Montag, 1. Februar 2016

Uni. So war mein Wintersemester 2015/2016.

Kurz gesagt, durchschnittlich, manchmal fast langweilig. Ich fürchte, ich bin nun schon so lange im Fach Geschichte dabei, dass sich so langsam die Wiederholungen einstellen.
Es begann im Oktober ganz vielversprechend mit einem Zusatzvortrag zur Ringvorlesung des Alterswissenschaftlichen Zentrums zum Thema Palmyra - Weltkulturerbe in der Oase. Vorgestellt wurde Palmyra in der Syrienkrise seit 2011, und beispielhaft vier Gebäude, die seit Mai 2015 von der Terrororganisation IS zerstört wurden, der Tempel des Baal-Shamin, Türme und Grabbauten aus dem Tal der Gräber, der Tempel des Bel und Triumphbogen nebst Kolonadenstraße. Alle diese Bauten wurden zwischen dem ersten und dritten Jahrhundert n. Chr. erbaut. Es sei tröstlich für die Wissenschaft, dass alle diese Gebäude wissenschaftlich dokumentiert und erfasst sind, also vermessen, fotografiert, gezeichnet und katalogisiert, meinte der Vortragende Michael Sommer von der Uni Oldenburg. Was mir bis dahin unbekannt war, die Terrororganisation IS finanziert sich in erheblichem Umfang durch Verkauf von Kunstschätzen, indem entweder wild gegraben wird, oder einfach die Bruchstücke von zerstörten Kunstgegenständen in den Kunsthandel gebracht werden. Und die Gegenstände werden offenbar gut bezahlt und auch gekauft. Wir hörten dann noch, wie Palmyra im 3. Jahrhundert n. Chr. reich und bedeutend wurde, so dass man sich die Prachtbauten leisten konnte. Den Anschlussvortrag im Januar über das heutige Palmyra und die politische Situation konnten wir krankheitsbedingt nicht hören.
Zur Epoche Mittelalter wurde über Europa im 11. Jahrhundert berichtet. Die Reihe der römisch-deutschen Kaiser begann mit Heinrich II. (973/978-1024), dem Gründer des Bistums Bamberg und endete mit Heinrich IV. (1050-1106), den man meist mit dem Bußgang nach Canossa in Verbindung bringt. Wir hörten jedoch auch ausführlich über die katholische Kirche und ihre Päpste, besprachen ausführlich die Reformbewegung in der Kirche, die zu einem neuen Selbstverständnis der Geistlichen und schlussendlich zu den wiederkehrenden Konflikten mit den römisch-deutschen Kaisern führte. Denn Canossa war nur der Anfang und der Konflikt anschließend nicht abgeschlossen.
Das lange 19. Jahrhundert bot den Hintergrund für die Vorlesung Politische Ideengeschichte, die den Zeitraum von der amerikanischen über die französische Revolution bis zur bolschewistischen Revolution umspannte. Sozialismus, Idealismus, Liberalismus, Konservatismus, Nationalismus, Nietzscheanismus, Anarchismus, Sozialdarwinismus, Rassismus, Neuidealismus und Universalismus sind die Schlagworte, und ich möchte hier nicht tiefer darauf eingehen. Es war harter Stoff, und ich war zum ersten Mal recht froh, das nur zu hören und eben KEINE Prüfung darüber schreiben zu müssen.
Im Fach Landesgeschichte hörten wir über Bayern 1918-1945. So war zumindest der offizielle Titel, denn der Dozent begann nicht nur mit einem Rückblick zu den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen in Bayern Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, was ich voll in Ordnung gefunden hätte, nein, er behandelte die Zeit ab 1912 ausführlichst, ebenso den Ersten Weltkrieg. Wir endeten dann schließlich irgendwo in den 1920-er Jahren, wobei die Ereignisse bis 1922 noch sehr ausführlich dargestellt wurden, dann ging es etwas flotter und oberflächlicher. Ich weiß nicht, warum der Titel so zu den behandelten Themen gewählt wurde, auf jeden Fall passte er nicht richtig.
