Essen in der Osteria Trio: Links die Paprikamarmelade, die wir am Nachmittag zum Käse hatten, dann Polenta mit Caponata, rechts Crostini mit Kürbis und Pilzen.
Weiter ging es mit Fleischbällchen in Sauce mit Pinienkernen, Fenchelsalat mit Parmesan und Pinienkernen und Pasta (ich glaube sie heißen Priesterwürger?) mit Kalbsbäckchenragout.
Und wer noch konnte, konnte sich mit leckerer Pizza sattessen.
Es gab auch noch ein Nachtischbuffet, von einigen TeilnehmerInnen mitgebracht, das habe ich mir geschenkt, denn: nichts ging mehr.
Es gibt natürlich weitere Berichte über das Genussbloggertreffen, schließlich haben sich ja Blogger getroffen (Liste alphabetisch):
Barbaras Spielwiese
Brot und Rosen
Cahama
CorumBlog
Cucina e piu
Dillspitzen
Kochfrosch
Lamiacucina
Pi mal Butter
Sammelhamster
Würzblog
Es war alles super vorbereitet, ganz lieb, es gab dieses wunderschöne Geschenk, und wie man sieht, auch Namensschilder:
Und dann lecker Essen in der Osteria Trio: Links die Paprikamarmelade, die wir am Nachmittag zum Käse hatten, dann Polenta mit Caponata, rechts Crostini mit Kürbis und Pilzen.
Weiter ging es mit Fleischbällchen in Sauce mit Pinienkernen, Fenchelsalat mit Parmesan und Pinienkernen und Pasta (ich glaube sie heißen Priesterwürger?) mit Kalbsbäckchenragout.
Und wer noch konnte, konnte sich mit leckerer Pizza sattessen.
Es gab auch noch ein Nachtischbuffet, von einigen TeilnehmerInnen mitgebracht, das habe ich mir geschenkt, denn: nichts ging mehr.
Es gibt natürlich weitere Berichte über das Genussbloggertreffen, schließlich haben sich ja Blogger getroffen (Liste alphabetisch):
Barbaras Spielwiese
Brot und Rosen
Cahama
CorumBlog
Cucina e piu
Dillspitzen
Kochfrosch
Lamiacucina
Pi mal Butter
Sammelhamster
Würzblog
Freitag, 8. November 2013
Entdeckungen und Kolonialisierung in der frühen Neuzeit #1.
Die Portugiesen waren die ersten. Sie fuhren auf die offene See hinaus und entdeckten zahlreiche Inseln wie die Azoren und Madeira. Das war im 15. Jahrhundert, und Heinrich der Seefahrer, ein Sohn des portugiesischen Königs, förderte nach Kräften die Seefahrt, er finanzierte zahlreiche Entdeckungsfahrten. Die Portugiesen entdeckten so nach und nach die Westküste Afrikas, 1487/88 wurde die Südspitze Afrikas, zum ersten Mal umsegelt. 1498 erreichte Vasco da Gama als erster Europäer Indien per Segelschiff. Die Portugiesen unterhielten ein dichtes Netz von Handelsniederlassungen und Stützpunkten an den afrikanischen Küsten und in Indien. Ihr Ziel war Handel, vor allem mit Seide und Gewürzen. Land wollten sie nicht erobern.
Die Spanier haben bekanntlich 1492 Amerika entdeckt, wobei ihr Anführer Christoph Kolumbus Zeit seines Lebens glaubte, irgendwo in Indien gelandet zu sein. Die Spanier nahmen das Land im Sinne des Wortes in Besitz, wenn nötig mit Waffengewalt. Ab 1519 eroberten sie das Reich der Azteken (heute Mexiko), ab 1532 dann das Reich der Inka (heute Peru). Das eroberte Land "gehörte" dem spanischen König, der es den Konquistadoren, den Eroberern als lebenslanges, nicht vererbbares Lehen überließ, so dass diese dann die Kontrolle über ihr Gebiet einschließlich aller Einwohner ausübten. 1535 wurden die mittelamerikanischen spanischen Gebiete einschließlich Teilen Nordamerikas wie Kalifornien, Texas und Florida, zum Vizekönigreich Neu-Spanien, die Gebiete in Südamerika wurden 1542 zum Vizekönigreich Neu-Kastilien (später Peru).
