Posts mit dem Label El Hierro werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label El Hierro werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 6. November 2009

Abschied von El Hierro

Unser Urlaub auf der kleinsten Kanareninsel El Hierro neigt sich dem Ende zu. Es war einerseits wieder sehr schön, die Landschaft, die Ruhe und das schöne Wetter verfehlten auch dieses Mal ihre Wirkung nicht. Andererseits bedrückte uns der mangelnde Fortschritt, um nicht zu sagen, der Niedergang, den wir hier in den letzten Jahren bemerkt haben, und die aktuelle Krise wirkt hier auch stärker als in anderen Gebieten. Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit El Hierros zeigt hier besonders ihre negativen Auswirkungen.
Wir werden wohl die nächsten Jahre nicht mehr wiederkommen, wir wollen auch noch andere Gegenden erkunden und ein wenig Abstand zu El Hierro gewinnen. Aber diese Insel wird immer einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen behalten. Und allen meinen Leserinnen und Lesern, die kein ständiges Remmidemmi benötigen, die gerne schönes Wetter haben, nicht zu heiß, die Natur noch schätzen können, und die eine unvergleichliche Landschaft kennenlernen wollen, all denen kann ich El Hierro als Reiseziel nur ans Herz legen.

Abend

Nachtrag: es gibt es ein Vergleichsfoto von "unserem" Mangobaum, sozusagen vorher - nachher, und zwar hier.

Wo sind die Fische?

Restinga

Es gibt einige schöne Badeplätze auf El Hierro, ich habe sie in verschiedenen Blogbeiträgen aus dem Oktober 2005 beschrieben, die über die Links auf der rechten Seite leicht aufzufinden sind. Wir haben den Hafen von La Restinga bevorzugt, einmal, weil es hier viele verschiedene Möglichkeiten gibt, ins Wasser rein und wieder raus zu kommen, und je nach Wasserstand von Ebbe und Flut ist mal die eine, mal die andere praktischer. Zum anderen, weil man hier an verschiedenen Stellen bestens schnorcheln kann, es gibt Felsabbrüche, an denen die Fische stehen, und die Erfahrung zeigte, dass es hier immer am meisten Fische zu sehen gab.
Nicht so dieses Jahr. Beim ersten Besuch waren wir bitter enttäuscht, und heute konnten wir (von oben) auch keine Fische erkennen, was ganz ungewöhnlich ist. Wo sind die Fische geblieben?
Auch der Fischer, der mittags anlandete, hatte zwar etwas gefangen, für einen ganzen Tag Arbeit ist es jedoch nicht sehr viel. Die beiden großen Fische heißen „Peto“, es ist eine Tunfischart, und in der Hand hat er noch einen roten Fisch, „Alfonsino“ genannt, eine äußerst wohlschmeckende Sorte.

Peto

Mittwoch, 4. November 2009

Wie sieht es bei uns aus?

Wenn wir tagsüber lesen und uns draußen aufhalten, sehen wir dies. Eine schöne Terrasse, begrenzt durch einen Ziergarten mit Palmen. Im Lauf der vielen Jahre, die wir nun schon in dieses kleine Haus kommen, sind die Palmen ganz schön gewachsen.

Terrasse

Der Wochenmarkt

Markt2

Immer am Sonntag Vormittag findet in Tigaday, einem Ortsteil von Frontera, El Golfo, ein Wochenmark statt. Diesmal hatten wir ihn zuerst wieder nicht gefunden, er hat nun schon den dritten Standort, seit wir auf diese Insel kommen, und wir mussten erst fragen. Zu kaufen gibt es Obst und Gemüse, und viel Selbstgemachtes. Von Gebäck, Brot, Mojo, Wein über Handarbeiten und Schmuck aus Lavasteinen. Auffällig ist, dass dieser Markt immer als Treffpunkt für die Deutschen auf El Hierro dient, man sieht sie zusammenstehen und sich austauschen.

Markt1

Leider ist unser Schweizer mit den köstlichsten Marmeladen aus den hier wachsenden Früchten wir Mango, Papaya und Maracuja nicht mehr dabei. Krank sei er, berichtete uns ein Kollege.