In meinen Aufzeichnungen finde ich noch zwei Vorträge, zuerst Menschenmaterial. Die Behandlung der Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg durch das Deutsche Reich und die Sowjetunion von Klaus Jochen Arnold von der Konrad-Adenauer-Stiftung. Ein sehr bedrückender Vortrag mit dem Fazit, dass in beiden Regimen nicht nach den bestehenden Regeln des Völkerrechts gehandelt wurde und die Forscher sich über Anzahl der Gefangenen und der Toten speziell in der UdSSR wie auch in der Frage, ob es eine ideologisch begründete Vernichtungsabsicht gab, nicht einig sind.
Im zweiten bemerkenswerten Vortrag behandelte Walter Ziegler Kardinal Faulhabers Haltung gegenüber Marxismus und Nationalsozialismus 1918-1939. Der Kardinal (1869-1952), nach dem in Würzburg ein Platz benannt ist, stammte aus einem unterfränkischen Dorf, ging in Würzburg zur Schule und wurde dort zum Priester ausgebildet. Er war Bischof in Speyer ab 1911 (wir erinnern uns, die Pfalz gehörte bis 1945 zu Bayern), ab 1917 Erzbischof von München und Freising, ab 1921 war er Kardinal. Mit Marxisten und Sozialisten hatte Faulhaber in München ab Ende 1918 bis 1924 zu tun, zuerst die Räterepublik, dann eine Reihe von bayerischen Staatsregierungen mit Beteiligung unterschiedlicher sozialdemokratischer Parteien. Das Verhältnis der katholischen Kirche zu diesen Regierungen war schlecht, die Kirche lehnte sie ab, es gab jedoch keine Umsturzversuche bzw. deren Förderung von Seiten der Kirche. Die Ablehnung des Nationalsozialismus war zumindest zu Beginn des Regimes 1933 nicht so eindeutig. In dem Jahr hatte Faulhaber Hitlers Reden analysiert und fand in einer zusammenfassenden Übersicht drei positive zu acht negativen Punkten. Bis 1935 begünstigte Hitler die Kirche, förderte die konfessionellen Schulen, was von der Kirche ab Ende 1918 heftig gefordert wurde. Als ab 1935 christliche Vereine behindert, gleichgeschaltet oder aufgelöst wurden, wurde die Haltung Faulhabers zunehmend kritischer bis hin zu Organisation kirchlichen Widerstands. Persönlich war er von der Person Adolf Hitler zumindest beeindruckt. Im Vortrag wurde auch auf die erst kürzlich erschienen Tagebüchers von Kardinal Faulhaber verwiesen, die in einer beeindruckenden Ausgabe nach und nach im Internet veröffentlicht werden. Das Projekt an sich ist schon spannend, es lohnt sich darüber zu lesen. Faulhaber schrieb über alle Begegnungen mit anderen Personen und was sie besprochen hatten, er benutzte eine heute nicht mehr gebräuchliche Kurzschrift, die die Projektmitarbeiter erst lernen mussten, um die Texte entziffern zu können. Die Texte sieht man in drei Versionen, dem Digitalisat (Foto der Seite), der Transkription (wörtliche Übertragung des Texts, einschließlich Korrekturen und Abkürzungen) und der Leseversion, in der die Abkürzungen aufgelöst sind. Zudem gibt es Kommentare und Kurzbiografien der erwähnten Personen. Spannend.
Wie ich nun rückblickend sehe, ist doch noch einiges Interessante und Erwähnenswerte zusammen gekommen, zumindest bis Anfang Dezember, so dass der eher langweilige Teil zum Schluss stattfand.
Auch die Planung für das nächste Semester läuft bereits, es könnte sein, es kommt ein neues Gesicht und damit neue Themen, zumindest liest jemand Vorlesung, der in den letzten Semestern damit pausiert hatte. Ich bin schon erwartungsfroh.