Nach den spanischen Eroberern kamen die Missionare, um die Eingeborenen zum Christentum zu bekehren und damit deren Seelen zu retten, wie man damals glaubte. Es waren meist Jesuiten oder Benediktiner. Geistliche wie Bartolomé de las Casas vertraten die Rechte der Indios gegen die Eroberer, so wurde z.B. klargestellt, dass die Eingeborenen grundsätzlich frei (keine Sklaven) waren.
Außer den Portugiesen und Spaniern waren im 16. Jahrhundert nur noch die Franzosen ab 1530 auf Entdeckungsfahrt. Die später so mächtigen Engländer hatten noch keinerlei Interesse an der Eroberung von Kolonien. So waren die in Nordamerika entdeckten und durch Europäer besiedelten Gebiete französisch, wie z.B. Neufundland oder das Mündungsgebiet des St. Lorenz-Stroms. Die Engländer beschränkten sich darauf, den spanischen Handel durch Piraterie zu stören.
Die Spanier haben bekanntlich 1492 Amerika entdeckt, wobei ihr Anführer Christoph Kolumbus Zeit seines Lebens glaubte, irgendwo in Indien gelandet zu sein. Die Spanier nahmen das Land im Sinne des Wortes in Besitz, wenn nötig mit Waffengewalt. Ab 1519 eroberten sie das Reich der Azteken (heute Mexiko), ab 1532 dann das Reich der Inka (heute Peru). Das eroberte Land "gehörte" dem spanischen König, der es den Konquistadoren, den Eroberern als lebenslanges, nicht vererbbares Lehen überließ, so dass diese dann die Kontrolle über ihr Gebiet einschließlich aller Einwohner ausübten. 1535 wurden die mittelamerikanischen spanischen Gebiete einschließlich Teilen Nordamerikas wie Kalifornien, Texas und Florida, zum Vizekönigreich Neu-Spanien, die Gebiete in Südamerika wurden 1542 zum Vizekönigreich Neu-Kastilien (später Peru).
Nach den spanischen Eroberern kamen die Missionare, um die Eingeborenen zum Christentum zu bekehren und damit deren Seelen zu retten, wie man damals glaubte. Es waren meist Jesuiten oder Benediktiner. Geistliche wie Bartolomé de las Casas vertraten die Rechte der Indios gegen die Eroberer, so wurde z.B. klargestellt, dass die Eingeborenen grundsätzlich frei (keine Sklaven) waren.
Außer den Portugiesen und Spaniern waren im 16. Jahrhundert nur noch die Franzosen ab 1530 auf Entdeckungsfahrt. Die später so mächtigen Engländer hatten noch keinerlei Interesse an der Eroberung von Kolonien. So waren die in Nordamerika entdeckten und durch Europäer besiedelten Gebiete französisch, wie z.B. Neufundland oder das Mündungsgebiet des St. Lorenz-Stroms. Die Engländer beschränkten sich darauf, den spanischen Handel durch Piraterie zu stören.
Mittwoch, 6. November 2013
Was ist Turbulenz?
Rätsel Nummer zwei der modernen Physik, Rätsel Nummer eins war die Frage nach der Stabilität unseres Sonnensystems hier. Eine Turbulenz ist eine Abweichung der Bewegung vom gleichförmigen Fluss. Turbulenzen entstehen in Strömungen, durch Hindernisse oder Instablitäten. Zum Beispiel, wenn zwei Flüssigkeiten unterschiedlichen Gewichts sich mischen, die schwere Flüssigkeit ist oben, die leichte unten, bei der Mischung entstehen Turbulenzen. Das nennt man Rayleigh-Taylor-Instabilität.
