Samstag, 21. Mai 2016

Auswärts. Schloss Chambord.

Gesamtansicht Das Schloss hat riesige Ausmaße. Ein äußeres Rechteck von 156 x 117 Meter mit runden Türmen an den Ecken umschließt einen Hof, in dem ein rechteckiger, dreigeschossiger Donjon, das eigentliche Schlossgebäude, steht, ebenfalls mit runden Ecktürmen. Chambord ist das Schloss von Franz I., König von Frankreich von 1515 bis 1547, er ließ es inmitten eines riesigen Waldgebiets errichten. Nach Franz I. wurde Schloss Chambord noch von Ludwig XIV. intensiv genutzt, später wohnte hier der vertriebene Polenkönig Stanislas Leszczynski, der Schwiegervater Ludwigs XV., und bis 1750 bewohnte es Moritz von Sachsen, der mit seiner Privatarmee in Diensten des französischen Königshauses stand.
Das eigentliche architektonische Wunder von Chambord ist der dreigeschossige Donjon. Auf quadratischem Grundriss errichtet, schließt ihn im Inneren eine zentrale durchbrochene Treppe mit zwei ineinander gewendelten Läufen auf. An diese Treppe stoßen kreuzförmig in jedem Geschoss riesige Säle an und begrenzen jeweils vier Eckappartements, die sich bis in die Rundtürme erstrecken. Diese Raumdisposition mit der Treppe im Zentrum ist die besondere architektonische Idee von Chambord. Es gibt gute Gründe für die Hypothese, dass sie von Leonardo da Vinci stammt, dem größten Genius der Zeit, den Franz I. an seinen Hof nach Amboise geholt hatte und der dort 1519, im Jahr des Baubeginns von Chambord, starb. Wir wissen, dass der König für das Schloss eine Anzahl von Planzeichnungen anfertigte. Undenkbar, dass er Leonardo hierbei nicht um Rat gefragt hätte. Die Form der Treppe mit ihren beiden Läufen, die so ineinander verwoben sind, dass ein Hinaufsteigender einem Herabkommenden nicht in die Quere zu kommen braucht, ist italienischen Ursprungs. Auch Leonardo hat solche Treppen gezeichnet. (aus dem unten angegebenen Kunstreiseführer, S. 96)
 Die Treppe.
Doppel-Wendeltreppe
Die Decke der Treppe ganz oben. Man beachte die vielen Abbildungen des Feuersalamanders, das Symbol von Franz I.
Doppel-Wendeltreppe Dach
Ein Drache an der äußeren Fassade.
Drache
Vielgegliedert sind die Türme auf dem Dach.
Türmchen und Schornsteine

Kunstgeschichtliche Angaben entnommen aus Wilfried Hansmann. Das Tal der Loire. 4. Aufl. Köln 1979.

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