Donnerstag, 2. Mai 2019

Maifeiertag.

Gestern am 1. Mai waren bereits am Vormittag Horden von Maiwanderern unterwegs, in Gruppen von zwei oder drei Leuten bis zu geschätzt dreißig Personen. Sie hatten Rucksäcke, Trolleys oder ganz klassisch Bollerwagen dabei, mit Grill und Kühlbox, oder auch nur mit einigen Sixpacks beladen.
Eine Gruppe Älterer stand im Kreis und stärkte sich mit einem Schnäpschen."De Mooochä oawärm" meinte einer.
Und ich hatte weder Foto noch Handy dabei.

Dienstag, 30. April 2019

Essen. Rückblick April.

Endlich Frühling! Seit Mitte März schwelgten wir im ersten frischen Grünzeug, dem Spinat, den es hier auf dem Markt in hervorragender Qualität zu kaufen gibt, und wir haben mehrfach die Conchiglioni mit Ricotta und Spinat zubereitet.
Ab Mitte April kam der erste Spargel dazu, die momentane Lieblingszubereitung ist als Pfannenspargel in Butter gebraten, mit Spargelsud und Sahne als Sößchen. Dazu natürlich Schinken und Flädle.
Ostern war ja sehr spät dieses Jahr, und zu Gründonnerstag gibt es natürlich Maultaschen, hier geschmälzt mit Kartoffelsalat. Direktimport aus Stuttgart.
Aus dem Kochbuch Spanien Vegetarisch haben wir die Kräutertarte ausprobiert. Das Rezept wird noch gebloggt. Die Füllung besteht im Wesentlichen aus Zucchini, Spinat und Kräutern. Das Rezept hat nur den großen Mangel, dass die Mengen für die Füllung völlig überzogen sind.
Heute haben wir den ersten Rhabarber verarbeitet, und Spargel gab es auch schon wieder. Bei richtig guten Rezepten sind Wiederholungen sehr willkommen.
Allen LeserInnen wünsche ich einen schönen Mai!

Sonntag, 21. April 2019

Ganz nah. Aufgefallen.

Wir waren mal wieder Wein kaufen, unterwegs irgendwo am Maindreieck. Die Probierstube beim Winzer war umgebaut, und als Clou fanden wir diesen Probiertisch, eine Weiterentwicklung einer ehemaligen Werkbank.
Probiertisch
In der Mitte die Kühlung für die zu probierenden Flaschen. Super Idee, und noch nirgendwo anders gesehen.
Probiertisch

Mittwoch, 17. April 2019

Ganz nah. Neues Hubland.

Es ist der östliche Höhenzug über Würzburgs Innenstadt, höher als der Marienberg mit der Burg. Ab 1936 befand sich hier ein Flugplatz der Luftwaffe. Ab 1945 bis 2008 unterhielt die US-Army einen Flugplatz, Kasernen (Leighton Barracks), Wohngebäude für Offiziere mit Familien, Schulen, ein Krankenhaus und weitere Versorgungseinrichtungen.
Nach Abzug der Amerikaner erweiterte ein Teil des Geländes die Anlagen der Universität, die seit den 1960-er Jahren hier oben neue Gebäude für Forschung und Lehre errichtete (Campus Hubland Süd). Ein anderer Teil des Geländes wird mit mehreren Quartieren bebaut, einige sind bereits fertiggestellt, weitere werden folgen. 2018 fand hier die Landesgartenschau statt. Die Zäune sind nun abgebaut, das Gartenschaugelände wird nun zum Park. Wir spazierten dort in der Frühlingssonne. Gegenüber dem Einkaufszentrum, das den neuen Stadtteil versorgt, hat sich ein Gründerzentrum niedergelassen, das Cube oder Zentrum für Digitale Innovationen.
Cube
Das Luftschiff kann auch über eine Foto-Webcam beobachtet werden, nachts wird es bunt angestrahlt, was mich immer wieder fasziniert.
Luftschiff
Die ehemalige Tankstelle und das Kino der US-Army. Momentan wird überlegt, durch welche Nutzung diese Gebäude aus den 1950-er Jahren erhalten werden können. Findet sich nichts Geeignetes, werden sie wohl abgerissen.
Tankstelle
Spiegelung
Da in diesem Beitrag auch Links zu externen Anbietern enthalten sind, wird er mit #Werbung gekennzeichnet.
Die Informationen wurden dem Würzburg-Wiki entnommen.

Montag, 15. April 2019

#12von12. RIP und Abschied.