(von: Frederik Brasz)
Eine weitere Instabilität bei gegenläufigen Strömungen heißt Kelvin-Helmholtz-Instabilität, hier ebenfalls in einer Simulation gezeigt:
(von: Kevin Schaal)
Diese Instabilität zeigt sich auch beim Wetter, dann sieht man solche regelmäßigen Wolken aneinandergereiht.
(von: GRAHAMUK)
Die Dritte Instabilität nennt sich Konvektion und entsteht durch Wärmezufuhr (Hitze) einerseits und Abstrahlung (Kälte) andererseits. Dies kann in der Natur u.a. auch bei Gewittern beobachtet werden. Konvektion im Erdinnern treibt die Plattentektonik. Ein Beispiel für Konvektion in einem Wetterfilm:
(von: Vienna Stormspotters)
(von: Frederik Brasz)
Eine weitere Instabilität bei gegenläufigen Strömungen heißt Kelvin-Helmholtz-Instabilität, hier ebenfalls in einer Simulation gezeigt:
(von: Kevin Schaal)
Diese Instabilität zeigt sich auch beim Wetter, dann sieht man solche regelmäßigen Wolken aneinandergereiht.
Die Dritte Instabilität nennt sich Konvektion und entsteht durch Wärmezufuhr (Hitze) einerseits und Abstrahlung (Kälte) andererseits. Dies kann in der Natur u.a. auch bei Gewittern beobachtet werden. Konvektion im Erdinnern treibt die Plattentektonik. Ein Beispiel für Konvektion in einem Wetterfilm:
(von: Vienna Stormspotters)
Dienstag, 5. November 2013
Kriege in der frühen Neuzeit.
"Der Krieg ist der Vater aller Dinge. Die Rolle der Gewalt bei der Entstehung der frühen Neuzeit". Im Rahmen einer Antrittsvorlesung, in einem relativ kurzen Zeitrahmen von 45 Minuten, wurde uns ein Überblick gegeben. Er begann mit der Frage, ob die frühe Neuzeit uns nur so kriegerisch erscheint, weil die Geschichtswissenschaft vorwiegend über kriegerische Auseinandersetzungen schreibt, oder ob sie tatsächlich eine so gewaltreiche Epoche war. Sie war es wirklich, wie in mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt wurde. Eine Zahl ist: 60% der Zeit im 14. bis 16. Jahrhundert herrschte Krieg. Da passt Ludwig XIV., französischer "Sonnenkönig", wunderbar dazu, der 54 (!) Jahre regierte (1661-1715). Von diesen 54 Jahren war Frankreich 35 Jahre im Krieg, das sind 65% seiner Regierungszeit, und alle diese Kriege hatte Ludwig XIV. selbst angezettelt. Es ist wohl gar nicht so einfach, die Anzahl an kriegerischen Auseinandersetzungen in Europa zahlenmäßig zu erfassen, einfach weil es so viele, oft auch nur Tage dauernde Auseinandersetzungen gab, und wieder die Frage auftaucht, wann es eigentlich tatsächlich "Krieg" war. Nun, auch hierzu gibt es schlaue Untersuchungen, die besagen, dass es etwa 300 Kriege in Europa vom 16. bis zum 18 Jahrhundert gab. Die frühe Neuzeit war also eine Epoche der Gewalt.
Die vielen Kriege mussten ja auch wieder beendet werden. Die dazu notwendigen Verhandlungen führten zur Ausbildung der modernen Diplomatie.
Der Zusammenbruch alter Ordnungen erzeugte Angst, diese ein Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit. Es bildete sich aber auch die Monopolisierung der Gewalt heraus, eines der Kennzeichen eines modernen Staates. Das Gewaltmonopol lag aber eben nicht sofort beim Staat. Die Hexenverfolgungen sind ein (schlimmes) Beispiel für Gewalt innerhalb der Gesellschaft.
