Schon die erste Wiederholung ist ein Rückgriff auf die Tradition. Wir durften bereits letztes Jahr an dieser Traditionsveranstaltung teilnehmen, und haben dies in diesem Jahr gerne wiederholt. Es geht um eine Lesung, die jedes Jahr im Herbst im Maulaffenbäck stattfindet, zum Glück an mehreren Terminen. Es ist Kult. Die Leute kommen zum Teil von weit her, und sie kommen jedes Jahr. Sie kommen, um einige Seiten des neuesten Würzburg-Krimis von Günter Huth (persönlich) vorgelesen zu bekommen. Zum Kult trägt bei, dass die Lesungen am Sonntag stattfinden, und am Sonntag hat das Maulaffenbäck zu. Immer. Nur nicht, wenn Günter Huth liest. Dann öffnet das gastliche Lokal kurz vor sechs (abends), lässt aber sicherheitshalber die Rolläden unten. Damit's nicht jeder Passant merkt, dass offen ist. Man muss schon lange vorher die Karten reservieren, denn es ist voll. Und es gibt Leberkäs. Im Eintrittspreis inbegriffen.
Dann liest Günter Huth, in drei Abschnitten. Die Pausen geben Gelegenheit, den Getränkenachschub zu organisieren, und Gebrauchtes wegzubringen. Auch der Vorleser braucht mal eine kurze Pause. Hier sitzt er, wenn er vorliest.
Es geht, wie schon gesagt, um einen Lokalkrimi, eine Gattung, die es seit rund zehn Jahren gibt, und die davon lebt, dass das Publikum die Straßen und Plätze der Handlung kennt, und sich mit dem Lokalkolorit identifizieren kann. In unserem Fall geht es um Ex-Kommissar Erich Rottmann und seinen vierbeinigen Begleiter Öchsle (!). Erich Rottmann ist Gründungsmitglied des Stammtischs "Die Schoppenfetzer", der zweimal täglich (!) im Maulaffenbäck tagt, und obwohl Rottmann schon längst pensioniert ist, wird er immer wieder in Kriminalfälle hineingezogen, ohne sein Zutun, selbstverständlich. Um die Gefühlskomponente nicht zu vernachlässigen, gibt es auch noch Elvira Stark, von Beruf Raumpflegerin, seit vielen Jahren angestellt im Würzburger Rathaus. Sie hat ein Auge auf Rottmann geworfen, und er muss es erdulden. Jeder Krimi der Reihe beginnt mit einem Rückgriff in die Würzburger Historie, und bei dem diesmal vorgestellten Roman geht dieser in die 1630-er Jahre, als es viele Hexenverbrennungen gab, und kurz bevor die Schweden Würzburg und die Festung Marienberg besetzten.
Natürlich verrät der Autor nicht allzuviel von der Auflösung seiner Kriminalgeschichte, der geneigte Hörer (und Leser) sollte ja das Buch auch noch erwerben. Aber der Abend ist immer äußerst unterhaltsam.
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Mittwoch, 13. November 2013
Montag, 3. Juni 2013
Mozartfest 2013
Das Mozartfest gehört zu den jährlich wiederkehrenden Ereignissen, und es ist eines der angenehmsten. Wir haben drei Konzerte unterschiedlicher Art ausgewählt, und sie haben alle schon stattgefunden.
Über Mozarts Musik zu schreiben scheint mit unsinnig, diese Musik muss man hören, je öfter je besser. Das Eröffnungskonzert bot mit drei der vier letzten Sinfonien einen wahren musikalischen Leckerbissen. Die "Prager", die g-Moll Sinfonie Nr. 40 und die Jupitersinfonie. Hörgenuss pur mit dem Orchestre des Champs-Élysées und Philippe Herreweghe..
Ein Sinfoniekonzert bot neben umrahmender Musik zu Pantomimen zwei Klavierkonzerte mit der kanadischen Pianistin Angela Hewitt und dem Kammerorchester Basel. Perlendes Klavierspiel zeigt die Vorzüge dieses wunderschönen Instruments auf.
Zuletzt die Matinee mit einem Programm sozusagen außer der Reihe. Eine neunköpfige Gruppe Fürstlich Lowensteiniche Hofmusic spielt sogenannte Harmoniemusik, eine Ende des 18. Jahrhunderts sehr populäre Gattung von Bläserensembles, die der musikalische Untermalung aristokratischer Feierlichkeiten dienten. Im Programmheft wird Harmoniemusik erklärt"... aus lauter Blasinstrumenten, und zwar gewöhnlich aus zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörnen und Fagotts ..." (Musikalisches Lexikon 1802). Hier kam noch eine Querflöte hinzu. Mozarts Musik, u.a. die Prager Sinfonie, wurde für Harmoniemusik bearbeitet, weitere Stücke von Zeitgenossen direkt für diese Musikgattung geschrieben. Ein schöner Vormittag.
Diese Konzerte kann man dazuhin noch in der schönsten Umgebung genießen, in der Residenz mit dem Kaiser- und dem Weißen Saal, die Matinee in der Neubaukirche, auch ein wunderbarer Ort für Konzerte. Ach, Würzburg!
Montag, 24. Oktober 2011
Cézanne Renoir Picasso & Co.
Das ist der Titel der aktuellen Ausstellung in der Kunsthalle Tübingen. Dabei handelt es sich um einen Rückblick auf sehr erfolgreiche Ausstellungen in der Kunsthalle, die vor 40 Jahren gegründet wurde. Götz Adriani gelang es in der 1980-er und 90-er Jahren herausragende Werke der klassischen Moderne aus der ganzen Welt für seine Ausstellungen zu bekommen. Entsprechend groß war der Erfolg, der dann häufig auch als "Wunder von Tübingen" bezeichnet wurde. Wartezeiten von mehreren Stunden und jeweils über 400.000 Besucher bei den Ausstellungen über Paul Cézanne und Auguste Renoir kennzeichneten diese Zeit.