Dieser zwölfte war ein trauriger Tag für uns, denn es galt von einem sehr guten Freund Abschied zu nehmen. Die Tatsache allein war schon traurig genug, aber es kamen noch Umstände hinzu, die alles noch viel trauriger und schwieriger machten. Dazu kommt noch, er war einer meiner treuesten Blogleser. Von der Zeremonie selbst gibt es keine Fotos, dazu war mein Kopf viel zu sehr mit etwas anderem beschäftigt.
So habe ich aus dem Fundus einige Orte herausgesucht mit denen wir beide in den Zeiten unserer fast fünzigjährigen Freundschaft positiv verbunden waren.

Auch auf Krücken kamen sie zu deinem Abschied.
RIP, lieber Freund, du bist viel zu früh gegangen.
Weitere #12von12 vom April findet ihr bei Draußen nur Kännchen. Wie #12von12 funktioniert, lest ihr hier

Donnerstag, 11. April 2019

Rezept. Conchiglioni mit Ricotta und Spinat.


Hinweis: #Werbung (ohne Auftrag und ohne Vergütung), weil ein Kochbuch genannt und empfohlen wird. Auch findet sich ein Link zu einem anderen Blog.

Bereits im Herbst hatten wir ein Rezept mit den großen Muschelnudeln, Spinat, Ricotta und Kürbis gemacht und hier veröffentlicht. Wenig später ist das Kochbuch al forno von Claudio Del Principe bei uns eingezogen. Ich schätze ihn sehr als Autor von Rezepten seit Italien Vegetarisch und auch von seinem Blog konnte ich schon einiges nachkochen oder mich zu Rezepten anregen lassen. Und ich liebe Gerichte aus dem Ofen. Dieses Rezept haben wir bereits ein Mal zubereitet, es ist eigentlich ganz einfach, heißt im Buch Lumaconi al forno, wir machen es mit Conchiglioni, den großen Muschelnudeln. Für uns habe ich die Mengen reduziert.
Für 4 Personen mit mäßigem Appetit oder 2-3 mit größerem:
Zutaten:
250 g frischer Spinat
250 g Ricotta
(Zusatz: Muskatnuss frisch gerieben und Piment d'Espelette)
25 Conchiglioni (große Muschelnudeln)
Butter für die Form
geriebener Parmesan
Mozarella in Würfel geschnitten (bei uns ein Mal Ziegenfrischkäse, ein Mal sehr milder, junger Bergkäse)

Sugo:
1 Zwiebel, fein geschnitten
Olivenöl
1 kleine Dose passierte Tomaten oder Pelati
Salz und Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:
  1. Für den Sugo die Zwiebel im heißen Olivenöl glasig dünsten. Die Tomaten zugeben und 30 Minuten zugedeckt köcheln lassen, salzen, pfeffern.
  2. Die Muschelnudeln in Salzwasser nach Anleitung al dente kochen, abgießen, etwas abkühlen lassen.
  3. Für die Füllung den gewaschenen und abgetropften Spinat in einer Pfanne ohne Fett unter einem Deckel zusammen fallen lassen. Bei unserem hier ist die Flüssigkeit sehr schnell verdampft und der Spinat gar. Evtl. Flüssigkeit abgießen bzw. ausdrücken, etwas abkühlen lassen, fein hacken.
  4. Gehackten Spinat zum Ricotta geben, salzen, pfeffern, Muskatnuss, Piment d'Espelette zugeben, würzig abschmecken.
  5. Den Ofen auf 200°C vorheizen, eine nicht zu große Auflaufform (Durchmesser 20 cm) mit Butter fetten. Es sollten 2 Lagen Muschelnudeln reinpassen.
  6. Wenig Sugo in der Auflaufform verteilen. Die Conchiglioni mit der Masse füllen und nebeneinander in die Auflaufform schichten. Mit Parmesan bestreuen und löffelweise Sugo darüber verteilen. Eine zweite Lage Conchiglioni in die Form setzen, wieder mit Parmesan bestreuen und Sugo darüber verteilen.
  7. Im Ofen ca. 20 Minuten überbacken. Den Mozarella oder anderen Käse darüber verteilen und nochmals 5 bis 10 Minuten überbacken.
Es schmeckt himmlisch.

Die erste Schicht, mit Parmesan bestreut und mit Sugo beträufelt.
Die zweite Schicht, ebenfalls mit Parmesan bestreut und mit Sugo beträufelt.
Auf dem Teller köstliche Muschelnudeln mit Ricotta und Spinat.

Das Kochbuch zum Rezept:
Claudio Del Principe. al forno. Alles aus dem Ofen. Unkompliziert. Überraschend. Unwiderstehlich gut. at Verlag 2018. ISBN 978-3-03800-070-9

Dienstag, 9. April 2019

Ganz nah. Nürnberg, mal wieder.

