Mittwoch, 31. Januar 2007

Telefongeflüster

Heute ist der 19. Arbeitstag, an dem wir unseren Arbeitsplatz an einem kleinen Tisch, vor zwei Telefonkabinen in einem Internetcafe aufgeschlagen haben. Und ob man will oder nicht, man hört so einiges mit, wenn telefoniert wird. Das ist unvermeidlich.
Telefoniert wird in vielen Sprachen, neben Deutsch hört man häufig Englisch, selten Spanisch, noch seltener Französisch. Skandinavier kaum, aber eine junge Frau aus dem Osten kommt täglich, für uns spricht sie Russisch (oder eben eine andere slawische Sprache).
Manches hätte man auch besser nicht gehört, so z.B. die routiniert vorgebrachten Ausreden, warum man nicht bezahlen konnte, aber in 3 Tagen ganz bestimmt Geld kommt, ganz sicher! Das war immer die gleiche Person, an mehreren Tagen, bei mehreren Anrufen.
Oder den, der für einen Bekannten, der "sich zur Zeit in der Justizvollzugsanstalt befindet" etwas überweisen musste.
Auch viele Liebesschwüre hätte ich gerne nicht gehört. Auch nicht die junge Frau, die es geschafft hat, in einem zwanzigminütigen Gespräch in jedem Halbsatz mindestens ein "Schatzi!" (mit Fistelstimme) hinzuzufügen.
Meist wird gefragt, wie das Wetter ist, und vom Wetter berichtet, so wie ich es in diesem Blog ja auch häufig mache. Oder zum Geburtstag gratuliert. Oder jemand zu Hause beauftragt, die Heizung am Rückflugtag hochzustellen, damit es warm ist, wenn man zu Hause ankommt.
Besonders erwähnenswert ist mir nun noch der Mensch mit fränkischem Akzent, der buchstabiert hat "d wie Deodor, weiches d halt".

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