Die aktuelle Ausstellung bringt nun einen Rückblick auf diese Werke. Wir waren mit einer Gruppe dort und hatten eine Führung von einer knappen Stunde. Die Dame (habe den Namen leider nicht notiert) kannte sich (a) blendend aus, konnte (b) gut erzählen und (c) sich in der kurzen Zeit so beschränken, dass wir gut durchgekommen sind. Großes Lob von mir!
Wer damals schon geschaut hat, dem bietet sich die Gelegenheit auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten, also mit Bildern, die in früheren Ausstellungen schon gezeigt wurden.
Dazu einige Links zu den Abbildungen auf der Website der Kunsthalle.
Auguste Renoir, Die kleine Irene, 1880
Henri de Toulouse-Lautrec, Im Bett, 1892
Henri Rousseau, Waldspaziergang, um 1886
Es gab für mich noch mehr "alte Bekannte", aber sie sind auf der Website leider nicht abgebildet.
Die aktuelle Ausstellung bringt nun einen Rückblick auf diese Werke. Wir waren mit einer Gruppe dort und hatten eine Führung von einer knappen Stunde. Die Dame (habe den Namen leider nicht notiert) kannte sich (a) blendend aus, konnte (b) gut erzählen und (c) sich in der kurzen Zeit so beschränken, dass wir gut durchgekommen sind. Großes Lob von mir!
Wer damals schon geschaut hat, dem bietet sich die Gelegenheit auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten, also mit Bildern, die in früheren Ausstellungen schon gezeigt wurden.
Dazu einige Links zu den Abbildungen auf der Website der Kunsthalle.
Auguste Renoir, Die kleine Irene, 1880
Henri de Toulouse-Lautrec, Im Bett, 1892
Henri Rousseau, Waldspaziergang, um 1886
Es gab für mich noch mehr "alte Bekannte", aber sie sind auf der Website leider nicht abgebildet.
Montag, 15. Februar 2010
Im weissen Rössl

"Im weißen Rössl" ist eine bekannte Operette von Ralph Benatzky, uraufgeführt 1930. Fröhlich unbeschwert und mit vielen Schlagern aus der damaligen Zeit "aufgepeppt" passt sie gut in die Faschingszeit. Wir sahen sie in einer Aufführung des Mainfranken-Theaters in Würzburg.
Die Aufführung lief gut, versprühte viel Humor, und man weiß ja schon von Beginn an, dass es gut ausgehen wird. Die Inszenierung fand Gefallen, es war zum Glück mehr Folklore im Spiel als der übliche Nihilismus des Bühnenbilds, der uns Zuschauern so oft zugemutet wird. Es ist natürlich auch keine harte Kost, sondern nette Unterhaltung "at its best".
Sonntag, 22. November 2009
Eiszeit - Kunst und Kultur
Wir sind wieder zu Hause. Es ist kühler hier als auf den Kanaren, klar, aber die letzten zehn Tage ist es "für die Jahreszeit zu warm", wie die Meterologen zu sagen pflegen. Eiszeit bezieht sich durchaus nicht auf das Wetter, sondern auf die Landesausstellung 2009 mit obigem Titel.

Gezeigt werden Werkzeuge und Kunstwerke aus der Altsteinzeit, vor 40.000 bis vor 10.000 Jahren, mit einem Schwerpunkt vor 30-35.000 Jahren. In Deutschland gibt es die meisten Funde aus dieser Zeit hier in Baden-Württemberg. Von der Schwäbischen Alb stammen auch die künstlerischen "Highlights", die ersten und ältesten Kunstwerke der Welt. Das älteste Objekt wurde erst im Jahr 2008 in der Höhle "Hohle Fels" gefunden, ein weiblicher Torso, als "Venus vom Hohle Fels" nach der Fundstätte benannt. Die Anzahl der Fundstücke lässt erstaunen, und meist sind sie winzig klein. Das unten gezeigte Mammut aus Mammut-Elfenbein ist nur 3,7 Zentimeter lang, die Abbildung also stark vergrößert.

Ein etwa gleich großes Pferdchen gibt es auch zu sehen, beide sind unbeschreiblich schön. Auch der viel größere Löwenmensch aus dem Hohlensteinstadel im Lonetal ist ausgestellt, dessen Entdeckungsgeschichte einem Krimi gleicht, denn die Bruchstücke wurden Jahrzehnte auseinander gefunden und es waren viele glückliche Zufälle notwendig, damit sie dieser einen Figur zugeordnet und zusammengesetzt werden konnten.
Aber zurück zur Ausstellung. Begleitend zu den Kunstwerken und Werkzeugen gibt die Ausstellung Einblicke in das Leben der Menschen in der Altsteinzeit, welche Nahrung sie finden oder jagen konnten, dies über den Wechsel der Jahreszeiten hinweg. Auch die Neandertaler, die etwa 10.000 Jahre parallel zu den aus Afrika eingewanderten modernen Menschen lebten, werden ausführlich vorgestellt. Die Lebensbedingungen werden verdeutlicht durch die Pflanzen, die damals wuchsen, auch sieht man eindrucksvolle Skelette von Mammut, Rentieren und Bären.
Auch die Arbeit der Archäologen wird gewürdigt, es wird deutlich, welcher Aufwand notwendig ist zur Dokumentation der Ausgrabung einschließlich aller Fundstücke, seien sie noch so klein. Von der Detektiv- und Puzzlearbeit zur Zuordnung und Interpretation der Fundstücke nicht zu reden.
