Mittwoch, 28. April 2010

Häuser in Erfurt

Erfurt ist eine sehr alte Stadt, bereits 742 n.Chr. wurde es urkundlich erwähnt. Es gibt noch viel mittelalterliche Bausubstanz, doch auch in späteren Jahrhunderten wurde eifrig gebaut. Im Folgenden einige Beispiele.

Fachwerk
Fachwerk

für Studenten
Wohnheim

Bürgerhaus 17. Jahrhundert
Bürgerhaus

Rathaus neugotisch
Rathaus

Jugendstilfassade
Jugendstil

Preußisches Postamt
Post

am Wenigemarkt unweit der Krämerbrücke
Wenigemarkt

Speicher
Speicher

Portal der alten Universität
Portal_Universität

Die alte Universität wird momentan renoviert, dieses Bild zeigt den Stand von 2005
Universität

Dienstag, 27. April 2010

Krämerbrücke Erfurt

Krämerbrücke2

Die Krämerbrücke in Erfurt ist die einzige beidseitig vollständig mit Häusern gesäumte Brücke nördlich der Alpen. In ihrer heutigen Form entstand sie 1486, nachdem die Vorgängerbrücke bei einem Brand teilweise zerstört worden war. An jedem Ende stand eine Kirche mit einem großen Torbogen, die östliche (Ägidienkirche) besteht noch.

Ägidienkirche

Wie im Mittelalter üblich, war eine Brücke eine Einnahmequelle, und fahrende Händler brachten Waren in eine Stadt, was weitere Einnahmen zur Folge hatte.
Das Ensemble Krämerbrücke ist fotografisch nicht leicht zu erschließen. Fotografiert man von außen, sieht es aus wie eine Straße mit Fachwerkhäusern, nur die Brückenbogen zeigen, dass das Gebäude über einen Fluss führt.

Krämerbrücke1

Und von innen ist es eine enge Gasse, auch schlecht zu fotografieren. Und meist voller Leute.

Krämerbrücke3

Aus der Luft sieht man nur eine Gasse, eben von oben, wie auf dieser Seite zu sehen, es fehlt der Eindruck "Brücke, Fluss".

Montag, 26. April 2010

Anziehungspunkt Marienkapelle

Die Marienkapelle auf dem Würzburger Marktplatz ist ein optischer Hingucker. Vor wenigen Jahren erst renoviert, im kräftigen Rot der Bauzeit leuchten die Fenstereinfassungen und Streben im Gegensatz zum Weiß der Wände. Die Geschichte ist hier nachzulesen. Die Marienkapelle steht auf dem Unteren Markt, und umtriebiges Markttreiben herrscht meist zu ihren Füßen.

Marienkapelle1

Die südliche Pforte zum Marktplatz mit den Figuren von Adam und Eva (von Tilman Riemenschneider)

Marienkapelle2

Die Ostseite mit dem Chor

Marienkapelle3

Sonntag, 25. April 2010

Sulzfeld am Main

Sulzfeld ist eine kleine Gemeinde am Maindreieck, unweit von Kitzingen und Ochsenfurt. Der Ort ist noch sehr ursprünglich, mit bäuerlich-dörflichem Ambiente, speziell im Weinbau. Das Besondere von Sulzfeld ist die Stadtmauer, die den Ort noch ganz umschließt.

Sulzfeld4

Darin eingefügt sind Tore und Türme, die teilweise als Wohntürme genutzt werden.

Sulzfeld1

Sulzfeld2

Sulzfeld3

Für gute Esser und Wurstliebhaber der Hinweis, dass in Sulzfeld die Meterbratwurst erfunden wurde, also "ein Meter Bratwurst". Wie es sich gehört, gibt es Wettbewerbe und Rekorde im Essen dieser Bratwurst. Wer so etwas mag, kann sich ja daran versuchen, wohl bekomm's.