Donnerstag, 28. Januar 2016

Rezept. Wirsing mit Fenchelsaat.

Bei Arthurs Tochter Kocht hat mich der Pfanneninhalt angelacht, irgendwas mit viel Sauce und reichlich Käse überbacken, Soulfood für den Winter eben. Das musste ich unbedingt nachkochen. Das irgendwas waren Wirsingviertel, und hier ist das Rezept, fast original.
Für 2 Personen habe ich einen halben Wirsingkopf verwendet, längs durchgeschnitten, evtl. hässliche äußere Blätter entfernt und den halben Kopf in vier Spalten geteilt, den harten Strunk herausgeschnitten. Die Spalten mit Metzgersgarn gebunden, so dass sie nicht auseinanderfallen.
In einer ofenfesten Pfanne mit etwas Olivenöl von allen Seiten angebraten, dabei etwa einen Teelöffel Fenchelsaat mitbraten. Mit Silvaner abgelöscht, etwas einkochen lassen. Gemüsebrühe (natürlich selbstgemacht) dazu, etwas salzen. Zugedeckt auf mittlerer Hitze bissfest garen. Arthurs Tochter gibt nun Sahne hinzu, ich hatte immer noch Bechamelsauce übrig, die ich verwendet habe und nur ganz wenig Sahne. Gewürzt mit Pfeffer, Muskat und abgeriebener Orangenschale. Die ist bei Arthurs Tochter auch nicht enthalten, sie lief mir beim Kochen sozusagen über den Weg, als wir eine Lieferung Bioorangen auspackten. Und ich dachte mir, Orange könnte gut zu Fenchelsamen passen. Stimmt. Nun mit dem Käse der Wahl überbacken, ich hatte einen Rest Bergkäse und Parmesan. Zuvor habe ich noch die bereits köstliche Sauce über die Wirsingspalten gelöffelt, damit sie überall verteilt ist. Ab in den Backofen und goldbraun überbacken. Es schmeckt ganz köstlich. Und ist regional, saisonal und auch noch preiswert.

Montag, 25. Januar 2016

Essen. Rückblick Januar.

Update: in der letzten Woche kam nichts mehr hinzu, was ein Foto oder eine Erwähnung wert gewesen wäre, so bleibt es bei diesem Bericht.
Wir kochten im Januar traditionelles, einfaches, der Jahreszeit entsprechend. Alltagsküche, meist ohne Rezept.
Das erste ist die Wiederauflage eines alten Rezepts aus den 1990-er Jahren, das ich nicht mehr habe. Halbierte Chicoree mit einer Scheibe Kochschinken belegt, mit Bechamel und ein wenig Käse überbacken. Das Rezept für die Bechamel habe ich mir diesmal bei Arthus Tochter Kocht abgekuckt, die Menge um 1/3 vermindert, es war immer noch viel zu viel Bechamel. Davon jedoch später. Die Sauce an sich ist allerdings traumhaft, für mich ist Arthurs Tochter die Königin der Bechamelsauce, und nicht nur der. Dazu passt auch ein Motto von ihr, dass mit Käse überbacken ALLES noch mal so gut schmeckt. Passt hier wunderbar.
Weißtöne unter sich, Chicoree, Bechamel, Käse.
Ein winterlicher Salat aus Chinakohl und Radicchio mit Granatapfelkernen, Orangenstücken. Eigentlich sollten auch noch Walnusskerne drauf sein, die hatte der Küchenchef vergessen.
Angeregt vom Hobbykoch, der an Weihnachten Spitzkohl mit Orangen kombiniert hat und dies seitdem in unterschiedlicher Kombination wiederholt hat (siehe Instagram), wurde der untere Teil vom Chinakohl kurz angeschmort, mit Orangensaft abgelöscht, mit Kümmel, Orangenzesten und Piment d'Espelette gewürzt. Dazu gab es Geschnetzeltes und Reis mit einem Rest Broccoli.
Beim Wiedereinsortieren des abgetauten Tiefkühlers war mir eine Portion Bolognese-Sauce für zwei aufgefallen, und dann war ja noch von der wunderbaren Bechamelsauce da. In meine kleinste Auflaufform passten genau die vier Lasagneplatten, die sich noch im Vorratsschrank fanden, mit der Bolognese und Bechamel rein, es schmeckte genau so genial wie aus einer großen Form, weil das Ragu ja mal als große Ration und mit entsprechend langer Zubereitungszeit hergestellt worden war.

Samstag, 23. Januar 2016

Ganz nah. Was man so macht an einem Januar-Samstag.

Für die Nacht war Eisregen angekündigt worden, es fiel uns nicht schwer zu warten, bis die Temperaturen deutlich im Plus waren. Mit der Webcam am Marktplatz hatte ich am Vortag entdeckt, dass wieder Französischer Markt in Würzburg war.
So war neben den üblichen Einkäufen fürs Wochenende diesmal kein regionaler, sondern französischer Käse einzukaufen. Und dabei blieb's natürlich nicht. Eine Hirschwurst, Oliven und ein Baguette mussten auch noch mit.


Beim Wiedereinräumen der Tiefkühltruhe, die wir gestern bei idealen Wetter (trocken, deutliche Minustemperaturen) endlich mal abgetaut hatten, fiel mir auf, dass wir sowohl Bolognese als auch Bechamel jeweils für zwei eingefroren haben. Daraus mache ich heute eine kleine Lasagne für zwei und freue mich schon darauf.