Aufgrund der vielen Kriege in der frühen Neuzeit bildete sich der Wunsch nach Frieden in der Bevölkerung heraus. Das Ideal der neuen Ordnung war Sicherheit und Frieden.
Eine weitere Folge der Kriege, die zum Zeichen eines modernen Staates wurde, ist die Erhebung von Steuern. Kriege waren teuer und zogen hohe Staatsausgaben nach sich. Um das Geld zu beschaffen, wurden Steuern erhoben. Und Steuern gehören zu einem modernen Staat.
Die Geschichtswissenschaft allerdings hat ihren Standpunkt in den letzen Jahrzehnten stark verändert, sie berichtet nicht mehr von eine Abfolge von Kriegen sondern von den Folgen von Kriegen.
Die vielen Kriege mussten ja auch wieder beendet werden. Die dazu notwendigen Verhandlungen führten zur Ausbildung der modernen Diplomatie.
Der Zusammenbruch alter Ordnungen erzeugte Angst, diese ein Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit. Es bildete sich aber auch die Monopolisierung der Gewalt heraus, eines der Kennzeichen eines modernen Staates. Das Gewaltmonopol lag aber eben nicht sofort beim Staat. Die Hexenverfolgungen sind ein (schlimmes) Beispiel für Gewalt innerhalb der Gesellschaft.
Aufgrund der vielen Kriege in der frühen Neuzeit bildete sich der Wunsch nach Frieden in der Bevölkerung heraus. Das Ideal der neuen Ordnung war Sicherheit und Frieden.
Eine weitere Folge der Kriege, die zum Zeichen eines modernen Staates wurde, ist die Erhebung von Steuern. Kriege waren teuer und zogen hohe Staatsausgaben nach sich. Um das Geld zu beschaffen, wurden Steuern erhoben. Und Steuern gehören zu einem modernen Staat.
"Steuern sind i.d.R. die Haupteinnahmequelle eines modernen Staates und das wichtigste Instrument zur Finanzierung seines territorial abgegrenztenStaatswesens und anderer (supranationaler) Aufgaben." (Aus Wikipedia/Steuer)Der Krieg war in der frühen Neuzeit ein Mittel der Rechtsfindung zwischen Staaten. Es gab kein über den Staaten stehendes (Schieds-)Gericht. Leider können wir das heute immer noch beobachten, und da wo die höhere Instanz fehlt, werden Probleme auch heute noch mit kriegerischen Mitteln geklärt.
Die Geschichtswissenschaft allerdings hat ihren Standpunkt in den letzen Jahrzehnten stark verändert, sie berichtet nicht mehr von eine Abfolge von Kriegen sondern von den Folgen von Kriegen.
Freitag, 1. November 2013
Blumenkohl mit Flädle.
Zur Zeit wird in den Foodblogs nach einem Kochbuch gekocht, reihenweise erscheinen Rezepte und Rezensionen von "Deutschland Vegetarisch" von Stevan Paul und Katharina Seiser(Hg.). Auf der Rückseite des Buches steht:
Wer sich nun abwendet, weil der Gedanke an eine pampige Mehlsoße über einem dicken, fettigen und dennoch trockenen Pfannkuchen und muffigen Blumenkohlgeruch vorherrscht, dem kann ich nur sagen: man kann jedes Gericht verschandeln, man kann es aber auch besser machen. In diesem Sinne will ich hier einige Anregungen geben.
