Freitag, 8. November 2013

Entdeckungen und Kolonialisierung in der frühen Neuzeit #1.

Die Portugiesen waren die ersten. Sie fuhren auf die offene See hinaus und entdeckten zahlreiche Inseln wie die Azoren und Madeira. Das war im 15. Jahrhundert, und Heinrich der Seefahrer, ein Sohn des portugiesischen Königs, förderte nach Kräften die Seefahrt, er finanzierte zahlreiche Entdeckungsfahrten. Die Portugiesen entdeckten so nach und nach die Westküste Afrikas, 1487/88 wurde die Südspitze Afrikas, zum ersten Mal umsegelt. 1498 erreichte Vasco da Gama als erster Europäer Indien per Segelschiff. Die Portugiesen unterhielten ein dichtes Netz von Handelsniederlassungen und Stützpunkten an den afrikanischen Küsten und in Indien. Ihr Ziel war Handel, vor allem mit Seide und Gewürzen. Land wollten sie nicht erobern.
Die Spanier haben bekanntlich 1492 Amerika entdeckt, wobei ihr Anführer Christoph Kolumbus Zeit seines Lebens glaubte, irgendwo in Indien gelandet zu sein. Die Spanier nahmen das Land im Sinne des Wortes in Besitz, wenn nötig mit Waffengewalt. Ab 1519 eroberten sie das Reich der Azteken (heute Mexiko), ab 1532 dann das Reich der Inka (heute Peru). Das eroberte Land "gehörte" dem spanischen König, der es den Konquistadoren, den Eroberern als lebenslanges, nicht vererbbares Lehen überließ, so dass diese dann die Kontrolle über ihr Gebiet einschließlich aller Einwohner ausübten. 1535 wurden die mittelamerikanischen spanischen Gebiete einschließlich Teilen Nordamerikas wie Kalifornien, Texas und Florida, zum Vizekönigreich Neu-Spanien, die Gebiete in Südamerika  wurden 1542 zum Vizekönigreich Neu-Kastilien (später Peru).
Nach den spanischen Eroberern kamen die Missionare, um die Eingeborenen zum Christentum zu bekehren und damit deren Seelen zu retten, wie man damals glaubte. Es waren meist Jesuiten oder Benediktiner. Geistliche wie Bartolomé de las Casas vertraten die Rechte der Indios gegen die Eroberer, so wurde z.B. klargestellt, dass die Eingeborenen grundsätzlich frei (keine Sklaven) waren.
Außer den Portugiesen und Spaniern waren im 16. Jahrhundert nur noch die Franzosen ab 1530 auf Entdeckungsfahrt. Die später so mächtigen Engländer hatten noch keinerlei Interesse an der Eroberung von Kolonien. So waren die in Nordamerika entdeckten und durch Europäer besiedelten Gebiete französisch, wie z.B. Neufundland oder das Mündungsgebiet des St. Lorenz-Stroms. Die Engländer beschränkten sich darauf, den spanischen Handel durch Piraterie zu stören.

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