Montag, 11. Januar 2016

Buch. Mozart und Prag.

Mit sehr viel Vergnügen hatte ich Die Nacht des Don Juan von Hanns-Josef Ortheil gelesen und ja bereits in dem sehr langen Blogeintrag darüber geschrieben. Da Ortheil nicht der einzige ist, der sich über Mozart, Prag und Don Giovanni eine Geschichte einfallen ließ, kam mir beim Lesen in Erinnerung, und zwar Mozart auf der Reise nach Prag von Eduard Mörike. Diese Geschichte entstand gut 150 Jahre vor der Ortheils (1855 zu 2000) und ist ebenfalls fiktiv. Mörike hat frau natürlich im Bücherregal. Es fanden sich gleich zwei Exemplare, das ältere davon von 1947.
Das Papier ist rauh und holzhaltig, man hatte 1947 wohl nichts Besseres zur Verfügung. Auch den Port Verlag in Urach kennt man heute nicht mehr. Interessant fand ich die Information auf der linken Innenseite:
1. - 5. Tausend 
G. M. E. F. O. Visa No. 2358/L de la Direction de l'Education Publique
Autorisation No. 2316 de la Direction de L'Information
Juli 1947
Dazu nur die Bemerkung, dass Urach nach Ende des Zweiten Weltkriegs in der Französischen Zone lag und 1947 ganz offensichtlich noch die Buchveröffentlichungen von den Alliierten freigegeben werden mussten.
Schön zu lesen ist die Novelle auch noch, was auch online geht:
http://www.gutenberg.org/ebooks/7503

Sonntag, 10. Januar 2016

Bücher. Rückblick auf 2015.

Früher war ich eine richtige Leseratte, habe Bücher geradezu verschlungen. Im Lauf der Jahre änderte sich das, ich las mehr Zeitungen und Zeitschriften, und eben auch viel im Internet, Foren und Blogs. Auch störte mich während ich noch berufstätig war, dass ich an einem Buch nicht dranbleiben konnte, sondern oft tagelange Pausen einlegen musste. So gewöhnte ich mir das häppchenweise Lesen an, das ich nun überwiegend praktiziere. Ich bin ja schon eine Weile nicht mehr im Beruf, aber Gewohnheiten stellt man nicht so schnell um. Auch war ich in den letzten Jahren bei der Anschaffung von Büchern sehr restriktiv, auch weil ich beim Umzug vor vier Jahren so viele zurücklassen musste und die Bücherregale in der jetzigen Wohnung trotzdem sehr gut gefüllt sind.
Im April entschied ich mich dann, einen E-Book-Reader anzuschaffen. Der Anlass war eigentlich ganz einfach: ich wollte ein bestimmtes Buch lesen, es aber anschließend nicht im Bücherregal haben. Instagram- und Facebook-Follower konnten das Foto schon sehen, ich hatte mich für einen Tolino entschieden, um auch E-Books im lokalen Buchhandel beziehen zu können.
Und tatsächlich ist mein Lesekonsum seitdem erheblich gestiegen, ohne dass ich wieder zur Vielleserin geworden wäre. Ich habe sieben Romane und zwei Biografien gelesen, der nächste Roman ist schon runtergeladen, und auch zwei wissenschaftliche Bücher aus der Unibibliothek konnte ich auf den Tolino laden.