Montag, 2. November 2009

EU-Subventionen

El Hierro ist eine arme Insel am Ende der Welt. Um auch nur halbwegs Anschluss an den Rest Europas zu bekommen, sind Subventionen notwendig, und sie finden auch statt. Seit Jahren beobachten wir den Ausbau des Hafens, der in einer Verdreifachung der Mole bestand, so dass inzwischen auch Kreuzfahrtschiffe anlegen können, damit einher gehend der Schutz des Fischerhafens und Verbesserungen der Zufahrt einschließlich Parkmöglichkeiten. Die ersten Kreuzfahrtschiffe waren da, und sie scheinen nicht mehr häufig wieder zu kommen. Die Fährverbindung nach Teneriffa wurde bereits vor zwei Jahren von sechs auf drei Mal die Woche gekürzt. Die Fährgesellschaft Fred Olsen kassiert auch noch kräftig Subventionen von der kanarischen Regierung, dass sie diese Verbindung überhaupt aufrecht erhält. So weit so schlecht. Umso größer unsere Überraschung.

Hafen1

In den letzten beiden Jahren wurde ein ganz neues Abfertigungsgebäude am Hafen gebaut, ein mehrstöckiges Monstrum aus Stahl und Glas.
Wir waren an einem der vier Tage der Woche dort, an dem keine Fähre kommt, und entsprechend menschenleer war alles. Auch bisher konnte man abgefertigt werden, es gab Sitzplätze, auf denen man warten konnte.

Hafen2

Nun ist dies alles in einem Glaspalast mit Marmorboden untergebracht, der nur an drei Tagen der Woche für etwa zwei Stunden benutzt wird. Die Plankosten betrugen 2.812.851,08 Euro, das wird in Spanien auf einem Plakat an der Baustelle ganz genau ausgewiesen, bezahlt vom „Europäischen Fond für regionale Entwicklung“.

Finanzier

Das Projekt trägt laut Aushang dazu bei, „die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten zwischen den Bürgern der Europäischen Union zu vermindern“. Wir gönnen den Herreños jeden Euro, den sie zur weiteren Entwicklung von der EU bekommen können. Aber hier hat sich unserer Meinung nach jemand ein Denkmal gesetzt, denn das Geld ist nun ausgegeben, und wegen des neuen Abfertigungsgebäudes kommt kein Reisender zusätzlich auf diese Insel, so lange die Verbindungen so schlecht sind. Wir meinen, das Geld hätte wirklich nachhaltig investiert werden können, um dann mittelfristig positiv zu wirken.
Übrigens, auch die Gesamtkosten für die Hafenerweiterung sind noch auf einem Plakat nachzulesen, über 27 Millionen Euro wurden hierfür von Brüssel bereitgestellt.

Hafen3

So sieht die Insel aus Sicht des Hafengebäudes aus.

Tafeña

Immer am 31. Oktober findet im Hof der Kellerei von El Hierro ein großes Fest statt. Eingeladen sind alle Mitglieder der Genossenschaft, und das sind sozusagen alle Inselbewohner. Daher wird auf Eintritt verzichtet, und die wenigen Touristen, die wie wir auch teilgenommen haben, fallen nicht ins Gewicht.
Als wir ankamen, spielte ein kleines Orchester mit ca. 10 Mann kanarische Musik. Das Podium bestand aus drei Lagen Europaletten. In der Halle der Kellerei war eine Bühne aufgebaut, davor Stuhlreihen. Die Anwesenden strömten nach und nach mit weiteren Stühlen in die Halle. Kurz nach 20h begannen die Reden. Und sie dauerten. Die Begrüßungen und erste lange Rede hörten wir uns noch an, dann suchten wir uns draußen einen Sitzplatz. Das war gut, denn die Stühle wurden zusehends knapp. Es schien ewig zu dauern bis endlich die Reden fertig waren und alles nach draußen strömte. Dann begann die Verteilung von Getränken und Speisen, erst Limo, dann Becher, dann Brot, dann garbanzos, dann Wein. Alles wurde von Mädchen und auch einigen Jungen ausgeteilt. So langsam wurde es richtig nett. Das kanarische Orchester spielte wieder, einige tanzten. Auf der anderen Seite des Gebäudes wurden Kastanien geröstet, in großem Stil.