Sonntag, 11. April 2010

Thai-Küche

Wenn man es genau nimmt, ist es nicht sinnvoll über Essen zu schreiben. Das Wesentliche des Essens, nämlich den Geschmack und die Gerüche, kann man weder in Worte noch in Bilder fassen. Und doch gibt es jeden Tag Kochsendungen im Fernsehen, Kochbücher mit opulenten Bildern, und auch Kochblogger mit opulenten Bildern. Ich schreibe zwar gelegentlich übers Kochen und über Rezepte, sehe mich dennoch nicht als Kochblogger. Und doch muss ich heute mal wieder über Essen schreiben.
Gestern hatten wir das Glück, die echte thailändische Küche kennenzulernen, nicht im Restaurant, sondern privat. Unsere Nachbarin im Haus ist gebürtige Thailänderin, sie hatte uns eingeladen. Und es war ein wirkliches Erlebnis!
Die Küche, die sie zur Verfügung hat, ist klein, nur für eine Person gedacht, aber was sie ihr entlockt hat, ist phänomenal. Sie hat sich sehr viel Arbeit gemacht, alles frisch zubereitet, auch die Gewürzmischungen selbst gemörsert und gerührt. Das ist sehr viel Arbeit, und wir sind sehr dankbar, dass sie sich für uns die Mühe gemacht hat.
Grundlage der thailändischen Küche (in dieser Reihenfolge) sind Knoblauch und Chili. An frischen Kräutern Koriander, Kaffirblätter und Basilikum. Wer Knoblauch ablehnt, hat keine Chance auf Thai-Küche. Bei der Verwendung der Chilis und der Empfingung von "scharf" waren wir erwartungsgemäß weit auseinander. Wir glauben, dass wir schon relativ scharf essen und dies ganz gut vertragen können, für sie liegt unser Niveau noch bei "nur ein bisschen".
Nun zum Menü. Als Vorspeisen gab es Garnelen am Zitronengras-Spieß und kleine Frühlingsrollen.
Als Hauptgang Rindfleisch in Kokosmilch, Hähnchen mit Cashewkernen und kurz gebratenes Gemüse. Zu allem Reis und einen Dip mit Frühlingszwiebeln und Chili.
Zum Nachtisch frische Ananas. Es war alles ganz köstlich. Vielen Dank für dieses Geschmackserlebnis!

Sonntag, 4. April 2010

Traditionen

Wir haben alle unsere Traditionen, und zu bestimmten Tagen kommen sie wieder hervor. Zu Festtagen beispielsweise. N hat "sein" Gericht, das er immer zu Weihnachten haben möchte, weil das in seiner Familie Tradition war, bei mir ist es zu Ostern eine selbstgemachte Remouladensauce zu den obligatorischen harten Eiern. Wir sind offensichtlich auf der Suche nach den Geschmackserlebnissen unserer Kindheit, den Traditionen, die schon in unseren Elternhäusern gepflegt wurden, den Dingen, die in unseren Augen Bestand haben, so weit wir uns auch sonst von den Gebräuchen und Lebenseinstellungen unserer Eltern entfernt haben.
Natürlich könnte man auch während des Jahres Remouladensauce selbst zubereiten, auch während des Jahres isst man ja harte Eier. Oder man reicht sie zu kaltem Braten oder Roastbeef. Wenn ich ehrlich überlege, dann habe ich sie in den letzten zwölf Monaten nicht zubereitet. Das letzte Mal zu Ostern im letzten Jahr. Und dieses Jahr eben wieder.
Ich mache zuerst eine Mayonnaise aus zwei Eigelb. Diese verdünne ich dann mit Sauerrahm oder Joghurt, und mische frische gehackte Kräuter darunter. Schnittlauch, Bärlauch, Kresse, auch Petersilie, Kerbel und Dill passen gut, frisch sollte es halt sein. Klein gehackte Gewürzgurke und ein in kleine Würfel geschnittenes hartes Ei runden die Remoulade ab.
Auf genaue Mengenangaben habe ich verzichtet, da ich die Sauce immer ohne Rezept und ohne Waage zubereite, eben so, dass sie schmeckt.