  1. Es begann mit einer Biografie, Bismarck von Hans-Christof Kraus, und ich kann das Buch geschichtlich Interessierten nur ans Herz legen. Es ist einerseits flüssig und gut lesbar geschrieben, andererseits wissenschaftlich fundiert. Der Blick auf Bismarck ist durchaus kritisch, das Buch dient nicht der Verehrung des nationalkonservativen Reichsgründers.
  2. Über Die gleißende Welt von Siri Hustvedt hatte ich bereits im Blog berichtet.
  3. Nach einigen Nachforschungen in Blogs, die ich regelmäßig lese und die (zumindest gelegentlich) Bücher besprechen, habe ich begonnen, den Autor Hanns-Josef Ortheil zu entdecken. Ich begann mit Die geheimen Stunden der Nacht, einer Geschichte in einem Familienunternehmen mit einem autoritären Patriarchen an der Spitze, der die Firma zum Erfolg geführt hat. Der Vater erkrankt schwer, und der älteste Sohn muss erkennen, dass er nicht automatisch Vaters Nachfolger sein wird. Die Auseinandersetzung mit seinen Geschwistern und die Geheimnisse, die er über seinen Vater im Lauf der Zeit erfährt bzw. ans Licht bringt, sind Inhalt des Buchs. Der Schluss ist ein wenig abrupt, aber zufriedenstellend.
  4. Durch wiederholtes Sehen des Films Der Teufel trägt Prada stellte ich fest, dass der Film auf einem teils autobiografischen Erstlingswerk beruht und habe es mit viel Vergnügen gelesen. Autorin ist Lauren Weisberger. Leicht und locker, und natürlich ist die Welt der Mode ziemlich überkandidelt.
  5. Ähnlich leicht ist Vielleicht mag ich dich morgen von Mhairi McFarlane, die eine junge Frau um die dreißig beschreibt, die zu Schulzeiten dick war und deshalb gemobbt wurde. Sie trifft viele Jahre später den Schwarm aller Mädels der Schule wieder, der sie nicht erkennt, sich aber um sie bemüht. Ganz nett, Urlaubslektüre oder für eine Zugfahrt.
  6. Nun wieder Hanns-Josef Ortheil mit Faustinas Küsse. Das Buch dreht sich um den ersten Rom-Aufenthalt von Goethe im Jahr 1786 und beschreibt uns die Ereignisse aus der Sicht von Giovanni Beri, einem Römer ohne Beruf, der sich an Goethe heranmacht und seine Dienste als Führer anbietet, dann aber einen geheimnisvollen Auftrag bekommt, den Fremden zu beobachten. Die Mischung von Fiktion um ein Gerüst von historischen Tatsachen gefällt mir meist gut. Hier ist es sehr gut gemacht.
  7. Vor dem nächsten Ortheil kam noch ein Weltbestseller, Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson. Hier wird uns ein Mensch geschildert, der rein zufällig immer wieder in die Rädchen der Weltgeschichte gerät und sie beeinflusst, obwohl er das meist nicht will oder zu vermögen meint. Sehr amüsant zu lesen, mit nachdenklichem Hintergrund.
  8. Nachdem mir die fiktive Geschichte um Goethe gut gefallen hat, nahm ich mir ein ähnlich gestricktes Buch über Mozart vor, Die Nacht des Don Juan von Hanns-Josef Ortheil. In dem Buch wird die Geschichte der Uraufführung des Don Giovanni in Prag mit fiktiven Geschichten umrahmt, die die bekannten Personen wie Mozart und seine Frau Konstanze, die Sänger und Sängerinnnen der Uraufführung und selbst Casanova einbezieht, von dem man allerdings nicht mit Sicherheit weiß, ob er tatsächlich zu dieser Zeit in Prag war. Für Musik- und Mozartfreunde unbedingt zu empfehlen.
  9. Das letzte der E-Books, die ich bereits gelesen habe, ist wieder eine Biografie, Die Manns von Tilmann Lahme. Er beschreibt gut lesbar und trotzdem wissenschaftlich das Leben von Thomas Mann, seiner Frau Katia und den sechs gemeinsamen Kindern. Diese Familie hat mich immer schon fasziniert und angezogen, obwohl das eine oder andere Kopfschütteln nicht ausbleibt. Von den Realitäten anderer bürgerlicher Familien waren diese Personen weit entfernt. 
Nun noch kurz zum Tolino selbst. Er hat meinen Erwartungen entsprochen, ist leicht, man kann sehr gut lesen, selbst in der Sonne. Und man kann Bücher über die Buchhandlung seiner Wahl beziehen und bleibt nicht auf Amazon allein angewiesen.
Was mich jedoch total nervt, ist die Silbentrennung. Durch die Möglichkeit, Schriftart und -grad zu verändern, werden Wörter "dynamisch" getrennt. Wie wir aus der Textverarbeitung wissen, ist die Qualität der Silbentrennung nicht von einem Algorithmus abhängig, sondern von Wörterbüchern. Und daran hapert es hier offensichtlich. Falls sie wirklich nur einen Algorithmus verwenden sollten, so sollte diesem zumindest eine Grundregel beigebracht werden, nämlich dass man NIE nur einen Buchstaben abtrennt, weder am Anfang eines Worts noch am Ende. Beides habe ich schon gesehen. Besonders beliebt ist, den Buchstaben Ü abzutrennen, also im Wort Über, aber auch allen Zusammensetzungen, wie z.B. Ü-
bersetzung
Sieht doch schrecklich aus! Ich meine die Verlage sollten sich um qualitativ gute Wörterbücher kümmern, so ein Schrott-Schriftbild mit diesen Trennungsfehlern schlägt negativ auf die Bücher zurück. Dann lieber gar keine Silbentrennung.
Noch eine Anmerkung, ich habe mit Absicht keine Links zu den Buchtiteln eingefügt, denn ich kann jeder/m nur empfehlen, die Titel auf der Online-Seite der örtlichen Buchhandlung zu suchen und bei Gefallen zu bestellen, das klappt mit der Angabe von Autor und Titel hundertprozentig.

