Montag, 15. Mai 2017

Auswärts. Der Dom zu Speyer.

Der Speyerer Dom ist heute die größte romanische Kirche der Welt.* Der Bau wurde kurze Zeit nach 1025 begonnen und war zur damaligen Zeit architektonisch führend. Er wurde mehrfach umgebaut, auch schon im Mittelalter, und mehrfach, meist durch Feuer, zerstört. Im 19. Jahrhundert entfernte man den barocken Teil der Westfassade und rekonstuierte sie angelehnt an das ursprüngliche Aussehen mit einem Wechsel von rotem und gelben Sandstein.
Westfassade
Auch im Innern ging man auf die usprünglichen Bauformen zurück, ohne Malereien. So kommen die wuchtigen Säulen besonders gut zur Geltung.
Chor innen
Das Westportal von innen.
Westtüre innen
Die 1041 geweihte Krypta befindet sich unter Querhaus und dem Chor des Domes und ist mit einer überbauten Fläche von 850 m² und einer Höhe von 7 m die größte romanische Säulenhalle Europas.** Kaiser Konrad II (990-1039), der den Bau begonnen hatte, hatte den Dom für sich und seine Frau Gisela als Grablege bestimmt. Alle weiteren Salierkaiser wurden auch dort begraben, auch einige Staufer, Rudolf von Habsburg (der erste Kaiser der Habsburger) und sein Sohn.Krypta
Als französische Truppen 1689 Speyer niederbrannten, griff das Feuer auch auf den Dom über und der hintere Teil des Langhauses stürzte ein. Unter Franz Ignaz Michael Neumann, dem Sohn des berühmten Barockbaumeisters Balthasar Neumann, wurde 1772–1778 die klaffende Lücke im westlichen Teil des Langhauses in der ursprünglichen Form geschlossen.** Auf dem Foto unten sieht man an dem Mauerstück links von dem mit der Regenrinne alte und neuere Steine aneinandergrenzen. Außerdem erhielt der Vierungsturm in dieser Zeit das geschweifte Dach, das er bis heute trägt.
Querhaus mit Vierungsturm
Unter Kaiser Heinrich IV wurde der Chor abgerissen und höher wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit (bis 1106) stammen die üppigen Fensterverzierungen.
Fensterschmiuck am Chor
Auf dem großen Platz vor der Westfassade des Doms steht der sogenannte Domnapf oder einfach nur Napf. Er markierte die Grenze zwischen dem Gebiet der Freien Reichsstadt Speyer und dem Dombezirk, der nur dem Bischof unterstand. Kam ein neuer Bischof in die Stadt, musste er den Domnapf mit Wein füllen, etwa 1560 Liter, und jeder Bürger durfte davon trinken.
Napf
Quellen:
Internetseite des Doms (Zitat ist in kursiver Schrift und mit * gekennzeichnet)
Wikipedia (Zitate sind in kursiver Schrift und mit ** gekennzeichnet)

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