Gezeigt werden Werkzeuge und Kunstwerke aus der Altsteinzeit, vor 40.000 bis vor 10.000 Jahren, mit einem Schwerpunkt vor 30-35.000 Jahren. In Deutschland gibt es die meisten Funde aus dieser Zeit hier in Baden-Württemberg. Von der Schwäbischen Alb stammen auch die künstlerischen "Highlights", die ersten und ältesten Kunstwerke der Welt. Das älteste Objekt wurde erst im Jahr 2008 in der Höhle "Hohle Fels" gefunden, ein weiblicher Torso, als "Venus vom Hohle Fels" nach der Fundstätte benannt. Die Anzahl der Fundstücke lässt erstaunen, und meist sind sie winzig klein. Das unten gezeigte Mammut aus Mammut-Elfenbein ist nur 3,7 Zentimeter lang, die Abbildung also stark vergrößert.
Ein etwa gleich großes Pferdchen gibt es auch zu sehen, beide sind unbeschreiblich schön. Auch der viel größere Löwenmensch aus dem Hohlensteinstadel im Lonetal ist ausgestellt, dessen Entdeckungsgeschichte einem Krimi gleicht, denn die Bruchstücke wurden Jahrzehnte auseinander gefunden und es waren viele glückliche Zufälle notwendig, damit sie dieser einen Figur zugeordnet und zusammengesetzt werden konnten.
Aber zurück zur Ausstellung. Begleitend zu den Kunstwerken und Werkzeugen gibt die Ausstellung Einblicke in das Leben der Menschen in der Altsteinzeit, welche Nahrung sie finden oder jagen konnten, dies über den Wechsel der Jahreszeiten hinweg. Auch die Neandertaler, die etwa 10.000 Jahre parallel zu den aus Afrika eingewanderten modernen Menschen lebten, werden ausführlich vorgestellt. Die Lebensbedingungen werden verdeutlicht durch die Pflanzen, die damals wuchsen, auch sieht man eindrucksvolle Skelette von Mammut, Rentieren und Bären.
Auch die Arbeit der Archäologen wird gewürdigt, es wird deutlich, welcher Aufwand notwendig ist zur Dokumentation der Ausgrabung einschließlich aller Fundstücke, seien sie noch so klein. Von der Detektiv- und Puzzlearbeit zur Zuordnung und Interpretation der Fundstücke nicht zu reden.
Samstag, 25. Juli 2009
Ausstellung A. Hölzel
Im Stuttgarter Kunstmuseum werden noch bis 1. November 2009 Bilder von Adolf Hölzel ausgestellt. Auf drei Etagen bekommt man den beachtlichen Bilderbogen seiner Werke präsentiert, vom impressionistischen Landschaftsmaler bis zum Vordenker des Abstrakten einschließlich eigener Farbenlehre. Hölzel lebte von 1905 bis 1934 in Stuttgart, und das Stuttgarter Kunstmuseum und die Staatsgalerie besitzen den größten Teil seiner Werke.
Faszinierend auch immer wieder der Blick vom Kunstmuseum auf den Schlossplatz, einschließlich der Spiegelungen, die die Glasfassade erzeugt. Das ist wirklich Stuttgarts "Gute Stube", und an einem schönen Sommerabend herrscht viel südländische Heiterkeit rund um den Platz. Stuttgarts italienische Momente.
Sonntag, 13. April 2008
Bilder von Rose Alber
Im Galerieverein Leonberg läuft zur Zeit die Ausstellung Stadtbilder mit Werken von Rose Alber und Henry Mentzel. Zur Eröffnung konnte ich nicht gehen, und heute war ich am frühen Nachmittag die einzige Besucherin im Galerieverein. Gestern Nacht war in Leonberg lange Museumsnacht, und die beiden netten Damen hatten eben erst gelüftet und das Licht eingeschaltet.
Besonders die Bilder von Rose Alber leben von der Geometrie von Häusern, Brücken, Bahnhöfen, auch von Bäumen. Auch in ihren Landschaften von Italien spielen Häuser die Hauptrolle. Ganz besonders beeindruckt hat sie die Brooklyn-Brücke in New York. Es gibt Bilder davon aus den Fünzigerjahren und aus den Neunzigern des letzten Jahrhunderts zu sehen, aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Eines der Bilder, die mir am besten gefallen, zeigt die Brooklyn-Brücke mit den geraden geometrischen Linien und vorne in der Mitte runde Linien, die die Auffahrten darstellen. Klasse!
Zu meinen Lieblingen gehört auch ein Bild des Lehrter Bahnhofs (heute Hauptbahnhof) in Berlin, in der Umbauphase, als das Glasgewölbe noch nicht vollständig war und das Bild Brücke zum Kraftwerk. Ich glaube zu wissen, wo Kraftwerk und Brücke sich befinden. Auch das nachfolgende Bild zeigt eine Ansicht von Berlin, meine Lieblingsbilder sind leider nicht abgebildet.
Montag, 31. Dezember 2007
Weltweihnachtszirkus
Eine Vorstellung des Weltweihnachtszirkus hat einen festen Platz in unserem Jahreskalender. Wie auch im vorletzten und letzten Jahr. Und es ist gar nicht so einfach wieder einen kleinen Bericht zu schreiben. Nicht, dass es nichts zu sehen gab, oder dass es fad war, mitnichten. Aber jedes Mal wieder neue Höchstleistungen beschreiben ... Alles live, ohne Double oder Replay. Das macht wohl auch die Faszination des Zirkus aus, alles live.
Zwei Nummern greife ich heraus, zuerst die Freiheitsdressur mit Steppenzebras, schwarzen und weißen Pferden von und mit Géraldine Knie, schwarz-weiß eben. Bei den Zebras sind zwei dabei, die nicht die besten Freunde sind, und so müssen sie immer wieder zur Ordnung gerufen werden, in die Reihe zurück, um mit der Nummer fortzufahren. Die Pferde blicken da fast überheblich und als Wissende von oben herab auf die Rabauken, und machen ihre Figuren wie verlangt.