Wir hatten in Nürnberg was zu erledigen und nach dem Termin Zeit, Richtung Hauptmarkt zu spazieren. Wie schon 2013 war vor der Frauenkirche Ostermarkt, der Platz voll mit Buden für Essen, Trinken, Blumen, Haushaltswaren, Deko, usw. Und der Platz ist groß.
Frauenkirche
Der Schöne Brunnen ist auch diesmal Anziehungspunkt.
Schöner Brunnen
Leider weiß ich nicht, welcher König / Herrscher hier dargestellt ist.
Schöner Brunnen
Auch außerhalb des Rings gibt es interessante Figuren.
Schöner Brunnen
Und ein Nürnberg-Besuch ohne Bratwürste geht schon gar nicht. Hier werden sie über offenem Feuer gegrillt. Gut geschmeckt haben sie auch.
Bratwursthäusle

Donnerstag, 4. April 2019

Rezept. Verheiratete Kartoffeln.

Die verheirateten Kartoffeln sind schon zwei Mal in meinem Monatsrückblick aufgetaucht. Das Rezept findet sich sowohl in Italien Vegetarisch, das Kochbuch steht schon lange bei mir im Regal und wird auch gerne benutzt. Nun ist im Herbst vom selben Autor al forno bei mir eingezogen, denn ich liebe Gerichte, die im Ofen zubereitet werden. So wie diese Kartoffeln, ähnlich einem Kartoffelgratin, aber ganz ohne Sahne.

Zutaten:
1 kg Kartoffeln
Olivenöl
Semmelbrösel (8-12 El)
4 Knoblauchzehen, fein geschnitten
1 Bund Petersilie, fein geschnitten (wir hatten gefrorene, vom letzten Sommer vom Balkon)
Parmesan
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:
  1. Kartoffeln waschen, schälen, in dünne Scheiben schneiden, am besten mit dem Gemüsehobel.
  2. Kartoffeln in einer Schüssel mit Wasser 5 Minuten wässern, abgießen und mit einem Küchentuch trocken tupfen.
  3. Den Ofen auf 180°C vorheizen.
  4. Die Auflaufform mit etwas Olivenöl fetten.
  5. Eine Schicht Kartoffeln in der Auflaufform verteilen, mit wenig Semmelbröseln, Knoblauch und Petersilie bestreuen. Käse darüber reiben, salzen, pfeffern und mit Olivenöl beträufeln.
  6. Die restlichen Kartoffeln auf die gleiche Weise einschichten, also Kartoffeln - Semmelbrösel - Knoblauch - Petersilie - Parmesan - Salz - Pfeffer - Olivenöl.
  7. Die Auflaufform mit einem Deckel oder mit Alufolie abdecken und im Ofen 30 Minuten backen. Dann den Deckel entfernen und 10-15 Minuten goldbraun überbacken.
Schmeckt köstlich und ist vielseitig verwendbar, natürlich nicht nur vegetarisch, sondern auch als Beilage zu Fleischgerichten.
Die Kartoffeln fertig geschichtet, bereit für den Ofen.

Werbung ohne Auftrag und ohne Vergütung, weil Buchtitel genannt.
Dann kann ich auch die genauen Daten zum Buch liefern:
Claudio Del Principe. al forno. Alles aus dem Ofen. Unkompliziert. Überraschend. Unwiderstehlich gut. at Verlag 2018. ISBN 978-3-03800-070-9

Sonntag, 31. März 2019

Essen. Rückblick März.

Kaum etwas Neues gekocht, entsprechend dünn ist der Rückblick, zum Ende doch noch ein neues Rezept ausprobiert.
Spinat ist immer noch sehr beliebt, frisch, aus der Gegend, kaum wässrig. Hier in ein Omelette gepackt.
Beim Metzger konnte ich einem dry-aged Wagyu-Beef nicht widerstehen, es war ganz wunderbar. Dazu ein Rest verheiratete Kartoffeln und karamellisierte Ofenzwiebeln
Und ganz zum Monatsende nochmal Spinat, diesmal zusammen mit Ricotta als Füllung für diese Conchiglioni, auf Tomatensugo. Rezept aus meiner Neuerwerbung des Winters Al forno von Claudio del Principe. [Jetzt ist es Werbung, wegen Titel- und Namensnennung.]
Die erste Lage der gefüllten Nudeln auf Tomatensugo, mit Parmesan bestreut plus Ziegenfrischkäse (Original Mozarella).
Mit bei mir nicht ganz vollständiger zweiter Lage, mit Sugo beträufelt, mit Parmesan und Ziegenfrischkäse überbacken. Fertig aus dem Ofen.
Auf dem Teller mit ein wenig Sugo aus der Form drübergeträufelt. 
Es war soooo gut!