Kastanien

Wie man sieht werden an vier Ecken Hohlblocksteine aufgebaut, darüber eine große Blechwanne mit den Kastanien, darunter offenes Feuer. Zum Wenden der Kastanien werden feuchte Lappen um Stiele gewickelt, aber sie halten auch nur wenige Male, dann sind sie zu sehr angesengt.
Es ist ein sehr schönes Fest, von Herreños für Herreños veranstaltet. Nur die Reden hätten kürzer sein dürfen.

Samstag, 31. Oktober 2009

La Restinga

Ganz im Süden der Insel liegt ein Fischerdorf, La Restinga. Der Hafen hinter einer mächtigen künstlichen Mole dient nicht nur den Fischern, sondern auch den Tauchern. Hier ist auch die Schutzorganisation stationiert, die die Einhaltung der Regeln im „mar de las calmas“ überwacht, dem Teil des Meeres vor der Südküste El Hierros, das als Schutzgebiet für die Fische ausgewiesen ist. In genau definierten Gebieten darf weder gefischt noch getaucht werden, auch das Überfahren mit Motorbooten ist zu bestimmten Zeiten verboten. Die Fische sollen hier alle Ruhe haben, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Im Hafen wird ständig gebaut. In den letzten Jahren haben sie die Pontons errichtet, an denen die Boote nun festmachen, in diesem Jahr wird eine riesige Mauer aus Lavasteinen vor die zugegeben sehr häßliche Betonmauer gebaut, die die Mole zum Meer hin schützt, und mit Bildern von Booten und Fischen verziert. La Restinga ist nicht schön, aber es hat fast immer schönes Wetter, und man kann dort prima schwimmen.

LaRestinga

Freitag, 30. Oktober 2009

Bobby

Der Überlebenskünstler und der Bettler. Es geht um den kleinen Kater, den wir Bobby getauft haben und der seit vielen Jahren in der Nähe einer Bude und in den Klippen des Badeplatzes La Maceta auf El Hierro lebt. Wir haben ihn immer betreut, Futter und Wasser gegeben, wenn wir da waren, er ist lieb und anhänglich, bettelt natürlich, aber er hat ja auch nichts zu verschenken. Ich hatte die Begegnung schon gefürchtet, denn es ist emotional immer sehr belastend. Ist er nicht mehr da, überlegt man, ob er vielleicht Unterschlupf gefunden hat (wäre die beste Lösung), oder ob er einer Säuberung zum Opfer gefallen ist, ist er da, so wie jetzt, ist man einerseits froh, andererseits kommen schon wieder Überlegungen, ob und wenn dann wie man ihn aus seiner misslichen Lage befreien könnte. Mit nach Deutschland nehmen geht m.E. nicht, auch schon aus technischen Gründen. Dazu müsste man ihn erst mal einfangen und nicht mehr frei laufen lassen, er müsste geimpft werden und unter tierärztliche Beobachtung. Erst nach mehreren Wochen wäre dann eine Mitnahme nach Deutschland möglich. Was würde ihn dort erwarten? Zu uns kann er nicht, da ist schon eine Katze, also müsste er vermittelt werden. Ein Kater mehr unter so vielen, die auch bei uns auf ein gutes Zuhause warten. Und klimatisch und auch sonst wäre er ja in eine für ihn völlig fremde und feindliche Welt entführt worden, allein die Kälte ist er ja überhaupt nicht gewöhnt. Also werden wir ihn nach einigen Tagen der Fürsorge mit Futter wieder einmal sehr traurig verlassen und hoffen, dass es ihm noch lange gelingt, in seinen Klippen an der Bude zu überleben.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Camarones

Ein Ausflug in den Süden der Insel brachte die Gelegenheit, diese köstlichen Krabben zu essen, sie werden hier „camarones“ genannt. Sie werden gefangen und frisch gekocht serviert. Der Geschmack ist so köstlich, dass man weder Sauce noch Mayonnaise dazu braucht, einfach nur pur essen. Seit wir diese Qualität entdeckt haben, essen wir in Deutschland (ausser vielleicht an der Küste) keine Krabben mehr, oder Gambas, Langustinos, oder wie man sie auch nennt. Das was bei uns angeboten wird, schmeckt irgendwie nach Pappe oder sonstwie zäh. Geschmack und Frische sind eben nicht durch Antibiotika und Konservierungsstoffe zu ersetzen.