Zum zweiten die Lasso-Nummer aus China. Akrobatik, meist am Boden, aber eben auch mal als Pyramide, wobei immer ein Lasso gedreht wurde. Immer. Mit Sprüngen hinein, hindurch, bei einer Serie von einhändigem Radschlagen, die andere Hand drehte das Lasso. Schwer und unglaublich gut gemacht.
Die vielen anderen Nummern waren alle auch sehr gut, aber ich will hier keinen Roman schreiben. Zum Schluss will ich auf einen Mann eingehen, der uns durch jedes Zirkusprogramm der letzten Jahre geführt hat, Peter Goesmann als Moderator oder Sprechstallmeister, wie die Zirkusleute sagen. Abgesehen davon, dass sein Deutsch hervorragend ist und die Sätze sitzen, nicht zuviel und nicht zu wenig gesagt wird, besonders bemerkenswert finde ich seine erstklassig sitzenden Fräcke. Er begann nur für die Begrüßung des Publikums und die Parade aller Artisten in einem purpurroten Frack mit schwarzem Kragen. Dann folgte ein auberginefarbener Frack mit einer Goldborte am Kragen, selbstverständlich mit farblich passender Hose und Weste. Der nächste Frack war nachtblau, fast schwarz, aber nur fast, übersät mit hell funkelnden Glitzersteinen. Und der finale Frack war einfach schwarz. Einen Anzug hat Peter Goesmann uns auch noch vorgeführt, mit einer gelben Weste. Den trug er bei der Nummer mit den Clowns "wir kochen Bonbons in einem Hut". Diese Nummer ist ein echter Klassiker.
Mittwoch, 23. Mai 2007
Romeo und Julia zum zweiten
Nach der wunderbaren Aufführung des John-Cranko-Balletts Romeo und Julia letzten Juli war zehn Monate später an einem kleinen Theater Gelegenheit, eine moderne Inszenierung anzusehen. Als der Vorhang aufging, dachte ich bei mir, oh je. Das Bühnenbild leer wie in der Stuttgarter Oper üblich, die Darsteller in Jeans oder Schlabberhosen, T-Shirts. Aber getanzt wurde erstklassig. Eine Gastinzsenierung der Innsbrucker Choreographin Eva-Maria Lerchenberg-Thöny. Auf die Massenszenen auf dem Markt mit Gauklern und allerlei Volk wurde verzichtet. Die Coburger Ballettmannschaft ist nicht so groß, um dies darstellen zu können. Besonders gefallen haben Krisztina Pasztory als Julia, Ferdinand Holeva als Romeo und Damien Liger als Tybalt. Wirklich sehenswert.
Montag, 1. Januar 2007
Zirkus zum Jahresabschluss
Den Jahresausklang haben wir in diesem Jahr mit einer Vorstellung des Weltweihnachtszirkus gekrönt. Es war natürlich ausverkauft, aber das ist jede Vorstellung. Ab morgen bis zum Schluss am 7. Januar müssen die Artisten sogar Sonderschichten einlegen, es gibt drei Vorstellungen pro Tag anstatt zwei. Im Folgenden einige Eindrücke im Bild:

Erste Pferdenummer aus Ungarn

Zweite Pferdenummer aus Ungarn

Robin Valencia beim Einstieg in die Kanone
Kurz danach wird sie als lebende Kanonenkugel 25 Meter durch die Luft geschleudert.

"Perche", die Gruppe Khailafov

Akrobatik am Trapez, das Duo Mak

Akrobatik in der Luft
Diese letzte Nummer aus dem Chinesischen Staatszirkus halte ich allerdings für fragwürdig, da die kleinen Leute, die durch die Luft wirbeln, Kinder sind.
Aber alles in allem, es war wieder mal super.
Erste Pferdenummer aus Ungarn
Zweite Pferdenummer aus Ungarn
Robin Valencia beim Einstieg in die Kanone
Kurz danach wird sie als lebende Kanonenkugel 25 Meter durch die Luft geschleudert.
"Perche", die Gruppe Khailafov
Akrobatik am Trapez, das Duo Mak
Akrobatik in der Luft
Diese letzte Nummer aus dem Chinesischen Staatszirkus halte ich allerdings für fragwürdig, da die kleinen Leute, die durch die Luft wirbeln, Kinder sind.
Aber alles in allem, es war wieder mal super.
Donnerstag, 30. November 2006
Carmen
Die erste Premiere unter dem neuen Intendanten Albrecht Puhlmann in der Staatsoper Stuttgart war die Oper Carmen von Georges Bizet. Wir sahen die vierte Aufführung in der Miete. Leider konnte ich den Ansichten des Kritikers der Stuttgarter Zeitung nicht folgen. Mir hat die Inszenierung nicht gefallen. Um aber mit dem Positiven anzufangen, die gesanglichen Leistungen, den Chor und das Orchester fand ich sehr gut. Auch das Bühnenbild kann ich gerade noch durchgehen lassen, obwohl diese Lampen im Stil der 50er-60er Jahre des vorigen Jahrhunderts, die sich im dritten Akt so wundersam vermehrt haben und wie Trophäen über die Bühne getragen werden, nicht mein Fall sind. Flamencorüschen habe ich nicht vermisst, die Hauptdarstellerin im silbrig glänzenden langen Kleid war für mich ganz in Ordnung.