Freitag, 29. März 2019

Ganz nah. Kriegerdenkmal Mainbernheim.

Wir wurden in einer Vorlesung über die Geschichte des Ersten Weltkriegs auf dieses Denkmal in Mainbernheim aufmerksam gemacht, da es nicht nur wie viele andere Kriegerdenkmale an die Gefallenen erinnert, sondern weil es die Dolchstoßlegende darstellt, eine Geschichtslüge, die von antidemokratischen und antisemitischen Kreisen nach Ende des Ersten Weltkriegs verbreitet wurde. Wir hatten uns gewundert, dass dieses Denkmal noch steht bzw. 1982 wieder aufgestellt wurde. Dabei ist die Tafel an der Seite wichtig, die Geschichte und Bedeutung erklärt. Ein Abbild der Tafel findet sich am Ende dieses Beitrags, zur besseren Lesbarkeit hier der Text.
Dieses Kriegerdenkmal wurde 1927 von der Stadt Mainbernheim als Erinnerung an die im Ersten Weltkrieg (1914-1918) aus ihrer Mitte Gefallenen in Auftrag gegeben. Den Entwurf dazu lieferte der bekannte fränkische Künstler Richard Rother, die Ausführung übernahm Hans Precht. Das Denkmal zeigt einen deutschen Soldaten, der gerade eine Handgranate werden will. Über seine Schultern breitet sich eine Fahne, die das damals gültige bayerische Wappen trägt. Hinter dem Soldaten kauert ein Knochengerippe, das darauf lauert, ihm den Dolch in den Rücken zu stoßen.

Der Künstler setzte in diesem Denkmal die kursierende "Dolchstoßlegende" in ein Monument der bildenden Kunst um. Militärische und nationalistische Kreise verbreiteten nach dem Ersten Weltkrieg diese Geschichtslüge. Sie besagt, dass die demokratischen Kräfte in Deutschland dem im Feld angeblich unbesiegten Heer den Dolch heimtückisch in den Rücken gestoßen hätten, denn erst die im November 1918 im Deutschen Reich ausbrechende Revolution habe die Niederlage herbeigeführt. In Wahrheit war das deutsche Heer militärisch aber längst besiegt. Der deutsche Generalstab hatte nämlich bereits Waffenstillstandsverhandlungen gefordert. Die Verfechter der Dolchstoßlegende machten jedoch die demokratischen Kräfte der Weimarer Republik, die Ultralinke und insbesondere die Juden für die Niederlage verantwortlich. damit wollten sie von eigenem Versagen ablenken. Dem Aufstieg der Nationalsozialisten wurde durch diese Geschichtslüge der Weg bereitet.

Bei genauer Betrachtung tritt die judenfeindliche Tendenz des Denkmals unmittelbar hervor. So stellt das Gesäß des Knochenmannes eine Fratze dar, die an die antisemitischen Karikaturen in Julius Streichers Hetzblatt "Der Stürmer" erinnert. Die Ablehnung der Demokratie verbindet sich hier mit dem Hass gegen Juden. Das ursprünliche Anliegen der Bevölkerung, ihrer Gefallenen zu gedenken, wurde auf diese Weise missbraucht.

Die Stadt Mainbernheim ist sich dieser aus dem Zeitgeist geboreren Geschichtslüge bewusst. Dennoch soll das Denkmal als Mahnung erhalten bleiben. Es soll fortan verstanden werden als Erinnerung an alle Menschen, die durch Kriege, Rassenhass und Verfolgung Leid erfahren haben.

Stadt Mainbernheim
Im Kasten unten auf der Tafel folgen die Daten:
  • 1927 - Einweihung des Kriegerdenkmals auf dem Rathausplatz
  • 1945 - Abbau des Denkmals durch die amerikanischen Besatzungstruppen
  • 1982 - Wiederaufstellung des Denkmals auf dem Rathausplatz
  • 1997 - Versetzung des Denkmals an den heutigen Standort
  • 2010 - Anbringung einer neuen Tafel und Umwidmung
 Der Standort hinter dem Kirchplatz.
Denkmal Dolchstoßlegende
Denkmal Dolchstoßlegende
Denkmal Dolchstoßlegende
Die erklärende Tafel, der Inhalt ist oben zu lesen.
Denkmal Dolchstoßlegende