Remoulade

Samstag, 3. April 2010

Lachs mit Spinat

Lachs&Spinat

Einfache, schnelle und sehr leckere Küche, Lachs mit Blattspinat.
Der Lachs wird pochiert, d.h. er zieht in einem Sud mit Gewürzen.

Zutaten:
für den Fisch
Wasser (nur so viel, dass die Fischstücke eben bedeckt sind)
ca. 1/8 l Wein
Salz
Pfefferkörner
Senfkörner
Koriander (jeweils ca. 1 Tl für 2 Pers.)
Lorbeerblätter
Lachs (180-200g pro Person)

für den Spinat
Blattspinat (TK), ca. 160-200g pro Person
1 kl. Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Salz
Pfeffer
Senf
Muskatnuss

Zubereitung:
Aus dem Wasser mit etwas Wein und den Gewürzen einen Sud zubereiten, kurz aufkochen lassen, dann Hitze reduzieren. Den Fisch hineinlegen und 20 Minuten ziehen lassen, nicht kochen.
Für den Spinat die Zwiebel fein hacken, in etwa Olivenöl glasig anschwitzen, die ganze Knoblauchzehe zugeben. Den Spinat hinzugeben, in der Pfanne mit Zwiebeln und Knoblauch rühren, evtl. etwas Wasser zugeben, das später wieder verdampfen soll.
Mit Salz, Pfeffer, 1 TL Senf (gerne scharfer) und etwas geriebener Muskatnuss würzen.
Den Fisch aus dem Sud nehmen, etwas abtropfen lassen, mit dem Spinat anrichten.
Guten Appetit.

Freitag, 2. April 2010

Osterwetter

Es ist erst Karfreitag, und es könnte ja noch besser werden. Aber die Wetterfrösche lassen keinen Zweifel, Karfreitag wird vom Wetter her der beste Tag sein. Also raus an die frische Frühlingsluft. Es ist sonnig, kalter Wind, etwa 10°C. Am Wegesrand findet man diesen

Frühjahrsschnitt

Frühjahrsschnitt


und die Augen sind hungrig und freuen sich über

Erstes Gelb
Erstes_Gelb

Sonntag, 21. März 2010

Gerda Taro

Gerda Taro (1910-1937) ist in Stuttgart aufgewachsen, 1929 zog sie mit ihrer Familie nach Leipzig, 1933 emigrierte sie nach Paris. Dort lernte sie Robert Capa kennen, die beiden wurden ein Paar, beruflich und privat. Sie gab ihnen die Pseudonyme, unter denen sie bekannt wurden. Gemeinsam fotografierten sie für französische Zeitungen und Zeitschriften im spanischen Bürgerkrieg, der als erster Krieg einem Millionenpublikum in den Medien vorgeführt wurde. Glorifizierung und Rechtfertigung, beide Seiten spielten das Spiel, Taro und Capa auf der republikanischen Seite. Gerda Taros fotografisches Werk wird noch bis zum 16. Mai 2010 im Kunstmuseum Stuttgart gezeigt.
Als Gerda Taro und Robert Capa im August 1936 in Barcelona eintrafen, waren die ersten Kampfhandlungen bereits vorüber, die Milizen bildeten weitere Kämpfer und Kämpferinnen aus. Sie machte Fotos von lachenden Frauen in Uniform, Paaren im Cafe, das Gewehr immer dabei, auf Barrikaden spielenden Kindern und Waffentraining am Strand. Für mich besonders anrührend dieses Foto in seiner Gegensätzlichkeit.