Zuerst der Blumenkohl. Man kann ihn traditionell in (wenig) Salz-Zucker-Wasser kochen, bis er noch bissfest ist. Er gart ja später noch ein wenig in der Soße nach. Es empfiehlt sich, den Topf offen zu lassen und die Küche zu lüften, dann entschwindet nämlich auch der Kohlgeruch. Den Blumenkohl abgießen und das Kochwasser auffangen. Man kann den Blumenkohl aber auch im Ofen bei 180°C für 25 bis 30 Minuten rösten und für die noch anzufertigende Soße Gemüsebrühe verwenden.
Nun eine klassische Mehlschwitze zubereiten, mit Butter und Mehl, Mehl nicht braun werden lassen. Nach und nach das Kochwasser (bzw. Gemüsebrühe) angießen, mit dem Schneebesen klümpchenfrei verrühren. So viel Flüssigkeit nehmen, dass eine Soße angenehmer Konsistenz entsteht, bitte nicht dick und pampig. Zum Kochen bringen und einige Minuten offen köcheln lassen. Nun sind Koch oder Köchin gefragt, die Soße zu würzen. Ganz klassisch sind Salz, Pfeffer und Muskat. Ich nehme gern auch noch ein wenig Kümmel, frisch gemahlen natürlich, und Nelkenpfeffer, Piment und ein wenig Schärfe von Chili oder Piment d'Espelette schadet keinesfalls. Auch Curry geht gut, dann kann man sich einen Teil der anderen Gewürze sparen. Gut macht sich auch etwas Zitronensaft, besser noch abgeriebene Zitronenschale. Zum Schluß noch einen Löffel Sahne, Schmand, Mascarpone, ... (you name it) unterziehen. Dann den Blumenkohl in die Soße geben und erhitzen, aber nicht mehr kochen.
Nun zu den Flädle. Das sind die schwäbischen Crêpes, also dünn ausgebackene Pfannkuchen. Man braucht dazu keinesfalls eine spezielle Pfanne, eine gute beschichtete Pfanne mit flachem Rand reicht vollkommen aus. Für den Teig nehme ich Mehl, Eier, Milch, etwas Salz und Pfeffer. Ich mache einen relativ dünnen Teig, der eine halbe Stunde ruhen muss. Gut macht sich auch, wenn man 550-er Mehl (statt 405) verwendet, oder etwa ein Drittel der Mehlmenge durch Dinkel ersetzt. Eine (beschichtete) Pfanne gut erhitzen, einen Teelöffel Öl (ich nehme Rapsöl) zugeben und verteilen. Dann den Teig in die Pfanne geben. Ich gieße etwa den Inhalt einer Schöpfkelle in den rechten Teil der Pfanne und verteile diesen dann durch Drehen, so dass der Boden der Pfanne gleichmäßig dünn mit dem Teig bedeckt ist. Das geht mit ein wenig Übung problemlos. Wenn der Teig fest ist und die Unterseite leicht hellbraun, das Flädle wenden und auf der anderen Seite so lange backen, bis diese ebenfalls hellbraun ist. Dann mit dem restlichen Teig weitere Flädle backen, man kann die Ölmenge ab dem zweiten jedoch auf einen halben Teelöffel halbieren. Die fertigen Flädle auf einer Platte im Ofen bei 90°C warmhalten. Flädle sollten frisch und heiß sein, sonst schmecken sie nicht, wie sie schmecken sollten.
Zum Anrichten gibt man vom Blumenkohl in der Soße auf den Teller und legt ein oder zwei Flädle dazu. Von beidem kann sicherlich nachgereicht werden. Es schmeckt köstlich.
Update vom 25.11.2013: Dieses Gericht passt wunderbar zum Blogevent "Entstaubte Klassiker", das ich erst jetzt bemerkt habe. Freundlicherweise ist ein Beitrag aus dem Archiv erlaubt. Dieser ist meiner.
