Sonntag, 5. Februar 2017

Buch. Auerhaus.


Das Buch habe ich gelesen, weil es von vielen, deren Blogs ich regelmäßig lese, sehr gelobt wurde, aber im Nachhinein muss ich sagen, dass ich die Begeisterung nicht teilen kann. Ich war schon skeptisch als ich mitbekam, dass es von Jugendlichen so mit 17, 18 handelt, die sogenannten Entwicklungsromane können mich erfahrungsgemäß nicht begeistern.
Das Buch beschreibt etwa ein Jahr vor dem Abitur, Mitte der 1980-er Jahre, es spielt im Schwäbischen in einem Dorf am Rande der Schwäbischen Alb, etwa 40 Kilometer sind es bis Stuttgart. Der Ich-Erzähler, Herr Höppner, berichtet über die Zeit nach dem Selbstmordversuch seines Freundes Frieder, der nach einem Aufenthalt in der Klapse zusammen mit Herrn Höppner und zwei Schulkameradinnen ein heruntergekommenes Haus bezieht, in dem vorher sein Großvater gehaust hatte.
Was ich gut fand. Die Atmosphäre des Dorfes ist absolut stimmig, ich kann das beurteilen, ich komme aus der Gegend. Das gilt auch für die Sprache des Romans, sie passt zu den Protagonisten und den Situationen. Und den Schluss, obwohl es eben nicht gut ausgeht, nicht für Herrn Höppner, der das Abitur (unnötigerweise) versaut, dann nach Berlin zieht, um nicht zur Bundeswehr zu müssen und sich mit irgendwelchen Jobs den Lebensunterhalt verdient. Und für Frieder leider auch nicht.
Was ich nicht gut fand. Im harmlosen Erzähltonfall werden Drogenhandel und -konsum und jede Menge Diebstähle verharmlost, als hätten die Protagonisten ein Recht dazu, und so etwas gefällt mir nicht, das finde ich nicht in Ordnung.
Was ich nicht verstehe. Die Begeisterung vieler Leute für die 1980-er Jahre wird mir wohl immer fremd bleiben, da ich diese Zeit anders erlebt und empfunden habe, und dieses Buch konnte mich nicht umstimmen.
Fazit. Für Fans von Entwicklungsromanen und für Fans der 1980-er Jahre zu empfehlen, ansonsten würde ich eher abraten.
Ich habe das Buch als E-Book gelesen: Bov Bjerg, Auerhaus, Roman, Verlag Aufbau digital ISBN 9783841209917

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