camarones

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Garoé, der heilige Baum

Fotos und Geschichten von El Hierro werden von zwei Bäumen geprägt. Das heutige Wahrzeichen, eine windgebeugte Sabina hoch oben bei den Dehesas, ist das fotogene Motiv, den anderen, nicht ganz so spektakulären Arból Garoé, nennen sie den heiligen Baum. Auf alten Stichen wird er abgebildet, die Blätter in Wolken, daraus rieselt das Wasser herab. Auf einer Insel ohne Quellen, wie El Hierro, ist die Wasserversorgung entscheidend. Und dieser Baum, hoch oben im Norden gelegen, den Passatwinden zugewandt, konnte die Wolken offenbar besonders effektiv melken. Er soll in einem von ihm selbst geschaffenen Feuchtgebiet gestanden haben. Die Ureinwohner, Bimbaches genannt, kamen mit Lederschläuchen, um am Baum und aus den Wasserlöchern, die sich in seiner Nähe gebildet hatten, das kostbare Nass aufzufangen und mitzunehmen. Ein spanischer Mönch hat den Baum noch beschrieben, er gehört zu den Lorbeerbäumen (tilo). 1610 wurde er durch ein Unwetter zerstört.

garoe1

1957 wurde an gleicher Stelle wieder ein Lorbeerbaum gepflanzt, dieser wird heute als „heiliger Baum“ oder eben in der Bimbachensprache „Garoé“ bezeichnet. Er ist in einer gemauerten Felsnische gepflanzt, diese ist feucht und mit Moosen bewachsen. Und rund herum gibt es Wasserlöcher.

garoe2

Dienstag, 27. Oktober 2009

Der Kanister

In dem Gebiet, das sie El Golfo nennen, befindet sich die größte noch bewirtschaftete Anbaufläche der Insel. Wie in der Fischerei auch, ist auch die Wein- und Obstproduktion hier genossenschaftlich organisiert. In der Genossenschaft erfolgt auch der Ausbau und die Vermarktung der Weine. Bei dem Fest vor zwei Jahren konnten wir feststellen, dass in der Genossenschaft der Wein auch in größeren Gebinden wie 5 oder 20 Liter verkauft wird. 20 Liter ist ja nun mehr als reichlich für einen Ferienaufenthalt, aber 5 Liter hätte uns schon gefallen. In den ersten Tagen nach der Ankunft fuhren wir zur Genossenschaft. Der junge Mann, der schließlich zuständig war, bedauerte sehr, aber Gebinde unter 20 Liter habe er momentan nicht da. Aber er machte einen praktikablen Vorschlag, und das ist für die hiesige Bevölkerung nicht selbstverständlich, wir sollten doch einen Fünfliterkanister Wasser kaufen und in den, wenn er dann leer ist, Wein einfüllen lassen. So machten es die Einheimischen auch. Gesagt, getan. Ein Fünfliterkanister wurde angeschafft und der Inhalt in den folgenden Tagen verzehrt.
Gestern nun war der Kanister leer, heute fuhren wir hin, um ihn füllen zu lassen. Und oh Wunder, es hat ohne weitere Probleme geklappt. Zwar musste ein Zettel mit Durchschlag ausgefüllt werden, mit diesem musste ich ein Stockwerk höher zum Büro und dort bezahlen, mit der Quittung wieder nach unten, um den inzwischen gefüllten Kanister mitzunehmen. Wir haben nun eine ganze Weile unseren Wein vorrätig und müssen uns nur sorgen, in welchem Gemäß er zu kühlen ist, um die optimale Trinktemperatur vorzuweisen.