Link zum Blogevent (klick)
"Überall in Deutschland findet sich eine regionale Gemüseküche mit langer Tradition. Stevan Paul hat sich auf die Suche nach den neuen, alten Klassikern gemacht und alltagstaugliche Rezepte für alle Jahreszeiten wiederentdeckt."Im Sinne dieser Absicht möchte ich heute ein Gericht vorstellen, das im Schwäbischen zur fleischlosen Traditionsküche gehört: Blumenkohl mit Flädle. Dabei wird der Blumenkohl in einer weißen Soße serviert, die die frischen (!) Flädle aufsaugen.
Wer sich nun abwendet, weil der Gedanke an eine pampige Mehlsoße über einem dicken, fettigen und dennoch trockenen Pfannkuchen und muffigen Blumenkohlgeruch vorherrscht, dem kann ich nur sagen: man kann jedes Gericht verschandeln, man kann es aber auch besser machen. In diesem Sinne will ich hier einige Anregungen geben.
Zuerst der Blumenkohl. Man kann ihn traditionell in (wenig) Salz-Zucker-Wasser kochen, bis er noch bissfest ist. Er gart ja später noch ein wenig in der Soße nach. Es empfiehlt sich, den Topf offen zu lassen und die Küche zu lüften, dann entschwindet nämlich auch der Kohlgeruch. Den Blumenkohl abgießen und das Kochwasser auffangen. Man kann den Blumenkohl aber auch im Ofen bei 180°C für 25 bis 30 Minuten rösten und für die noch anzufertigende Soße Gemüsebrühe verwenden.
Nun eine klassische Mehlschwitze zubereiten, mit Butter und Mehl, Mehl nicht braun werden lassen. Nach und nach das Kochwasser (bzw. Gemüsebrühe) angießen, mit dem Schneebesen klümpchenfrei verrühren. So viel Flüssigkeit nehmen, dass eine Soße angenehmer Konsistenz entsteht, bitte nicht dick und pampig. Zum Kochen bringen und einige Minuten offen köcheln lassen. Nun sind Koch oder Köchin gefragt, die Soße zu würzen. Ganz klassisch sind Salz, Pfeffer und Muskat. Ich nehme gern auch noch ein wenig Kümmel, frisch gemahlen natürlich, und Nelkenpfeffer, Piment und ein wenig Schärfe von Chili oder Piment d'Espelette schadet keinesfalls. Auch Curry geht gut, dann kann man sich einen Teil der anderen Gewürze sparen. Gut macht sich auch etwas Zitronensaft, besser noch abgeriebene Zitronenschale. Zum Schluß noch einen Löffel Sahne, Schmand, Mascarpone, ... (you name it) unterziehen. Dann den Blumenkohl in die Soße geben und erhitzen, aber nicht mehr kochen.
Nun zu den Flädle. Das sind die schwäbischen Crêpes, also dünn ausgebackene Pfannkuchen. Man braucht dazu keinesfalls eine spezielle Pfanne, eine gute beschichtete Pfanne mit flachem Rand reicht vollkommen aus. Für den Teig nehme ich Mehl, Eier, Milch, etwas Salz und Pfeffer. Ich mache einen relativ dünnen Teig, der eine halbe Stunde ruhen muss. Gut macht sich auch, wenn man 550-er Mehl (statt 405) verwendet, oder etwa ein Drittel der Mehlmenge durch Dinkel ersetzt. Eine (beschichtete) Pfanne gut erhitzen, einen Teelöffel Öl (ich nehme Rapsöl) zugeben und verteilen. Dann den Teig in die Pfanne geben. Ich gieße etwa den Inhalt einer Schöpfkelle in den rechten Teil der Pfanne und verteile diesen dann durch Drehen, so dass der Boden der Pfanne gleichmäßig dünn mit dem Teig bedeckt ist. Das geht mit ein wenig Übung problemlos. Wenn der Teig fest ist und die Unterseite leicht hellbraun, das Flädle wenden und auf der anderen Seite so lange backen, bis diese ebenfalls hellbraun ist. Dann mit dem restlichen Teig weitere Flädle backen, man kann die Ölmenge ab dem zweiten jedoch auf einen halben Teelöffel halbieren. Die fertigen Flädle auf einer Platte im Ofen bei 90°C warmhalten. Flädle sollten frisch und heiß sein, sonst schmecken sie nicht, wie sie schmecken sollten.