Aber die Dreingabe, Surplus genannt, wie eine Art Marsmännchen in grüner Strumfphose kostümiert, Gesicht und Haare ebenfalls grün, wie ein Marsmännchen eben, das hätte nicht sein müssen. Ich fühle mich unter solchen Umständen in ein Korsett gezwungen, gezwungen, das zu denken, was der Regisseur vorgibt. Kein Platz mehr für Fantasie. Dass diese Carmen sexy ist (auch im langen Kleid, dazu braucht es keine Strapse, von denen der Kritiker der Stuttgarter Zeitung meinte, sie gehörten zum Carmen-Standard), das kommt schon allein durch die Musik rüber, da brauche ich kein grünes Marsmännchen mit rotem Penis, oder sollte es doch eine Pappnase gewesen sein? Dass Don José Opfer seiner Obsessionen ist, wird durch die und mit der Musik klar, ich brauche dazu kein grünes Männchen, das ihm im Nacken sitzt. Und dann die Masche mit dem Fernseher. Das scheint zur Zeit en vogue zu sein, ein Fernseher muss ran. Da man keine so gute Verwendung gefunden hat wie z.B. in Madama Butterfly oder der Zauberflöte, werden Großaufnahmen von einem Auge gezeigt, wie der Augapfel langsam von links nach rechts wandert, oder umgekehrt. Manchmal war es auch das Auge eines anderen Menschen. Aber so richtig Sinn machte es nicht.
Vielleicht bin ich einfach nur zu konservativ für den Zeitgeist der Operninszenierungen, aber mehr Werktreue gefällt mir einfach besser. Und auch da sind Strapse nicht von Nöten.
Aber die Dreingabe, Surplus genannt, wie eine Art Marsmännchen in grüner Strumfphose kostümiert, Gesicht und Haare ebenfalls grün, wie ein Marsmännchen eben, das hätte nicht sein müssen. Ich fühle mich unter solchen Umständen in ein Korsett gezwungen, gezwungen, das zu denken, was der Regisseur vorgibt. Kein Platz mehr für Fantasie. Dass diese Carmen sexy ist (auch im langen Kleid, dazu braucht es keine Strapse, von denen der Kritiker der Stuttgarter Zeitung meinte, sie gehörten zum Carmen-Standard), das kommt schon allein durch die Musik rüber, da brauche ich kein grünes Marsmännchen mit rotem Penis, oder sollte es doch eine Pappnase gewesen sein? Dass Don José Opfer seiner Obsessionen ist, wird durch die und mit der Musik klar, ich brauche dazu kein grünes Männchen, das ihm im Nacken sitzt. Und dann die Masche mit dem Fernseher. Das scheint zur Zeit en vogue zu sein, ein Fernseher muss ran. Da man keine so gute Verwendung gefunden hat wie z.B. in Madama Butterfly oder der Zauberflöte, werden Großaufnahmen von einem Auge gezeigt, wie der Augapfel langsam von links nach rechts wandert, oder umgekehrt. Manchmal war es auch das Auge eines anderen Menschen. Aber so richtig Sinn machte es nicht.
Vielleicht bin ich einfach nur zu konservativ für den Zeitgeist der Operninszenierungen, aber mehr Werktreue gefällt mir einfach besser. Und auch da sind Strapse nicht von Nöten.
Sonntag, 23. Juli 2006
Freilichtspiele in Schwäbisch-Hall
Über die Stücke, die wir in diesem und im letzten Jahr (unter 14. August) gesehen haben, habe ich bereits geschrieben. Witzig finde ich die Vorbereitungen bis das Stück beginnt, die in diesem wie im letzten Jahr sehr ähnlich abgelaufen sind.
Wir kommen mit dem Auto nach Schwäbisch-Hall, mit einem Zeitpuffer, der es uns erlaubt, noch gemütlich und ohne Hektik etwas zu essen, einen Gang durch die schöne Stadt Schwäbisch-Hall zu machen, und dann in aller Ruhe unsere Plätze einzunehmen.
Als wir etwa zwei Stunden vor Beginn der Vorstellung ankamen, waren noch Proben im Gange. Musikalische Proben, auch Lautsprecherproben ("eins, zwei, ...", warum wird bei Lautsprecherproben eigentlich immer gezählt???).
Man kann sich schon ein wenig einhören bei den musikalischen Proben. Allerdings bin ich auch immer ein wenig besorgt. Vieles klingt doch noch sehr schräg und unfertig. Wie soll das am Abend alles klappen? Bisher hat es noch jedes Mal geklappt, musikalisch.
Um 20:30 Uhr ist es im Juli und bei Sommerzeit noch hell. Das Stück beginnt, Musik und Handlung nehmen einen gefangen. Und so nach und nach wird es dunkel, bis man dann wie in einem richtigen Theatersaal sitzt, die Umgebung im Dunkel und die Bühne ist hell. Jedoch mit frischer Brise, Sternenhimmel und gelegentlichen Sternschnuppen.
Die Musik des Abends war auch diesmal absolut professionell. Was habe ich nur bei den Proben gehört?
Wir kommen mit dem Auto nach Schwäbisch-Hall, mit einem Zeitpuffer, der es uns erlaubt, noch gemütlich und ohne Hektik etwas zu essen, einen Gang durch die schöne Stadt Schwäbisch-Hall zu machen, und dann in aller Ruhe unsere Plätze einzunehmen.
Als wir etwa zwei Stunden vor Beginn der Vorstellung ankamen, waren noch Proben im Gange. Musikalische Proben, auch Lautsprecherproben ("eins, zwei, ...", warum wird bei Lautsprecherproben eigentlich immer gezählt???).
Man kann sich schon ein wenig einhören bei den musikalischen Proben. Allerdings bin ich auch immer ein wenig besorgt. Vieles klingt doch noch sehr schräg und unfertig. Wie soll das am Abend alles klappen? Bisher hat es noch jedes Mal geklappt, musikalisch.
Um 20:30 Uhr ist es im Juli und bei Sommerzeit noch hell. Das Stück beginnt, Musik und Handlung nehmen einen gefangen. Und so nach und nach wird es dunkel, bis man dann wie in einem richtigen Theatersaal sitzt, die Umgebung im Dunkel und die Bühne ist hell. Jedoch mit frischer Brise, Sternenhimmel und gelegentlichen Sternschnuppen.