Montag, 26. Oktober 2009

Stromausfall - wir lieben die Sterne

Irgendwann die Tage merkten wir, dass das Licht nicht ging. Man muss hier erklären, dass in diesem Haus keine öffentliche elektrische Versorgung besteht. Der Strom wird durch ein Solarelement erzeugt, das im Garten steht und große Akkus auflädt. Diese geben dann bei Bedarf den Strom ins Haus ab. Wir riefen bei unseren Wirtsleuten an, um Bescheid zu sagen. Sie kamen gleich, besahen sich unseren Sicherungskasten, alle Sicherungen waren drin. Diesmal war das Problem leider nicht schnell lösbar. Sie versuchten nach Anweisungen eines Fachmanns am Telefon, die Anlage wieder in Gang zu setzen, aber es klappte nicht. Wenn ein bestimmter Schalter gedrückt wurde, machte sie ein komisches Geräusch, das auf einen Kurzschluss hindeutete. Wir blieben also im Dunkeln, Kerzen waren da, eine Notlampe mit frischen Batterien auch. Wir zogen es vor, draußen zu bleiben und hatten ein bis dahin nicht gekanntes Erlebnis, die vielen Sterne und den Wechsel der Wolken mit dem Mond zu beobachten. Es sind hier so viele Sterne sichtbar, für uns aus Westeuropa ist das unvorstellbar. Tausende Sterne, wenn man bei uns einen sieht!Am Tag drauf war ein Monteur gekommen und zeigte uns ein offenes Gerät, ähnlich einem PC, die Steuerung der Stromerzeugung und -einspeisung. In eine Platine war eine Eidechse reingekrochen, zwischen Träger und Bestückung mit elektronischen Teilen, hatte einen Kurzschluss ausgelöst und sich in Asche aufgelöst, die im Gerät und am Rand verstreut war. Unsere Wirtsleute hatten als Reserve zu Hause noch das gleiche Gerät, das dann eingebaut wurde. Nun haben wir wieder Strom und kalte Getränke sind heute Abend möglich. Sich solch ein Gerät als Reserve selbst vorzuhalten, ist ein Verhalten, das man in kargen Gegenden wie der Wüste, ausübt. Wir verlassen uns da auf die Vorsorge, die unsere Handwerker und deren Lieferanten treffen, und müssen oft genug ein neues Teil kaufen, weil ein altes nicht mehr zur Verfügung steht und auch nicht repariert werden kann.

Samstag, 24. Oktober 2009

Sündenfall

In den vergangenen Jahren konnte man über El Hierro immer sagen, „auch wenn kaum einer weiß, wo die Insel liegt, es gibt dort deutsche Zeitungen, nicht tagesaktuell, sondern vom Vortag. Aber es gibt keine Bildzeitung.“ Ergänzend dazu sollte man wissen, dass schon seit vielen Jahren eine kanarische Ausgabe der Bildzeitung besteht, die in Gran Canaria gedruckt wird. Zu Zeiten der schnellen Netze wird alles Notwendige von einer zentralen Redaktion in Deutschland übertragen, durch eine halbe Seite mit lokalen Meldungen, die hauptsächlich das Wetter betreffen, ergänzt, und dann vor Ort gedruckt. Da diese Zeitung ganz kurze Anreisewege hat, ist sie natürlich morgens die erste an den Kiosken. Aber nun ist auch hier der Sündenfall geschehen, auch auf El Hierro gibt es die Bildzeitung. Einfach nur schade.

Freitag, 23. Oktober 2009

Der Mangobaum

Wir sind dieses Mal ja auf altbekanntem Gebiet, zum siebten Mal und zum siebten Mal im gleichen kleinen kanarischen Haus eingemietet. Zwei Mal bereits haben wir über einen solchen Aufenthalt in diesem Blog berichtet, 2006 und 2007, jeweils im Oktober/November. So gibt es nicht viel Neues und Ungesagtes zu berichten, und wir wollen die geneigten Leser auch nicht zu sehr langweilen. Mal sehen, wie sich die Erzähllust im Laufe des Aufenthalts noch steigert.
Ganz gerührt sind wir jedoch, weil unsere Vermieter uns einen ganzen Mangobaum (mata) mit Früchten zur alleinigen Verfügung überlassen haben.

