Donnerstag, 12. Juli 2018

#12von12. A walk in the park.

Der Refrain von diesem Popsong spukte in meinem Kopf und wollte nicht mehr verschwinden, und ich war unterwegs zum Park, den ich im Sommer zum Walken nutze, weil die Wege meist im Schatten der Bäume liegen.
Die Zeichen der lang anhaltenden Trockenheit sind deutlich sichtbar, das Gras ist gelb bis braun, und die Bäume werfen schon Blätter ab. Und wir haben erst Juli!
Auch Kastanien in der stacheligen Hülle werden von den Bäumen abgestoßen.
In dem Teil des Parks, der Klein-Nizza genannt wird, wird bewässert, und entsprechend schön ist dort die Blumenpracht.
Dazwischen lugt das fürstbischöfliche Wappen hervor.
Auf Höhe der Universität steht der Studentenstein, der in anderer Form und an einem anderen Platz 1927 aufgestellt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er umgestaltet und an seinen heutigen Platz versetzt. Er erinnert an die Gefallenen beider Weltkriege.
Ganz nah ist auch der Nobelpreisträgerlehrpfad, an dem eine Tafel über jeden der 14 Nobelpreisträger informiert, die an der Universität Würzburg gelehrt und geforscht haben.
Der Felsenbrunnen.
Und tschüss, Ringpark, hoffentlich bis bald. Näheres über den Park ist im Würzburg-Wiki zu finden.
Weitere #12von12 vom Juli findet ihr normalerweise bei Draußen nur Kännchen, nur ist heute bisher nichts eingestellt. Wenn sich das noch ändert, trage ich den Link nach.  Wie #12von12 funktioniert, lest ihr hier.

Sonntag, 8. Juli 2018

Uni. Wir retten Bücher.

Buchpatienten Beschädigungen
Die Universitätsbibliothek Würzburg ist nicht nur eine Bibliothek für Lehre und Forschung, sondern hat in ihrem Bestand auch Bücher und Handschriften des ehemaligen Hochstifts Würzburg, dem weltlichen Herrschaftsgebiet der Fürstbischöfe von Würzburg, das bis 1802 bestand. Seit 1814 gehört Würzburg ohne Unterbrechung zu Bayern und wurde von einer Universitäts- und Residenzstadt zur immer noch Universitätsstadt, aber auch zur Provinz. So wundert es nicht, wenn man erfahren muss, dass die Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximiliand-Universität in München, die für Altbayern eine ähnliche Archivfunktion erfüllt wie die Würzburger Bibliothek für das ehemalige Hochstift, als einzige Universität in Bayern eine staatliche Förderung zur Bewahrung dieser Bücherschätze erhält. Würzburg und andere Universitäten in Bayern müssen solche Ausgaben aus dem allgemeinen Haushalt der Universität finanzieren, und die Bildungshaushalte sind in Deutschland bekanntlich knapp bemessen, allen Politikerreden zum Trotz.
In der Bibliothek in Würzburg gibt es eine ganze Reihe von alten Büchern, die dringend restauriert gehören, und so hat der Alumni-Verein der Universität in diesem Jahr eine Spendenaktion gestartet. Wir haben uns beteiligt und konnten an einem Sonntagvormittag die "Buchpatienten" besichtigen.
Bei den folgenden Fotos sieht man die Beschädigungen.
Buchpatienten Beschädigungen
Buchpatienten Beschädigungen
Buchpatienten Beschädigungen
Von der Restauratorin, die an diesem Sonntag auch anwesend war (DANKE!) wurde uns auch gezeigt, wie und mit welchen Materialien restauriert wird. Diese Arbeiten sind sehr vielseitig, denn es geht nicht nur um reine Reparatur oder Wiederherstellung des Papiers, es sind ja auch die Einbände defekt (Leder, Holz, Pappe), die Schließen (Metall, Leder, Bänder), die Heftung, und so weiter.
Hier im Bild Einbände und Schließen. Die Restauratorin muss - obwohl eigentlich gelernte Buchbinderin - auch Metall bearbeiten können.
Einbände Schließen Links Leder von ganz unterschiedlichen Tieren, das mit Naturfarben gefärbt wird, rechts Einbanddeckel aus Holz, alt und neu.
Holz Leder Restaurierung
Uns wurde auch erklärt, dass man heutzutage zwar Beschädigungen beseitigt, aber nicht fehlende Seitenteile oder Textstellen wieder einfügt, auch wenn man sie aus anderen Ausgaben des Buchs (z.B. in einer anderen Bibliothek) kennen würde. Eine herausgerissene halbe oder auch ganze Seite bleibt für dieses Buch herausgerissen, es wird z.B. nur verhindert, dass die Seite weiter einreisst.
Im Folgenden Beispiele für Buchpatienten, in diesem Buch ist eine mittelalterliche Ansicht von Würzburg aufgeschlagen.
Buchpatienten Atlanten zeigen, was unsere Vorfahren zu dieser Zeit von der Welt wussten.
Buchpatienten 
Buchpatienten In einer Lutherbibel, die 1522 gedruckt wurde, ist das Johannesevangelium aufgeschlagen, die Illustrationen stammen von Lucas Cranach d.Ä.
Buchpatienten Der Riss wird nun repariert werden.
Seite mit Riss
Buchpatienten Alle Bücher, die im Rahmen dieser Aktion repariert werden, werden auch digitalisiert, das heisst, sie stehen wieder für die Forschung in aller Welt zur Verfügung, und sie müssen dazu ihren Archivplatz nicht verlassen.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Rezept. Rosmarin-Kartoffeln mit Artischocken.

In diesem Jahr ist ja alles Sommerliche sehr früh dran. So auch der Marktstand mit den Artischockenblüten, der sonst erst im fortgeschrittenen Sommer diese hübschen Teile verkauft. Sie werden hier in der Nähe angebaut. Das Foto stammt vom letzten Sommer.
So war ich sehr erfreut, als ich den Stand am letzten Wochenende wieder sah, Blüten gibt es noch keine, aber kleine Artischocken. Aus der Region! Die kleinen mag ich besonders, seit ich sie vor vielen Jahren in Spanien kennengelernt habe. Bis dahin kannte ich nur die großen französischen, aber ich bevorzuge seitdem die kleinen.
Wir kauften für uns zwei 4 Stück von den kleinen Artischocken, dazu 3 neue Kartoffeln (relativ große). Die Kartoffeln wurden geschrubbt, mit der Schale in gleichmäßige Stücke geschnitten und in etwas Olivenöl bei mittlerer Hitze weich gebraten. Das dauert ca. 20 Minuten. Nach der Hälfte der Zeit salzen. Die Artischocken befreiten wir von den äußeren, dunkelgrünen Blättern, schälten den Stil, schnitten die Spitzen ab und viertelten sie. Da sie sich sehr schnell verfärben, legt man sie in Zitronenwasser. Sie werden in einer zweiten Pfanne in Olivenöl rundum angebraten, gesalzen. Kurz bevor die Kartoffeln fertig sind, gehackten Rosmarin (bei uns vom Balkon) zugeben und kurz mitbraten. Die Artischocken zu den Kartoffeln geben und vermischen. Wir hatten noch einen Dip aus Joghurt dazu, gewürzt mit Kräutersalz und Piment d'Espelette, das passte sehr gut.
Das Rezept stammt aus dem Kochbuch "Spanien Vegetarisch" (dort ohne Dip).