Sonntag, 22. November 2009

Eiszeit - Kunst und Kultur

Wir sind wieder zu Hause. Es ist kühler hier als auf den Kanaren, klar, aber die letzten zehn Tage ist es "für die Jahreszeit zu warm", wie die Meterologen zu sagen pflegen. Eiszeit bezieht sich durchaus nicht auf das Wetter, sondern auf die Landesausstellung 2009 mit obigem Titel.

eiszeit

Gezeigt werden Werkzeuge und Kunstwerke aus der Altsteinzeit, vor 40.000 bis vor 10.000 Jahren, mit einem Schwerpunkt vor 30-35.000 Jahren. In Deutschland gibt es die meisten Funde aus dieser Zeit hier in Baden-Württemberg. Von der Schwäbischen Alb stammen auch die künstlerischen "Highlights", die ersten und ältesten Kunstwerke der Welt. Das älteste Objekt wurde erst im Jahr 2008 in der Höhle "Hohle Fels" gefunden, ein weiblicher Torso, als "Venus vom Hohle Fels" nach der Fundstätte benannt. Die Anzahl der Fundstücke lässt erstaunen, und meist sind sie winzig klein. Das unten gezeigte Mammut aus Mammut-Elfenbein ist nur 3,7 Zentimeter lang, die Abbildung also stark vergrößert.

Mammut

Ein etwa gleich großes Pferdchen gibt es auch zu sehen, beide sind unbeschreiblich schön. Auch der viel größere Löwenmensch aus dem Hohlensteinstadel im Lonetal ist ausgestellt, dessen Entdeckungsgeschichte einem Krimi gleicht, denn die Bruchstücke wurden Jahrzehnte auseinander gefunden und es waren viele glückliche Zufälle notwendig, damit sie dieser einen Figur zugeordnet und zusammengesetzt werden konnten.
Aber zurück zur Ausstellung. Begleitend zu den Kunstwerken und Werkzeugen gibt die Ausstellung Einblicke in das Leben der Menschen in der Altsteinzeit, welche Nahrung sie finden oder jagen konnten, dies über den Wechsel der Jahreszeiten hinweg. Auch die Neandertaler, die etwa 10.000 Jahre parallel zu den aus Afrika eingewanderten modernen Menschen lebten, werden ausführlich vorgestellt. Die Lebensbedingungen werden verdeutlicht durch die Pflanzen, die damals wuchsen, auch sieht man eindrucksvolle Skelette von Mammut, Rentieren und Bären.
Auch die Arbeit der Archäologen wird gewürdigt, es wird deutlich, welcher Aufwand notwendig ist zur Dokumentation der Ausgrabung einschließlich aller Fundstücke, seien sie noch so klein. Von der Detektiv- und Puzzlearbeit zur Zuordnung und Interpretation der Fundstücke nicht zu reden.

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