Mangobaum

Wir dürfen ernten und essen, so wie die Früchte nun reif werden. Alle anderen Bäume des Gartens sind abgeerntet. Da bleibt nichts mehr zu sagen.
Zum direkten Vergleich nun der Baum bei unserer Abreise. Es sind immer noch viele Früchte drauf, obwohl wir jeden Tag mindestens eine Frucht gegessen haben. Übrigens (Neid, Neid), sie waren soooooo köstlich!

Mangobaum fertig

Donnerstag, 22. Oktober 2009

In 12 Stunden nach El Hierro

Die Hassberge müssen eine Weile warten.
Wir sind auf unserer Lieblingsinsel, El Hierro, die kleinste der Kanaren.
In Kürze: 6 Uhr bis 9:50 Uhr nach Teneriffa, dann mit Linienbussen vom Südflughafen über Santa Cruz zum Nordflughafen, von dort nach El Hierro, den Rest mit Mietwagen. Es ist ca. 20 Grad warm, nachts hat es geregnet, und wir sind erholungsbedürftig. Daher erst später mehr.

Mit diesem Flugzeug legten wir das letzte Stück der Strecke zurück

Binter

Vorbei am Teide

Teide

Dienstag, 6. November 2007

Kalter Kaffee

Es ist zwar erst morgen so weit, dass wir uns von der Insel verabschieden, aber morgen wird es wohl keinen Besuch im Internet-Cafe geben. Somit ist dies der letzte Beitrag direkt von der Insel, Weiteres folgt dann vermutlich ab Donnerstag oder auch erst am kommenden Wochenende. Wir hoffen nun, dass es diesmal ohne Störungen und Verzögerungen mit der Rückreise klappt. Wenn nicht, wird es sehr bald hier zu lesen sein.
Der gestrige Abend endete leider mit einer Enttäuschung. Die Wirtin des kleinen Hotels, Doña Noemi ist in Rente gegangen. Letzte Woche war sie noch da. Nach unserem gestrigen Besuch sehen wir den Erfolg des Hauses unter der neuen Leitung gefährdet. Leider läuft es nach dem üblichen Schema ab, die Portionen werden kleiner und die Preise höher. Und der Gipfel im negativen Sinne, genauer also, das tiefste Schlagloch der Enttäuschung, war der kalte Kaffee, der uns serviert wurde.

Samstag, 3. November 2007

Herreños

Herreños - Menschen von El Hierro. Die Alten prägen das Straßenbild in den Dörfern der Insel. In kleinen Gruppen, meist zu dritt oder zu viert, stehen oder sitzen sie und reden. Oder sie beobachten.
P1040080_a
Nicht nur in den Bars, das dürfte auf die Dauer für die meisten zu teuer sein, nein draußen auf der Straße. Es gibt reichlich Bänke, wo sie sich setzen können, oder sogar sonnengeschützte Ecken.
P1040110_a
Frauen sind nur selten dabei.
P1040079_a

Freitag, 2. November 2007

So viele Leute!