Zum Anrichten gibt man vom Blumenkohl in der Soße auf den Teller und legt ein oder zwei Flädle dazu. Von beidem kann sicherlich nachgereicht werden. Es schmeckt köstlich.
Update vom 25.11.2013: Dieses Gericht passt wunderbar zum Blogevent "Entstaubte Klassiker", das ich erst jetzt bemerkt habe. Freundlicherweise ist ein Beitrag aus dem Archiv erlaubt. Dieser ist meiner.
Link zum Blogevent (klick)
Mittwoch, 30. Oktober 2013
Was sagt mir "Frühe Neuzeit"?
In meiner kurzen Übersicht über die Themen, mit denen ich mich in diesem Wintersemester in der Uni beschäftigen werde, hatte ich bereits erwähnt, dass der zeitliche Schwerpunkt der Geschichtsvorlesungen in der "Frühen Neuzeit" liegt. In Wikipedia kann man Schlaues dazu nachlesen. Ich habe mich nun selbst gefragt, was ich zum jetzigen Zeitpunkt, also bevor ich den Wikipedia-Eintrag gelesen habe und bevor die Vorlesungen mich so viel schlauer machen, über die Epoche der frühen Neuzeit sagen kann.
Für mich in Deutschland ist das die Zeit von etwa 1500 n.Chr. bis etwa zum Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648. Es ist eine Zeit des Übergangs, in der mit viel althergebrachtem aufgeräumt wird.
Es beginnt mit der Astronomie und der Vorstellung, die von unserer Welt existierte. Kopernikus beschrieb kurz nach 1500 das heliozentrische Weltbild, d.h. die Erde dreht sich um die Sonne, nicht umgekehrt, eine fundamentale Änderung der Denkweise, ein Gedanke, der schon lange nicht mehr gedacht worden war. Kepler und Newton legten dann im 17. Jahrhundert die theoretischen Grundlagen dazu dar.
Es begann die Entdeckung unserer Erde. Die portugiesischen und spanischen Seefahrer machten immer weitere Reisen. Aber nicht nur Amerika, auch die Küsten Afrikas und der Seeweg nach Indien wurden bekannt. Etwas später begannen auch Niederländer und Engländer erfolgreich zur See zu fahren. Gewürze und Tee konnten nun auf dem Seeweg nach Europa gelangen.
1517 veröffentlichte Luther in Wittenberg seine 95 Thesen und leitete eine Reformation des christlichen Glaubens ein, die schließlich zu einer neuen Religion führte. Er übersetzte die Bibel ins Deutsche, und Bibeln wurden dank des Buchdrucks, den Johannes Gutenberg vor 1500 erfunden hatte, weit verbreitet. Der gemeine Mann konnte nun auf einmal verstehen, was in der Bibel stand. Die Reformation führte zu Auseinandersetzungen, die einerseits einen vorläufigen Abschluss mit dem Augsburger Religionsfrieden fanden (cuius regio, eius religio = die Religion des Landesfürsten bestimmt die Religion seiner Untertanen), andererseits im Dreißigjährigen Krieg 1618-1648 kulminierte.
Bei den Künstlern denke ich an Leonardo da Vinci und in Deutschland an Dürer. Damit wird der Besuch der aktuellen Dürerausstellung in Frankfurt fast schon zum Muss.