Die Musik des Abends war auch diesmal absolut professionell. Was habe ich nur bei den Proben gehört?
Figaro kurz vor der Hochzeit
so heißt "das Stück zum Fernsehfilm zur Oper", das ich in diesem Jahr für uns bei den Freilichtspielen in Schwäbisch-Hall ausgewählt habe. Es wurde für diese Bühne, die Treppe von St. Michael geschrieben und Anfang Juli uraufgeführt.
Es beginnt mit Theater auf dem Theater, man zeigt uns, es wird ein Film "Figaros Hochzeit" gedreht. Es gibt Parallelen zwischen den Schauspielern des Films und ihrer Rolle in Figaros Hochzeit, so stellt zum Beispiel der Produzent, Herr Graf, genauso allem nach, was Röcke trägt, wie der Graf in der Mozartoper und dem Stück von Beaumarchais. Nach und nach mischen sich die verschiedenen Ebenen des Stücks, bis die Figuren mit den Darstellern verschmelzen und niemand mehr sagen kann, auf welcher Ebene man sich befindet. Das ist wohl so gewollt.
Allerdings ging mir die Treue zur Opernvorlage ein wenig zu weit. Das Stück Figaros Hochzeit von Beaumarchais bzw. die Oper von Mozart hat dramaturgische Schwächen der Glaubwürdigkeit, zum Beispiel in den Rollen von Dr. Bartholo und Marceline und dem Vertrag, mit dem sie in der Oper Figaro knebeln wollen. Diesen Unsinn hätte man nicht ins Stück (Figaro vor der Hochzeit) übertragen sollen.
Eine ganz neue Ebene entsteht durch die Rolle des Cupido, der von einer Frau mit einer äußerst beeindruckenden Stimme verkörpert wird, Rebecca Raffell. Wenn sie agiert und singt weiss man, auf welcher Ebene des Stücks man sich befindet. Sie drückt die Gefühle der Darsteller aus, aber sie manipuliert die Figuren auch durch Gefühle. Dass sie dies meist mit Arien aus Opern von Mozart tut, erfreute unsere Ohren.
Die restliche Musik war recht modern und manchmal ganz schön fetzig. Sehr beeindruckt haben mich die (nur vier!) Musiker, die wie ein ganzes Orchester klangen, und mit E-Geige, E-Cello, E-Bass, Mundharmonika, Melodica (u.v.m) und nicht zu vergessen einer Drehorgel ein riesiges Programm zu absolvieren hatten.
Wer bereit ist, sich auf ein musikalisches Abenteuer mit vielen Wirrungen in der Handlung einzulassen, wird einen schönen Abend erleben, wer jedoch Figaros Hochzeit originalgetreu erwartet, ist vermutlich enttäuscht.
Es beginnt mit Theater auf dem Theater, man zeigt uns, es wird ein Film "Figaros Hochzeit" gedreht. Es gibt Parallelen zwischen den Schauspielern des Films und ihrer Rolle in Figaros Hochzeit, so stellt zum Beispiel der Produzent, Herr Graf, genauso allem nach, was Röcke trägt, wie der Graf in der Mozartoper und dem Stück von Beaumarchais. Nach und nach mischen sich die verschiedenen Ebenen des Stücks, bis die Figuren mit den Darstellern verschmelzen und niemand mehr sagen kann, auf welcher Ebene man sich befindet. Das ist wohl so gewollt.
Allerdings ging mir die Treue zur Opernvorlage ein wenig zu weit. Das Stück Figaros Hochzeit von Beaumarchais bzw. die Oper von Mozart hat dramaturgische Schwächen der Glaubwürdigkeit, zum Beispiel in den Rollen von Dr. Bartholo und Marceline und dem Vertrag, mit dem sie in der Oper Figaro knebeln wollen. Diesen Unsinn hätte man nicht ins Stück (Figaro vor der Hochzeit) übertragen sollen.
Eine ganz neue Ebene entsteht durch die Rolle des Cupido, der von einer Frau mit einer äußerst beeindruckenden Stimme verkörpert wird, Rebecca Raffell. Wenn sie agiert und singt weiss man, auf welcher Ebene des Stücks man sich befindet. Sie drückt die Gefühle der Darsteller aus, aber sie manipuliert die Figuren auch durch Gefühle. Dass sie dies meist mit Arien aus Opern von Mozart tut, erfreute unsere Ohren.
Die restliche Musik war recht modern und manchmal ganz schön fetzig. Sehr beeindruckt haben mich die (nur vier!) Musiker, die wie ein ganzes Orchester klangen, und mit E-Geige, E-Cello, E-Bass, Mundharmonika, Melodica (u.v.m) und nicht zu vergessen einer Drehorgel ein riesiges Programm zu absolvieren hatten.
Wer bereit ist, sich auf ein musikalisches Abenteuer mit vielen Wirrungen in der Handlung einzulassen, wird einen schönen Abend erleben, wer jedoch Figaros Hochzeit originalgetreu erwartet, ist vermutlich enttäuscht.
Sonntag, 16. Juli 2006
Romeo und Julia
Die letzte Vorstellung unserer Opernmiete fand wieder bei brütender Hitze statt. Aber es war trotzdem sehr angenehm. Vor der Vorstellung und in den Pausen standen wir draußen, in der Nähe des Eckensees, unter Bäumen. Und der Zuschauerraum war angenehm klimatisiert. Wir sahen das Ballett Romeo und Julia, mit Elena Tentschikowa als Julia und Mikhail Kaniskin als Romeo. Zum Glück spielen sie immer noch die Inszenierung von John Cranko aus dem Jahr 1962(!) mit dem Bühnenbild von Jürgen Rose. Das ist ein Fortschritt in die "gute alte Zeit", durchaus kein Rückschritt. Tanz, Bühnenbild und Musik werden zu einer Einheit, und diese Einheit gefällt. Mit den "künstlerisch wertvollen" kargen Antibühnenbildern von heute fehlt zu der Einheit ein wichtiger Teil, und das Gesamterlebnis ist weniger schön.