Jedes Jahr am 31. Oktober veranstaltet die Genossenschaft (der Bauern und Weingärtner) in El Golfo ein Fest, Tafeña genannt. Am 1. November ist in Spanien Feiertag (Todos los Santos gleich Allerheiligen), wie im katholischen Deutschland auch, man kann also am nächsten Morgen ausschlafen.
Jeder kann kommen und mitmachen, es kostet nichts. Auch wenn man eine Jacke anziehen muss, so ein Fest kann hier auf der Insel ohne weiteres im Freien stattfinden, kein Problem. Der Hof der Genossenschaft ist geöffnet, es sind lange Tische mit Stühlen aufgestellt, da sitzen überwiegend die Alten. Weinflaschen, Inhalt rot oder weiss, ohne Etikett, stehen auf den Tischen, dazu Teller mit getrockneten Feigen (higos pasados) und Käse. So viele Leute! Und es werden immer mehr. Die Jüngeren kommen später, es sind alle Altersklassen gleichmäßig vertreten, auch Kinder, die im Hof rumtollen. Wir haben geschätzt, dass es mindestens tausend Leute waren. Tausend!
Für die Getränkeversorgung der vielen Stehenden werden auf der Ladefläche eines LKW Kartons mit Wein zum Zapfen aufgestellt, zwanzig Liter Inhalt. Es gibt schon den neuen Jahrgang 2007 zu kosten. Der Rote kommt noch ein wenig "kantig", nicht rund, daher, einige Wochen mehr werden ihm guttun. Der Weisse schmeckt schon prima.
Noch einige Zeit später werden große Töpfe angeschleppt, Inhalt je etwa zweihundert Liter, daneben stellt man einen Sack mit Plastikschalen und einen Karton mit Plastikgabeln. Und dann wird ausgeteilt, aus dem Topf auf dem Boden. Der Eintopf mit Kichererbsen (garbanzos) findet reißenden Absatz.
Etwas abseits brennt ein Höllenfeuer. Die Feuerstelle auf dem Boden wird mit Hohlblocksteinen abgegrenzt, darauf ein Grillrost, alles etwa zwei auf ein Meter. Auf dem Rost, in der Höllenglut, werden Kastanien gegrillt, zwei Männer drehen und wenden sie ständig mit einem Stock, an dessen Ende ein Lappen gebunden ist. Der Lappen sengt im Lauf des Abends weg, so heiß ist es. Dazwischen schütten sie etwas Sand, den sie nachher wieder aussieben. Die Kastanien sind äußerst lecker, man bekommt zwar schwarze Hände, aber was soll's, kann man später waschen.
Es spielt keine Kapelle, es wird nicht getanzt, es wird nichts vorgetragen oder aufgeführt, dieses Fest dient der Kommunikation der Leute, die von der ganzen Insel kommen, nicht nur aus El Golfo. "Wenn ich einen treffen will, den ich schon lange nicht gesehen habe, dann gehe ich da hin", sagte uns Antonio, der uns auch den Tipp gegeben und empfohlen hatte, die Tafeña zu besuchen.
Bei solchem Brauch mit Kastanien und jungem Wein kommt einem doch Südtirol in den Sinn, wo mit dem Törggelen dasselbe praktiziert wird, nur schon seit Jahren touristisch vermarktet. Das hat El Hierro noch vor sich.

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Fischer und Fischerboote

Im Süden der Insel, in La Restinga, ist der Fischerhafen. Gefischt wird mit kleinen Booten und manchmal kann man als Zuschauer den Erfolg der Fischer miterleben. Mit so einer Nussschale fährt der aufs Meer hinaus, auch wenn er vermutlich die Küste nicht sehr weit verlässt. Aber schaukeln tut es doch. Und die ganze Arbeit muss alleine erledigt werden.
P1040125_a
Da tut eine Kiste schöner Fische richtig gut.
P1040127_a
Dieses Bild wird man so nicht mehr sehen. Es sind Hilfsboote, in die nur eine Person passt, und die benutzt wurden, um vom Fischerboot im Hafen an Land zu kommen.
P1020442_a
Nun gibt es im Hafen einen Ponton-Steg, und jedes Boot kann dort anlegen. An Bojen, so wie früher, muss nicht mehr festgemacht werden.
P1040073_a
Und so gehen die Fischer vom Ponton-Steg über die Brücke auf die Kaimauer. Ganz einfach.
P1040131

Dienstag, 30. Oktober 2007

Faule Tage

Für uns gehört das zum Urlaub, einfach faulenzen und nichts tun. Nichts tun bedeutet nicht unbedingt, gar nichts machen, mehr nach Lust und Laune, was einem so in den Sinn kommt uns Spass macht. Lesen gehört dazu, auch ein wenig schreiben, die Fotos ansehen, vielleicht auch bearbeiten. Und eine Siesta jeden Nachmittag. Fixpunkt des frühen Abends ist der Sonnenuntergang.
P1040117_a
La Maceta heisst der Platz an der Steilküste, und dort treffen wir auf Kater Bobby, der schon hungrig auf seine Mahlzeit wartet.
P1040119_a
Die Sonne geht schon seit über einer Woche nicht mehr im Meer unter, sondern hinter diesem Berg. Aber manchmal schafft sie es noch, Wolken und Meer in ein ungewöhnliches Licht zu tauchen.
P1040118_a