Für Spanien begann mit der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492 das goldene Jahrhundert (siglo de oro), mit der machtpolitischen Ausdehnung eines Reiches, in dem die Sonne nie unterging. Aus Amerika wurde nicht nur Gold herbeigeschafft, auch bisher nicht bekannte Pflanzen wie Kartoffel, Mais, Tomate, Schokolade und Tabak. Der spanische König Carlos I. war gleichzeitig als Karl V. auch deutscher Kaiser. So fiel vom spanischen Glanz auch etwas auf das Deutsche Kaiserreich. Am Ende des siglo de oro 1605/1615 steht mit Don Quijote von Cervantes der erste "moderne" Roman.
Nun habe ich doch in Wikipedia gespickt und gesehen, dass wissenschaftlich korrekt die frühe Neuzeit auch die Epochen des Absolutismus und der Aufklärung umfasst, also erst mit der französischen Revolution 1789 endet. Das ist mir irgendwie zu umfangreich. Nun bin ich gespannt auf neue Erkenntnisse, morgen sind die nächsten Vorlesungen.
Für mich in Deutschland ist das die Zeit von etwa 1500 n.Chr. bis etwa zum Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648. Es ist eine Zeit des Übergangs, in der mit viel althergebrachtem aufgeräumt wird.
Es beginnt mit der Astronomie und der Vorstellung, die von unserer Welt existierte. Kopernikus beschrieb kurz nach 1500 das heliozentrische Weltbild, d.h. die Erde dreht sich um die Sonne, nicht umgekehrt, eine fundamentale Änderung der Denkweise, ein Gedanke, der schon lange nicht mehr gedacht worden war. Kepler und Newton legten dann im 17. Jahrhundert die theoretischen Grundlagen dazu dar.
Es begann die Entdeckung unserer Erde. Die portugiesischen und spanischen Seefahrer machten immer weitere Reisen. Aber nicht nur Amerika, auch die Küsten Afrikas und der Seeweg nach Indien wurden bekannt. Etwas später begannen auch Niederländer und Engländer erfolgreich zur See zu fahren. Gewürze und Tee konnten nun auf dem Seeweg nach Europa gelangen.
1517 veröffentlichte Luther in Wittenberg seine 95 Thesen und leitete eine Reformation des christlichen Glaubens ein, die schließlich zu einer neuen Religion führte. Er übersetzte die Bibel ins Deutsche, und Bibeln wurden dank des Buchdrucks, den Johannes Gutenberg vor 1500 erfunden hatte, weit verbreitet. Der gemeine Mann konnte nun auf einmal verstehen, was in der Bibel stand. Die Reformation führte zu Auseinandersetzungen, die einerseits einen vorläufigen Abschluss mit dem Augsburger Religionsfrieden fanden (cuius regio, eius religio = die Religion des Landesfürsten bestimmt die Religion seiner Untertanen), andererseits im Dreißigjährigen Krieg 1618-1648 kulminierte.
Bei den Künstlern denke ich an Leonardo da Vinci und in Deutschland an Dürer. Damit wird der Besuch der aktuellen Dürerausstellung in Frankfurt fast schon zum Muss.
Für Spanien begann mit der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492 das goldene Jahrhundert (siglo de oro), mit der machtpolitischen Ausdehnung eines Reiches, in dem die Sonne nie unterging. Aus Amerika wurde nicht nur Gold herbeigeschafft, auch bisher nicht bekannte Pflanzen wie Kartoffel, Mais, Tomate, Schokolade und Tabak. Der spanische König Carlos I. war gleichzeitig als Karl V. auch deutscher Kaiser. So fiel vom spanischen Glanz auch etwas auf das Deutsche Kaiserreich. Am Ende des siglo de oro 1605/1615 steht mit Don Quijote von Cervantes der erste "moderne" Roman.
Nun habe ich doch in Wikipedia gespickt und gesehen, dass wissenschaftlich korrekt die frühe Neuzeit auch die Epochen des Absolutismus und der Aufklärung umfasst, also erst mit der französischen Revolution 1789 endet. Das ist mir irgendwie zu umfangreich. Nun bin ich gespannt auf neue Erkenntnisse, morgen sind die nächsten Vorlesungen.
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