Mittwoch, 28. Oktober 2009

Garoé, der heilige Baum

Fotos und Geschichten von El Hierro werden von zwei Bäumen geprägt. Das heutige Wahrzeichen, eine windgebeugte Sabina hoch oben bei den Dehesas, ist das fotogene Motiv, den anderen, nicht ganz so spektakulären Arból Garoé, nennen sie den heiligen Baum. Auf alten Stichen wird er abgebildet, die Blätter in Wolken, daraus rieselt das Wasser herab. Auf einer Insel ohne Quellen, wie El Hierro, ist die Wasserversorgung entscheidend. Und dieser Baum, hoch oben im Norden gelegen, den Passatwinden zugewandt, konnte die Wolken offenbar besonders effektiv melken. Er soll in einem von ihm selbst geschaffenen Feuchtgebiet gestanden haben. Die Ureinwohner, Bimbaches genannt, kamen mit Lederschläuchen, um am Baum und aus den Wasserlöchern, die sich in seiner Nähe gebildet hatten, das kostbare Nass aufzufangen und mitzunehmen. Ein spanischer Mönch hat den Baum noch beschrieben, er gehört zu den Lorbeerbäumen (tilo). 1610 wurde er durch ein Unwetter zerstört.

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1957 wurde an gleicher Stelle wieder ein Lorbeerbaum gepflanzt, dieser wird heute als „heiliger Baum“ oder eben in der Bimbachensprache „Garoé“ bezeichnet. Er ist in einer gemauerten Felsnische gepflanzt, diese ist feucht und mit Moosen bewachsen. Und rund herum gibt es Wasserlöcher.

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