Wenn man überlegt, wie viele Solisten schon die Titelrollen dieser Inszenierung seit 1962 getanzt haben, und erst wie viele im Corps de ballet bei einer Aufführung mitgewirkt haben!
Wir freuen uns schon auf die neue Saison mit einem neuen Opernchef und Generalmusikdirektor, und sind gespannt, was man uns im Rahmen der Miete anbieten wird.
Wenn man überlegt, wie viele Solisten schon die Titelrollen dieser Inszenierung seit 1962 getanzt haben, und erst wie viele im Corps de ballet bei einer Aufführung mitgewirkt haben!
Wir freuen uns schon auf die neue Saison mit einem neuen Opernchef und Generalmusikdirektor, und sind gespannt, was man uns im Rahmen der Miete anbieten wird.
Sonntag, 21. Mai 2006
Monet-Ausstellung
Seit gestern läuft die große Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg, "Felder im Frühling" mit Bildern von Claude Monet und einigen seiner Zeitgenossen, z.B. Camille Pissarro.
Das namensgebende Bild stammt aus dem Bestand der Staatsgalerie Stuttgart.
Erfahrungsgemäß werden erfolgreiche Ausstellungen gegen Ende immer voller. Daher war ich heute schon am zweiten Ausstellungstag dort. Es war ganz ordentlich voll, aber man konnte alle Bilder gut betrachten. Die Ausstellung geht bis zum 24. September, also noch mehr als vier volle Monate. Es gibt auch reichlich "Devotionalien" zu kaufen, Schirme, Tassen, Wein, Seife, Magnete und natürlich auch alle "üblichen" Beigaben, wie einen Katalog, Postkarten und Plakate.
Abbildungen der ausgestellten Bilder stehen nach Ende der Ausstellung nicht mehr online zur Verfügung.
Das namensgebende Bild stammt aus dem Bestand der Staatsgalerie Stuttgart.
Erfahrungsgemäß werden erfolgreiche Ausstellungen gegen Ende immer voller. Daher war ich heute schon am zweiten Ausstellungstag dort. Es war ganz ordentlich voll, aber man konnte alle Bilder gut betrachten. Die Ausstellung geht bis zum 24. September, also noch mehr als vier volle Monate. Es gibt auch reichlich "Devotionalien" zu kaufen, Schirme, Tassen, Wein, Seife, Magnete und natürlich auch alle "üblichen" Beigaben, wie einen Katalog, Postkarten und Plakate.
Abbildungen der ausgestellten Bilder stehen nach Ende der Ausstellung nicht mehr online zur Verfügung.
Sonntag, 19. März 2006
Madama Butterfly
Wir sahen die zweite Vorstellung dieser Neuinszenierung, die mir sehr gelungen scheint. Durchweg positive Pressestimmen findet man auf den Seiten der Staatsoper Stuttgart. Die Geschichte spielt in Japan um 1900, und Puccini scheint sich selbst nicht so sicher gewesen zu sein, ob "es der tragische Zusammenprall zweier sich nicht verstehenden fremden Welten [ist], der zu einer ganz privaten Katastrophe führt? Oder politische Kritik am zeitgenössischen westlichen Kolonialismus? Oder die Geschichte von einer naiven jungen Frau, die nicht begreifen will, dass sie von Männern nur als Sexualobjekt benutzt wird? Oder die Tragödie eines idealen Liebespaars, das an widrigen Bedingungen seiner Umwelt scheitert?", wie das Programmheft meint. Die eigentliche Katastrophe hatte sich schon früher ereignet, als "Butterfly's" Vater auf Geheiß des japanischen Kaisers Selbstmord beging, und sie mit dem Rest der Familie Geld und gesellschaftliche Stellung verlor. Sie gehört zu den Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, und daher zu den ungewöhnlichsten Taten fähig sind. Sie ist die einzige, die an diese Liebe und an deren Bestand glaubt, wohl in der Hoffnung, sich dadurch von ihrer aktuellen schlechten Situation in eine bessere Welt, nach Amerika, absetzen zu können.
Die Stuttgarter Inszenierung hat ein wunderschönes Bühnenbild geschaffen, der Großteil der Bühne ist abgesenkt und nur im Spiegelbild sichtbar. Dies schafft Weite und Distanz, und visualisiert hervorragend die Angabe in der Partitur "ein Haus auf einem Hügel in der Nähe von Nagasaki".
Die Stuttgarter Inszenierung hat ein wunderschönes Bühnenbild geschaffen, der Großteil der Bühne ist abgesenkt und nur im Spiegelbild sichtbar. Dies schafft Weite und Distanz, und visualisiert hervorragend die Angabe in der Partitur "ein Haus auf einem Hügel in der Nähe von Nagasaki".
Sonntag, 26. Februar 2006
Mozart meets Jazz
Das war ein ganz interessantes Konzert mit zwei verschiedenen Klaviertrios, die sowohl abwechselnd als auch zusammen spielten. Einmal ein klassisches Klaviertrio, das Antonin-Trio, dann ein Jazztrio, bei dem zwei Musiker von TangoFive mitspielten. Klassischer Mozart im Wechsel mit Jazz über Themen von Mozart. Höhepunkt war das Stück "JazzMoz", bei dem beide Trios zusammen spielten, mit zwei Konzertflügeln(!) auf der Bühne. Dieses Stück wurde noch ganz nett eingerahmt von zwei Mozart-Kompositionen (KV 15a und 15b), die dieser im Alter von 8 Jahren geschrieben hat. Eine prima Idee.