Eine junge Frau im Profil, links kniet sie im Sand, das rechte Bein ist aufgesetzt, so dass sie gleich aufspringen könnte. In der rechten Hand hält sie eine Pistole und zielt. Schaut man genauer hin, dann ist sie modisch gekleidet, Hosen mit Schlag à la Marlene Dietrich, die Haare in kurzen Locken, und die Schuhe mit Absatz. Und das beim Waffentraining am Strand!
Nach und nach werden die Bilder weniger heiter. Gerda Taro und ihr Begleiter ziehen weiter durchs Land. In Almería fotografiert sie eine Flüchtlingsfamilie aus Málaga, die zu fünft auf einer Pritsche sitzen und ihr Schicksal nicht fassen können. Neben verwundeten Milizionären gibt es eine Serie mit Bildern aus dem Leichenschauhaus.
Das Finale kommt für Gerda Taro mit der Schlacht um Madrid. Sie dokumentiert noch, dass die Republikaner den Ort Brunete eingenommen haben und straft die Faschisten damit Lügen, die dies geleugnet hatten, doch die Fotos von Gerda Taro sind eindeutig. Kurz darauf wendet sich das Kriegsglück wieder, und bei einem plötzlichen Rückzug fällt Gerda Taro vom Trittbrett eines LKW, wird von einem Panzer überrollt und erliegt kurz darauf im Krankenhaus ihren Verletzungen. Sie wird am 1. August 1937, ihrem 27. Geburtstag, in Paris auf dem Friedhof Père Lachaise beerdigt, die Trauerfeier wurde zur politischen Demonstration der Solidarität mit den spanisch-republikanischen Freiheitskämpfern, man spricht von 15.000, die ihrem Sarg folgten. Gerda Taro war wenige Monate darauf fast vergessen.

Sonntag, 14. März 2010

Schätze aus dem alten Syrien


Schätze aus dem alten Syrien, genauer, aus der Königsstadt Qatna, werden in der Ausstellung im Landesmuseum Württemberg gezeigt. Heute ist der letzte Tag der Ausstellung, wer es bisher nicht geschafft hat, kann den filmischen Rundgang auf YouTube ansehen.


Gezeigt werden in der Ausstellung Exponate aus einem Grabungsfund des Jahres 2002, als es Archäologen der Universität Tübingen gelang, ein bis dahin nicht geplündertes Königsgrab unter den Palastruinen auszugraben. Etwa 2000 Dinge hat man in dem Grab gefunden, Statuen, Schmuck, Gefäße, Waffen, Knochen, Speisereste und Tontäfelchen mit Keilschrift. Das Grab ist etwa 3500 Jahre alt. Der Palast von Qatna wurde 1340 v.Chr. zerstört.
Eingerahmt sind die Exponate von Darstellungen der historischen Zusammenhänge, der Lebensumstände in Syrien vor 3500 Jahren. Sieht man die Schmuckstücke an, ist man erstaunt über solche Kunstfertigkeit vor so langer Zeit. Dies gilt auch für die ausgestellten Tontäfelchen mit Keilschrift. Denn so klein habe ich sie mir nicht vorgestellt. Die Keile sind in Originalgröße kaum zu erkennen.
Qatna lag an einem Kreuzungspunkt großer Karawanenstraßen. Die Netz der Handelsbeziehungen über ganz Europa und Vorderasien verdeutlicht ein rötliches Gefäß in der Form eines Löwenkopfs. Zuerst hielten die Archäologen das Material für gefärbtes Elfenbein. Falsch. Es stellte sich als Bernstein von der Ostsee heraus. Damit ist belegt, dass Bernstein von der Ostsee bereits vor 3500 Jahren gehandelt wurde und bis Syrien gelangt ist, und von dort aus ging es weiter nach Osten oder nach Süden.
Und es geht weiter in Qatna. 2009 wurde durch das Team ein weiteres, bisher nicht geplündertes Königsgrab in Qatna gefunden. Herzlichen Glückwunsch!
Für YouTube-Fans, es gibt reichlich Material:
Über die Ausstellung in der ARD (2 Min)



Peter Pfälzner, der Leiter der Ausgrabung, im SWR-Interview (10 Min.)


Eine Dokumentation über die Ausgrabung in Arte:
http://www.arte.tv/de/abenteuer-arte/qatna/1452322.html