Mittwoch, 6. Januar 2016

Fotos. Dreikönigsschwimmen.

Dreikönig, der sechste Januar, ist in Baden-Württemberg und Bayern traditionell Feiertag. Er bildet den Abschluss der Weihnachtsfeiertage. In Würzburg findet an diesem Tag immer ein Schwimmen der Rettungsschwimmer im Main statt, und wir hatten es bisher immer versäumt, die Ankunft der Schwimmer oberhalb der Löwenbrücke zu erwarten. In diesem Jahr machte Herr Würzblog schon einige Tage zuvor auf den Termin aufmerksam, und da uns weder Regen, noch Schnee oder gar Glatteis abhielten, waren wir diesmal dabei. Es war fast ein Würzburger Foodbloggertreffen, denn auch Frau Sammelhamster und Herrn Cucinaepiu konnten wir begrüßen.
Erst warteten alle auf die Schwimmer.
Und dann kamen sie, einige hatten Figuren auf kleinen Flößen dabei. Jede(r) ankommende Schwimmer*in wurde mit Beifall begrüßt.
Das ist eine schöne Tradition, und wir werden uns das noch öfter anschauen.

Samstag, 2. Januar 2016

Essen. Rückblick Dezember.

Dieser Dezember war kulinarisch recht durchschnittlich. Es begann mit Gästen, die zum Silvaner (im Bild ist eine drei Liter Flasche (Doppelmagnum) Rindsgulasch und Spätzle genießen durften.
Die Großportion Spätzle, natürlich selbst geschabt, sah man schon einen Tag vorher auf Instagram, am Tag der Einladung war ich zu beschäftigt um Fotos zu machen.
Eine ausführliche Bilderstrecke vom letzten Genussbloggertreffen mit mexikanischem Essen im Jahr 2015 saht ihr schon hier. Das Bild zeigt die vier Tacos, die wir probierten.
Wie immer nimmt Gemüsepfanne in unserer Alltagsküche einen großen Raum ein, hier eine asiatisch angehauchte Variante aus dem Wok mit Huhn.
Weihnachten begann traditionell mit Tartar am 24.12.
Einen Tag später hatten wir Appetit auf Spaghetti Carbonara.
Den Festtagsbraten gab es einfach einen Tag später, Rehrücken mit Kartoffel-Pastinaken-Stampf, dazu Rosenkohlsalat.
Zu Silvester haben wir immer etwas zu feiern und daher bereits zu Mittag Gäste. Sie wurden bekocht mit Täschen aus Yufka-Teig mit Linsenfüllung einschließlich Wienerle, einer Gerstensuppe und zweierlei Flammkuchen, klassisch mit Speck und roter Zwiebel, und mit Räucherlachs und Lauch.
Unser Jahr endete kulinarisch als Gäste einer Weinstube, wo wir die erste und dadurch beste Ente des Jahres genossen.

Freitag, 1. Januar 2016

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Auswärts. Innsbruck im Advent.

Das adventlich geschmückte Innsbruck ist immer eine Reise wert, und entsprechend voll sind auch die Gassen der mittelalterlichen Altstadt. In diesem milden Dezember war die Stadt schneefrei, nur die Berghöhen wie mit Puderzucker abgestäubt.
Hier dient das ganze Haus als Adventskalender, jeden Tag wird ein weiteres Fenster erleuchtet.
Altstadt Adventskalender
Überall Weihnachtsbuden, auch unter dem Christbaum.
Weihnachtsmarkt
Aber es gibt nicht nur Süßkram, auch Tiroler Speck und Würste.
Specklädele
Die Kuppeln der Altstadt.
Stadtturm & Dom
Aber das schönste ist doch immer wieder das Panorama, hier der Blick auf die Nordkette.
Panorama Nordkette
Leichte Grünfärbung des Inns.
Panorama Inn