Samstag, 18. Februar 2006
Orpheus in der Unterwelt
Auch am zweiten Tag unseres Würzburg-Wochenendes konnten wir ein sehr unterhaltendens Stück auf der Bühne erleben, Orpheus in der Unterwelt im Stadttheater, das heute Mainfrankentheater heißt. Uraufgeführt 1858 in Paris, parodierte diese Operette von Jacques Offenbach schon vor 150 Jahren die damalige Gesellschaft und deren doppelte Moral. Die Würzburger Inszenierung überträgt Teile davon geschickt in die Gegenwart, so z.B. Orpheus als erfolgssüchtigen Altrocker, immer auf der Suche nach jugendlichen Groupies. Nur der berühmte Cancan wurde damals besser getanzt, aber sonst macht die Aufführung großen Spaß.
Montag, 13. Februar 2006
Theater am Neunerplatz
Es war ein Wochenende mit viel Nostalgie. Wir verbrachten es mal wieder in Würzburg, und wir hatten diesmal auch ein wenig mehr Zeit mitgebracht als üblich. Bei der Vorbereitung des Besuchs, als ich nach Veranstaltungen für Samstag Abend suchte, fiel mir der Name "Claire Waldoff" ins Auge. Das war doch die (längst verstorbene) Coupletsängerin der Zwanziger Jahre (des letzten Jahrhunderts, versteht sich). Das Theater kannte ich noch nicht, aber der Besuch hat sich gelohnt. Heike Mix spielt und singt Erinnerungen und Lieder von Claire Waldoff, gekonnt begleitet von einem Klavierspieler, der gut in die Handlung eingebunden wird. Es war eine Rückblende in die Zeit unserer Eltern und Großeltern, in das Berlin, in dem so viel gefeiert wurde, weil man es sonst vor lauter Elend nicht ausgehalten hätte, und es nun auch nicht mehr drauf ankam, man war eh pleite.
Das ganze wurde dargeboten in einem kleinen Theater mit 98 Plätzen, in dem die Verantwortlichen alles selbst machen, das Büro, die Beleuchtung, die Musik, die Bewirtung, usw.
Gehen Sie doch auch mal wieder in so ein kleines Theater. Es lohnt sich, auch wenn nicht immer alles so perfekt ist, wie es im Fernsehen aussieht.
Das ganze wurde dargeboten in einem kleinen Theater mit 98 Plätzen, in dem die Verantwortlichen alles selbst machen, das Büro, die Beleuchtung, die Musik, die Bewirtung, usw.
Gehen Sie doch auch mal wieder in so ein kleines Theater. Es lohnt sich, auch wenn nicht immer alles so perfekt ist, wie es im Fernsehen aussieht.
Sonntag, 22. Januar 2006
TangoFive
Ein Kollegin, Mitglied im Zonta-Club Stuttgart, hat uns für diese Matinee geworben. Es war unsere erste Begegnung mit einem Zonta-Club, einer weltweiten Vereinigung berufstätiger Frauen, wohl ähnlich den bekannteren Rotary- oder Lions-Clubs. Es war schon die dritte Matinee, die der Zonta-Club Stuttgart zur Finanzierung von Projekten veranstaltet hat. Schon der Veranstaltungsort, der Weisse Saal im Neuen Schloss in Stuttgart ist sehenswert und einfach schön.Und der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Sehens- und vor allem hörenswert war auch die Gruppe "Tango Five".

Besonders bestechend ist die Vielseitigkeit der Musiker. Jeder von ihnen beherrscht mindestens zwei Instrumente, und so wird munter getauscht und kombiniert.
Zum ersten Mal habe ich "Kontrabass vierhändig" gesehen, also zwei Leute, die ein- und denselben Kontrabass spielen. Aber nicht so, dass einer greift, und der andere streicht, nein, hier griffen beide, und beide strichen auch mit dem Bogen.

Auch ganz ohne Instrumente, a capella, sind sie fit. So zeigte die erste Programmhälfte vor allem diese Vielseitigkeit, kombiniert mit Witz und Situationskomik und schnellen Szenen- und Kostümwechseln.
In der Pause gab es Sekt und Häppchen, selbst gemacht von den Damen des Zonta-Clubs Stuttgart.

Im zweiten Programmteil ging es ein wenig ernster zu. Diese Musiker lassen sich auf keine Richtung festlegen, in keine Schublade packen. In der Matinee ließen sie uns Stücke in Richtung Jazz und auch Tango hören, ihrem Namen gemäß. Bei Tango Five darf man sich auf musikalische Überraschungen gefasst machen.
Sehens- und vor allem hörenswert war auch die Gruppe "Tango Five".
Besonders bestechend ist die Vielseitigkeit der Musiker. Jeder von ihnen beherrscht mindestens zwei Instrumente, und so wird munter getauscht und kombiniert.
Zum ersten Mal habe ich "Kontrabass vierhändig" gesehen, also zwei Leute, die ein- und denselben Kontrabass spielen. Aber nicht so, dass einer greift, und der andere streicht, nein, hier griffen beide, und beide strichen auch mit dem Bogen.
Auch ganz ohne Instrumente, a capella, sind sie fit. So zeigte die erste Programmhälfte vor allem diese Vielseitigkeit, kombiniert mit Witz und Situationskomik und schnellen Szenen- und Kostümwechseln.
In der Pause gab es Sekt und Häppchen, selbst gemacht von den Damen des Zonta-Clubs Stuttgart.
Im zweiten Programmteil ging es ein wenig ernster zu. Diese Musiker lassen sich auf keine Richtung festlegen, in keine Schublade packen. In der Matinee ließen sie uns Stücke in Richtung Jazz und auch Tango hören, ihrem Namen gemäß. Bei Tango Five darf man sich auf musikalische Überraschungen gefasst machen.
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